Universität Mannheim / servicelearning / Was ist Service Learning?

Was ist Service Learning?

1. Definition und Hintergrund

Service Learning hat - wie der Name vermuten lässt - seinen Ursprung in den USA. In den 80er Jahren hat sich diese Lehr- und Lernform an immer mehr amerikanischen Universitäten und Collges durchgesetzt und ist dort inzwischen fester Bestandteil in der universitären Lehre.

Bei dieser didaktische Methode geht es darum, dass die Studierenden die wissenschaftlichen Inhalte der universitären  Lehre ("Learning") mit gemeinnützigem Engagement verknüpfen ("Service"). In lokalen Praxisprojekten, die einen konkreten Bedarf decken, wenden die Studierenden ihr Wissen an. Dadurch entsteht nicht nur eine verbesserte Wissensvermittlung, sondern die Kooperationspartner (beispielsweise Schulen oder Nonprofit-Organisationen) erhalten Unterstützung, die sie sich sonst nicht leisten könnten. Service Learning ist daher  reziprok - beide Seiten profitieren: Studierende können die Theorie besser verarbeiten und wertvolle Praxiserfahrungen sammeln, und die Kooperationspartner profitieren vom Wissen der Studierenden.  So haben Mannheimer Studierende Hausaufgabenhelfer und Streitschlichter ausgebildet, Bewerbungstrainings mit Haupt- und Berufsschülern durchgeführt oder für den Kinderschutzbund und die Lebenshilfe Fundraising- und Marketingkonzepte entwickelt.

Service Learning kann in fast allen Fachbereichen durchgeführt werden, denn die Lehrmethode ändert nichts an den Lehrinhalten, sondern lediglich daran, wie der Stoff vermittelt wird. Studien haben gezeigt, dass der Wissenserwerb beim Service Learning im Vergleich zu konventionellen Veranstaltungen messbar höher ausfällt.  John Dewey, amerikanischer Pädagoge und Philosoph, der als "geistiger Vater" des Service Learnings gilt, vertrat die Ansicht, dass nachhaltiges Lernen nur durch konkrete Erfahrung in realen Kontexten entsteht. Dies ist beim Service Learning gegeben, denn die Studierenden bearbeiten ein sinnvolles und authentisches Projekt. In regelmäßig stattfindenden Reflexionssitzungen werden die Praxiserfahrungen kontextualisiert und somit die Brücke zwischen Theorie und Praxis geschlagen.

2. Vorteile

Neben einem verbesserten Theorie-Praxis-Transfer fördert Service Learning das Interesse der Studierenden an fachlichen Inhalten, die Problemlösungskompetenzen, den Erwerb von Schlüsselkompetenzen (wie beispielsweise Teamfähigkeit, Projektmanagement, Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsbereitschaft) sowie die Sensibilisierung für Probleme im gesellschaftlichen Umfeld. Die Bereitschaft zu einem freiwilligen, sozialen Engagement auch außerhalb des Service Learning Projekts wird erhöht. Des Weiteren erfahren die Studierenden "Selbstwirksamkeit", d.h. sie - als Individuum oder als Gruppe - können etwas bewirken, ein Problem lösen und anderen helfen.

Für die Universität ist Service Learning eine Möglichkeit, innovative Lehrformen umzusetzen und sich nach außen zu öffnen. Die Universität - oftmals als Elfenbeinturm wahrgenommen - wird Akteur in der Gesellschaft und teilt Wissen und Know-How. 

Die Kooperationspartner profitieren durch die Zusammenarbeit vom unentgeltlichen Fachwissen und der Expertise der Studierenden. Oftmals entstehen zwischen Universität und den Partnerinstitutionen langjährige Kooperationen (die Universität Mannheim arbeitet regelmäßig mit der Neckarschule, der Humboldt-Hauptschule, der Stadtverwaltung Mannheim oder dem Kinderschutzbund zusammen).

 


 
 
HomeDruckenSuche
 
AktuellesWas ist Service Learning?ErfahrungsberichteNetzwerkLiteraturPresseKontakt