Zwischen Schloss, B6 und Friedrichspark: Die bauliche Zukunft der Universität Mannheim

Sanierungen am Schloss werden fortgesetzt / Forschungs- und Lehrgebäude in B6 und Studien- und Konferenzzentrum der Mannheim Business School fast abgeschlossen / Weitere Neubauten in B6 und im Friedrichspark geplant

Pressemitteilung vom 7. Juni 2017
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Mit der Renaissance des Barockschlosses hat alles begonnen: Anfang der 2000er Jahre sammelte die Universität Mannheim Spenden, um veraltete Hörsäle und Bibliotheken in Eigeninitiative zu renovieren. Damit wurde ein Sanierungszyklus in Gang gesetzt, der bis heute anhält. Auch in Zukunft habe der Erhalt des Schlosses als Kulturdenkmal und als Sitz der Universität hohe Priorität, so Bernd Müller, Leiter des Landesamtes Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Mannheim-Heidelberg, und Prof. Dr. Ernst-Ludwig von Thadden, Rektor der Universität, anlässlich einer Pressekonferenz am 1. Juni. Gemeinsam werden die Universität und das Landesamt daher die gegenwärtige Sanierung des Schlosses Schritt für Schritt in den kommenden 10 Jahren vollenden – bis ein neuer Sanierungszyklus beginnt. Nachdem die Renovierung des Westflügels 2016 abgeschlossen wurde, werden aktuell die Aula, der Kunstturm und die Katakomben kernsaniert. Direkt im Anschluss soll die Renovierung des Ehrenhofs Ost beginnen.

Die Renovierungsarbeiten seien äußerst wichtig, reichten aber wegen des wachsenden Raumbedarfs der Universität bei weitem nicht aus. „In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Studienanfängerplätze um 1/6  gestiegen, auch das Drittmittelvolumen ist enorm gewachsen“, sagt Barbara Windscheid, Kanzlerin der Universität Mannheim. „Um Forschende und Studierende adäquat unterbringen zu können und gegenüber anderen Universitäten konkurrenzfähig zu bleiben, brauchen wir dringend neue Lehr- und Büroräume“, ergänzt Rektor Prof. von Thadden.

Schon im Juni 2017 werden ein neues Forschungs- und Lehrgebäude der Universität in B6 und das Studien- und Konferenzzentrum der MBS fertiggestellt. Gemeinsam mit Vermögen und Bau Baden-Württemberg sind noch weitere Neubauten geplant. „Seit Beginn der Sanierungsarbeiten 1998 hat das Land Baden-Württemberg gemeinsam mit der Universität Mannheim ungefähr 140 Millionen Euro in das Schloss und Bauprojekte der Universität investiert, davon über 15 Millionen jährlich allein in den letzten zwei Jahren. Die Universität hat in einem enormen Kraftakt aus Spenden und eigenen Mitteln rund 45 Millionen Euro aufgebracht. Diese Rekordzahlen zeigen, dass wir auf die Bedürfnisse dieser wachsenden Institution reagieren“, sagt Bernd Müller.

In Zukunft entstehen in direkter Nachbarschaft des Forschungs- und Lehrgebäudes in B6   das neue zentrale Institutsgebäude für GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften und ein Wohnheim des Studierendenwerks Mannheim. Zur Neugestaltung des Friedrichsparks haben das Land Baden-Württemberg und die Stadt Mannheim im Mai 2017 außerdem einen städteplanerischen Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Ziel ist es, ein Bebauungskonzept mit Erweiterungsbauten für die Universität zu entwickeln. Auch eine Verbindung des Parks zur Rheinpromenade, zum Hafen und zum Universitätscampus auf B6 soll dabei geschaffen werden. Im November 2017 werden die Preisträger bekannt gegeben.


Ein Überblick über laufende und geplante Baumaßnahmen:

Studien- und Konferenzzentrum der Mannheim Business School (MBS)

Im ehemaligen Kohlekeller des Schlosses baut die Mannheim Business School derzeit ein unterirdisches Studien- und Konferenzzentrum. Die Fertigstellung ist für Juni 2017 geplant. Das Zentrum wird zwei Hörsäle, zehn Gruppenarbeitsräume, ein Foyer sowie einen Konferenzbereich umfassen. Eine großflächige Glasfront verbindet das Studienzentrum mit dem Schlossgarten hinter dem Westflügel des Schlosses. Die feierliche Übergabe findet voraussichtlich im Oktober 2017 statt.  

Forschungs- und Lehrgebäude, GESIS und Studierendenwohnheim in B6

Die Quadrate B6 und A5 sollen als Erweiterungsfläche für die Universität und uni-nahe Einrichtungen entwickelt werden. „Wir möchten mit den Neubauten aber auch zur Quartiersentwicklung beitragen. Bei B6 handelte es sich um eines der letzten Stadtquadrate, die nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg noch brachlagen. Wir leisten damit also ein Stück Stadtreparatur“, sagt Bernd Müller. Bereits im Juni 2017 wird das erste Projekt, das Forschungs- und Lehrgebäude in B6, fertiggestellt. Pünktlich zum Herbstsemester 2017 ziehen unter anderem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sonderforschungsbereichs „Politische Ökonomie von Reformen“ und Doktorandinnen und Doktoranden der Graduate School of Economic and Social Sciences (GESS)  in die Doppel- und Großraumbüros ein. Weiterhin entstehen  Seminar- und Unterrichtsräume sowie  ein „Open Space“ für studentische Arbeitsplätze. Die feierliche Übergabe findet am 2. November statt.

Direkt an das Forschungs- und Lehrgebäude in B6 angeschlossen wird ein Neubau für das GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften. Zunächst wird dafür das Polizeigebäude, das sich derzeit auf dem Gelände befindet, abgerissen. Der Baubeginn ist für 2018 geplant. Um dem steigenden Bedarf an Studierendenwohnungen gerecht zu werden, plant das Studierendenwerk Mannheim in B6 den Neubau eines weiteren Wohnheims.

Sanierungen am Mannheimer Schloss

Kunstturm, Aula, Katakomben
Die Aula und die Katakomben werden seit Oktober 2016 kernsaniert. Vor allem der Brandschutz soll verbessert und die Belüftungsanlagen erneuert werden, sodass in Zukunft beide Räume gleichzeitig genutzt werden können. Da die 50er-Jahre-Innenarchitektur der Aula unter Denkmalschutz steht, sind dort keine großen Umbauten möglich. Die Holzvertäfelungen werden aufgearbeitet und die Belichtung optimiert. Im Kunstturm neben der Aula wird das Treppenhaus komplett abgerissen, um einen Durchgang vom Ostflügel in den Gebäudeteil Ehrenhof-Ost zu schaffen. Die Fertigstellung ist für Februar 2019 geplant. 

Schloss Ehrenhof Ost
Direkt im Anschluss an die Sanierung des Kunstturms, der Aula und der Katakomben ist die Sanierung des Ehrenhofs Ost vorgesehen. Behoben werden sollen unter anderem Mängel an den Fenstern und am Dach sowie beim Brandschutz. Die Arbeiten sollen 2019 beginnen.

Wettbewerb Friedrichspark

Seit Mai 2017 läuft ein gemeinsamer städtebaulicher Ideenwettbewerb der Stadt Mannheim und des Landes Baden-Württemberg zur Neugestaltung des Friedrichsparks, an dem sich internationale Teams aus Landschaftsarchitekten, Stadtplanern und Architekten beteiligen können. Beim Friedrichspark handelt es sich um Flächen des Landes, die in einem Erbpachtvertrag an die Stadt Mannheim abgetreten wurden. Dieser Pachtvertrag läuft 2021 aus. „Wir wollen daher mit der Stadt frühzeitig planen, wie wir das Gelände gemeinsam langfristig entwickeln können“, sagt Müller. Nach dem vermutlichen Rückbau des maroden Eisstadions sind in direkter Nachbarschaft des Universitätsgeländes Erweiterungsbauten für die Universität Mannheim geplant. „Ein Verfügungsgebäude, ein Haus der Studierenden oder auch eine Sporthalle der Universität Mannheim könnten dort beispielsweise entstehen. Wie viele und welche Bauten wir verwirklichen können, wird aber erst auf der Grundlage des Ideenwettbewerbs zu entscheiden sein“, so Rektor von Thadden. Auch Ideen für eine Verbindung des Geländes zum Hafen Mannheim, zur Innenstadt sowie zum Rheinufer sollen im Wettbewerb gesammelt werden. „Ziel ist, das ganze Gelände landschaftlich und stadtplanerisch so zu verschönern, dass sich Forschende, Studierende und Beschäftigte an unserer Universität noch wohler fühlen“, sagt von Thadden. Nach Abschluss des Ideenwettbewerbs im November 2017 werden die eingereichten Beiträge in den Gremien der Stadt und unter Beteiligung der Öffentlichkeit zur Diskussion gestellt.

Kontakt:
Barbara Windscheid
Kanzlerin
Universität Mannheim
Tel. 0621 / 181-1020
E-Mail: kanzlerin@verwaltung.uni-mannheim.de

Katja Bär
Leitung Kommunikation und Fundraising
Pressesprecherin
Tel. ++49 (0) 621 / 181 - 1013
E-Mail: baer@uni-mannheim.de