Universität Mannheim / Forum / Bildung / Ausgabe 1/2017 / Erfolgreiche Teilnahme am Vis Moot Wettbewerb

Erfolgreiche Teilnahme sechs Mannheimer Jurastudierenden am Vis Moot Wettbewerb

Als eins der besten deutschen Teams schafft es Mannheim in die finalen Runden


Jedes Jahr nehmen rund 3000 Jura-Studierende von Universitäten aus der ganzen Welt am Vis Moot Wettbewerb teil – regelmäßig auch ein Sechser-Team von der Uni Mannheim. Die angehenden Juristinnen und Juristen setzten wochenlange Vorbereitung und ihr ganzes Herzblut daran, sich erfolgreich gegen ihre Konkurrenten durchzusetzen. Der Wettbewerb im internationalen Wirtschaftsrecht und der Schiedsgerichtbarkeit ist anspruchsvoll und erfordert viel Einsatz – bis hin zum Freisemester.

Dieses Jahr war das Team aus Mannheim, bestehend aus Alexandra Harf, Felix Sperrle, Chris Pflüger, Faras Mirhoseiny, Saskia Wenzel und Julius Späth, besonders erfolgreich. Von 340 teilnehmenden Teams aus aller Welt hat es Mannheim beim Vis Moot Wettbewerb in Hongkong unter die besten 32, und in Wien unter die besten 64 geschafft. Das Team durfte fünf Honourable Mentions mit nach Hause nehmen – das sind Auszeichnungen für hervorragende Leistungen, die zwar nicht unter die besten drei Plätzen fallen, aber eine lobende Erwähnung verdienen.

Alle Gruppen, die am Wettbewerb teilnehmen, setzen sich aus einer unterschiedlichen Zahl an Jura-Studierenden zusammen. Sie alle befassen sich mit demselben Fall. Die behandelten Rechtsstreitigkeiten sind aktuell und an Fälle aus der Praxis angelehnt. Dieses Jahr ging es um einen länderübergreifenden Verkaufsvertrag, bei dem kein Wechselkurs festgelegt war und wo die Kosten nicht gedeckt wurden.

Bei der Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Fall müssen die Studierenden sowohl die Kläger- als auch die Verteidigerseite bearbeiten. „Eine Teilnahme lohnt sich“, sagt Sebastian Seidel, der zusammen mit Daniel Skiebe als Coach das Mannheimer Vis Moot Team beim Wettbewerb in diesem Jahr begleitet hat. „Es ist nicht nur ein spannender Wettbewerb, sondern man lernt viel für das Staatsexamen und für seine Karriere als Jurist.“

Der Ablauf des Wettbewerbs unterteilt sich in zwei Etappen. Knapp vier Monate lang verfassen die Studierenden zuerst die Schriftsätze auf Englisch und arbeiten an den Fällen von ihrer Heimatuniversität aus. Dabei erhalten sie Unterstützung von Anwälten aus Mannheimer Großkanzleien, die die Teilnahme am Vis Moot auch finanziell fördern. Der Mehrwert, Einblicke in die Praxis zu erhalten und Kontakte knüpfen zu können, bleibt den Teilnehmern auch noch nach dem Wettbewerb.

Im Vorlauf zu den finalen Runden können die Teams in sogenannten Pre-Matches ihre Qualifikationen in den mündlichen Plädoyers erproben. Dafür ging die Reise im März nach Riga, Edinburgh und Moskau, wo sich die Stärke des Mannheimer Teams bereits abzeichnete. Anschließend müssen sich die Teilnehmer in den finalen Runden vor drei Schiedsrichtern aus unterschiedlichen Rechtstraditionen beweisen. Diese legen vor allem Wert auf eine überzeugende Argumentation. Die finalen Runden fanden als großes Event in Wien und Hongkong statt. „Das internationale Umfeld und der rege Austausch mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern war eine tolle Erfahrung“, berichtet Sebastian Seidel.

„Vom Standpunkt der Völkerverständigung betrachtet ist der Vis Moot besonders wertvoll. Die Teilnehmer lernen Juristen aus aller Welt kennen und ihr Verständnis gegenüber anderen Perspektiven und rechtlichen Ansätzen wächst“, so Coach Daniel Skiebe. Auch im nächsten Jahr sollen wieder sechs Studierende aus Mannheim am Vis Moot teilnehmen. Dafür müssen sie sich bei den Coaches bewerben und ein internes Auswahlverfahren durchlaufen. Auf die Ausgewählten wartet ein ganzes Semester, in dem sie an der Uni freigestellt sind und die juristische Praxis erproben.

Zum Bild von links nach rechts: Sebastian Seidel (Coach), Julius Späth, Daniel Skiebe (Coach), Saskia Wenzel, Felix Sperrle, Alexandra Harf, Faras Mirhoseiny, Chris Pflüger und Prof. Andreas Engert (Studiendekan I) als Vertreter der Fakultät

Text: Anna-Lena Lämmle  I  Foto: Elisa Berdica  I  Juni 2017