Preis für hervorragende Publikation im Gender- und Diversitybereich vergeben

WOVEN Publish Preis für einen Aufsatz zum Vater-Sohn-Konflikt

Pressemitteilung vom 30. August 2017
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Die Senatskommission für Gleichstellung der Universität Mannheim hat den WOVEN Publish Preis des Herbst-/ Wintersemesters 2016 für den Aufsatz „Harte Väter, aufbegehrende Söhne“ von Sebastian Zilles vergeben. Der Aufsatz erschien im Sammelband „Geschichte(n) von Macht und Ohnmacht. Narrative von Männlichkeit und Gewalt“ im Herbst 2016 im Transcript-Verlag.

Zilles war bis 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Mannheim u.a. am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und qualitative Medienanalyse und ist heute wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum Gender Studies der Universität Siegen.

Der Artikel „Harte Väter, aufbegehrende Söhne“ befasst sich mit dem für die deutschsprachige Literatur so prominenten Vater-Sohn-Konflikt, der im Expressionismus einen Höhepunkt erreicht und eine gleichzeitige Umdeutung erfährt. Am Beispiel der von der germanistischen Forschung relativ wenig beachteten Erzählung Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig (F. Werfel) und des Romans Die Insel der Großen Mutter (G. Hauptmann) umreißt der Beitrag den Generationenkonflikt, der sich nicht zuletzt als Kampf zweier divergenter Männlichkeitsentwürfe, als Ringen um die Vorrangstellung in der Familie und als clash zweier unterschiedlicher Wertvorstellungssysteme erweist. Daneben flankiert der Aufsatz aber auch Zilles Dissertation, die den Titel „Die Schulen der Männlichkeit. Männerbünde und Männlichkeitsentwürfe in Wissenschaft und erzählender Literatur um 1900“ trägt. Wie gezeigt wird, weisen Werfels und Hauptmanns Texte starke Bezüge zu Bachofens Mutterrecht (1861) und Schurtz’ Altersklassen und Männerbünde (1902) auf, die beide zu den zentralen Texten des Männerbund-Diskurses um 1900 zählen. Die Ausarbeitung umreißt damit auch den geisteswissenschaftlichen Hintergrund und führt vor Augen, wie Wissensformen in den unterschiedlichen Disziplinen zirkulieren, wie die schöne Literatur den zeitgenössischen wissenschaftlichen Diskurs durchdringt, ihn aufgreift, weiterschreibt und kritisiert.

Die Arbeit leistet somit einen wertvollen Beitrag für die Genderforschung. Der Preis, der mit 500 Euro dotiert ist, wird einmal im Semester von der Senatskommission für Gleichstellung an eine Publikation im Bereich Gender- und Diversityforschung vergeben.

Kontakt:
Jasmin Greff
Stabsstelle Gleichstellung und soziale Vielfalt
Tel.: 0621-181 2568
E-Mail: jasmin.greff@uni-mannheim.de

Katja Bär
Leiterin Kommunikation und Fundraising
Pressesprecherin
Universität Mannheim
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E-Mail: baer@uni-mannheim.de