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Politikwissenschaftler der Universität Mannheim geben weltweit führende Fachzeitschrift heraus

• Mannheimer Team um Prof. Thomas König wird mit Kollegen der Universität Oxford künftig den „American Political Science Review“ (APSR) verantworten
• International führendes Fachblatt zum ersten Mal in Europa beheimatet
• Mitbewerber war unter anderen die Universität Princeton

Pressemitteilung vom 30. September 2015
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Das hat es in der über hundertjährigen Geschichte des „American Political Science Review“ (APSR) noch nicht gegeben: Die weltweit führende politikwissenschaftliche Fachzeitschrift wird ab Herbst 2016 für vier Jahre erstmals von einem europäischen Team herausgegeben. In einem mehrstufigen Bewerbungsverfahren erhielt die gemeinsame Bewerbung von Politikwissenschaftlern der Universitäten Mannheim und Oxford den Zuschlag. Leiter des internationalen Herausgeberteams wird der Mannheimer Professor Dr. Thomas König sein.

Die Entscheidung für Mannheim und Oxford war auf der Jahreskonferenz der American Political Science Association (APSA) bekannt geworden, die im September in San Francisco stattfand. „Es war überwältigend. Die Entscheidung war sofort Gesprächsthema Nummer eins unter den über 6.000 Konferenzbesuchern aus aller Welt und die Universität Mannheim war damit in aller Munde. Das ist eine sehr große Anerkennung und vielleicht eine der höchsten Auszeichnungen für unsere Arbeit der letzten Jahre, aber auch für die politikwissenschaftliche Forschung in ganz Europa“, berichtet Thomas König von der Konferenz. „Gleichzeitig geht diese Anerkennung einher mit sehr hohen Erwartungen und unserer Verpflichtung, diese zu erfüllen. Wir werden alles geben, um dieser Herkulesaufgabe gerecht zu werden“, verspricht der 54-jährige, der seit 2007 an der Universität Mannheim lehrt und forscht.

Der Rektor der Universität, Professor Dr. Ernst-Ludwig von Thadden, ist stolz auf diesen Erfolg: „Wie außergewöhnlich das ist, wird schon dadurch deutlich, dass zurzeit fast alle führenden Fachzeitschriften in den USA herausgegeben werden. Dass die Herausgeberschaft eines dieser Top-Journals nun den Weg auf den 'alten Kontinent' und an unsere Universität findet, kann daher als wissenschaftshistorisch bedeutendes Ereignis gelten. Ich gratuliere allen Beteiligten und danke insbesondere Thomas König für sein herausragendes Engagement für unsere Universität.“

Neben Thomas König werden künftig die Mannheimer Professoren Thomas Bräuninger, Sabine Carey und Daniel Stegmüller im Herausgeberteam der Zeitschrift vertreten sein. Seitens Oxfords sind die Professoren Raymond Duch, Desmond King und David Miller dabei.

Der American Political Science Review ist die Fachzeitschrift des weltweit einflussreichsten politikwissenschaftlichen Fachverbandes, der „American Political Science Association“ (APSA). Die APSA vergibt die Herausgeberschaft ihres seit 1906 erscheinenden Fachblatts in der Regel für vier Jahre an wechselnde Herausgeberteams. In mehreren Auswahlrunden entscheiden die APSA-Gremien über die beste Bewerbung.

Für den Zeitraum von Herbst 2016 bis Herbst 2020 hatte sich neben Mannheim und Oxford unter anderem auch ein Team der US-Eliteuniversität Princeton um die Herausgeberschaft beworben. Derzeit zeichnen Wissenschaftler der University of North Texas für das Journal verantwortlich. Die führende Stellung der Zeitschrift findet regelmäßig Bestätigung nicht nur in diversen Erhebungen und Zitationsanalysen, sondern spiegelt sich auch mit über 1.200 jährlichen Manuskripten in der Anzahl an Einreichungen wider. Weniger als vier Prozent dieser Einreichungen werden am Ende publiziert.

Top-Zeitschriften wie der American Political Science Review setzen nicht nur Maßstäbe für die Beurteilung der Qualität von Forschung. Sie legen auch die professionellen Standards fest, an denen sich die weltweit renommiertesten Universitäten und Forschungseinrichtungen orientieren. Weil die meisten führenden Universitäten und Forschungseinrichtungen in den USA angesiedelt sind, erscheinen in der Regel auch die führenden Fachzeitschriften dort.

Die Universität Mannheim wertet den Zuschlag für die Herausgeberschaft auch als Erfolg ihrer Profilbildung, die insbesondere die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und darunter auch die Politikwissenschaft nachhaltig auf internationalem Top-Niveau etabliert hat. „Als Mannheimer Politikwissenschaftler verfolgen wir schon seit Längerem eine 'going global' Strategie. Das heißt, wir wollen mit den besten Köpfen und Institutionen weltweit kooperieren, aber auch konkurrieren. Dieser Anspruch spiegelt sich sowohl in der Forschung als auch in der Lehre wider“, fasst Thomas König den Ansatz der Mannheimer Politikwissenschaft zusammen.

Seit einigen Jahren wird nicht nur in Deutschland in zahlreichen Förderprogrammen wie der Exzellenzinitiative das Ziel formuliert, in Wissenschaft und Forschung die USA erreichen zu wollen. In Großbritannien werden mit dem Research Excellence Framework die wissenschaftlichen Leistungen in diesem Hinblick regelmäßig evaluiert. Und auch auf europäischer Ebene verfolgt der European Research Council das Ziel, der führenden Rolle der USA Paroli zu bieten. Die Mannheimer Politikwissenschaft profitiert seit Jahren insbesondere von der starken internationalen Ausrichtung des Mannheimer Zentrums für Europäische Sozialforschung (MZES). Auch der Sonderforschungsbereich SFB 884 der Deutschen Forschungsgemeinschaft, in dem Ökonomen und Sozialwissenschaftler kooperieren, trägt zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Mannheimer Forschung bei.

Kontakt:
Prof. Dr. Thomas König
Lehrstuhl für Politische Wissenschaft II
Tel. +49 (0) 621-181-2073
E-Mail: koenig@uni-mannheim.de

Katja Bär
Pressesprecherin
Tel. ++49 (0) 621 / 181 - 1013
E-Mail: baer@uni-mannheim.de