„Zu Gast bei Carl Theodor“

Ein studentisches Projekt zur historischen Erschließung der Universität Mannheim

Wer während einer Vorlesung im Schloss den Blick an die Decke schweifen lässt, kann dort in vielen Räumen Stuckarbeiten und Figuren erkennen, die daran erinnern, dass die Universität Mannheim einst von Kurfürsten bewohnt war. Aber wer weiß schon, dass er sich in EW 148 im einstigen Schlafzimmer der Kurfürstin bewegt oder dass O 129 als Schatzkammer diente?

 

Angeregt durch das Projekt „Renaissance des Barockschlosses“ erarbeiteten Studierende der Geschichte und Seniorenstudierende unter Leitung der Historikerin Dr. Rosmarie Günther Informationstafeln für die wichtigsten Hörsäle und öffentlich besuchten Räume der Universität mit Kurzbeschreibungen zu ihrer Funktion in der Carl-Theodor-Zeit (1743-1778). Die Tafeln wollen das studentische Interesse für die Geschichte des Schlosses wecken und die Besonderheit des Ortes erkennen lassen. Die Besucher der Universität sollen Gelegenheit erhalten, sich über das zentrale Bauwerk der Stadt Mannheim zu informieren. Das im Rahmen des Universitätsjubiläums im Frühjahrssemester 2007 begonnene Projekt  wurde am 11. Dezember 2008 mit einer feierlichen Einweihung der Tafeln abgeschlossen.

Mit Broschüre das Mannheimer Schloss entdecken

Die Broschüre „Zu Gast bei Carl Theodor. Ein historischer Universitätsführer“ ergänzt das studentische Projekt und ermöglicht dank detaillierter Wegbeschreibungen eine individuelle Führung durch das Mannheimer Schloss. Die Broschüre ist für 5 Euro im Campus Shop der Universität Mannheim sowie im Buchhandel unter der ISBN Nr. 978-3-9393-52-22-8 erhältlich.

 


Zu Gast bei Carl Theodor

Als Carl Theodor 1743 die Regentschaft über die Kurpfalz antrat, war das Mannheimer Schloss noch unvollendet. Bis 1760 wurde es mit dem Bau des Ostflügels und angrenzender Gebäudekomplexe nach dem Vorbild Versailles fertig gestellt. Die Universitätstradition findet in der Bibliothek Carl Theodors, der heutigen Aula, ihren frühesten Anknüpfungspunkt.  Die Bibliothek, deren Bücherbestand rasch auf 100.000 Bände anwuchs, zählte zu den bedeutendsten Bibliotheken ihrer Zeit. Benutzt wurde sie auch durch die 1763 gegründete Akademie der Wissenschaften mit einer historischen, physikalischen und meteorologischen Klasse. Carl Theodor überzeugte nicht durch militärischen Ruhm, sondern krönte seine Regierungszeit durch die Förderung einer Musikkultur europäischen Ranges, die Gründung des Nationaltheaters 1779 und die Pflege der Künste, der Wissenschaft und des Handels. Unter ihm wurde Mannheim zu einem europäischen Kulturmittelpunkt und Reiseziel vieler Besucher, darunter Mozart, Voltaire, Schiller und Goethe. Neben den repräsentativen Empfangsräumen in den Wohnungen Carl Theodors und Elisabeth Augustes, dem Kaiserlichen Quartier und dem Kölnischen Quartier beherbergte das Schloss auch Verwaltungsräume für die Regierungsbeamten der Kurpfalz, Wohnungen für Bedienstete und für Mitglieder der wittelsbachischen Familie. Die Tafeln erläutern dem Besucher nun diese historische Nutzung.

 

Carl Theodor (1724 - 1799)

Mit freundlicher Unterstützung der

 

Kontakt 

 

Katja Bär
Universität Mannheim
Abteilung Kommunikation + Fundraising
68131 Mannheim
Tel.: 0621/181-1013
E-Mail: baer[at]uni-mannheim.de