Programm- oder Systemakkreditierung an der Universität Mannheim?

Seit 1998 sind Hochschulen zur sogenannten Akkreditierung ihrer Studiengänge verpflichtet. Bisher wurden die Studiengänge der Universität Mannheim nach dem Verfahren der Programmakkreditierung überprüft. Nachdem mittlerweile aber alle Studiengänge dieses Verfahren mindestens einmal erfolgreich durch laufen haben, stellt sich nun die Frage, ob in Zukunft auf die „Systemakkreditierung“ umgestellt werden soll. Zusammen mit Prorektor Prof. Dr. Thomas Puhl informierten Daniel Lehnert und Dr. Simone Unger (Stabstelle für Qualitätsmanagement) in einer universitätsweiten Veranstaltung über die verschiedenen Verfahren.

Im Zuge des Bologna-Prozesses wurde das Verfahren der Akkreditierung implementiert, um die Qualität im Bereich Studium und Lehre zu sichern. Im Rahmen der sogenannten Programmakkreditierung prüfen externe Gutachter die einzelnen Studiengänge auf verschiedene Kriterien, wie zum Beispiel Qualifikationsziele und Studierbarkeit. Die Erstakkreditierung ist für fünf Jahre, die Re-Akkreditierung danach stets für sieben Jahre gültig. An der Universität Mannheim sind mittlerweile alle Studiengänge mindestens einmal erfolgreich programmakkreditiert und tragen das Qualitätssiegel des Akkreditierungsrats. Im Jahr 2016 stehen die nächsten Re-Akkreditierungen an, da dann die Erstakkreditierungen der Fakultät für Sozialwissenschaften, der Philosophischen Fakultät und der Abteilung VWL auslaufen. Daher stellt sich jetzt für die Universität Mannheim die Frage, ob man diese Verfahren per Re-Programmakkreditierung durchführen lässt oder ob man sich für die sogenannte „Systemakkreditierung“, entscheidet. Dabei sind es nicht länger externe Agenturen, die die Qualität der Studiengänge beurteilen, sondern die Hochschule selbst. Von externen Agenturen geprüft wird stattdessen das Qualitätsmanagementsystem der Universität.  Dieses muss erst noch erarbeitet und aufgebaut werden, was voraussichtlich zwei Jahre in Anspruch nehmen würde. Bis zur Genehmigung wäre mit weiteren 1,5 Jahren zu rechnen. Die Umstellung auf die Systemakkreditierung brächte für die nächsten Jahre also einen zusätzlichen Aufwand mit sich. Sobald sich dann aber die hochschulinterne Qualitätssicherung etabliert hat, muss nicht mehr jeder einzelne Studiengang akkreditiert werden, er durchläuft vielmehr in regelmäßigen Abständen das interne Qualitätssicherungssystem der Hochschule. Diese wiederum muss sich mit ihrem System nach sechs Jahren (Erstakkreditierung) bzw. nach acht Jahren (Reakkreditierung) einer externen Begutachtung unterziehen.

Die Mitarbeiter der Stabsstelle Qualitätsmanagement betonen, dass bei dieser Entscheidung nicht nur der Arbeitsaufwand der beiden Verfahren gegenübergestellt werden sollte, sondern dass es vielmehr darum geht herauszufinden, welches der beiden Verfahren für die Qualitätsentwicklung und -sicherung im Bereich Studium und Lehre geeigneter ist. „Unser Ziel ist es, langfristig ein Qualitätsbewusstsein zu etablieren“, betont Prof. Dr. Puhl.

Da zum einen die Wahl der Akkreditierungsform viele Prozesse innerhalb der Universität Mannheim in den nächsten Jahren beeinflussen wird und zum anderen der Aufbau eines passgenauen und effizienten Qualitätsmanagementsystems nur möglich ist, wenn dieser von der gesamten Hochschule getragen wird, sind in den Entscheidungsprozess alle Teile der Universität einbezogen.  Die Informationsveranstaltung bildete dabei nur den Auftakt. Mit dem nötigen Wissen können sich die Fakultäten jetzt eine eigene Meinung bilden. Im weiteren Verlauf befassen sich der Senat und der Universitätsrat mit dem Thema. Auf Grundlage dieser Diskussionen fällt das Rektorat im Herbst 2014 seine Entscheidung für die Programm- oder für die Systemakkreditierung.

Autorin: Luisa Schulz   I   Mai 2014

Weitere Informationen

Stabsstelle Qualitätsmanagement

Interview mit Prof. Puhl, Frau Dr. Unger und Herrn Lehnert