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Was sagen Studierende zu Service Learning?


Annette Ihloff

M.Sc. Wirtschaftspädagogik, 2. FS
Service Learning-Veranstaltung "Evaluationsmethoden und -standards" (2014)

Wie gefällt Ihnen das Konzept Service Learning?

Ich finde das Konzept hervorragend und absolut sinnvoll, weil es eine Win-Win-Situation darstellt, d.h. die Studierenden können ihr (theoretisches) Wissen in der Praxis konkret anwenden bzw. erweitern und die gemeinnützigen Unternehmen profitieren von diesem fachlichen Input. Gerade in der heutigen Zeit, wo man leider häufig das Gefühl hat, es laufen nur noch Egoisten durch die Welt (oder über den Campus), ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen und die Studenten für die Wichtigkeit gemeinnützigen Engagements zu sensibilisieren.

Hat Ihrer Meinung nach der Praxisbezug zum besseren Verständnis der Seminarinhalte beigetragen?

Definitiv! Man musste tatsächlich die Interviews, die man ja selbst geführt hat, auswerten und zu einem Ergebnis führen und schließlich verständlich darstellen.

Haben Sie das Gefühl, Sie haben etwas Gutes getan und konnten der Mannheimer Straßenschule helfen?

Ja, das Gefühl habe ich und ich habe mir fest vorgenommen, die Straßenschule weiterhin zu unterstützen (persönlich, materiell und finanziell). Zudem möchte ich zukünftig gerne auch das neue Projekt in Ludwigshafen unterstützen.

Was nehmen Sie aus dem Projekt mit?

Ich bin froh, dieses Projekt mitgemacht zu haben und Einblick in die Tätigkeit der Straßenschule (und auch Freezone) bekommen zu haben. Das war wirklich ein positives Erlebnis und eine tolle Erfahrung. Die Straßenschule muss unbedingt weiter unterstützt werden!


Anna-Katharina Elble

M.Sc. Wirtschaftspädagogik, 4. FS
Service Learning-Veranstaltung "Evaluationsmethoden und -standards" (2014)

Wie gefällt Ihnen das Konzept Service Learning?

Trotz des im Vergleich zu anderen Lehrveranstaltungen höheren Arbeitsaufwands halte ich das Konzept Service Learning für eine sehr gute Möglichkeit der praxisorientierten Lehre und für eine große Chance, eigene Potenziale zu erkennen und über sich hinaus zu wachsen.

Welchen Mehrwert sehen Sie persönlich in einem solch gemeinnützigen Praxisprojekt für Studierende?

Innerhalb dieser Projekte lernt man viel über sich selbst, vor allem mit eigenen Vorurteilen und Konflikten umzugehen, aber auch mit der Gruppendynamik und den unterschiedlichen Fähigkeiten der Gruppenmitglieder.

Was nehmen Sie aus dem Projekt mit?

Den Plan, im kommenden Semester eventuell selbst Lehrerin in der Straßenschule zu werden.


Studentin

Mannheim Master in Management, 4. FS
Service Learning-Veranstaltung "Evaluationsmethoden und -standards" (2014)

Wie gefällt Ihnen das Konzept Service Learning?

Finde ich sehr gut, denn gesellschaftliches Engagement kommt im Studium (zumindest in meinem Studiengang) oftmals zu kurz. Da engagiert man sich nur wenn es auch einen guten Einfluss auf die Noten oder den CV hat.

Weshalb haben Sie sich für diesen Kurs angemeldet?

Weil ich das Thema sehr interessant fand. Ich wusste zuvor gar nicht, dass es in Mannheim eine Straßenschule gibt. Und außerdem konnte ich dadurch Kontakt zu Studenten aus einem anderen Studiengang knüpfen.

Welchen Mehrwert sehen Sie persönlich in einem solch gemeinnützigen Praxisprojekt für Studierende?

Ich finde es bringt einen persönlich weiter wenn man sich außerhalb des Studiums mehr mit seinen Mitmenschen und deren Leben (Probleme, Sorgen, etc.) beschäftigt. Dann realisiert man auch mal wieder wie gut man es selbst eigentlich hat. Und man hat auch das Gefühl etwas Gutes zu tun.

Hat Ihrer Meinung nach der Praxisbezug zum besseren Verständnis der Seminarinhalte beigetragen?

Ja, auf alle Fälle. Praxisbezug finde ich generell immer sehr wichtig, denn die Praxis unterscheidet sich meistens doch sehr von der Theorie und kommt in der Uni oftmals zu kurz.

Was nehmen Sie aus dem Projekt mit?

Ich nehme aus dem Projekt mit, dass man weniger Vorurteile gegenüber seinen Mitmenschen haben sollte und vielleicht auch mit „offeneren Augen“ durchs Leben gehen sollte (es gibt so viele tolle Projekte in der näheren Umgebung von denen man gar nichts weiß).


Christine Rupp

Diplom-Betriebswirtschaftslehre
Studium abgeschlossen
Service Learning-Veranstaltung „Nonprofit Management I“

„Ich habe im Rahmen der von mir besuchten Service Learning-Veranstaltung ‚Nonprofit Management I‘ ein Marketing-Konzept für die Lebenshilfe Mannheim entwickelt. Gereizt hat mich daran, dass es eine völlig andere Art der Veranstaltung war. Das Besondere an Service Learning ist, dass man es nicht mit einer Case Study, sondern mit einem realen Problem vor Ort zu tun hat. Man trifft mit Menschen zusammen und erarbeitet sich nicht nur theoretisch ein Thema. Das ist das Reizvolle. Durch die Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Organisationen hat man gleichzeitig das Gefühl, Gutes zu tun und dort helfen bzw. unterstützen zu können, wo man tatsächlich gebraucht wird. Ein Service Learning-Projekt lohnt sich auf jeden Fall für jeden Studierenden, weil es eine gute Ergänzung zu herkömmlichen Vorlesungen, Seminaren, Tutorien etc. ist. Man hat den realen Bezug, man arbeitet mit Menschen zusammen, die ein konkretes Problem lösen wollen und die für Unterstützung und Hilfe sehr dankbar sind.“


Jessica Rauch

B.A. Geschichte: Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft / Beifach Politikwissenschaft
6. Semester
Service Learning-Veranstaltung „Politische Partizipation“

Georg Luberda

Diplom-Wirtschaftspädagogik / Wahlfach Politische Wissenschaft
9. Semester
Service Learning-Veranstaltung „Politische Partizipation“

„Im Rahmen der Service Learning-Veranstaltung ‚Politische Partizipation‘ hatten wir zunächst drei Learning-Sitzungen, in denen wir Theorien politischer Partizipation kennenlernten. Im zweiten großen Teil, dem Service, sind wir dann an die Uhland-Hauptschule in der Neckarstadt-West in Mannheim gegangen und haben dort mit den Schülerinnen und Schülern ein Projekt auf die Beine gestellt, mit dem Ziel, dass diese sich politisch beteiligen. Aus der Vielzahl an Ideen, in welcher Form die Partizipation stattfinden könnte, haben wir uns schließlich auf das Projekt geeinigt, die Neckarwiese zu verschönern. So sollten beispielsweise der Rasen regelmäßig gemäht oder ein Zaun um das Fußballfeld angebracht werden.
Service Learning ist unserer Meinung nach eine wertvolle Lehr-Lernmethode, weil die Studierenden aus der Universität rausgehen und versuchen, durch ihr Engagement – beispielsweise in Schulen – der Stadt bzw. der Kommune etwas zurückzugeben. Umgekehrt gilt dies auch für die Schülerinnen und Schüler: Sie verlassen ihren Alltag und lassen sich auf neue Menschen ein. Darüber hinaus freuen sich die Lehrerinnen und Lehrer, neue Impulse für die Unterrichtsgestaltung zu erhalten. Alles in allem war das Projekt für alle Beteiligten ein Erfolg, und wir konnten eine Win-Win-Situation schaffen.
Auch wenn man im Laufe seines Studiums nicht nur Service Learning-Veranstaltungen besuchen kann, weil es doch sehr zeitintensiv ist, so sollte man es wenigstens einmal gemacht haben. Wir würden es auf jeden Fall erneut machen und können es auch nur jedem empfehlen, weil es eine unglaublich tolle Erfahrung ist. Man kann einerseits das an der Universität Erlernte praktisch umset-zen, lernt andererseits aber auch etwas fürs Leben, z.B. sich neue Perspektiven zu erschließen und sich auf andere Menschen einzulassen. Dadurch dass wir mit unserem Service-Projekt an einer Hauptschule waren, wurden wir vorab mit so manchen Vorurteilen konfrontiert. Jedoch haben wir so viel Neues über die Menschen dort gelernt und konnten so viele positive Erfahrungen mitnehmen. Außerdem glauben wir, dass man durch Service Learning Einfluss auf die aktuelle Integrationsdebatte nehmen kann. Die Neckarstadt-West hat beispielsweise einen sehr hohen Migrationsanteil. Durch Service Learning-Projekte kann man an Schulen in diesen Stadtteilen jedoch wirklich etwas bewegen und zum Thema Integration beitragen.
Gerade Lehramtsstudierende sollten – wenn möglich – eine Service Learning-Veranstaltung besuchen. Es ist eine innovative Lehr-Lernmethode, und die theoretischen Ansätze kann man durch die praktische Anwendung viel besser verinnerlichen. Außerdem sollte Service Learning für alle Studiengänge möglich sein. Egal welches Fach man studiert, sollte man eine Service Learning-Veranstaltung besuchen können.“

 

Insa Reimers

Diplom-Betriebswirtschaftslehre
10. Semester
Service Learning-Veranstaltung "Nonprofit Management I"

„Ich habe eine Service Learning-Veranstaltung besucht, bei der es darum ging, ein Marketingkonzept für die Lebenshilfe in Mannheim zu erstellen. Für mich war Service Learning etwas völlig Neues, und ich habe es als äußerst spannend und interessant empfunden, weil man hierbei die Möglichkeit bekommt, theoretische Inhalte in Zusammenarbeit mit Praxispartnern anzuwenden.
Mit Service Learning habe ich viele unterschiedliche Erfahrungen gemacht: Nach einer euphorischen Projekt-Eingangsphase waren wir in der Projektgruppe zunächst etwas desillusioniert, da wir einerseits innerhalb der Gruppe mit Kommunikations- und Abstimmungsschwierigkeiten, und andererseits mit einer gewissen Skepsis auf Seiten des Projektpartners zu kämpfen hatten. Allerdings haben sich die anfänglichen Schwierigkeiten und negativen Erfahrungen sehr schnell umgewandelt, gegenseitige Hemmnisse konnten abgebaut werden, so dass wir nun auf ein erfolgreiches Projekt zurückblicken können.
Was nehme ich persönlich für mich aus Service Learning mit? Es war eine wertvolle Erfahrung, den Berufssektor im Nonprofit-Bereich kennenzulernen, einen vertieften Einblick in die Arbeitsweise einer Nonprofit-Organisation, aber auch in die Probleme, mit denen eine solche Organisation zu kämpfen hat, zu bekommen. Darüber hinaus konnte ich meine eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten erweitern: zum einen die fachlichen Kompetenzen, so z.B. die theoretischen Konzepte, die im Studium erlernt wurden, praktisch umzusetzen, zum anderen aber auch die überfachlichen Kompetenzen wie beispielsweise Teamarbeit, Präsentation und Organisation. Und natürlich nicht zu vergessen die sozialen Kompetenzen, d.h. die Erfahrung, mit Menschen – insbesondere Menschen mit Behinderung – zusammenzuarbeiten und ihnen Hilfe anzubieten.
Auf die Frage, ob ich erneut eine Service Learning-Veranstaltung besuchen würde, fällt mir die Antwort nicht besonders schwer: na klar! Denn Service Learning war für mich eine besondere, tolle, tiefgreifende Erfahrung, da ich Einblick in einen Lebensbereich bekommen habe, den ich vorher so nicht kannte. Ich finde, das gesellschaftliche Engagement kommt im Studium oftmals zu kurz. Service Learning bietet jedoch eine gute Gelegenheit, zwei Dinge zu verbinden: einerseits im Studium voranzukommen, andererseits aber auch das gesellschaftliche Engagement nicht aus den Augen zu verlieren. Ich würde meinen Kommilitoninnen und Kommilitonen Service Learning auf jeden Fall empfehlen, da man vieles dabei lernt und es nebenbei auch noch wahnsinnigen Spaß macht!“



 

 


 
 
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