Universität Mannheim / Forum / Netzwerk / Ausgabe 4/2009 / Von der Uni in die Selbständigkeit

Von der Uni in die Selbständigkeit

Ein gutes Produkt verkauft sich, davon ist Heiko Webers, Absolvent der Uni Mannheim, überzeugt. Direkt nach Abschluss seines Studiums hat er mit der Projektmanagementsoftware „Werkstatt42" den Schritt in die Selbständigkeit gewagt.

Wirtschaftskrise? Für den Jungunternehmer Heiko Webers, Gründer des Softwarebüros bauland42, beinhaltet dieses Wort weniger Bedrohung als Herausforderung: „Gerade in wirtschaftlich prekären Zeiten bieten sich auch Chancen. Wichtig ist es, schlüssige und diversifizierte Konzepte zu haben, um nicht zu stark abhängig von bestimmten Trends zu sein." Neben der Entwicklung innovativer Webanwendungen hat sich der 28-Jährige daher auf Sicherheitsüberprüfungen im Softwarebereich spezialisiert und kann als einer der deutschlandweit führenden Experten neben großen Mobilfunkanbietern und Versicherungen auch Regierungsorganisationen zu seinen Kunden zählen. „Wer keine Kredite aufnehmen möchte oder auf Kapital von fremden Investoren verzichtet, braucht eben ein zweites Standbein oder einen Nebenjob - und vor allem einen langen Atem."

Die Ausdauer hat sich gelohnt. Nach knapp zweijähriger Entwicklungszeit veröffentlichte Heiko Webers kürzlich seine Projektmanagementsoftware „Werkstatt42", dank guter Auftragslage kann er bereits den ersten Mitarbeiter in Vollzeit beschäftigen. Die Idee zur Webanwendung „Werkstatt42", welche sich speziell an kleinere Unternehmen, Existenzgründer und Freiberufler richtet, reifte in ihm bereits während seines Studiums der Software- und Internettechnologie an der Uni Mannheim. Direkt nach dem Abschluss konkretisierte er seine Geschäftsidee, untersuchte Marktchancen und -risiken und setzte sein Unternehmensmodell in einen Businessplan um. Die Idee überzeugte auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, welches die Unternehmensgründung durch ein eXist-Stipendium förderte. Dieses ermöglicht jungen Gründern die Entwicklung technologisch-innovativer Projekte. Um dem wissenschaftlichen Gedanken Rechnung zu tragen, ist die Antragstellung durch eine Universität erforderlich. „Professor Freiling vom Lehrstuhl für Praktische Informatik I sowie Frau Rabe vom Institut für Mittelstandsforschung waren sowohl bei der Bewerbung als auch als Mentoren in der Förderungsphase eine große Hilfe", erinnert sich Heiko Webers. Weitere Unterstützung leistete der MAFINEX-Gründerverbund, in dessen Technologiezentrum im Lindenhof bauland42 seit Anfang des Jahres beheimatet ist. Die dort vorhandene Infrastruktur, die Expertise des MAFINEX-Teams sowie das Netzwerk der ansässigen Firmen bieten hervorragende Voraussetzungen für aufstrebende Start-Ups. „Wer von seiner Geschäftsidee wirklich überzeugt ist, der kann gerade in unserer Region auf viel Unterstützung bauen", berichtet Heiko Webers aus eigener Erfahrung. Und auch wenn der Aufbau der eigenen Firma viel Arbeit und Verantwortung mit sich bringt, macht der junge Unternehmer anderen Gründern Mut: „Berufliche Selbständigkeit kann zwar zu einer Geduldsprobe werden, allerdings hat man viel Freiheit und auch Spaß, profitiert von kurzen Entscheidungswegen und kann eigene Ideen realisieren."

Autorin: Wiebke Hahn   I   Foto: bauland 42   I   Dezember 2009


 
 
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