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(Für) Studierende im Einsatz

BWL-Habilitandin Dr. Katharina Spraul erhält Landeslehrpreis 

  

Eine schönere Belohnung hätte es für Dr. Katharina Spraul nicht geben können: Die Habilitandin am Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Public & Nonprofit Management bietet seit 2007 so genannte Service Learning-Veranstaltungen an der Uni Mannheim an. Jetzt ist sie für ihre „herausragende Lehrleistung" mit dem Lehrpreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet worden. Der Vorschlag, sie zu nominieren, kam direkt von der Fachschaft BWL. „Auf diese Art etwas von den Studierenden zurück zu bekommen, ist natürlich toll", freut sich Spraul. Service Learning ist eine Lehrform, die ursprünglich aus den USA stammt. Studierende wenden dabei ihr in regulären Vorlesungen und Seminaren erlerntes Wissen in gemeinnützigen Projekten an. „Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer es ist, außeruniversitäres Engagement mit einem anspruchsvollen Studium zu verbinden", berichtet Dr. Katharina Spraul, „Die Idee des Service Learning hat mich deshalb von Anfang an fasziniert und gerade in meinem Fach lässt sie sich wunderbar umsetzen. Die Studierenden profitieren ebenso von diesem Theorie-Praxis-Transfer wie die Service Learning-Partner."

Ihr erstes Projekt im Frühjahrssemester 2007 startete Spraul in Kooperation mit der Stadt Mannheim: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihrer Übung „New Public Management 2" erarbeiteten Lösungen für die Verwaltung. Sie entwickelten Grundzüge einer Kosten- und Leistungsrechung für die Stadtgärtnerei, um Einsparpotentiale besser erkennen zu können, und trugen unter anderem dazu bei, Arbeitsabläufe im Rechungsprüfungsamt zu optimieren. Anschließend folgten Projekte an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Rhein-Neckar und der Neckarschule Mannheim. „Für den Dozenten ist der Aufwand, der mit einer Service Learning-Veranstaltung verbunden ist, nicht unbedingt höher als für eine herkömmliche Vorlesung", schildert Spraul. „Aber es ist´eine andere Form von Aufwand." So müssen passende Kooperationspartner gefunden, gemeinsam mit ihnen und den Studierenden Zielvereinbarungen getroffen und regelmäßige Treffen arrangiert werden. Außerdem gilt es die Studierenden während der gesamten Projektdauer zu coachen, also nicht nur theoretisches Wissen bereitzustellen, sondern auch Projektmanagementund Präsentationsschulungen anzubieten. Dass sich die „Mühe" lohnt, davon ist die Dozentin überzeugt. „Die Studierenden sind wesentlich motivierter als in regulären Veranstaltungen und es macht Spaß zu beobachten, wie sie sich entwickeln."

Auch im laufenden Semester bietet Spraul vier Service Learning-Projekte an. So erstellen Studierende beispielsweise für die Lebenshilfe Mannheim ein Marketing-Konzept, das in Zukunft als Grundlage für die Öffentlichkeitsarbeit sowie das Fundraising dienen soll. Unterstützung beim Fundraising steht auch im Mittelpunkt der Kooperation mit dem Kinderschutzbund Mannheim. Darüber hinaus suchen die Studierenden dort nach neuen Wegen, wie die Einrichtung ehrenamtliche Mitarbeiter gewinnen und an sich binden kann.

Zum Bild: Dr. Katharina Spraul mit zwei ihrer Studierenden. In ihren Service Learning-Veranstaltungen verknüpft die Dozentin auf innovative Weise Theorie und Praxis. Die Studierenden wenden die wissenschaftlichen Seminarinhalte direkt auf konkrete Projekte im gemeinnützigen Bereich an.

Autorin: Annette Schönleber   I   Foto: Luigi Toscano   I   Dezember 2008

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