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<title TEIform="title">Parens Peccans, Sive Tractatus De Peccatis Parentum. Item Filius Peccans, Sive Tractatus De Peccatis Liberorum.</title> 
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<author n="Fritsch" TEIform="author">Fritsch, Ahasver</author> 
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<bibl default="NO" TEIform="bibl">Norimbergae : Apud Wolfgangum Mauritium Endterum, 1685.</bibl> 
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<p TEIform="p">Regeln fuer die Texterfassung 03/2001</p> 
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<date TEIform="date">10 May 2005</date> 
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<head><hi TEIform="hi">I. N. I.</hi> TRACTATUS <hi TEIform="hi">De</hi> PECCATIS PARENTUM.</head>
<div2 id="FrSB.01.01" n="1" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO I. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui domi filios suos in <reg orig="doctrinâ" TEIform="reg">doctrina</reg> Pietatis instituere negligunt.</hi></head>
<p TEIform="p">PArentum officium est, filios enutrire in <foreign lang="GR" TEIform="foreign">nouqes1i/a| *kuri/ou</foreign>, i. e. <hi TEIform="hi">in admonitione DEI. Ephes. 6. 4.</hi> Eos scilicet instituere in <reg orig="doctrinâ" TEIform="reg">doctrina</reg> DEI, in <reg orig="verâ" TEIform="reg">vera</reg> Dei agnitione et invocatione, in lectione sacrarum literarum, in auditione contionum in <reg orig="Ecclesiâ" TEIform="reg">Ecclesia</reg>, et in
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aliis exercitiis verae Pietatis. Selnec. <hi TEIform="hi">in Comment. h. l.</hi> Theodor. Reincking. <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Biblische Policey</foreign> <hi TEIform="hi">L. 3. Axiom. 26.</hi> De Abrahamo <reg orig="Patriarchâ" TEIform="reg">Patriarcha</reg> inquit Dominus: Scio, <reg orig="quòd" TEIform="reg">quod</reg> praecepturus sit filiis suis, et domui suae postse, ut custodiant viam Dei, faciant iudicium et iustitiam. <hi TEIform="hi">Gen. 18.</hi> <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Vatter und Mutter,</foreign> ait Lutherus <hi TEIform="hi">tom. 4. Ien. p. 524</hi> <foreign lang="GE" TEIform="foreign">seynd in ihren Häusern Bischöff, Papst,</foreign> Doctores, <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Kaiser, Fürsten und Herren. Darum soll ein Vatter sein Kind wie ein Richter straffen, lehren wie ein</foreign> Doctor, <foreign lang="GE" TEIform="foreign">ihme <reg orig="fürpredigen" TEIform="reg">furpredigen</reg> wie ein Pfarrer oder Bischoff. Thut nun ein Vatter solches, so kan er <reg orig="für" TEIform="reg">fur</reg> GOtt bestehen. Thut ers nicht, so wird er seinen Lohn von GOtt wol bekommen zu seiner Zeit; denn Vatter und Mutter <reg orig="können" TEIform="reg">konnen</reg> das Himmelreich verdienen an ihren Kindern; Also wiederum <reg orig="mögen" TEIform="reg">mogen</reg> die Eltern nicht leichter die <reg orig="Hölle" TEIform="reg">Holle</reg> verdienen, denn an ihren eigenen Kindern, in ihrem eigenen Hause, wo sie dieselbe <reg orig="versäumen" TEIform="reg">versaumen</reg>, und nicht
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lehren die Dinge, die zum Erkänntniß GOttes, und Wissenschafft der Articul Christliches Glaubens gehören. Man muß nicht meinen,</foreign> inquit Theoph. Sincerus, <foreign lang="GE" TEIform="foreign">in Vorschlag</foreign> p. 37. <foreign lang="GE" TEIform="foreign">wann Eltern ihre Kinder an leiblicher Nothdurfft, als Nahrung und Kleidern, gebührlich zu versorgen, ein irdisches Erbe ihnen zu hinterlassen, und sie wol in dieser Welt anzubringen suchen, daß alsdann sie ihrem Amte und Gebühr ein völliges Gnügen gethan; Mitnichten, sondern es mus auch für die Seele gesorget seyn, als woran am meisten gelegen, und zwar muß solches dergestalt geschehen, daß man die Kinder nicht allein zu fleissigen Gebet, und Lesung der heiligen Schrifft halte, sondern auch durch vernünfftiges</foreign> Chatechisi<foreign lang="GE" TEIform="foreign">ren ihrer geistlichen Blindheit abhelffe, und das Liecht der heilsamen Erkänntniß in ihnen anzünde. Ach! wie fein lautet es, wenn jenes Christen-Knäblein, bey dem</foreign> Prudentio hymno 14. <foreign lang="GE" TEIform="foreign">als es von dem
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heidnischen Tyrannen gefraget ward, woher es das Erkänntniß von Christo habe? auf seine Mutter weiset, und derselben ein so herrlich Zeugniß beyleget:</foreign></p>
<lg org="uniform" sample="complete" TEIform="lg" part="N">
<l TEIform="l" part="N"><hi TEIform="hi">Illa ex Parente spiritu docta imbibit,</hi></l>
<l TEIform="l" part="N"><hi TEIform="hi">quo me inter ipsa pasceret cunabula:</hi></l>
<l TEIform="l" part="N"><hi TEIform="hi">Ego ut gemellis uterum de fontibus</hi></l>
<l TEIform="l" part="N"><hi TEIform="hi">Lac parvus hausi, Christum et bausi credere.</hi></l>
</lg>
<p TEIform="p">Dolendum <reg orig="maximè" TEIform="reg">maxime</reg> est in multorum Christianorum aedibus <reg orig="tàm" TEIform="reg">tam</reg> in civitatibus <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> in pagis per totum <reg orig="ferè" TEIform="reg">fere</reg> annum nec Biblia sacra legi, nec Psalmodias audiri, nec Catechesin recitari aliaqueve Pietatis exercitia cum liberis institui. <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Es wird von solchen Eltern gefordert werden,</foreign> inquit Lutherus, <foreign lang="GE" TEIform="foreign">am Tode und <reg orig="Iüngsten" TEIform="reg">Iungsten</reg> Tage, mit gar scharffer Rechnung, denn wo meinest du, daß herkommen wird,
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das schreckliche Heulen und Klagen derer, die da ruffen werden; O selig sind die Leute, die nicht Kinder gebohren haben, und Brüste die nicht gesäuget haben! ohne Zweiffel darum, daß sie ihr Kind nicht wieder zu GOtt gebracht haben, von dem sie sie zubehalten empfangen haben.</foreign> Add. D. Menger. <hi TEIform="hi">Scrut. Consc. c. 8. q. 64.</hi> ubi ait: dupliciter <reg orig="hîc" TEIform="reg">hic</reg> peccare parentes, contra praeceptum primum, et deinde contra officium, in quantum parentes sunt. <foreign lang="GE" TEIform="foreign">O wieviel sind der Eltern,</foreign> pergit ille, <foreign lang="GE" TEIform="foreign">die hierinnen denen Megarensern gleich sind, und mehr Fleiß, und Sorge, auf ihre Schweine, Schaaf und Rind-Viehe, als auf ihre Kinder, und derselben Gottesfurcht und tugendhafftes Leben wenden; darum bedencket euch gar wol ihr lieben Eltern, schonet eurer armen Seelen, und stellet euch <reg orig="für" TEIform="reg">fur</reg> Augen Gottes Willen und Befehl, und die schwere Verantwortung, und Rechenschafft, die an ienem grossen Gerichts-Tage von
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euch wird erfordert werden. Der weise Heyde</foreign> Plato <foreign lang="GE" TEIform="foreign">hälts aus dem Recht der Natur dafür, daß der Ehestand dahin gemeinet sey, daß wir GOtt dem HEren Diener hinter uns lassen;</foreign> Coniugii hunc esse finem, ut Deo cultores post nos relinquamus: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Was wollet ihr diesem Heyden, die ihr Christen seyd, und Gottes Wort vor euch habt, am <reg orig="Iüngsten" TEIform="reg">Iungsten</reg> Tage antworten? Wie viel ist der Eltern wohl, die von Hertzen <reg orig="für" TEIform="reg">fur</reg> Christliche Erziehung der Ihrigen sorgen? und wird auch wol insgemein ichtwas geringer geachtet, und weniger in acht genommen, als die Erziehung der Iugend zu dem rechtschaffenen wahren Christenthum? Zwar daß sie etwas fassen, darauf sie sich hernach ernehren <reg orig="können" TEIform="reg">konnen</reg>, darauf dencket man wol. So <reg orig="lässet" TEIform="reg">lasset</reg> man sie auch wol die ersten Buchstaben der Christlichen Lehre, den Catechismum noch lernen, aber daß der Verstand solcher ersten Buchstaben ihnen recht beygebracht, und daß sie recht nach dempselbigen leben,
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und ihr Gewissen in acht nehmen, darauf wird wenig geachtet.</foreign> D. Gesen. <hi TEIform="hi">Conc. 2. in Festo Epiph.</hi></p>
<p TEIform="p"><reg orig="Seriò" TEIform="reg">Serio</reg> igitur Parentes monemus, ut Ecclesias domesticas, <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Christliche Haus-Kirchen,</foreign> instituant, in quibus verbum Dei legatur, Cathechismus discatur, Psalmi canantur, piae preces fundantur, de Pietate colloquia salutaria instituantur. Talem Ecclesiam optimus Imperator Theodosius in <reg orig="Aulâ" TEIform="reg">Aula</reg> <reg orig="suâ" TEIform="reg">sua</reg> instituit:</p>
<p TEIform="p"><reg orig="Sanè" TEIform="reg">Sane</reg> si omnes Christiani tenentur sese invicem <reg orig="piâ" TEIform="reg">pia</reg> <reg orig="doctrinâ" TEIform="reg">doctrina</reg>, quantum possunt, instruere, et per pia colloquia aedificare, <reg orig="quantò" TEIform="reg">quanto</reg> magis Parentes obligati sunt, ut filiis suis hoc offic ium pietatis praestent? <reg orig="Quòd" TEIform="reg">Quod</reg> <reg orig="verò" TEIform="reg">vero</reg> omnibus Christianis incumbat, ut alter alterum in <reg orig="doctrinâ" TEIform="reg">doctrina</reg> pietatis, et Christianismi instituat, alibi, <hi TEIform="hi">in peculiari libello</hi> docuimus, cui add. Dn. Kriegsmanni, quondam Amici nostri, nunc beatissimi, <hi TEIform="hi">Symphonesis</hi>; et Ioh. Winckleri <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Bedencken über
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die</foreign> Symphonesin. Quisque moliatur, inquit S. Chrysostomus. <hi TEIform="hi">Hom 5. in 2. Thess.</hi> proximorum salutem. Et Theophylactus <hi TEIform="hi">Comm. 1. Thess. 5.</hi> Ne dicas, non sum Doctor, non sum Praeceptor, alios docere, et aedificare non teneor. Falleris: Doctores non sufficiunt ad singulorum et omnium admonitionem, sed vult Deus quemque alium instruere saltem exemplo suo et <reg orig="bonâ" TEIform="reg">bona</reg> <reg orig="vitâ" TEIform="reg">vita</reg>. Non vult Deus, ait Chrysostomus <hi TEIform="hi">Hom. 7. in Genes.</hi> ut Christianus se ipso contentus sit, sed ut et alios aedificet, non per doctrinam <reg orig="solùm" TEIform="reg">solum</reg>, sed et per vitam et conversationem. S. Augustinus. <hi TEIform="hi">Tract. 9. in Ioh.</hi> Si fueris frigidus, <hi TEIform="hi">inquit</hi>, marcidus, ad te solum spectans, et quasi tibi sufficiens, et dicens in corde tuo, quid mihi est curare aliena peccata? sufficit mihi anima mea ita in terra servire Deo. Eia, non venit in mentem servus ille, qui abscondit talentum et noluit erogare? numquid enim excusatus
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est, quia perdidit, et non, quia sine lucro servavit?</p>
</div2>
<div2 id="FrSB.01.02" n="2" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO II. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui actum Baptismi infantulorum in multos dies, aut hebdomadas differunt.</hi></head>
<p TEIform="p"><reg orig="MAlè" TEIform="reg">MAle</reg> faciunt Parentes, qui ob sollemnia sacrum infantulorum Baptismum, ad multos dies differunt, <reg orig="cùm" TEIform="reg">cum</reg> prima et maxima ipsorum cura esse deberet, eos Deo, mediante sacro fonte, offerre. <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Solche Eltern begehen doppelte <reg orig="Sünde" TEIform="reg">Sunde</reg>, denn sie halten das Kindlein nicht allein auf und ab von dem <reg orig="höchsten" TEIform="reg">hochsten</reg> Schatz, und ordentlichen Mitteln der Seligkeit, sondern wollen noch bey dem Fluch, so in der Geburt dem weiblichen Geschlecht GOtt auferlegt, gantz <reg orig="gnädiglich" TEIform="reg">gnadiglich</reg> aber in Segen verwandelt, stoltz ieren, prangen und prassen, da ihre Gedancken
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einig und allein dahin gerichtet seyn solten, wie sie GOtt inniglich für seine Gnade danckten, und das Kindlein zum Christenthum beförderten,</foreign> Verba sunt D. Lyseri. <hi TEIform="hi">ap. Dedeken. Consil. Eccles. vol. 1. Part. 2. p. 56.</hi> Idem <reg orig="porrò" TEIform="reg">porro</reg> <hi TEIform="hi">cit. loco,</hi> scribit: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Eltern, welche um deß Prachts, und Fresserey willen, die Kindlein ungetaufft aufgehalten, und sie <reg orig="darüber" TEIform="reg">daruber</reg> versterben lassen, wo sie nicht <reg orig="für" TEIform="reg">fur</reg> sich hertzliche Reve <reg orig="spüren" TEIform="reg">spuren</reg>, <reg orig="versündigen" TEIform="reg">versundigen</reg> sich 1. an GOtt, dessen Befehl sie hindangesetzt, den Kindlein so viel an ihnen ist, gewehret, daß sie nicht durch das von Ihm verordnete Mittel zu Ihm kommen <reg orig="mögen" TEIform="reg">mogen</reg>. 2. Sie versundigen sich an ihrer Leibes-Frucht, welche sie verhindert, daß sie dieses heiligen Bades nicht genossen. 3. Sie <reg orig="versündigen" TEIform="reg">versundigen</reg> sich an der Christlichen Gemeinde, welcher Vermahnung sie billig ihnen <reg orig="hätten" TEIform="reg">hatten</reg> sollen angelegen seyn lassen. 4. Sie <reg orig="versündigen" TEIform="reg">versundigen</reg> sich an sich selbst, dieweil sie ihrem Amt nicht eine <reg orig="Gnüge" TEIform="reg">Gnuge</reg> gethan, und verletzen sie ihr
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Gewissen; da entstehen denn</foreign> Scrupel, <foreign lang="GE" TEIform="foreign">ob nicht das Kindlein verwahrloset, um seine Seligkeit gebracht sey?</foreign></p>
</div2>
<div2 id="FrSB.01.03" n="3" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO III. <hi TEIform="hi">Peccant Matres, quae proprios Infantes, si per naturam possint, lactare detrectant.</hi></head>
<p TEIform="p">COmmunissima est, <reg orig="tàm" TEIform="reg">tam</reg> Theologorum, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> Politicorum sententia, Matris debitum esse, infantulos suos, si per naturam possint, lactare. Vid. Balduin. <hi TEIform="hi">Cas. Consc. lib. 4. c. 14. Cas. 3.</hi> <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Dietrich, Kinder-Predigt.</foreign> <hi TEIform="hi">p. 101.</hi> Menger. <hi TEIform="hi">Scrut. Consc. c. 8. q. 80.</hi> Alsted. <hi TEIform="hi">Theol. Cas. p. 324.</hi> Peccant igitur Matres, si hocce maternae pietatis debitum <reg orig="temerè" TEIform="reg">temere</reg> neglexerint. D. Chemnitius. <hi TEIform="hi">part. 1. Explic. Evang. p. 254.</hi> ubi graviter ita scribit: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Wenn ein Weibsbild ist, welche die Gaben von GOtt hat, daß sie ihr Kind kan <reg orig="säugen" TEIform="reg">saugen</reg>, will aber nicht, lasset sich von der Muhmen und
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<reg orig="Wä" TEIform="reg">Wa</reg>ßgen überreden, es sey nicht gut, die Kinder saugen den <reg orig="Müttern" TEIform="reg">Muttern</reg> das Gehirn aus dem Haupte, <reg orig="schwächen" TEIform="reg">schwachen</reg> sie an ihren <reg orig="Kräfften" TEIform="reg">Krafften</reg>, bringen sie aus dem Schlaffe, und machen ihnen viel Unruhe, die <reg orig="Mütter" TEIform="reg">Mutter</reg> werden so bald heßlich darvon, und gewinnen allzu zeitlich eine Mißgestalt, wie man denn die iungen Weiber deß pfleget zu bereden, und sie anhetzen, daß sie den Mann darzu anhalten, daß er eine Amme miete, die solche <reg orig="Mühe" TEIform="reg">Muhe</reg> und Unlust auf sich nehme, und <reg orig="dürffen" TEIform="reg">durffen</reg> wolfurgeben, will ers nicht gerne thun, so muß und soll ers gleichwol thun, etc. Da sage ich allezeit, das ist nicht recht, und kan dasselbe eine Mutter nimmermehr <reg orig="für" TEIform="reg">fur</reg> GOtt verantworten, sondern muß ein schweres Gewissen <reg orig="darüber" TEIform="reg">daruber</reg> haben, und bricht eine solche Person unserm HEren GOtt seine Ordnung, und handelt <reg orig="fürsetzlich" TEIform="reg">fursetzlich</reg> darwider, das ist einmal gewiß. Wo es aber nicht kan geschehen, daß eine Mutter ihr Kind selbst an die Brust lege, GOtt gibt ihr die Gabe nicht,
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eine solche Mutter ist gnugsam entschul diget. Wo aber ein Weib könte das Kind selbst nehren, und wills nicht thun, da soll sie wissen, daß sie sündiget beydes wider die Zehen Gebot, und die Haustafel, darinnen ihr diß befohlen ist, was sie bey ihrem Kinde zu thun schuldig, und dann auch darneben wider die Artickul deß Glaubens, da sie unserm HEren GOtt seine Ordnung bricht, die er selbst in der Schöpffung gemacht hat, und will sich derselben Göttlichen Ordnung nicht unterwerffen.</foreign></p>
</div2>
<div2 id="FrSB.01.04" n="4" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO IV. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui magis curant filiorum suorum temporalem, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> aeternam salutem.</hi></head>
<p TEIform="p">PEccatum hoc, proh dolor! commune est Parentum, <reg orig="quòd" TEIform="reg">quod</reg> magis solliciti esse soleant de filiorum
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salutetemporali, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> <reg orig="aeternâ" TEIform="reg">aeterna</reg>, maiore <reg orig="curâ" TEIform="reg">cura</reg>, propter liberorum corpora <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> animas afficiantur. Experientia docet, non <reg orig="tantùm" TEIform="reg">tantum</reg> plebeiae conditionis homines, sed magnae etiam auctoritatis ac dignitatis Parentes in <reg orig="hâc" TEIform="reg">hac</reg> re peccare. Proh impietatem! pro vanitatem! conqueritur de <reg orig="eâ" TEIform="reg">ea</reg> Buscher. <hi TEIform="hi">in Praefat. Tract.</hi> <foreign lang="GE" TEIform="foreign">von der Hertz-und Haus-Kirche. Die Eltern sehen mehr dahin, wie ihre Kinder wol bekleidet, reich, beredt, ansehnlich, politisch etc. seyn, als daß sie den neven Menschen anziehen, ihren Schatz in Christo haben, von dempselben recht reden, ihn hertzlich lieben, in geistlicher Armuth, Demuth, Gedult, ihme nachfolgen, und dem angenehm seyn <reg orig="möchten" TEIform="reg">mochten</reg>. Wenn sie das erste an ihren Kindern, das äusserliche sehen, so seyn sie <reg orig="frölich" TEIform="reg">frolich</reg>, loben und dancken GOtt, um diß, das andere und beste Theil sollen ihrer viel wol nicht eines bitten, als die nicht viel Lust und Wolgefallen haben an dem Gottseligen, als an dem
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Welt-Leben, und das soll dennoch heissen, die Seinigen wol versorgen.</foreign> Meminimus, matrem aliquando filium pium ac optimae spei habuisse, quem tamen illa despexit, dicendo, <foreign lang="GE" TEIform="foreign">er sey gar zu einfältig, und diene nicht in die Welt.</foreign> Optabat scilicet eum mundialem esse; sed quid hoc aliud est, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> Molocho (mundo) prolem suam sacrificare velle? <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Was ists anders, dann sein eigen Kind dem Moloch opffern und verbrennen, wo die Eltern ihre Kinder mehr ziehen der Welt zu liebe, denn GOtt? Lassen sie so hingehen in weltlicher Lust, Liebe, Freude, Gut und Ehre verbrannt, Gottes Liebe, Ehre und ewiger guter Lust in ihnen ausgeleschet werden? O wie gefährlich ists, Vatter und Mutter zu seyn, wo nur Fleisch und Blut regieret.</foreign> Menger. <hi TEIform="hi">Scrut. Consc. c. 8. q. 68.</hi></p>
<p TEIform="p">Filios habes? ait S. Basilius, <hi TEIform="hi">Serm. de <reg orig="irâ" TEIform="reg">ira</reg> et invid.</hi> eis Thesaurum sempiternum thesauriza. Thesaurus
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namque pecuniae PIETAS est. Relinque bonam filiis memoriam magis, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> divitias multas. Fac omnes filio tuo ratione Pietatis ac beneficentiae patres. Necesse enim te quandoque è <reg orig="vitâ" TEIform="reg">vita</reg> discedere, <reg orig="deindè" TEIform="reg">deinde</reg> filium relinquas parvum, <reg orig="Magistratûs" TEIform="reg">Magistratus</reg> auxilio indigentem. Si enim bonus honestusqueve fueris, quilibet ex te descendentem uti suum nutriet, reminiscetur, quod et tu quoque Orphanorum Pater, dum licuit, fuisti.</p>
</div2>
<div2 id="FrSB.01.05" n="5" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO V. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui pro filiorum suorum salute Deum ardentibus precibus non implorant.</hi></head>
<p TEIform="p">PArentes liberos suos <reg orig="magnâ" TEIform="reg">magna</reg> <reg orig="diligentiâ" TEIform="reg">diligentia</reg> in pietate educare debent, Dominumqueve rogare, ut conatus secundet. Non enim semper
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in ipsorum est pot estate, ut liberi boni fiant, et iamsi in educatione nihil negligant. Non <reg orig="sanè" TEIform="reg">sane</reg> sola disciplina hoc efficit, etiam Deus diligenter invocandus est, ut piis nostris conatibus benedicat. Osiand. <hi TEIform="hi">in Syrac. c. 16. et 30</hi>. <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Eltern sollen mit ihrem Gebet dem lieben GOtt um Gedeyen der Kinder-Zucht ersuchen. Denn es muß die Ruthe mit einem Vatter Unser gewunden und gebunden seyn,</foreign> inquit D. Menger. <hi TEIform="hi">Scrutin. Consc. c. 15. q. 37.</hi> <reg orig="Gravissimè" TEIform="reg">Gravissime</reg> igitur peccant Parentes, qui per mult os menses atque annos, ne quidem unicam orationem Dominicam pro filiis suis orant, <foreign lang="GE" TEIform="foreign">beten wol in Jahr und Tag nicht ein Vatter Unser vor ihre Kinder.</foreign> Non igitur mirum est, si educatio liberorum omni fructu caret, nihilqueve per eam à parentibus efficitur.</p>
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</div2>
<div2 id="FrSB.01.06" n="6" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO VI. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui ab informatione <reg orig="scholasticâ" TEIform="reg">scholastica</reg> liberos suos avocant, aut eos negligere eam patiuntur</hi>.</head>
<p TEIform="p">PRaecipua Parentum cura esse debet, ut liberos suos <reg orig="benè" TEIform="reg">bene</reg> educent, et in pietate ac fundamentis Fidei <reg orig="rectè" TEIform="reg">recte</reg> et fideliter eos informari curent. Ad hoc pietatis Patriae officium parentes S. Apostolus <reg orig="seriò" TEIform="reg">serio</reg> hortatur, quando ait: <hi TEIform="hi">Vos Patres, educate filios vestros in <reg orig="disciplinâ" TEIform="reg">disciplina</reg> et correctione Eph. 6.</hi> Lutherus; <foreign lang="GE" TEIform="foreign">In der Zucht und Vermachnung zum H Grrn.</foreign> Piis sc. ad monitionibus ad timorem Domini, eos exhortentur, et <reg orig="verâ" TEIform="reg">vera</reg> ac <reg orig="salutiferâ" TEIform="reg">salutifera</reg> cognitione Dei eos imbuant. <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Es ist von nöthen,</foreign> ait Luth. <hi TEIform="hi">tom. 1. Ien. p. 171.</hi> <foreign lang="GE" TEIform="foreign">daß ein seglichen Vatter oder Mutter seines Kindes Seele, mehr tieffer und fleissiger
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ansehe, denn das Fleisch, so von ihm kommen ist, und sein Kind nicht anders achte, denn einen köstlichen und ewigen Schatz, der ihm von GOtt befohlen sey zu verwahren, daß der Teufel, die Welt und das Fleisch ihn nicht stehlen und umbringen.</foreign> Tristis autem experientia docet, multos parentes plebeiae cumprimis sortis, sat exiguam liberorum curam quoad doctrinam pietatis et Christianismi habere, dum non verentur, liberos utriusque sexus tenerae adhuc aetatis ab informatione <reg orig="Scholasticâ" TEIform="reg">Scholastica</reg> <reg orig="saepiùs" TEIform="reg">saepius</reg> ob negotia domestica non <reg orig="adeò" TEIform="reg">adeo</reg> necessaria, avocare, vel <reg orig="intempestivè" TEIform="reg">intempestive</reg> scholae sub ducere. In Comitatu nossro Schwarzburgico lineae Rudolstadianae publicis Ordinationibus cautum est, ne Parentes liberos suos ultra duos aestatis menses ob negotia domestica, temnore cumprimis messis ab informatione <reg orig="publicâ" TEIform="reg">publica</reg> subtrahant; Sed visitationes Scholasticae non <reg orig="rarò" TEIform="reg">raro</reg> docuerunt, plurimos
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Parentes, ruricolas cumprimis, filios filiasqueve <reg orig="saepè" TEIform="reg">saepe</reg> per quinque aut sex aestatis et autumni menses à <reg orig="Scholâ" TEIform="reg">Schola</reg> abstraxisse, <reg orig="falsò" TEIform="reg">falso</reg> sibi persuadentes, ipsis tamquam Parentibus liberum esse in hac re disponere, ac liberis, veluti rei domesticae Instrumentis propriis, uti. <reg orig="Impiè" TEIform="reg">Impie</reg> etiam faciunt illi Parentes, qui, ut <reg orig="saepè" TEIform="reg">saepe</reg> fit, ab exercitiis et examinibus Catecheticis, quae in Ecclesiis habentur, filios suos avocant, aut eos talia exercitia negligere patiuntur. Querela <reg orig="sanè" TEIform="reg">sane</reg> S. Chrysostomi, quae legitur <hi TEIform="hi">in homilia 9. in 1. Tim.</hi> adhuc <reg orig="hodiè" TEIform="reg">hodie</reg> nimis vera est: ut fundus inquit optimus quidem sit, cuncta moliuntur, <reg orig="cùmque" TEIform="reg">cumque</reg> fideli viro <reg orig="magnâ" TEIform="reg">magna</reg> <reg orig="curâ" TEIform="reg">cura</reg> tradunt, et agasonem, mulionem, Procuratorem atque dispensatorem, qui ipsis <reg orig="magnâ" TEIform="reg">magna</reg> <reg orig="benevolentiâ" TEIform="reg">benevolentia</reg> afficiatur, inquirunt; <reg orig="Ceterùm" TEIform="reg">Ceterum</reg>, quod ipsis omnium carissimum est, <reg orig="omninò" TEIform="reg">omnino</reg> negligunt, quo pacto filium fideli cuipiam Viro permittant. Audiamus etiam optima
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verba optimi Theologi Mengeringii, <hi TEIform="hi">qui in Scrutin. Consc. c. 8. q. 15.</hi> scribit. <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Es finden sich offtermals und meistentheils solche Eltern, die ihre Kinder, wenn sie nur kriechen und gehen <reg orig="können" TEIform="reg">konnen</reg>, mehr und eher aufs Feld und zum Viehe nehmen, und gewehnen, als daß sie sie in der Schulen solten erst recht unterweisen, und den Christlichen Glauben lehren lassen; wann nur ein Baver-Knabe oder <reg orig="Mägdagen" TEIform="reg">Magdagen</reg> gehen, reden, und eine Peitsche <reg orig="führen" TEIform="reg">fuhren</reg> kan, so schicken sie es mit denen <reg orig="Gänsen" TEIform="reg">Gansen</reg>, Pferden und Viehe auf die Weide, und auf den Anger, das bezeiget allenthalben die Erfahrung, und unterlasse alle Unterweisung und Kinder-Lehre, und Erlernung daß Catechismi. Aber ach! wie schwer ist die <reg orig="Sünde" TEIform="reg">Sunde</reg> solcher Eltern! denn solange ihre Kinder wie das tumme <reg orig="unvernünfftige" TEIform="reg">unvernunfftige</reg> Viehe also beym Viehe gelassen und auferzogen werden, und nur ein Viehr, und <reg orig="unvernünfftig" TEIform="reg">unvernunfftig</reg> Thier am Glauben, <reg orig="Erkäntni" TEIform="reg">Erkantni</reg>ß GOttes und
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seines Worts bleiben so lange lben sie in solchem Stande, darinnen sie nicht können selig werden.</foreign> Idem c. 5. 1. 122. <reg orig="porrò" TEIform="reg">porro</reg> scribit: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Die Eltern, die ihre Kinder in dem Erkänntniß GOttes versäumet, und gehindert, handeln schwerlich wider GOtt und Gewissen; denn sie hierdurch schuld und Ursach seyn, daß ihre Kinder hernach, weiln der Grund deß Christenthums in der Jugend nicht geleget, so umschlagen, verwildern und zu Unchristen werden; Wehe, wehe solchen Eltern, wie wollen sie für Christi Stul es einmal verantworten</foreign>? Pii <reg orig="sanè" TEIform="reg">sane</reg>, et Christiani <reg orig="Magistrat1ûs" TEIform="reg">Magistrat1us</reg> officium est, neglectum hunc Parentum perniciosissimum poenis <reg orig="coërcere" TEIform="reg">coercere</reg>, eosqueve cogere, ut filios suos informationi scholasticae ac Catecheticae submittant minimequeve eos illi <reg orig="intempestivè" TEIform="reg">intempestive</reg> subtrahant. Eiusmodi saluberrimae ordinationes in Ducatu Saxo- Gothano, et Comitatu Schwarzburgico aliisque in locis introductae sunt, et optandum
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esset, in pluribus locis tales Constitutiones circa Iuventutis, Rusticanae cumprimis, institutionem in usu esse, atque servari.</p>
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<div2 id="FrSB.01.07" n="7" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO VII. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui castigationem filiorum à Praeceptoribus factam <reg orig="aegrè" TEIform="reg">aegre</reg> ferunt</hi>.</head>
<p TEIform="p">REperiuntur Parentes, qui in filiorum amore <reg orig="adeò" TEIform="reg">adeo</reg> <reg orig="stultè" TEIform="reg">stulte</reg> delicatuli sunt, ut doleant, ac illacrymentur, quando filios ob petulantiam aut ignaviam in <reg orig="scholâ" TEIform="reg">schola</reg> <reg orig="publicâ" TEIform="reg">publica</reg>, vel à Praecept oribus privatis castigatos esse audiunt. Alii deprecantur illorum culpam; alii Praeceptoribus indignantur: Alii <reg orig="verò" TEIform="reg">vero</reg> eos monent, ne peccantes filios castigent, sed eis parcant, et conniveant. <reg orig="Gravissimë" TEIform="reg">Gravissime</reg> autem eiusmodi Parentes hoc carnali amore contra Deum, ipsosqueve etiam filios peccare, extra dubium
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est. Filii enim redduntur contumaces, et refractarii, Praeceptores redduntur in <reg orig="disciplinâ" TEIform="reg">disciplina</reg> <reg orig="exercendâ" TEIform="reg">exercenda</reg> frigidi, timidi, et negligentes. Et quid <reg orig="indè" TEIform="reg">inde</reg>? multa in publicam et privatam rem <reg orig="indè" TEIform="reg">inde</reg> nascuntur incommoda ac detrimenta, quorum omnium causa sunt Parentes, qui etiam Deo ac Magistratui rationem neglecti officii sui reddere obstringuntur. Audiamus Osiandrum Theologum, qui <hi TEIform="hi">in Paraphrasi Syracidis. Cap. 30.</hi> ita scribit: stulti sunt tales Parentes qui ipsi malunt aliquando deflere liberorum impietatem et exitium, <reg orig="cùm" TEIform="reg">cum</reg> res <reg orig="ampliùs" TEIform="reg">amplius</reg> corrigi non pot est, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> puerorum fletum aequo animo audire, <reg orig="cùm" TEIform="reg">cum</reg> ob petulantiam vel à Parentibus, vel ab aliis castigantur; <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Es ist viel besser die Kinder weinen denn die Alten.</foreign></p>
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<div2 id="FrSB.01.08" n="8" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO VIII. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui filios suos nimiis laudibus inflant</hi>.</head>
<p TEIform="p">PIetas, Oboedientia, morum probitas ac discendi ardor in liberis <reg orig="omninò" TEIform="reg">omnino</reg> meretur laudem, caveant tamen Parentes, ne nimiis laudum praeconiis liberorum in flent animos; id enim nec tutum, nec laudabile. Dispiciant, ait Alstedius <hi TEIform="hi">Theol. Catech. p 93.</hi> Parentes, num suos liberos nimium laudarint, et alienos depresserint. Menger. <hi TEIform="hi">Scrut Consc. c. 12. q. 113.</hi> <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Eltern fragen sich, ob sie ihre Kinder allzu viel gelobt, gerühmet, und herfür gezogen, anderer Leute Kinder gegen sie geringer gehalten, vernichtet und verachtet? Es stecket offtmals eine solche unbesonnene Affen-Liebe in Eltern, daß sie ihre Kinder nicht genugsam preisen und erheben können, da haben sie so gute</foreign> Ingenia, <foreign lang="GE" TEIform="foreign">so ein fein <reg orig="Köpffgen" TEIform="reg">Kopffgen</reg> und gelehriges
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Gehirn, mein Hänßgen, mein Töffelgen etc. es thuts den andern weit zuvor etc. wie sind doch die andern Kinder so tölpisch, so ungeschickt hergegen, mein Sohn wird ein Mann werden, ein</foreign> Doctor, <foreign lang="GE" TEIform="foreign">ein</foreign> Superintendens, <foreign lang="GE" TEIform="foreign">ein Cantzlar etc. andere müssen mit Küster- und Cantzleyschreiber Dienste, in der Ziegelscheune in ihrem Sinn und</foreign> Concept <foreign lang="GE" TEIform="foreign">vor lieb nehmen etc. Also auch die Mutter mit ihren Töchtern, die sind viel schöner, subtiler und zärter, wol</foreign>proportionir<foreign lang="GE" TEIform="foreign">ter und</foreign> gravite<foreign lang="GE" TEIform="foreign">tischer denn der Nachbarn Kinder.</foreign> Sed haec stulta est superbia. O Parentes! qui iam nimiis laudibus filios vestros ad caelum quasi evehitis, et non nisi magna et excelsa vobis promittitis, nescitis, an etiam in bono filii vestri constantes mansuri sint. Quoties <reg orig="benè" TEIform="reg">bene</reg> morati, ac optimae spei filii, ab aliis seducti viam virtutis, ac probitatis <reg orig="deseruêre" TEIform="reg">deseruere</reg>, et cum summo Parentum dolore, sceleribus et vitiis sese <reg orig="dedêre" TEIform="reg">dedere</reg>? Messis adhuc est in
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<reg orig="herbâ" TEIform="reg">herba</reg>, de <reg orig="quâ" TEIform="reg">qua</reg> non nimis gloriandum.</p>
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<div2 id="FrSB.01.09" n="9" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO IX. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui in filiorum suorum vivendi rationem ac mores non <reg orig="sedulò" TEIform="reg">sedulo</reg> inquirunt</hi>.</head>
<p TEIform="p">SIcut Praelatus, quatenus Pater spiritualis est, tenetur rationem vivendi subditorum ad <reg orig="paternè" TEIform="reg">paterne</reg> corrigendum inquirere; <reg orig="Undè" TEIform="reg">Unde</reg> <hi TEIform="hi">Cap. quamvis X. de R. I.</hi> dicitur, <hi TEIform="hi">nullam esse pastoris excusationem, si lupus comedat oves, et Pastor nesciat</hi>, et propterea Praelati in <reg orig="Scripturâ" TEIform="reg">Scriptura</reg> appellantur speculatores, vigiles, Custodes, qui reddituri sunt rationem de ovibus sibi commissis: ita etiam, et eodem modo Patres carnales erga filiorum, mores cognoscendos obligati tenentur. Anton. Ferr. p. 14. Id pietatis paternae officium, si
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<reg orig="temerè" TEIform="reg">temere</reg> neglexerint, non leviter eos peccare, in propatulo est. Diligentes Patresfamilias inquirere solent in sanitatem ac statum equorum, bonum, asinorum, atque pecorum; <reg orig="quantò" TEIform="reg">quanto</reg> magis Parentes inquirere deberent, in statum vitae, et morum, in sanitatem spiritualem filiorum suorum? Non <reg orig="sanè" TEIform="reg">sane</reg> maior boum, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> filiorum cura esse debet. Vid. D. Menger. <hi TEIform="hi">Scrut. Consc. c. 8. 1. 59.</hi> ubi ita scribit: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Eltern fragen sich, ob sie genaue Acht und scharffe Nachfrage auf ihrer Kinder Wandel, Thun und Lasseu, Worte und Wercke gehabt, sich bey anderen Nachbarn, Freunden, Verwandten und Bekandten erkundiget, gehöret, und mit Fleiß erforschet, wie ihre Kinder sich etwan halten, und bezeigen; oder ob sie alle Pflicht und Erkundigung deßwegen unterlassen, vergesse, und mit solcher</foreign> negligen<foreign lang="GE" TEIform="foreign">tz der Kinder Sicherheit und Muthwillen verstercken helffen? Weil Kinder,</foreign> pergit ille, <foreign lang="GE" TEIform="foreign">gemeiniglich der
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argen List und Unart sind, daß sie ihr frech, ungöttlich und wildes Leben, Laster- und Sünden-Lust, gar weislich und klüglich vor denen Eltern vertuschen und verlachen, lassen die Eltern nicht viel zusehen, und erfahren, wenn sie etwas vorhaben und verbringen wollen, und finder sich offtmals, das ungezogene, treulose Gesinde, das hilfft denen Kindern eines und das andere hinter den Rücken verüben, und versuchen, so will in allewege Eltern gebühren, auch hierinnen ihre vätterliche und mütterliche Vorsorge und Aufsicht vermercken zu lassen, daß sie sich erkundigen und befragen, was ihre Kinder in der Stadt und bey der Gemeine für einen Ruff und Zeugniß haben? Und woher kommts, daß grosser Leute Kinder offtmals so übel gerathen, sonderlich auch vornehmer</foreign> Theologen <foreign lang="GE" TEIform="foreign"><reg orig="Söhne" TEIform="reg">Sohne</reg>? Die haben eines Worts mehr Macht bey fremden, dencken sie, und gewehnen sich also manches an, daß ihnen und denen Eltern hernach zu
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Schimpff und Hertzeleid gereichet.</foreign> In eo etiam peccant Parentes, si <reg orig="indignè" TEIform="reg">indigne</reg>, et impatienter ferunt, quando vicini vel Amici impiam vitam malosqueve mores liberorum eis detegunt; Hisce enim gratia debetur maxima, non ira, vel odium, quippe qui de <reg orig="nostrâ" TEIform="reg">nostra</reg> ac liberorum nostrorum salute <reg orig="piè" TEIform="reg">pie</reg> solliciti sunt. Audiamus <reg orig="suprà" TEIform="reg">supra</reg> laudatum Theologum qui cit. Tract. <hi TEIform="hi">q. 60.</hi> sequentia scribit. <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Eltern fragen ihr Gewissen, ob sie ungedultig und unwillig worden, auf guter Leute und getrever Nachbarn treuhertziges Erinnern und Anzeigen, von ihrer Kinder <reg orig="bösen" TEIform="reg">bosen</reg> Vornehmen, <reg orig="verdächtigen" TEIform="reg">verdachtigen</reg> Wandel und Gesellschafft? Das ist die leidige Plage in der Welt, daß manche Eltern so gar blind und <reg orig="thöricht" TEIform="reg">thoricht</reg> seyn, daß wenn sie von offenhertzigen guten Freunden und Nachbarn wolmeinentlich, und in Geheim verwarnet und erinnert werden, so binden die Eltern auf, und verdreust sie auf die Leute und Nachbarn,
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werden unwillig und zornig auf sie, und meinen, es geschehe ihren Kindern allzu grosses Unrecht, O das thut mein Hänßgen, mein Gretichen, Lenichen lange nicht, etc. haben die losen Leute sonsten nichts zu thun, als auf mein Haus und Kinder zu sehen, etc. das ist nun zumal auch sehr unrecht, und wider Gewissen gehandelt, darfür solten sie sagen, nun mein lieber Nachbar, ich sage euch grossen Danck für solche Nachricht, ich will darauf Achtung geben lassen, so würde dann manche Sünde, Schande, Laster und Leichtfertigkeit nachbleiben, und verhindert werden können.</foreign> Vidimus <reg orig="antè" TEIform="reg">ante</reg> multos annos cum stupore exemplum cuiusdam Parentis honorati Ordinis, qui, <reg orig="cùm" TEIform="reg">cum</reg> de <reg orig="ignaviâ" TEIform="reg">ignavia</reg> et <reg orig="contumaciâ" TEIform="reg">contumacia</reg> ipsius filiae <reg orig="unicè" TEIform="reg">unice</reg> dilectae querelam à <reg orig="domesticâ" TEIform="reg">domestica</reg> <reg orig="Magistrâ" TEIform="reg">Magistra</reg> audiret, furore irae subito percitus filiae maledicebat, dentes frendebat, vestem prae dolore consindebat, fenestras perfringebat et in domo velut Leo rugiens
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circumcursitabat, mores tamen <reg orig="sedatâ" TEIform="reg">sedata</reg> <reg orig="irâ" TEIform="reg">ira</reg> filiae emendare <reg orig="minimè" TEIform="reg">minime</reg> curabat, caeco illius amore seductus.</p>
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<div2 id="FrSB.01.10" n="10" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO X. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui liberos suos peccantes aut nimis leniter, aut <reg orig="planè" TEIform="reg">plane</reg> non castigant</hi>.</head>
<p TEIform="p">PArentum nonnulli filios suos <reg orig="adeò" TEIform="reg">adeo</reg> <reg orig="delicatè" TEIform="reg">delicate</reg> et carnaliter amant, ut eorum impietatem ac petulantiam manifestam nec verbis nec verberibus <reg orig="debitè" TEIform="reg">debite</reg> <reg orig="coërcere" TEIform="reg">coercere</reg> audeant, nimis leniter, ac satis <reg orig="rarò" TEIform="reg">raro</reg> punientes. Sed Parentes hoc suo carnali amore et <reg orig="indè" TEIform="reg">inde</reg> fluente <reg orig="nimiâ" TEIform="reg">nimia</reg> ac <reg orig="intempestivâ" TEIform="reg">intempestiva</reg> lenitate graviter peccant in Deum, in liberos, et in se ipsos. <hi TEIform="hi">In Deum</hi> peccant, dum piorum Parentum officium negligentes, liberorum peccatis connivent, eis maiorem in Deum peccandi licentiam
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indulgent, et sic reapse plus carnem suam, quam Deum amant, ac timent. <hi TEIform="hi">In Filios</hi> peccant, dum <reg orig="omissâ" TEIform="reg">omissa</reg> severitate nec <reg orig="essariâ" TEIform="reg">essaria</reg> correctionis et castigationis, illis in <reg orig="malitiâ" TEIform="reg">malitia</reg> <reg orig="securè" TEIform="reg">secure</reg> pergunt, ac pereunt. <hi TEIform="hi">In se ipsos</hi> peccant, dum nimis <reg orig="serò" TEIform="reg">sero</reg> filiorum perditionem deplorare, Deoqueve aliquando in extremo Iudicio rationem neglectae curae et vigilantiae exactissimam reddere coguntur. Horrendum Eli Sacerdotis Israelitici <reg orig="aliàs" TEIform="reg">alias</reg> pii exemplum <hi TEIform="hi">1. Sam. 2.</hi> Parentes omnes <reg orig="meritò" TEIform="reg">merito</reg> excitare deberet, ut in corrigendis pravis liberorum moribus, ac puniendis eorum excessibus, officium piorum Parentum explere studeant. Lenem namque Eli ad Filios peccantes admonitionem quia nimis mollis erat, Deus pro <reg orig="nullâ" TEIform="reg">nulla</reg> reputavit. Tam enim Deo intempestiva lenitas et facilitas prava displicet, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> non necessaria asperitas, ait Osiand. <hi TEIform="hi">in d. loc.</hi> Quare parentes et ipsi <reg orig="piè" TEIform="reg">pie</reg> vivant, et liberos
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peccantes <reg orig="seriò" TEIform="reg">serio</reg> corrigant, ne <reg orig="tàm" TEIform="reg">tam</reg> ipsi <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> posteri corum gravissimis calamitatibus obiciantur. <hi TEIform="hi">Id. d. l.</hi> Reincking. <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Biblische Policey.</foreign> <hi TEIform="hi">L. 3. ax. 26.</hi> debent parentes boni diligere filios, sic tamen, ut amor filiorum, non impediat amorem Dei. Bellarm. <hi TEIform="hi">de 7. verb. Christi. L. 1. c. 1.</hi> Add. D. Mengering. <hi TEIform="hi">Scrut. Consc. cap. 8. q. 58.</hi> ubi ait: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Eltern fragen sich, ob sie ihren Kindern zu ihren <reg orig="Bubenstücken" TEIform="reg">Bubenstucken</reg> durch die Finger gesehen, wie Eli, der wol wuste, wie seine Kinder sich <reg orig="schändlich" TEIform="reg">schandlich</reg> hielten, und <reg orig="hätte" TEIform="reg">hatte</reg> nicht eimal saver darzu gesehen. Dabey denn freylich zu mercken, daß Eltern damit nicht entschuldiget seyn, und ihren Beruff und Amt genug gethan haben, wann sie mit Worten denen Kindern ihre Vosheit, und <reg orig="Büberey" TEIform="reg">Buberey</reg> nur bloß verweisen, und keinen andern und fernern Ernst darbey <reg orig="spüren" TEIform="reg">spuren</reg> lassen; denn also <reg orig="hätte" TEIform="reg">hatte</reg> auch Eli seinen <reg orig="Söhnen" TEIform="reg">Sohnen</reg> zugeredet; warum thut ihr solches? denn ich <reg orig="höre" TEIform="reg">hore</reg> ever <reg orig="böses" TEIform="reg">boses</reg> Wesen vom gantzen
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Volcke. Nicht meine Kinder, das ist nicht ein gut Geschrey, das ich höre.</foreign> Id. <hi TEIform="hi">quaest. seq.</hi> pergit: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Eltern fragen sich, ob sie ihren Kindern, bey jungen Jahren allerley Leichtfertigkeit in Reden und Geberden verstattet, und nachgegeben, daß sie an Fluchen, Schweren, schandbare Worte, Rätzel, unzüchtige Gesänge und Bulenlieder sich gewehnet, allerley Betrug und Partiererey versucht, und vorgenommen, oder in anderen auch üppig und ärgerlich sich angelassen, und halten mögen? Diß lassen die Eltern, Kleinhänßgen oftmals nach, und meynen; Ach! das liebe Kind verstehts noch nicht, wenns klug wird, wirds wol nachlassen; man muß ja der Jugend was nachgeben, und zu gute halten, etc. Aber lieber Mensch du solt wisse, daß du damit wider dein Vatter-Amt und Gewissen handelst.</foreign> Multi Parentes, inquit Osiand. <hi TEIform="hi">in Syrac. c. 30.</hi> in <reg orig="eâ" TEIform="reg">ea</reg> re graviter peccant, <reg orig="quòd" TEIform="reg">quod</reg> nimis <reg orig="serò" TEIform="reg">sero</reg> liberos castigare incipiunt, <reg orig="cùm" TEIform="reg">cum</reg> videlicet iam <reg orig="induratâ" TEIform="reg">indurata</reg>
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cervice correctiones respuunt. Dum autem aetas tenella est, virga admodum <reg orig="modicè" TEIform="reg">modice</reg> et <reg orig="parcè" TEIform="reg">parce</reg> adhibita, plus corrigit, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> in aetate firmiori baculi efficiunt. Optandum <reg orig="sanè" TEIform="reg">sane</reg> esset, Parentes omnes optimam et saluberrimam Syracidis admonitionem, quae in Libelli sui capite trigesimo continetur, saepius legerent, eamque sequerentur. Is inter alia ita loquitur: <hi TEIform="hi">Qui diligit filium suum assiduat illi flagella, ut laetetur in novissimo suo. Qui docet, (<reg orig="rectè" TEIform="reg">recte</reg> educat,) filium suum laudabitur in illo, et in medio domesticorum in illo gloriabitur. Equus indomitus evadit durus, et filius remissus evadet praeceps. Lacta filiumtuum, et paventem te faciet, lude cum illo et contrist abit te. Non corride as illi, ne postea doleas, et in novissimo obstupescent dentes tui. Non des illi potestatem in Iuventute; curvacervicem eius iniuventute, et tunde latera eius dum infans est, ne <reg orig="fortè" TEIform="reg">forte</reg> induret et non credat tibi, et erit tibi dolor animae</hi>.</p>
<pb id="s053" n="53" TEIform="pb"/>
<p TEIform="p"><foreign lang="GE" TEIform="foreign">Es ist eine Schändliche Hindernüß guter Kinde-Zucht, dte närrische Assenliebe, wann Eltern ihre Kin der nicht wollen erzürnen, und deßwegen ihnen allen Muthwillen gestatten, ost aus blinder Liebe derselben Untugend nicht wollen sehen, biß sie hernach mit Eli den Ungehorsam zum Lohn bekommen, die Kinder achten ihre Eltern nicht, widerbellen ihnen, schnurren, murren, grummen und brummen sie an; da klagen denn die Eltern, ach! ich habe böse, ungehorsame und widerspenstige Kinder! Aber lasset euch dieses nicht Wunder nehmen, wie könnet ihr Früchte der Zucht einerndten, wenn ihr allerley Muthwillen ins zarte hertz gesäet habt? Ein übelgezogener Sohn wurde zwar zu Nom gezüchtiget, aber der Vatter wurde aus der Stadt verwiesen, dieweil die Römer dafür hielten, daß ein Vatter wegen der Ubersehung eine grössere Straffe verdienet hätte, als ein Sohn, wegen seines Verbrechens.</foreign> D. Hartumann, <hi TEIform="hi">Amicus</hi>
<pb id="s054" n="54" TEIform="pb"/>
<hi TEIform="hi">quondam noster piae memor in eleg. libellod de veri Christianismi impedim. et adium. p. 648.</hi> Puer sibi derelictus pudore afficit matrem suam ait Salomo, <hi TEIform="hi">in Prov. c. 29. v. 15.</hi> Ad quae verba haec notat D. Geier, <hi TEIform="hi">in Comment.</hi> Matris mentio hic sit, quia matrum hoc sollenne solet esse vitium, ut <reg orig="blandâ" TEIform="reg">blanda</reg> <reg orig="suâ" TEIform="reg">sua</reg> <reg orig="indulgentiâ" TEIform="reg">indulgentia</reg> libertatem siliolis procurent, aut largiantur ipsae; <reg orig="undè" TEIform="reg">unde</reg> postmodum quoque hanc suae moilitlei iustam reportant mercedem, <reg orig="quòd" TEIform="reg">quod</reg> maiorem, mortuis <reg orig="praecipuè" TEIform="reg">praecipue</reg> Patribus, sentiant ignominiam, ac probra, quibus etiam pellendis non ita sufficiunt, ut Patres, maiori per naturam auctoritate pollentes. Parentes igitur <reg orig="quantò" TEIform="reg">quanto</reg> plus amant, <reg orig="tantò" TEIform="reg">tanto</reg> <reg orig="diligentiùs" TEIform="reg">diligentius</reg> liberos suos verbis verberibusqueve emendant, vel Paedagogis id facientibus committunt.</p>
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</div2>
<div2 id="FrSB.01.11" n="11" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XI. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, si in <reg orig="disciplinâ" TEIform="reg">disciplina</reg> liberorum <reg orig="domesticâ" TEIform="reg">domestica</reg> nimis asperi, rigorosi aut crudeles sint.</hi></head>
<p TEIform="p">MOnet S. Apostolus Parentes Christianos, <hi TEIform="hi">ne filios suos ad iram provocent, nec irritent, ut animum despondeant Eph. 6. Col. 3.</hi> Frenum concupiscentiae parentum truculentorum inicitur. ut ne indulgeant primis saevitiei motibus, <reg orig="multò" TEIform="reg">multo</reg> <reg orig="minùs" TEIform="reg">minus</reg> sibimet ipsis talia imperent, quae <foreign lang="GR" TEIform="foreign">stoggai\</foreign> naturales admittere reformidant. <hi TEIform="hi">Castiga filium tuum, inquit Salomo, <reg orig="cùm" TEIform="reg">cum</reg> est adhuc spes. et ad interficiendum eum ne eleves animam tuam. Prov. 19. v. 18.</hi> Ad quae verba haec commentatur. D. Geier. <hi TEIform="hi">p m.</hi> Removetur, <hi TEIform="hi">inquit,</hi> <reg orig="hîc" TEIform="reg">hic</reg> castigationis excessus, ita ut inter utrumque extremorum, blandam
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<reg orig="nempè" TEIform="reg">nempe</reg> indulgentiam, aut disciplinam laxam, et inter nimiam Tyrannidem vel Manlianam severitatem, <reg orig="mediâ" TEIform="reg">media</reg> Parentes incedant <reg orig="viâ" TEIform="reg">via</reg>. Reperiuntur Parentes, qui in filios peccantes <reg orig="tyrannicè" TEIform="reg">tyrannice</reg> saeviunt, pedibus eos conculcantes, fustibus et virgis eorum corpora lacerantes, funibus et vinculis constringentes, omnemqueve humanitatem exuentes, <reg orig="cùm" TEIform="reg">cum</reg> tamen patria potestas, iexta ritum Romanum, non in atrocitate, sed in pietate consistere debeat. Parentes, <hi TEIform="hi">inquit,</hi> Osiander, <hi TEIform="hi">ad Prov. 19.</hi> Meminerint se esse Parentes, et non carnisices. Itaque <reg orig="moderatè" TEIform="reg">moderate</reg> tractent liberos suos, ne <reg orig="saevitiâ" TEIform="reg">saevitia</reg> et duritie Parentum exasperati ea faciant ex <reg orig="quâdam" TEIform="reg">quadam</reg> desperatine, et animi furore, quae <reg orig="aliàs" TEIform="reg">alias</reg> numquam in animum suum induxissent. Addat, Anton. Fernandes <hi TEIform="hi">p. 28.</hi> Parentes. <hi TEIform="hi">inquit,</hi> eas correctionis poenas ita tenentur moderari, ut non inferant notabile nocumentum. Nam illud in ferendo,
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vel ex odio puniendo, charitatem laedunt. D. Spener. <hi TEIform="hi">in Tab. Catechet. p. 89.</hi> Peccant Parentes, quando intempestivo, vel nimio rigore disciplinae liberos ad desperationem et odium parentum, <reg orig="aequè" TEIform="reg">aeque</reg> et vis disciplinae adigunt. D. Mengering. <hi TEIform="hi">Scrut. Consc. c. 8. 1. 72.</hi> ubi ait: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Eltern fragen sich, ob sie ihre Kinder allzu hart und strenge, tyrannisch und unbarmhertzig gehalten, mit ungestümmen Worten, harten Schlägen, und unmenschlicher disciplin, sie also blode, scheu und furchtsam, verzagt, und</foreign> desperat <foreign lang="GE" TEIform="foreign">gemachet, daß sie entweder vertumet, und drüber zu Narren worden, oder aus Unmuth, Grimm und Gramschafft gar verwildert, und zum Trotz, Frevel und einen wüsten Erben gerathen.</foreign></p>
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</div2>
<div2 id="FrSB.01.12" n="12" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XII. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui in iracundiae furore liberis suis maledicunt.</hi></head>
<p TEIform="p">SUnt Parentes, vilioris plerumque conditionis, qui carnali <reg orig="irâ" TEIform="reg">ira</reg> incensi fillis suis, etiam leviter peccantibus, omnia mala imprecari, eos canes, Bastardos, Satanae filios aliisque nominibus pessimis et ignominiosis appellare solent. <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Schind und Raben-Aeser, Huren-Söhne, Gisft-Hundeverfluchte Teufels-Kinder, etc. sind gemeiniglich ihrer Kinder Namen.</foreign> Sic Rex Saul, in Iracundiae furore filium optimum Ionathanum contumelioso nomine appellabat, degenerem, et per versae rebellionis filium <hi TEIform="hi">1. Reg. 20.</hi> Sed peccant Parentes, qui liberis suis immerentibus maledicunt. Deus odit eos, inquit Osiand. <hi TEIform="hi">in Nehem. c. 13.</hi> qui prozimo suo (<reg orig="multò" TEIform="reg">multo</reg>
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magis si Parens filio suo) ex <reg orig="irâ" TEIform="reg">ira</reg> carnali mala imprecantur. Exempla docent, nimis <reg orig="serò" TEIform="reg">sero</reg> Parentes paenituisse, <reg orig="quòd" TEIform="reg">quod</reg> liberis suis maledixerint. <reg orig="Aliàs" TEIform="reg">Alias</reg> verum est illud Syracidis, <hi TEIform="hi">Cap. 3. Benedictio Partris firmat domos filiorum: Maledictio autem matris eradicat fundamenta.</hi> Ut enim Parentum benedictio super filios probos et pios efficax est, sic etiam ipsorum maledictio in liberos protervos, et contumaces vires suas exserit, ut sint in hoc mundo infelices. Cavenant Parentes, ne <reg orig="malè" TEIform="reg">male</reg> imprecando liberis peccent; Caveant filii ne maledictione Parentum iustam contrase provocent iram. Mengering. <hi TEIform="hi">Scrut. Consc. c. 8. q. 76.</hi> <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Eltern fragen sich, ob sie ihre Kinder in Zorn und Eysfer <reg orig="verwünschet" TEIform="reg">verwunschet</reg> und verfluchet, sie <reg orig="für" TEIform="reg">fur</reg> gifftige <reg orig="Gewürme" TEIform="reg">Gewurme</reg> und Ungezifer gehalten, und gescholten? So sind manche Eltern, die ihren Kindern alles Ubel und Hertzeleid an Hals <reg orig="wünschen" TEIform="reg">wunschen</reg>, wenn die Kindersich nur an einen Finger stossen;
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daß du verdorrest, sprechen die Gottlosen Leute, daß du verlahmest, verkrummest, daß dir nimmer gut geschehe, etc. Mein woher kommt offtermals der Kinder Ungedeyen, daß sie verdorren, verkrum~en und vertummen? Haben die Eltern sie nicht genug verrabenaaset, geschind hundet, geschindäset, verkrötet, geteufelsluddert, geteufelskindet, etc. Prüfet euch ihr Eltern, die ihr euch uf solche Weise an euren Kindern versündiget;</foreign> <reg orig="Saepè" TEIform="reg">Saepe</reg> exsecrationes Parentum leves et procaces ferventi bile, et impetuoso adfectu in liberos factae iusto Dei Iudicio in poenam et cruciatum Parentum vergunt. Exemplum vide ap. Mengering. <hi TEIform="hi">cit. loc.</hi></p>
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</div2>
<div2 id="FrSB.01.13" n="13" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XIII. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui malo Exemplo, <reg orig="pravâque" TEIform="reg">pravaque</reg> vitae conversatione filios suos scandalizant.</hi></head>
<p TEIform="p">PArentum officium est, non <reg orig="solùm" TEIform="reg">solum</reg> per doctrinam filios suos aedificare, sed et per vitam, et converstionem, eis bono exemplo praeire, et ab omni scandalo sibi cavere. Ipsi Gentiles hoc ex naturae lumine <reg orig="agnovêre" TEIform="reg">agnovere</reg>. Aeneas Ascanium filium suum ita adloquitur:</p>
<lg org="uniform" sample="complete" TEIform="lg" part="N">
<l TEIform="l" part="N"><hi TEIform="hi">Disce Puer virtutem ex me, verumque laborem!</hi></l>
</lg>
<p TEIform="p">Non sufficit, si Parentes filiis suis salutaria praecepta, inculcent, sed necesse est, ut et ipsi proprio exemplo ad illorum observationem eos perducant. Exempla magis movent, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> praecepta. Univum egregium pietatis et virtutis exemplum, quod
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filli in Parentibus conspiciunt, maiorem vim habet, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> optima doctrina. Sanguineis autem lacrimis deplorandum est, parentum plurimos turpi vitae consuetudine, ac corruptis moribus filios suos scandalizare atque perdere. Si Parens est blasphemus, maledicus, helluo, aleator, adulter, scortator aut alio vitio maculatus, filios plerumque eiusdem farinae esse deprehendimus. Sed vae homini, <hi TEIform="hi">ait Matth. 18. Salvator,</hi> per quem veni scandalum; Vae, vae Parentibus, per quos filii scandalizantur. <reg orig="Gravissimè" TEIform="reg">Gravissime</reg> enim (inquit Osiander, <hi TEIform="hi">in Marc. c. 9.</hi>) <reg orig="hâc" TEIform="reg">hac</reg> in parte peccatur, <reg orig="cùm" TEIform="reg">cum</reg> videlicet Parentes coram pueris ea dicunt, et faciunt, quibus pueri offenduntur, et deteriores frunt. Quae enim ab aliis fieri vident, progressu temporis imitatur, eaqueve sibi licere putant. Ex <reg orig="eâ" TEIform="reg">ea</reg> re tanta <reg orig="hodiè" TEIform="reg">hodie</reg> in mundo exsistit morum perversitas, ut non mirum esset, si Deus iustus scelerum vindex
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et zelotes fulminibus et fulguribus scandalizantes homines perderet, et vivos in abyssum inferni detruderet. Vid. Menger, <hi TEIform="hi">Scrut. Consc. c. 8. 1. 8.</hi> ubi ait. <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Eltern fragen ihr Gewissen, ob sie ihren Kindern <reg orig="böse" TEIform="reg">bose</reg> Exempel gegeben, und sie mit ärgerlichen Leben, Reden, Wercken, und Geberden, zu <reg orig="bösen" TEIform="reg">bosen</reg> Gedancken, Leichtfertigkeit, und andern unchristlichen Wesen angereitzet, und <reg orig="verführet" TEIform="reg">verfuhret</reg>? eltern gilt vor andern und zu <reg orig="förderist" TEIform="reg">forderist</reg> das hefftige Wehe, so Christus über die ausschreyet, die dem kleinen hauffen <reg orig="Aergernü" TEIform="reg">Aergernu</reg>ß geben; Matth 18. Und solten hier billig Eltern die sehnliche Klage Lutheri Bedencken. GOttim Himmel sey es geklagtman findet ietzt Knaben, spricht er, und <reg orig="Mägdlein" TEIform="reg">Magdlein</reg> von 10. 12. Iahren, die Marter, Velten, Frantzosen, und andere greuliche <reg orig="Schwüre" TEIform="reg">Schwure</reg> fluchen <reg orig="können" TEIform="reg">konnen</reg>, und sonsten mit Worten schandbar und grob seynd. Von wem lernen sie es? von niemanden, als von denen, die es ihnen wehren solten, von Vatter und
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Mutter.</foreign> <reg orig="Immò" TEIform="reg">Immo</reg> hominum mores <reg orig="longè" TEIform="reg">longe</reg> deteriores <reg orig="hodiè" TEIform="reg">hodie</reg> sunt, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> tempore Lutheri <reg orig="fuêre" TEIform="reg">fuere</reg>; audias horrendas Blasphemias et maledicta, à pueris et puellis quinque vel sex annorum. Videas eos pudore omni abiecto <reg orig="turpissimè" TEIform="reg">turpissime</reg> agere; sed vae Parentibus, vae Praeceptoribus, vae Pastoribus Ecclesiae, si in praecavendis et avertendis scandalis negligentes deprehensi fuerint.</p>
</div2>
<div2 id="FrSB.01.14" n="14" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XIV. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui pecunias filiis dant, aut permittunt, quibus ipsi abutantur.</hi></head>
<p TEIform="p"><reg orig="STultè" TEIform="reg">STulte</reg> agunt Parentes, dantqueve occasionem peccandi liberis tenerioris adhuc aetatis, si pecunias eis permittant, quibus ut plerumque fit, abutantur. Pecunia namque in manibus liberorum, <reg orig="quâ" TEIform="reg">qua</reg> propter aeratem uti nesciunt, est plerumque,
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teste <reg orig="experientiâ" TEIform="reg">experientia</reg>, eis instrumentum, atque irritamentum malorum. <reg orig="Undè" TEIform="reg">Unde</reg> D. Mengering. non sine <reg orig="causâ" TEIform="reg">causa</reg> casum hunc conscientiae Parentibus proponit. <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Ob sie ihren Kindern vor Jahren, ausser Verstande und Stande, etwas rechtschaffenes zu erwerben, und zu treiben, Geld in Fäusten gelassen, und nachgegeben, daß die lieben Söhnichen und Töchterchen, übern Beutel und Geldsack gegangen, und selben ihres Gefallens</foreign> visitir <foreign lang="GE" TEIform="foreign">et? Oder auch wol selbsten aus freyen <reg orig="Stücken" TEIform="reg">Stucken</reg> ein gewiß <reg orig="Stück" TEIform="reg">Stuck</reg> Geldes, die Woche zu verspatzieren, partieren, nachieren, und panquetieren gegeben, und zugestellt? Hierinnen beruhet ein mercklich Verderbniß der <reg orig="unverständigen" TEIform="reg">unverstandigen</reg>, <reg orig="weltsüchtigen" TEIform="reg">weltsuchtigen</reg>, und Wollustgierigen Iugend, wenn die solche Mittel und Vortheil ihren Willen zu üben haben <reg orig="können" TEIform="reg">konnen</reg>; da schmauset man macker, <reg orig="bäcket" TEIform="reg">backet</reg> gute Kuchen, <reg orig="lässet" TEIform="reg">lasset</reg> sich ein <reg orig="Kännchen" TEIform="reg">Kannchen</reg> guten Wein hohlen, <reg orig="schläget" TEIform="reg">schlaget</reg> ein Mandel Eyer ins Schmaltz, etc Da
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werden den~ aus denen lieben Töchtern wackere Pampen und Naschbälge, (und aus denen lieben Sönichen, Doppler, Spieler, Säuffer, Müssiggänger, etc.) an diesen allen seyn Eltern schuldig, und machen sich theilh afftig solcher und anderer Sünden.</foreign> Add. Alsted. <hi TEIform="hi">In Theolog. Catech. p. 72.</hi></p>
</div2>
<div2 id="FrSB.01.15" n="15" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XV. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui vanitatem liberorum in novo et peregrino corporis cultu et vestitu non <reg orig="coërcent" TEIform="reg">coercent</reg>.</hi></head>
<p TEIform="p">DIabolus Alamodisticus ex <reg orig="Galliâ" TEIform="reg">Gallia</reg> in Germaniam nostram transiit, et Germanos nostros <reg orig="hodiè" TEIform="reg">hodie</reg> obsedit: <reg orig="Descripsêre" TEIform="reg">Descripsere</reg> nonnulli Alamode, <hi TEIform="hi"><reg orig="quòd" TEIform="reg">quod</reg> sit Phantasia sartorum Parisiensium.</hi> D. Hartmann. <hi TEIform="hi">in libello, cui Titulus,</hi> Alamode- <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Tenfel</foreign> <hi TEIform="hi">c. 2.</hi> ita describit: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Die Alamoderey ist ein solches Laster, da ein Mensch <reg orig="förderist" TEIform="reg">forderist</reg> seinen
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Leib zu schmücken sich befleissiget, und weder Standes Gebühr, noch Landes Herkommen, noch Unterscheid der Zeit achtet, allerley leichtfertiger fremder Neuerung sich befleissiget, alle erbare Trachten verwirfft, und sich unterstehet seinen Leib schöner zu bilden, als ihn GOtt geschaffen, durch allzu grossen Uberfluß und Unkosten wird verschwendet, daß er nur prange, und vor anderen angesehen oder hoch gehalten werde.</foreign> Hunc alamodisticum vestium luxum grave peccatum in oculis Dei esse; laudatus Auctor et <reg orig="antè" TEIform="reg">ante</reg> eum Theologi plures ex divino verbo ad oculum demonstrarunt. Vid. Clingeri <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Alamodischer Kleider-Teusel,</foreign> <hi TEIform="hi">per tot.</hi> et Theatrum Diabol. <hi TEIform="hi">p. 2. q. 59.</hi> Dolendum autem est, hoc corruptissimo saeculo luxum peregrinarum vestium ne quidem <reg orig="vulgò" TEIform="reg">vulgo</reg> pro peccatillo haberi. Quod Parentes attinet, illi <reg orig="sanè" TEIform="reg">sane</reg> in <reg orig="hâc" TEIform="reg">hac</reg> re <reg orig="maximè" TEIform="reg">maxime</reg> peccant, dum liberorum luxum non <reg orig="coërcent" TEIform="reg">coercent</reg>, sed <reg orig="potiùs" TEIform="reg">potius</reg> eum approbant.
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<foreign lang="GE" TEIform="foreign">Die Hoffart entspringet guten Theils aus der hinlässigen Kinder-Zucht, da die Eltern ihre Kinder von Jugend auf zur üppigen leichtfertigen Kleidung gewehnen, welches ihnen hernach ihr lebenland anhänget, wie es heisset: Jung gewohnt, alt gethan. Aber Eltern sollen denen ihrigen dergleichen nimmermehr verstatten;</foreign> Sunt verba D. optimi Theologi quondam Amici nostri D. Hartmanni<hi TEIform="hi">d. Tr. p. 3. c. 3.</hi> Cui addatur D. Dilherrus, <hi TEIform="hi">p. m.</hi> itidem Amicus quondam noster, qui in <hi TEIform="hi">Conc. super Evang. Domin, 1. post. Epiphan.</hi> ita scribit: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Eltern sollen ihren Kindern nicht verstatten, daß sie allerley <reg orig="närrischer" TEIform="reg">narrischer</reg> Trachten fremder Kleidung geschwinde nachmachen lassen, denn solches ist eine Veranlassung zu <reg orig="unnöthiger" TEIform="reg">unnothiger</reg> Verschwendung und Verthuligkeit deß Geldes, da sie doch noch nicht gelernet haben, wie man einen Groschen, gesch weige was mehrers gewinnen <reg orig="möge" TEIform="reg">moge</reg>. Die Alamoderey ist eine Anzeigung leichtfertiger Sitten und
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Händel, allein wir Teutschen sind es gewohnet, daß wir denen Frantzosen unsern Vorrath, und sie uns hingegen Unflat schicken;</foreign> Et D. Mengering. <hi TEIform="hi">Scrut, Consc. c. 10. q. 80.</hi> qui <reg orig="iustissimè" TEIform="reg">iustissime</reg> conqueritur: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Wir, die wir gerne Christen seyn wolen, lassen uns in Alamodischen Tracht und Habit blicken, stoltzieren und</foreign> bravir <foreign lang="GE" TEIform="foreign">en mit wunderlichen neuen Mustern und Manieren, von Tage zu Tage je länger je ärger, ungeachtet, Elend, Noth und Gefahr, uns biß an die Seele reichet.</foreign></p>
<p TEIform="p"><foreign lang="GE" TEIform="foreign">Man muß sich nicht unbillig verwundern, wie solche Leute sich in ihre Kinder, als hoffärtige aufgebutzte Docken, nach der Affenarth dergestalt verlieben, als ob sie geborne Herren-und Fürsten- Kinder wären, und da sie zuvor mit surer Mühe, und Arbeit etwas zusammen gescharret, und vorgespahret, ja wol ihnen selbst ein und andermal abgebrochen, hernach es geschehen lassen, daß ihre Kinder solches liederlicher Weise durch die Gurgel jagen.</foreign> v. d. Ioh. Val. Andreae, <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Freye Feder,</foreign> <hi TEIform="hi">p. 102.</hi></p>
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</div2>
<div2 id="FrSB.01.16" n="16" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XVI. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui filios suos in <reg orig="verâ" TEIform="reg">vera</reg> Religione non satis institutos, et confirmatos ad extera loca peregrinari permittunt.</hi></head>
<p TEIform="p">PEregrin ationes suum habent usum, habent et suum abusum, si <reg orig="cautè" TEIform="reg">caute</reg> et <reg orig="moderatè" TEIform="reg">moderate</reg> instituantur, si ab iis, qui ad peregrinationem apti sunt. Abusus autem peregrinationis est, et quidem, <reg orig="tàm" TEIform="reg">tam</reg> <reg orig="publicè" TEIform="reg">publice</reg>, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> privatim perniciosissimus, si adolescentuli, qui in fundamentis Religionis nondum satis instituti, ad extera loca, ubi ad versa Religio est, à parentibus amandantur; id enim plerumque fit vel cum periculo vitae, vel animae, quando scilicet peregrinantes pr auro carbones, pro Rosis spinas colligunt; quando nil nisi regiones, urbes, castella, sepulcra, choreas,
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comoedias (ballet) aliaqueve ludicra intuentur, et ex peregrinatione, vel laesum corpus, vel laesam conscientiam referunt. Et <reg orig="sanè" TEIform="reg">sane</reg> dolendum <reg orig="maximè" TEIform="reg">maxime</reg> est, Germanos nostros in <reg orig="hâc" TEIform="reg">hac</reg> re <reg orig="adeò" TEIform="reg">adeo</reg> excaecatos esse, ut ab intempestivis peregrinationibus in vicinam Galliam, temperare non possint. In hisce Comitiis Ratisbonensibus ante paucos annos nonnulli Principes Imperii, <reg orig="publicè" TEIform="reg">publice</reg> suadebant, ne <reg orig="promiscuè" TEIform="reg">promiscue</reg> omnibus peregrinatio, et quidem intempestiva permitteretur, ne aurum è <reg orig="Germaniâ" TEIform="reg">Germania</reg> ad extera loca exportaretur. <reg orig="Sanè" TEIform="reg">Sane</reg> olim peregrinationes propter abusum Spartae publicis legibus fuerunt prohibitae, et summis etiam viris odio habitae. Richter. <hi TEIform="hi">ad auth habita C ne filius pro Patres P. 122</hi> Sapientissima lex est, quam S. Basilius Magnus. Episcopus Caesariensis, <hi TEIform="hi">Ascet. 44</hi> hisce verbis complexus est: <hi TEIform="hi"><reg orig="Peregrè" TEIform="reg">Peregre</reg> amandetur, qui proficisci potest citra animae suae detrimentum.</hi> Optarem Parentes diligenter
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legere libellum Iosephi Halli, Episcopi Norvicensis Sapientissimi, cui titulus: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Wo gehest du hin: oder Straff-Urtheil über das Keisen, wie solches gemeiniglich bey grossen Zerren und Adels-Personen üblich ist.</foreign> Non possumus non verbaquaedam ex eleganti libello excerpta huc adferre. <hi TEIform="hi">Is cap. 3.</hi> ita scribit: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Die Begierde einer <reg orig="allzufrühen" TEIform="reg">allzufruhen</reg>, und <reg orig="gähen" TEIform="reg">gahen</reg> Zeitigung, machet, daß die Eltern zu verschwendern der Sicherheit und der Hoffnung ihrer Kinder werden. Denn damit sie dieselbige bey guter Zeit klug und <reg orig="verständig" TEIform="reg">verstandig</reg> machen, senden sie solche vor dem Alter und Verstande in fremde <reg orig="Länder" TEIform="reg">Lander</reg> aus, und werden denen <reg orig="Müttern" TEIform="reg">Muttern</reg> gleich, die ihre <reg orig="Töchter" TEIform="reg">Tochter</reg>, mitten in dem Winter deß Morgens <reg orig="Frühe" TEIform="reg">Fruhe</reg> (Obwoln der Lufft voller Nebel und <reg orig="Dünsten" TEIform="reg">Dunsten</reg> ist) in die <reg orig="Kälte" TEIform="reg">Kalte</reg> ausschicken, damit sie eine angenehme und liebliche Farbe bekommen, unterdessen aber verderben und verschertzen sie ihre Gesundheit. Wann sie
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nicht von verblendeter Begierde ohnsehend wären, so würdem sie ohne Zweiffel leichtlich erkennen, daß die Ungewißheit und Unbeständigkeit dieses Alters, gemeiniglich von einer augenscheinlichen Gefahr, die selten wol ausschlägt, begleitet ist.</foreign> <hi TEIform="hi">Idem cap. 6.</hi> <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Lasset uns die Erfahrung zu Rathe ziehen, so wird sie uns doch ihr unpartheyisches Urtheil gnugsam weisen, wie wenig reisender <reg orig="Iünglinge" TEIform="reg">Iunglinge</reg>, mit ihrem gesundem, starcken, und mit einem Wort zu sangen, Englischen (teutschen) Leibe wiederum nach Hause kommen sind. Der Eltern Aufsicht und deß Schulmeisters Ruthen seind oftermaln allzuschwach und <reg orig="ohnmächtig" TEIform="reg">ohnmachtig</reg>, um unsere Kinder zu dem Guten zu verleiten; was <reg orig="für" TEIform="reg">fur</reg> eine Hoffnung ihres Zustandes solten wir dann fassen <reg orig="können" TEIform="reg">konnen</reg>, wann sie an denen Orten sind, allivo weder Aufsicht noch Bestraffung der Laster sich befindet? Zeige mir einen Menschen (wenn er nicht gar verzweiffelt ist) der ein bekanntlich von der Pestilentz angestecktes Haus, um
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ein schönes Kleid heraus zu holen, hineingehe? Die keinen satten Unterricht in den Hauptstüekem der Christlichen Religion haben, sind eben die jenigen die in den elenden Irzthumern, zu wandeln tuchtig sin.</foreign> Vid. Idem. <hi TEIform="hi">per tot.</hi></p>
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<div2 id="FrSB.01.17" n="17" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XVII. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui res furtivas è filiorum manibus accipiunt, easque celant.</hi></head>
<p TEIform="p">PAupertas homines <reg orig="aepè" TEIform="reg">aepe</reg> ad peccandum illicit; <reg orig="undè" TEIform="reg">unde</reg> Salomo deprecatur paupertatem, ne ei sit causa furandi, et contra Deum peccandi, Parentes vilioris plerumque conditionis nonnumquam ob egestatem, <reg orig="quâ" TEIform="reg">qua</reg> premuntur, filiorum furta non <reg orig="tantùm" TEIform="reg">tantum</reg> celant, <reg orig="verùm" TEIform="reg">verum</reg> etiam eos ad furandum <reg orig="clàm" TEIform="reg">clam</reg> instigant. Quod peccatum duplex est, et gravissimum; se enim suosqueve liberos perdunt. Vid. Menger. <hi TEIform="hi">Scrut. Consc. c. 11.</hi>
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<hi TEIform="hi">q. 124.</hi> ubi ait: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Eltern fragen sich, ob sie ihre Kinder zum Diebstahl gehalten, gewehnet und beredet, zumaln wenn sie bey Leuten in Dienste seyn, diß oder ienes hemlich abzuzwacken, beyzustecken, und ihnen hernachmals mit Gelegenheit zubringen und heimtragen sollen; oder zwingen sie wol gar darzu? Ach! das heisset, zumaln die liebe Iugend, und sein eigen Fleisch <reg orig="verführet" TEIform="reg">verfuhret</reg> und <reg orig="geärgert" TEIform="reg">geargert</reg>, und <reg orig="wäre" TEIform="reg">ware</reg> gewißlich solchen Eltern, nach den Worten Christi, tausendmal besser, daß ihnen ein <reg orig="Mühlstein" TEIform="reg">Muhlstein</reg> an den Hals gehencket <reg orig="würde" TEIform="reg">wurde</reg>, und sie <reg orig="ersäufst" TEIform="reg">ersaufst</reg> <reg orig="würden" TEIform="reg">wurden</reg> im Meer, da es am tieffsten ist; ia es <reg orig="wäre" TEIform="reg">ware</reg> ihnen besser, daß sie nie gebohren <reg orig="wären" TEIform="reg">waren</reg>, und solte billig die Obrigkeit solche Eltern über die Kinder hencken, und ihre Verdammniß wird gewißlich desto greulicher seyn. GOtt hat ihnen Kinder gegeben, daß sie damit sein Reich mehren sollen, welches geschicht, so sie dieselbigen im Glauben, und Gottesfurcht auferziehen. Aber sie halten
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sie zu groben Sünden, dadurch sie zur Verdammniß gebracht werden, und deß Teufels Reich darmit gemehret wird, dafür werden sie schwere und greuliche Rechenschafft geben müssen. Glaser</foreign> Tr. <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Gesind-Teufel;</foreign> <hi TEIform="hi">Theatr. Diabol. Part. 1.</hi> Novimus Exempla Parentum, qui ob furta à liberis commissa ultimo laquei supplicio affecti, nimis <reg orig="serò" TEIform="reg">sero</reg> suam deplorarunt impietatem.</p>
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<div2 id="FrSB.01.18" n="18" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XVIII. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui filios suos in segni otio vivere patiuntur.</hi></head>
<p TEIform="p">GRande est vitium contra Deum, proximum, et se ipsum, otium et pigritia, è contra labor cuilibet homini iniunctus, uti constat ex <hi TEIform="hi">Exod. 34. Deut. 5. Psalm. 128. Prov. 10. 12. 14. 28. 31. Syr. 7. 31. Ephes. 4. 1. Thess. 4. 2. Thess. 3.</hi> D. Geier.
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<hi TEIform="hi">Comment. in Prov. Salom. C. 6.</hi> Add. Mengering. <hi TEIform="hi">Scrut Consc c. 11. q. 52. et c. 10. q. 28.</hi> Otium dat vitium. Otium est pulvinar Satanae; in proverbio dicitur. <reg orig="Maximè" TEIform="reg">Maxime</reg> igitur peccant Parentes, si filios <reg orig="filiasvè" TEIform="reg">filiasve</reg> in segni otio vivere permittunt, nec ad labores domesticos <reg orig="aliosvè" TEIform="reg">aliosve</reg>, pro statu et conditione vitae, eos adsuefaciunt; torpore enim et <reg orig="ignaviâ" TEIform="reg">ignavia</reg> mores liberorum corrumpuntur, eisqueve ad varia peccata porta aperitur. Vae Viro illi, qui uxorem in matrimonium ducit, quae in molli otio à Parentibus educata fuit; difficillimum erit corruptos eius mores corrigere, eamqueve ad laborandum adsuefacere. Plerumque tales feminae garrulae sunt, vagabundae, bibulae, delicatulae reique familiaris penitus ignarae. Quam grave autem damnum in <reg orig="Oeconomiâ" TEIform="reg">Oeconomia</reg> et <reg orig="Politiâ" TEIform="reg">Politia</reg> <reg orig="indè" TEIform="reg">inde</reg> nascatur, vix dici potest. Zehnerus <hi TEIform="hi">adag. 43. Cent. 1.</hi> huc adfert illud Salvatoris <hi TEIform="hi">Matt. 12.</hi> qui non colligit, superbit. Otium
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est mater famis, et soror surti. Variam semper dant otia mentem: corpus attenuant, iuxta <reg orig="Poëtam" TEIform="reg">Poetam</reg>:</p>
<lg org="uniform" sample="complete" TEIform="lg" part="N">
<l TEIform="l" part="N"><hi TEIform="hi">Cernis, ut ignavum corrumpant otia corpus,</hi></l>
<l TEIform="l" part="N"><hi TEIform="hi">Ut capiant vitium <reg orig="nî" TEIform="reg">ni</reg> moveantur aquae?</hi></l>
</lg>
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<div2 id="FrSB.01.19" n="19" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XIX. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, si iniuriis, verbalibus vel realibus à filiis affecti, id excusent, aut negent.</hi></head>
<p TEIform="p">MAgna est severitas Mosaicae Legis contra filios immorigeros, perversos et rebelles. <hi TEIform="hi">Deut. cap. 21.</hi> haec leguntur verba: Si genuerit homo filium contumacem, et protervum, qui non audierit Patris ac Matria imperium, et coercitus obedire eis contempserit; apprehen. dant eum, et ducent ad Seniores
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Civitatis illius ad portam Iudicii, dicentqueve Parentes ad eos: Filius noster iste protervus, et contumax est, monita nostra audire contemnit, comessationibus vacat, et luxriae atque conviviis, et lapidibus eum obruet populus Civitatis, et morietur, ut auferatis malum de medio vestri, et universus Israel audiens pertimescat. Quam <reg orig="verò" TEIform="reg">vero</reg> poenam merebitur filius, si impias manus, ut nonnun quan fit, Parentibus iniecerit, vel maledixerit eis? <reg orig="Certè" TEIform="reg">Certe</reg> eandem, si non graviorem, iuxta Mosaicam legem. Ex hisce autem colligitur, Parentes <reg orig="malè" TEIform="reg">male</reg> facere, si à liberis iniurias passi, studeant eorum impietatem, vel excusare, vel coram Magistratu pernegare; hoc ipso enim liberorum impietas et malitia crescit, et ipsi filiorum perditionis causa sunt. <reg orig="Tàm" TEIform="reg">Tam</reg> gravia et horrenda scelera liberorum non sunt tegenda, non excusanda, non neganda, sed punienda, ut exemplo
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poenae alii deterreantur. Si Parentes timeant ignominiam, quam in liberis punitis pati coguntur, cogitent eos, nihilominus divinae vindictae et maledicto subieclos esse. Constat, Parentes nimis <reg orig="serò" TEIform="reg">sero</reg> taciturnitatis suae ac intempestivae Misericordiae paenituisse. Quod Parentes negarunt, id successu temporis cum gravi ipsorum cordolio manifestum reddetur.</p>
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<div2 id="FrSB.01.20" n="20" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XX. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui filios suos <reg orig="ultrò" TEIform="reg">ultro</reg> instigant ad aemulationem vel ultionem, et ne <reg orig="impunè" TEIform="reg">impune</reg> à quoquam iniuriam inferri sibi patiantur.</hi></head>
<p TEIform="p">CHristianorum est, iniuriam pati, non inferre, non vindicare, non par pari referre, sed vindictam Iniuriae Deo et Magistratui
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permittere, Haec Christi doctrina est, quam exemplo suo proprio confirmavit. <reg orig="Impiè" TEIform="reg">Impie</reg> igitur faciunt Parentes, quando filios suos iniuriam aliquam passos, ad ultionem instigant. Vid. D. Spener. Amicus noster singularis, <hi TEIform="hi">in Tab. Catechet. p. 89.</hi> Audias eos nonnumquam haec aut similia verba ad filios de <reg orig="iniuriâ" TEIform="reg">iniuria</reg> <reg orig="illatâ" TEIform="reg">illata</reg> conquerentes, loqui: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Leide es nicht, wehre dich weil du kanst; siehe zu, daß du dem, der dir leid gethan, wiederum etwas anhängest.</foreign> O detestandam impietatem! Tales Parentes aliquando in flammis infernalibus peccatum hoc gravissimum luere cogentur. Estne hoc liberos <foreign lang="GR" TEIform="foreign">en nou sqes1i/a| *kuri/ou</foreign> educare? Est hoc filios mansuetudinem Christi docere? Vae vae illis, qui praebent scandalum, <reg orig="meliùs" TEIform="reg">melius</reg> esset, si talis Parens <reg orig="molâ" TEIform="reg">mola</reg> asinaria collo eius <reg orig="suspensâ" TEIform="reg">suspensa</reg> in profundo maris submergeretur. Quid mirum, si filii à Parentibus excitati ad vindictam sanguinariam properant, et se ipsos in peccatum et
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perniciem praecipitant? Fugiant igitur Parentes sathanicum hoc malum, et filios suos doceant iniuriam pati, illatam cum virtute non vindicare.</p>
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<div2 id="FrSB.01.21" n="21" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO. XXI. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui liberos suos instigant, ut Patrem vel Matrem contemnat, nec debitam oboedientiam ei praestent.</hi></head>
<p TEIform="p">NOn <reg orig="facilè" TEIform="reg">facile</reg> quis credat, inter Christianos reperiri Parentes, <reg orig="tàm" TEIform="reg">tam</reg> impios qui filios suos ad inobedientiam, ac contemptum Patris, vel Matris incitare non erubescant; sed proh dolor! experientia quottidiana eiusmodi impietatis patriae ac liberorum exempla, non <reg orig="rarò" TEIform="reg">raro</reg> nobis suggerit. Iam dudum Gentilis Comicus dixit: <hi TEIform="hi">Matres omnes filiis in peccato adiutrices, et auxilio in,</hi>
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<hi TEIform="hi"><reg orig="paternâ" TEIform="reg">paterna</reg> <reg orig="iniuriâ" TEIform="reg">iniuria</reg> solent esse.</hi> Terent. <hi TEIform="hi">in Heaut.</hi> Matres <reg orig="saepè" TEIform="reg">saepe</reg> <reg orig="nimiâ" TEIform="reg">nimia</reg> <reg orig="indulgentiâ" TEIform="reg">indulgentia</reg> in liberos causa sunt, ut ab iisdem contemnantur, et omni auctoritate apud liberos careant. Osiand. <hi TEIform="hi">in Syrac. c. 3.</hi> D. Mengering. <hi TEIform="hi">Scrut. Consc. c. 8. q. 79.</hi> <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Die Mütter fragen sich insonderheit, ob sie ihren Kindern gegen die Vätter den Rücken gehalten? Wie oft geschieh et das? Ein verständiger Gewissenhaffter Vatter, will das Kind wol ziehen, und zu allen Guten gewehnen, straffet mit Worten und Schlägen, was zu straffen ist; hergegen ist, die Mutter eine rechte Dale, oder Schlampe, die verzeucht die Kinder in Grund, entweder verunwilliget sie sich mit dem Manne deßwegen, und kiefelt um gehaltener</foreign> disciplin <foreign lang="GE" TEIform="foreign">und <reg orig="verübter" TEIform="reg">verubter</reg> Straffe, und <reg orig="lässet" TEIform="reg">lasset</reg> die lieben Kinderchen fein <reg orig="zuhören" TEIform="reg">zuhoren</reg>, wie sie dem Vatter deßwegen abgiebet. Wolt ihr nun tolle werden, spricht manche, ihr werdet das Kind nicht gar umbringen, reisset ihn die Ruthe und Carbatsche
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aus der Hand, etc.</foreign> Vid. Idem <hi TEIform="hi">d. tr. q. 81.</hi> ubi ait: <foreign lang="GE" TEIform="foreign"><reg orig="Uätter" TEIform="reg">Uatter</reg> fragen sich insonderheit, ob sie ihren Kindern vorgepfiffen, <reg orig="fürgesagt" TEIform="reg">furgesagt</reg>, und eingebildet, wie sie die <reg orig="Mütter" TEIform="reg">Mutter</reg> zunahmen und veriren sollen, auch inen auf der Mutter Befehl und Geheiß, das Widerspiel geboten, und befohlen, daß sie es der Mutter zum Verdruß und Schabernack thum <reg orig="müssen" TEIform="reg">mussen</reg>? Kinder sind ohne das von der verderbten Natur her zu Ungehorsam und Verachtung der Mutter geneigt, und <reg orig="dörffen" TEIform="reg">dorffen</reg> derowegen nicht also noch darzu von <reg orig="unverständigen" TEIform="reg">unverstandigen</reg> und leichtfertigen <reg orig="Uättern" TEIform="reg">Uattern</reg> gelocket, gereitzet und verzogen werden. Da lachet mancher Nabal und <reg orig="Dögenicht" TEIform="reg">Dogenicht</reg>, wenn das Kind, das <reg orig="Söhnichen" TEIform="reg">Sohnichen</reg>, das <reg orig="Töchterchen" TEIform="reg">Tochterchen</reg>, die Mutter <reg orig="säcken" TEIform="reg">sacken</reg> und huren, mutzen und <reg orig="rabenäsen" TEIform="reg">rabenasen</reg> kan, das ist recht mein Ennichen, mein Gretgen, wie heist du die Mutter, sags noch einmal, gehe hin thue diß und das, etc. O wehe dir gottlosen Vatter, der du solch <reg orig="Aergernü" TEIform="reg">Aergernu</reg>ß giebest, wie schwer hast du
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solches gegen Gott zu verantworten!</foreign> <reg orig="Profectò" TEIform="reg">Profecto</reg> talia inter Turcas et Barbaros non audiuntur, hi <reg orig="ergò" TEIform="reg">ergo</reg> Parentum impiorum accusatores in magno illo Iudicii die erunt. Vidimus et audivimus, Parentes tale, simulqueve ipsorum liberos, in <reg orig="totâ" TEIform="reg">tota</reg> <reg orig="vitâ" TEIform="reg">vita</reg> infelicissimos fuisse, ac poenas impietatis suae sat graves dedisse. <reg orig="Serò" TEIform="reg">Sero</reg> nimis Parentes deplorarunt blandam suam negligentiam, ac liberi suam inobedientiam, ac contemptum Parentum suorum.</p>
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<div2 id="FrSB.01.22" n="22" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO. XXII. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui filios ad studia literarum discenda idoneos, ut sumptibus parcant, invitos retrahunt.</hi></head>
<p TEIform="p">LIberi non solis Parentibus nascuntur sed et Ecclesiae, ac Rei publicae; partem aliquam in illis vindicat sibi patria, partem Parentes,
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inquit Cicero. Quando igitur Parens filium habet, qui praevio ingenii sui scrutinio, ad studia liberalia idoneus est, invitum ab eis non abstrahere, sed <reg orig="potiùs" TEIform="reg">potius</reg> eum in citare debet, nec ullis sumptibus parcere. Dicimus autem si idoneus fuerit; neque enim ex quovis ligno fit Mercurius. <reg orig="Malè" TEIform="reg">Male</reg> faciunt Parentes, si inidoneos et inhabiles ad studia literarum excolenda trahunt, <reg orig="undè" TEIform="reg">unde</reg> etiam si idoneos ac habiles ab eis abstrahunt. Vid. Menger. <hi TEIform="hi">Scrut. Consc. cap. 8. q. 69.</hi> ubi ait: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Eltern fragen sich, ob sie ihre Kinder, bey denen sie feine</foreign> ingenia <foreign lang="GE" TEIform="foreign"><reg orig="verspüret" TEIform="reg">verspuret</reg>, und <reg orig="tüchtig" TEIform="reg">tuchtig</reg> zum studieren geachtet worden, zur Schulen gehalten, und infreyen <reg orig="Künsten" TEIform="reg">Kunsten</reg> und Sprachen, der Kirchen und gemeinen Vatterlande zum besten unterweisen lassen, oder nicht? Hier ist niemand ausgeschlossen, es sey Schuster oder Schneider. Zwar der gemeine Mann gedencket nicht, daß er GOtt und der Welt schuldig sey, so er einen
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geschickten Sohn hat, in die Schule zu thun, und studieren zu lassen, sondern jederman meynet, er habe freye Macht, seinen Sohn zu ziehen nach seinem Willen, es bleibe Gottes Wort und Ordnung, wo sie wolle; zur weltlichen Nahrung ist jederman jäh, und eilet mit seinen Kindern, als dörffte GOtt und die Christenheit keiner Pfarrer, Prediger, und die weltliche Obrigkeit keiner Cantzlar, keiner Räther, keiner Schreiber mehr.</foreign></p>
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<div2 id="FrSB.01.23" n="23" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XXIII. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, si filios qui studiis Theologicis, ad quae <reg orig="maximè" TEIform="reg">maxime</reg> inclinant, absque sufficiente causa abstrahunt.</hi></head>
<p TEIform="p">ELucent interdum, ait Osiand. <hi TEIform="hi">in Paraphr asi ad ierem. c. 1.</hi> in puerorum ingeniis, et moribus non obscura indicia, significantia eos in excellentes, et utiles Ecclesiae Ministros
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aliquando evasuros. Quae initia fovenda sunt à Parentibus (non reprimenda, non <reg orig="coërcenda" TEIform="reg">coercenda</reg>, non sive iurgiis, sive verberibus excutienda) institutione, <reg orig="piâ" TEIform="reg">pia</reg> educatione, adhibitis ardentibus precibus. Non absque ratione Mengering. <hi TEIform="hi">Scrut. Consc. cap. 7. q. 87.</hi> sequentem conscientiae Parentum examinandae casum proponit: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Ob sie ihre Kinder und Knaben, so zur</foreign> Theologie <foreign lang="GE" TEIform="foreign">türchtig gewesen, oder Luft gehabt, davon geäussert,</foreign> alienirt <foreign lang="GE" TEIform="foreign">und abgehalten, und lieber einen Weltmann und</foreign> Politicum, <foreign lang="GE" TEIform="foreign">als einen Pfaffen, wie die Welt redet, oder Prediger aus ihm ziehen wollen? Es wird hiermit die jenige Unart, und der schnöde und schändliche Undanck damit gerühret, da manche Eltern ihre Söhne, so nicht allein tüchtig und geschickt, sondern auch geneigt zum</foreign> Theologico studio, <foreign lang="GE" TEIform="foreign">aus keiner andern Ursach und Bedencken darvon abhalten, ihnen solches verwehren und <reg orig="verächtlich" TEIform="reg">verachtlich</reg> machen, als daß sie lieber <reg orig="Weltmänner" TEIform="reg">Weltmanner</reg> und
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Politische</foreign> Praedicant<foreign lang="GE" TEIform="foreign">en aus ihnen ziehen und haben möchten,</foreign> Audiamus Lutherum, <hi TEIform="hi">qui Tom. 5. Ien. p. 174.</hi> ita scribit. <foreign lang="GE" TEIform="foreign">GOtt hat dir Kinder gegeben, und Nahrung darzu, nicht darum, daß du allein deine Lust an ihnen sollest haben, oder zur Welt-Pracht ziehen; Es ist dir ernstlich geboten, daß du sie solt ziehen zum Gottes-Dienste, oder du solt mit Kind und allem rein ausgewurtzelt werden, daß alles verdammt sey, was du an sie legst. Wo wilt du sie aber zum Gottes-Dienste ziehen, wen~ das Predigamt und der Geistliche Stand liegt, und gefallen ist? Und deine Schuld ist, der du hättest wol können darzu thun, und helffen erhalten, wo du dein Kind hättest lassen lernen.</foreign> <hi TEIform="hi">Et pag. 177.</hi> <foreign lang="GE" TEIform="foreign">So dir GOtt ein Kind gegeben hat, <reg orig="tüchtig" TEIform="reg">tuchtig</reg> und geschickt zum geistlichen Amte,d und de zeuchst es nicht darzu, siehest allein auf den Bauch und zeitliche Nahrung, so entzeuchst du GOtt einen Engel, einen Diener, einen <reg orig="König" TEIform="reg">Konig</reg> und <reg orig="Fürsten" TEIform="reg">Fursten</reg> in seinem
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Reiche, einen Heiland und Tröster der Menschen, an Leib und Seel, an Gut und Ehre, einen Hauptmann und Ritter wider den Teufel, etc. Wie wilt du bestehen, wenn dich GOtt am Todtbette oder Jüngsten Gerichte hiermit wird ansprechen und sagen: Ich bin hungerig, durstig, nacket, kranck, gefangen gewesen, und du hast mir nicht gedienet? etc. Dahero kömmts dann oftmals</foreign> (ait Menger. <hi TEIform="hi">d. l.</hi>) <foreign lang="GE" TEIform="foreign">daß wenn man GOtt seine Kinder nicht hat geben, und überlassen wollen, so nimmet sie GOtt gar wieder, daß sie in der Blüte ihres Alters versterben, und zu den weltlichen</foreign> Digni <foreign lang="GE" TEIform="foreign">täten so wenig gelangen, als sie um selbiger Willen nicht haben dörffen</foreign> Theologi <foreign lang="GE" TEIform="foreign">werden.</foreign> Ego <reg orig="sanè" TEIform="reg">sane</reg> Politici vir ordinis sum <reg orig="apertè" TEIform="reg">aperte</reg> profiteor, si Deus etiam decem filios mihi daret, maximum mihi gaudium fore, si omnes Theologicis studiis sese sacrare vellent. Quis enim non eligat ac optet tale vitae genus, in quo filii à mundo abstracti Deo
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<reg orig="commodiùs" TEIform="reg">commodius</reg> servire, ac <reg orig="sanctiùs" TEIform="reg">sanctius</reg> vivere possunt?</p>
</div2>
<div2 id="FrSB.01.24" n="24" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XXIV. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui liberos suos invitos ad matrimonia à quibus abhorrent, verbis aut verberibus cogunt.</hi></head>
<p TEIform="p">MAtrimonia non debent esse coacta, sed liberrima <hi TEIform="hi">c. 14. extr. de sponsal. can. ubi non est ibi</hi>: ubi non est consensus utriusque, ibi non est coniugium, etiamsi pater aut mater hoc voluerint et fecerint. <hi TEIform="hi">caus. 30. q. 2.</hi> Parentes igitur non debent nec possunt coicere liberos in eorum matrimonium, à quibus abhorrent, quorumqueve amorem odio prosequuntur. <hi TEIform="hi">l. 12. C. de nupt.</hi> ubi ditur: Nec filium quidem familias invitum ad uxorem ducendam cogi, legum <reg orig="disciplinâ" TEIform="reg">disciplina</reg> permittitur, <hi TEIform="hi">add. l. 14. l. 18. C. eod. Tit. l. 21. ff. de ritu</hi>
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<hi TEIform="hi">nupt.</hi> Perez. <hi TEIform="hi">in Cod. d t. n. 14.</hi> Beust. <hi TEIform="hi">de Matrim. P. 2. c. 45.</hi> Tyrannidem igitur exercent Parentes et peccant in leges; <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Es ist ein teuflisch Recht,</foreign> inquit Lutherus, <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Die Kinder zur Ehe zu zwingen, da kein Hertz ist im Kinde</foreign>. Eiusmodi coacta Matrimonia plerumque malos solent habere exitus. <hi TEIform="hi">cap. requisi vit. de sponsal.</hi> Quod enim aliquis non diligit, <reg orig="facilè" TEIform="reg">facile</reg> contemnit. <hi TEIform="hi">c. praesens. 20. q. 3.</hi> Vid Gerhard. <hi TEIform="hi">loc. de Coniug. §. 55.</hi> Carpzov <hi TEIform="hi">Iur. Eccl. lib. 2. def. 30.</hi> D. Henr. <reg orig="Müller" TEIform="reg">Muller</reg>. <hi TEIform="hi">Tract.</hi> <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Ungerathene Ehe,</foreign> <hi TEIform="hi">ubi pag. 238.</hi> ita scribit: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Es sollen die Eltern, der Macht, so sie an den Kindern haben, nicht dah in mißbrauchen, daß sie dieselben wider ihren Willen an andere verloben, und hernach das <reg orig="Ehegelübde" TEIform="reg">Ehegelubde</reg> zu vollziehen zwingen wolten. Denn zum Freyen <reg orig="gehöret" TEIform="reg">gehoret</reg> ein freyer Wille. Durch Liebe soll der Ehestand erhalten werden, wie ist es aber <reg orig="möglich" TEIform="reg">moglich</reg>, daß ich einen lieben kan, wider meinen Willen? Nichts ist der Bewilligung mehr
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zu wider denn der Zwang, durch Frucht oder Gewalt. Die gesunde Vernunfft heisset mich den zum Freunde erwehlen, den ich liebe, Furcht aber vertreibet die Liebe. Wie kan ich lieben den, zu welchem ich kein Hertz habe, und der mir, wider meinen Willen wird aufgedrungen? Was die Liebe nicht verbunden hat, wie will das zusammen halten? Muß ist ein bitter Krant, und gezwungene Ehen, bittere Ehen; was für Unrath</foreign> (scribit Lutherus, <hi TEIform="hi">Tom. 5. Ien. p 253.</hi>) <foreign lang="GE" TEIform="foreign">kommen sey aus gezwungener Ehe, lernen wir aus der Erfahrung wol, es darff noch grosser Gnade, wider den Teufel, Fleisch und Welt, daß wolgerathe, wenn es gleich in Gottes Segen und Gebet gehorsamlich, mit Lust und Liebe, freundlich angefangen wird, daß mans nicht <reg orig="dörffte" TEIform="reg">dorffte</reg> wider Gottes Recht und mit Unwillen, unfreundlich anfahen, und also den Teufel über die <reg orig="Thür" TEIform="reg">Thur</reg> mahlen, er kommt wol selbst, und ist ia ein seltzam Ding, daß einer mag wol eine Braut haben,
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da er weiß, daß sie ihn nicht haben will noch mag, und daß Eltern so thöricht sehn mögen, ihre Kinder zu zwingen, in ewigen Unlust und Unwillen; unvernönfftige Thiere thäten es nicht. Es ist nicht eine vätterliche Macht, die Kinder zur Ehe zwingen, sondern eine unvätterliche tyrannische Frevel-Gewalt, nicht viel besser, denn als wenn ein Dieb oder Rauber, mit Gewalt dir das Deine nehme, etc.</foreign> Peccant etiam Parentes si filiam, quae à Deo continentiae donum habens in casto caelibatu permanere velit, prorsus, invitam ad Matrimonium cogant; bonum <reg orig="sanè" TEIform="reg">sane</reg> purae et illibatae virginitatis ac pudicitiae, ut rarum atque sublime, ita omni laude ac commendatione dignissimum est. Vid. <hi TEIform="hi">1. Cor. 7.</hi> Duplicatum est bonum virginitatis, quia in hoc mundo sollicitudine caret saeculi. Vid. S. Ambros. <hi TEIform="hi">lib. de Virgin.</hi> S. Cyprian. <hi TEIform="hi">lib. de bono pudicitiae</hi>, quos laudavimus, <hi TEIform="hi">in Analectis Sacris Lib. 3. c. 52.</hi></p>
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</div2>
<div2 id="FrSB.01.25" n="25" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XXV. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui <reg orig="incircumspectè" TEIform="reg">incircumspecte</reg> filias suas elocant, nec in deligendo genero solliciti sunt.</hi></head>
<p TEIform="p"><hi TEIform="hi">TRade filiam</hi>, inquit Syracides, <hi TEIform="hi">cap 7. in matrimonium, et grande opus feceris, et homini sensato</hi> (cordato Viro, intelligenti, Luther. <foreign lang="GE" TEIform="foreign">einem vernünfftigen Manne</foreign>) <hi TEIform="hi">da illam</hi>. <reg orig="Saepiùs" TEIform="reg">Saepius</reg> autem Parentes in <reg orig="hâc" TEIform="reg">hac</reg> re peccant, dum filias suas nimis praecipitanter, et <reg orig="incircumspectè" TEIform="reg">incircumspecte</reg>, absque precibus et consilio, talibus viris committunt, quorum mores, vel <reg orig="manifestè" TEIform="reg">manifeste</reg> improbi sunt, vel à quibus filiae abhorrent, vel quorum animos ac vitae consuetudinem non <reg orig="priùs" TEIform="reg">prius</reg> cognoverunt, <reg orig="Malè" TEIform="reg">Male</reg>, inquit Osiand. <hi TEIform="hi">in h. l.</hi> et <reg orig="minimè" TEIform="reg">minime</reg> <reg orig="paternè" TEIform="reg">paterne</reg> agunt, qui filias suas quoquo modo extradunt, non circumspicientes de
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piis, et cordatis generis, quibus filias suas committant. Nihilo etiam melius faciunt illi Parentes, qui, ut <reg orig="hodiè" TEIform="reg">hodie</reg> mos est, in deligendo genero magis familiae splendorem, et opes, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> veram pietatem et sapientiam spectant. His melior fuit Ethnicus quidam Imperator Romanus, qui <reg orig="cùm" TEIform="reg">cum</reg> filias suas elocare vellet, dicebat: <hi TEIform="hi">se malle virum sine <reg orig="pecuniâ" TEIform="reg">pecunia</reg>, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> pecuntam sine viro.</hi> Osiand. d. l. sed surdis <reg orig="hodiè" TEIform="reg">hodie</reg> fabula. Merentur verba Mengeringii, ut huc adferantur: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Eltern fragen sich, ob sie mit Verheyrathung ihrer Kinder und Töchter zugeplumpet, und ohne Rath und reiffliches Bedencken selbst verstossen, und in Ehestand gestecket, darbey wenig Freude und Gedeyen? So sind manche Eltern die der Töchter viel haben, und meynen an solcher Wahre sey nicht viel zu erhalten, wie die Welt redet,</foreign> (non nemo dixit: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">der Mist</foreign> s. v. <foreign lang="GE" TEIform="foreign">tauge im Hofe nicht, man müsse ihn hinaus schaffen;</foreign> egregium scilicet
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simile) <foreign lang="GE" TEIform="foreign">so platzen sie bald zu, wenn sich ein Freyer angiebt; und ob sie gleich sich stellen, als wenn sie es mit reiffen Bedacht, und zeitigen Rath guter Freunde und Verwandten thäten, so verräth sich doch das Hertz garleicht; sie hören gern wenn der Freyer gelobet und gerühmet wird, obs gleich ohne Grund, und von solchen Personen geschiehet, die von denen Freyern wol selbst</foreign> su bornir <foreign lang="GE" TEIform="foreign">et und angesteiffet werden, alles was sie im Gegentheil hören, daß er ein Prahler, Müssiggänger sey, etc. das muß nicht wahr seyn, das muß ihm zum Unglimpff also seyn nachgeredet, und fahren darauf mit ihren Kopffe durch, verplempen und verheyrathen denn darauf ihre Kinder, daß sie hernachmals die Hände drüber zusammen schlagen, und ihre arme trostlose, elende, übel verheyrathete Kinder die Zeit ihres Lebens daran zu nagen und zu klagen haben.</foreign> Tristia exempla non pauca vidimus, et <reg orig="quottidiè" TEIform="reg">quottidie</reg> videmus. Cumprimis autem Matres caeco
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et impetuoso suo affectu peccant, non audientes maritorum suasionem, plus credentes vicinorum narrationibus et amasiorum <reg orig="blànditiis" TEIform="reg">blanditiis</reg>, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> prudentiorum consiliis.</p>
</div2>
<div2 id="FrSB.01.26" n="26" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XXVI. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, si filiarum honesta matrimonia detrectant, eaque quovis modo impedire student.</hi></head>
<p TEIform="p">INveniuntur Parentes, qui contra Syracidis monitum, non <reg orig="tàm" TEIform="reg">tam</reg> quaerunt honesta filiabus suis matrimonia, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> impediunt, varias atque frivolas dissensus sui causas praetexentes, de his conqueritur B. Lutherus, <hi TEIform="hi">qui Tom. 5. Ien. p. 254.</hi> ita scribit: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Man findet solche grobe Leute, die ihre <reg orig="Töchter" TEIform="reg">Tochter</reg> schlecht nicht wollen vergeben, ob gleich das Kind gerne wolte, und eine Heyrath <reg orig="fürhanden" TEIform="reg">furhanden</reg> ist, die ihm ehrlich und <reg orig="nötzlich" TEIform="reg">notzlich</reg> <reg orig="wäre" TEIform="reg">ware</reg>, sondern
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wie ein grober Bauer blehet er den Bauch, und will auch das Evangelium zum Muthwillen brauchen, und fürgeben, das Kind müsse ihm gehorsam seyn, er läst aber das Kind nicht gerne von sich, weil er sein zu Hause an einer Magd-statt weiß zu gebrauchen, und suchet also das Seine an seinem Kinde. Das heisset nicht zur Ehe, sondern von der Ehe zwingen, und haben dennoch kein Gewissen, über solcher unvätterlichen Bosheit, gerade als thäten sie wol daran. Die vätterliche Macht, ist den Vättern von GOtt gegeben, nicht zum Muthwillen noch zu Schaden der Kinder, sondern dieselbigen zu fördern und zu helffen, und wer der vätterlichen Macht andres, oder denen Kindern zur Hinderniß brauchet, der verleuret sie damit, und soll nicht Vatter, sondern Feind und Verderber seiner eigen Kinder geachtet werden.</foreign> Confer Mengering. <hi TEIform="hi">Scrut. Consc. c. 8. q. 77.</hi> <reg orig="Hodiè" TEIform="reg">Hodie</reg>, si Parentes <reg orig="iniuriâ" TEIform="reg">iniuria</reg> dissentiant, et matrimonium
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prohibeant, liberis absque illorum consensu illud à Magistratu Ecclesiastico permittitur. Vid. <hi TEIform="hi">l. 19. de R. N.</hi> Carpzov. <hi TEIform="hi">Resp. Elect. 110. et Iurisprud. Eccl. lib. 2. def. 52. et seqq.</hi> Richt. <hi TEIform="hi">Decis. 8. n. 50. et seqq.</hi> Adprobat hoc lutherus, <hi TEIform="hi">cit. loco</hi>, ubi ait: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Es ist mein Rath, wo sich der Vatter sperret ein Kind zu vergeben, ist Sache, daß gute Freunde, der Pfarrer, oder auch die Obrigkeit erkennen, daß die Heyrath dem Kinde ehrlich und nütze ist, und deß Kindes Eltern ihren Nutz und Muthwillen suchen, so soll die Obrigkeit sich deß Kindes an Vatters Statt annehmen, als die</foreign> deserti <foreign lang="GE" TEIform="foreign">sind, gleich wie <reg orig="Wäisen" TEIform="reg">Waisen</reg>, den Vatter zwingen, und wo er nicht will, bey dem Kopffe nehmen, und ins Loch werffen, und ihn also <reg orig="vätterlicher" TEIform="reg">vatterlicher</reg> macht berauben, und darzu straffen, als einen öffentlichen Feind nicht allein seines Kindes, und Gutes darzu, sondern auch aller Zucht und Ehren, Nutz und Besserung der gantzen Gemeine, denn er so
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viel an ihm ist, die Bürgerschafft und Gemeine darmit hindert, und wehret, daß sie nicht wachse, und grösser, sondern geringer werde, und raubet der Stadt einen Bürger.</foreign></p>
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<div2 id="FrSB.01.27" n="27" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XXVII. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, si promissam dotem pro sustinendis matrimonii oneribus non exsolvant.</hi></head>
<p TEIform="p">REi publicae interest, ait IC. <hi TEIform="hi">in l. 2. de Iur. dot.</hi> mulieres dotes salvas habere, propter quas nubere possunt; Dotis enim fructum ad maritum pertinere debere, aequitas suggerit, <reg orig="cùm" TEIform="reg">cum</reg> enim ipse onera matrimonii sustineat, aequum est, eum etiam fructum percipere, <hi TEIform="hi">l. 7. d. t.</hi> Dotis autem quantitas pro modo sacultatum Patris, et dignitate Mariti constitui potest <hi TEIform="hi">l. cum post. 69. §. 4. d. t.</hi> Peccat igitur Parens, si neglecto
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pietatis paternae officio filiae nubenti, <reg orig="cùm" TEIform="reg">cum</reg> possit, dotem nullam constituere velit, vel semel promissam, et constitutam absque causa, per avaritiam vel invidiam, Genero praestare nolit. Osiand. <hi TEIform="hi">in Daniel. c. 11.</hi> Inveniuntur ait, quidam <reg orig="tàm" TEIform="reg">tam</reg> <foreign lang="GR" TEIform="foreign">a)/stoggoi</foreign> Parentes, qui in elocandis filiabus neque filiae neque generi bonum, sed <reg orig="tantùm" TEIform="reg">tantum</reg> sua privata commoda quaerunt. Tales traditi sunt in reprobum sensum. Sordidus et avarus ille Laban adhuc multos in mundo habet fratres, qui, ut de eo conquerebatur Iacob Gener ipfius optimus, nudum eum, vacuum et egentem cum uxoribus et liberis dimisisset, nisi Deus afflictionem ipsius respexisset. <hi TEIform="hi">Gen. 31.</hi> <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Ein solch greulich Ding ists um den Geitz, daß er die Menschen von aller Gottseligkeit und Freundlichkeit abwendet, und machet, daß sie gar greulich und mit teufelischer Bosheit behafftet werden; denn also wird dieser Laban hier beschrieben, und
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abgemahlet, den der Geitz so gar wildt, greulich und unfreundlich gemachet hatte, daß er seinem Eydam und Töchtem auch nicht eine Klauen, von aller seiter Heerde, mit guten Willen geben wote,</foreign> sunt verba Lutheri <hi TEIform="hi">in Comment. in Genes. in h. l.</hi> Add. D. <reg orig="Müller" TEIform="reg">Muller</reg>. <hi TEIform="hi">Tract.</hi> <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Ungerathene Ehe</foreign> <hi TEIform="hi">p. 235.</hi> D. neger. <hi TEIform="hi">Scrut. Consc. cap. 10. q. 61.</hi> ubi scribit: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Eltern sollen ihr Gewisser forschen, ob sie versprochene Mitgifft ihren Töchter-Männern, zu bestimnter, gewisser, und in Rechten versallener Zeit, ohne</foreign> privat-Affect, Respect, <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Vortheil und eigen Gesuch richtig gemachet, und abgetragen, und damit aller vermuthlicher und besorglicher Unverträglichkeit, Mißtrauen, Eyfer, Ungemach, und Unwillen, so viel an ihnen in diesem</foreign> Pass <foreign lang="GE" TEIform="foreign">gewesen, vorkommen, und unterbauen helffen; Oder ob sie hergegen mit vorsetzlichen Hinterhalt, Aufschub, und Verweigerung verfallener Ehesteuer, solcherley Unwillen, Mißverstand,</foreign> und
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Altercation <foreign lang="GE" TEIform="foreign">ehrlich vertraueter Personen,</foreign> seminiret, foviret <foreign lang="GE" TEIform="foreign">und verstärcket, und</foreign> ob maiorem lucrositatem, <foreign lang="GE" TEIform="foreign">oder andern</foreign> Respect <foreign lang="GE" TEIform="foreign">und Ursachen wegen, solch Geld zur Mitgifft behörig an sich- und in Händen behalten wollen?</foreign>In <reg orig="conscientiâ" TEIform="reg">conscientia</reg> <reg orig="suâ" TEIform="reg">sua</reg> rei et culpabiles iure divino existimandi sunt <reg orig="omninò" TEIform="reg">omnino</reg> illi Parentes, qui dotem debitam, ex hoc vel illo respectu detinent.</p>
</div2>
<div2 id="FrSB.01.28" n="28" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XXVIII. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, si liberos prioris Matrimonii, in gratiam novercarum aut vitricorum, <reg orig="inhumanè" TEIform="reg">inhumane</reg> et <reg orig="iniquè" TEIform="reg">inique</reg> tractant.</hi></head>
<p TEIform="p">PLerumque accidit per secundas Parentum nuptias filiorum primi matrimonii peiorem fieri conditionem, <reg orig="tàm" TEIform="reg">tam</reg> quoad educationem, quae <reg orig="saepè" TEIform="reg">saepe</reg> negligentior est, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> quoad temporalia bona, quorum
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imminutionem per Vitricum aut novercam liberi patiuntur. <hi TEIform="hi">Plerumque</hi>, ait Fabius, <hi TEIform="hi">contra liberos amantur uxores, et sequentium matrimoniorum non <reg orig="aliundè" TEIform="reg">aliunde</reg>, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> de damno pietatis affectus est.</hi> Et S. Ambrosius, notabiliter scribit, <hi TEIform="hi">in Serm ad Viduam: Generare liberos vis, non fratres futuros tuorum, sed adversarios filiorum. Quid est <reg orig="ergò" TEIform="reg">ergo</reg> generare alios liberos, nisi spoliare, quos habes liberos? Quibus pariter auferantur, et pietatis officia, et compendia facultatum.</hi> Sed sciant Parentes, se Deum graviter offendere, si filios prioris matrimonii odio habeant, eos inhumaniter tractent, priventque bonorum parte, iis iuxta leges et statuta loci <reg orig="debitâ" TEIform="reg">debita</reg>. Mengering. <hi TEIform="hi">Scrut. Consc. c. 8. q. 82.</hi> <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Vatter und Mutter in der andern Ehe fragen sich, ob sie den Stieff-<reg orig="Müttern" TEIform="reg">Muttern</reg> oder Stieff-<reg orig="Uättern" TEIform="reg">Uattern</reg> zu gefallen ihren Kindern der ersten Ehe zu harte, zu <reg orig="gehässig" TEIform="reg">gehassig</reg>, zu <reg orig="ungütig" TEIform="reg">ungutig</reg>, und nachtheilig gewesen, ihnen
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ihr vätterlich oder mütterliches Erbe entzogen, und zu Wasser gemachet? Solchen Eltern und Raben-Vättern oder Raben-Müttern, gilt das Gesetz deß HErrn,</foreign> <hi TEIform="hi">Deut 21. v. 15. 16.</hi> <foreign lang="GE" TEIform="foreign">wo geschrieben stehet; wenn jemand zwey Weiber hat, eine die er lieb hat, und eine die er hasset, und sie ihm Kinder gebären, beyde die Liebe, und die Feindselige, daß der Erstgeborner der Feindseligen ist, und die Zeit kömmt, daß er seinen Kindern das Erbe austheile, so kan er nicht den Sohn der Liebsten zum erstgebornen Sohn machen, für den erstgebornen der Feindseligen, sondern er soll den Sohn der Feindseligen, für den ersten Sohn erkennen, daß er ihm zweyfältig gebe, als das vorhanden ist, denn derselbe ist seine erste Krafft, und der Ersten-Geburt Recht ist sein.</foreign> Docet hic locus, inquit Osiand. <hi TEIform="hi">in paraphrasi h.</hi> Parentes, ne in gratiam uxorum (praesertim novercarum) liberis privilegiis suis privent, sed sine affectu ex aequo et bono statuant,
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ac de hereditatis divisione disponant.</p>
</div2>
<div2 id="FrSB.01.29" n="29" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XXIX. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui filios suos non nutriunt, nec ipsis de necessario victu prospiciunt.</hi></head>
<p TEIform="p">PArentes naturali ac Divino Iure tenentur liberos suos nutrire, ipsisqueve de necessario victu prospicere; hoc Pietatis officium si neglexerint, Ethnicis deteriores sunt. <hi TEIform="hi">Si quis enim</hi>, inquit S. Apostolus, <hi TEIform="hi">suorum, et <reg orig="maximè" TEIform="reg">maxime</reg> domesticorum curam non habet, is <reg orig="hâs" TEIform="reg">has</reg> <reg orig="ipsâ" TEIform="reg">ipsa</reg></hi> <foreign lang="GR" TEIform="foreign">a)st oggi/a|</foreign> et <hi TEIform="hi">inhumanitate <reg orig="suâ" TEIform="reg">sua</reg> fidem Christianam abnegavit, et infideli est deterier. 1. Tim. 5.</hi> Honesti enim Ethnici suos domesticos, et consanguineos non negligunt. Osiand. <hi TEIform="hi">in h l.</hi> graviter igitur peccat Pater si filium suum sinat ostiatim stipem corrogare.
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Fernandes, <hi TEIform="hi">d. Tract. p. 28.</hi> haec Parentum <foreign lang="GR" TEIform="foreign">a)stoggi/a</foreign> Deo invisa, et punienda, quippe quia Dei, et naturae Lex violatur, et negligitur, et fides Christiana <reg orig="falsò" TEIform="reg">falso</reg> iactatur, <reg orig="immò" TEIform="reg">immo</reg> abicitur, et conculcatur, et quod intus in corde et <reg orig="conscientiâ" TEIform="reg">conscientia</reg> prorsus nulla sit, externae notae testimonium evidens, <reg orig="nempè" TEIform="reg">nempe</reg> aversio à naturali sanguine, <reg orig="manifestè" TEIform="reg">manifeste</reg> probat. Selnec. <hi TEIform="hi">in Comment. ad 1. Tim. 5.</hi> Tales Parentes, quorum <reg orig="hodiè" TEIform="reg">hodie</reg> non pauci reperiuntur, <reg orig="saepè" TEIform="reg">saepe</reg> laudatus Theologus Hallensis vocat <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Raben-Eltern:</foreign> ita enim ille, <hi TEIform="hi">in Scrut. Consc. cap. 8. q. 73.</hi> scribit. <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Es sind manche ungeneussige unbarmhertzige Raben-Eltern, daß sie ihre Kinder lieber anderen Leuten vor die <reg orig="Thür" TEIform="reg">Thur</reg> schicken, und das Bettel-Brod sammlen lassen, dals daß sie sie mit GOtt und Ehren selber nehren, und erhalten solten, obs gleich ihnen saver werden und schwer fallen wolte; Ia etliche sind auch wol so vergessen, daß sie ihre Kinder etc. damit sie selbe
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nicht ernehren, pflegen, und versorgen dörffen, frey dahin schencken, fremden unbekandten Leuten, auch wol Gottlosen</foreign> Stratiot<foreign lang="GE" TEIform="foreign">en und Kriegs-Gurgeln, gleich als wanns junge Hunde, oder Katzen wären; Solche Leute sind ja nicht werth, daß sie selber sollen Vatter und Mutter gehabt haben, daß sie alle natürliche Affecten, Liebe und Zuneigung gegen ihre Kinder, und Leibes-Früchte also vergessen, und ablegen können. O wie schwere Rechnung, wird von ihnen hierüber gefordert werden.</foreign></p>
</div2>
<div2 id="FrSB.01.30" n="30" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XXX. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui filios suos nullam honestam artem docent, vel ab aliis eos doceri curant.</hi></head>
<p TEIform="p">PArentum debitum est, ut liberos certo vitae generi mancipent, ad quod ductum divinum observent. Quod si nequeunt, per alios curent.
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D. Spener. <hi TEIform="hi">in Tab. Catech. p. 89.</hi> Magnum igitur peccatum est Parentum, educare quidem liberos, sed nullam honestam artem eos docere, <reg orig="cùm" TEIform="reg">cum</reg> enim otio et desidiae assueverint, tandem aut in egestatem, aut in flagitium incidunt, Olim apud gentes filius non debebat Patri in senectute alimenta, qui nullam nonestam artem eum docuisset. Osiand. <hi TEIform="hi">in Syrac. c. 7. et c. 30.</hi> <reg orig="Rectè" TEIform="reg">Recte</reg> igitur Mengeringius, hunc Conscientiae casum Parentibus in Scrutinio suo proponit, <hi TEIform="hi">c. 8. q. 74.</hi> <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Ob sie ihre Kinder zu einem ehrlichen Handwercke, Gewerbe, und Gottgefälligen Nahrungs-Mittel bey Zeiten gehalten, und gezogen? Es versündigen sich an GOtt und Gewissen nicht wenig bey dem Eltern-Stande, Amte und Beruff, wann sie ihre Kinder nicht von Jugend auf zu etwas ehrliches und redliches halten, sie mögen sie nun</foreign> studi<foreign lang="GE" TEIform="foreign">ren, oder ein Handwerck lernen lassen; sie schlenckerieren, Iunckerieren, und denn grosse Pengel
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werden, die nichts gelernet, als Fressen und Sauffen, faullentzen und müssiggehen, und keine andere Nahrung und Gewerb zu üben, und zu treiben wissen, als von der Schnure zu zehren, und was die Eltern gesammelt haben, wieder an den Mann, und unter die Leute zu bringen. Wenn nun Eltern daran schuld haben, entweder daß sie gedacht, sie haben ohne das genug, und wollen ihren Kindern wol einmal so viel lassen, daß sie ohne Arbeit und Handthierung bleiben, und sich ernehren können, oder daß sie dem lieben Söhnichen nicht zu harte zuredem, wehe thun, und wider seinen Willen zum Handwercke halten und treiben wollen, so sündigen sie darmit wider das 4. Gebot, und der Eltern Amt.</foreign> Reperias Parentes, quos pudet discere filium artem aliquam mechanicam, vel opificium; <foreign lang="GE" TEIform="foreign">sie meynen es sey ihnen denen Eltern eine Schande, wann sie ihre Kinder ehrliche Handwercke lernen liessen.</foreign> O stultitiam!</p>
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<div2 id="FrSB.01.31" n="31" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XXXI. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui filios suos sese societati histrionum atque mimorum</hi> <foreign lang="GE" TEIform="foreign">derer Gäuckler, Taschen-Spieler und Säiltäntzer,</foreign> <hi TEIform="hi">addicere patiuntur.</hi></head>
<p TEIform="p">LUdiones, histriones, Mimi, Circulatores similisqueve farinae homines in <reg orig="Republicâ" TEIform="reg">Republica</reg> <reg orig="minimè" TEIform="reg">minime</reg> sunt ferendi, mendaciis enim technis, atque artibus suis ludicris imperitam plebem emungunt. Alsted. <hi TEIform="hi">Theol. Catech. p. 88.</hi> Nec istorum hominum vitae genus Deo placere potest, quippe qui hominem ad laborem, non ad lusum, et otium creavit, eiqueve mandatum dedit, <hi TEIform="hi">ut in sudore vultus sui panem edat. Genes. 3</hi> et manibus operetur, de quo egenis elargiri possit. (<hi TEIform="hi">2. Thess. 4.</hi>) Peccant igitur Parentes, qui filios suos societati
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histrionum, atque mimorum ipsi addicunt, vel eos addici patiuntur. Sunt enim eiusmodi histriones inutilia terrae pondera, ac fruges consumere nati. Nonnulli etiam Parentum <reg orig="tàm" TEIform="reg">tam</reg> impii, et in propria viscera iniurii sunt, ut non dubitent filiorum, adhuc infantum membra ad ludicras artes exercendas, <foreign lang="GE" TEIform="foreign">zum Springen und Seiltantzen,</foreign> frangere, ac debilitare. Pudeat Christianos Parentes, talia ab ipsis audiri, à quibus Gentiles ac Barbari ductu naturae abhorrent.</p>
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<div2 id="FrSB.01.32" n="32" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XXXII. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui infantes alienae Misericordiae, quam ipsi non habent, exponunt.</hi></head>
<p TEIform="p">NOn <reg orig="rarò" TEIform="reg">raro</reg> accidit, impios Parentes, partus à se progenitos exponere, et abicere, quo ipso adversus ipsum naturae instinctum agere videntur, cum brutis hoc inesse
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videamus, ut quamvis fera sint, non tamen prolem suam negligant, Carpzov. <hi TEIform="hi">Pract Crim. P. 1. q. 10. n. 15.</hi> ubi ait: xponentem fustigatione ac <reg orig="perpetuâ" TEIform="reg">perpetua</reg> relegatione puniendum esse. <reg orig="Immò" TEIform="reg">Immo</reg>, quando infantes in solitario loco abiciuntur, <reg orig="eâ" TEIform="reg">ea</reg> intentione, ut moriantur, ac pereant, tales Parentes gladio plectendi sunt. Wesenbec. <hi TEIform="hi">ad L Cornel. de sicar. n. 14.</hi> Parum enim refert, an quis occidat, an <reg orig="verò" TEIform="reg">vero</reg> causam mortis praebeat. <hi TEIform="hi">l. 15. ff. ad Cornel. de Sicar.</hi></p>
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<div2 id="FrSB.01.33" n="33" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XXXIII. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui in scortationem liberorum suorum consentiunt.</hi></head>
<p TEIform="p">SUnt Parentes, qui in fornicationem filiarum, propter turpe aliquod Iucellum, consentire non dubitant, quas tamen ad morum puritatem, vitaequeve innocentiam
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educare, et edocere deberent. Tanta Parentum impietas <reg orig="meritò" TEIform="reg">merito</reg> à Magistratu Politico <reg orig="arbitrariâ" TEIform="reg">arbitraria</reg> <reg orig="poenâ" TEIform="reg">poena</reg> plectitur, et graviore quidem, quando si <reg orig="quaestûs" TEIform="reg">quaestus</reg> <reg orig="gratiâ" TEIform="reg">gratia</reg>, ut in hospitiis publicis <reg orig="saepè" TEIform="reg">saepe</reg> fieri solet, filias prostituant. Indigni sunt tales Parentes nomine, quod ex generatione liberorum habent, dignissimi autem ut è <reg orig="Republicâ" TEIform="reg">Republica</reg> ad Garamantas et Indos eiciantur. Vae vae illis in tremendo Magni Iudicii die! <reg orig="Meliùs" TEIform="reg">Melius</reg> eis esset, si in maris profundo submergerentur.</p>
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<div2 id="FrSB.01.34" n="34" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XXXIV. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, si multitudinem liberorum impatienter ferunt, ac contra Deum murmurant.</hi></head>
<p TEIform="p"><hi TEIform="hi">ECce! hereditas Domini sunt filii, et merces fructus ventris,</hi> ait Psaltes <hi TEIform="hi">in Psalmo 126.</hi> <reg orig="Hodiè" TEIform="reg">Hodie</reg> tamen à multis Christianis peccatur,
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qui ex <reg orig="merâ" TEIform="reg">mera</reg> incredulitate multam sobolem non pro benedictione <reg orig="divinâ" TEIform="reg">divina</reg>, sed <reg orig="potiù" TEIform="reg">potiu</reg> pro <reg orig="poenâ" TEIform="reg">poena</reg> et maledictione habent; Osiander. <hi TEIform="hi">in Syr. c. 16. v. 1.</hi> Meminimus aliquando maritum <reg orig="malè" TEIform="reg">male</reg> tractasse uxorem suam, <reg orig="quòd" TEIform="reg">quod</reg> ex ipso gravida esset. O detestandam ingratitudinem nostram, si pro tali hereditate et dono divino non agimus gratias Deo! O abominandam incredulitatem nostram, si non tantum bonitat is tribuimus Deo nostro, <reg orig="quòd" TEIform="reg">quod</reg> eos, quos creavit, et unigeniti filii sui sanguine redemit, etiam alere velit! Inter plebeios homines reperiuntur quandoque Parentes, quos <reg orig="veriùs" TEIform="reg">verius</reg> bruta, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> homines, nedum Christianos dixeris, quibus proles sua maximo oneri est, et quam lubentes abicerent, si non poenas legum metuerent. Non ita pridem mulier rustica, quae simul trinam prolem enixa est, conquerebatur; <foreign lang="GE" TEIform="foreign">der liebe GOtt habe es gar sehr mit ihr verderbet:</foreign> eo ipso enim die
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maritus ipsius mortuus erat. Sed haec non ex impietate, sed simplicitate dixisse creditur.</p>
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<div2 id="FrSB.01.35" n="35" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XXXV. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui nullam valetudinis liberorum curam habent.</hi></head>
<p TEIform="p">EX debitis Parentum est, corpus et valetudinem liberorum diligenter observare, et si infirmi sint, curare; D. Spener. <hi TEIform="hi">Tab. Catech Tit. Debitum Parentum.</hi> Piorum arentum est, inquit Osiander. <hi TEIform="hi">in parapbrasi ad 2. Reg. 13.</hi> Liberorum valetudinem non negligere. Reperiuntur nihilominus Parentes, qui omni <foreign lang="GR" TEIform="foreign">stoggi/a|</foreign> naturali <reg orig="abiectâ" TEIform="reg">abiecta</reg> valetudinis liberorum conservandae, vel restituendae, curam vel <reg orig="planè" TEIform="reg">plane</reg> nullam, vel <reg orig="valdè" TEIform="reg">valde</reg> exiguam habent; cumprimis plebeiae conditionis Parentes reperias, qui filios infirmos in squalore
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et stercore, velut canes ac sues, iacere ac perire patiuntur, brutis ipsis immaniores. Graviter autem Parentes tales contra pietatem naturalem liberis debitam, peccant, et si <reg orig="negligentiâ" TEIform="reg">negligentia</reg> ipsorum liberi pereant, ipsi mortis rei sunt, et culpae suae rationem reddere Deo tenentur. <reg orig="Quinimmò" TEIform="reg">Quinimmo</reg> tales Parentes dulci Parentum nomine ne quidem digni sunt. Parentes <foreign lang="GR" TEIform="foreign">a)/stoggoi</foreign>, inquit Osiander, <hi TEIform="hi">in paraphrasi ad Ioh. c. 4.</hi> qui nullam liberorum suorum curam gerunt, bestiis <reg orig="longè" TEIform="reg">longe</reg> sunt deteriores. <reg orig="Certè" TEIform="reg">Certe</reg> pius ille Centurio, cuius apud <hi TEIform="hi">Matth. cap. 8.</hi> mentio fit, servi sui infirmi tantam curam habebat, ut ad Christum, eum salvandi <reg orig="gratiâ" TEIform="reg">gratia</reg> properaret. <reg orig="Quantò" TEIform="reg">Quanto</reg> maior propriorum filiorum cura est habenda. Sed multi reperiuntur Patres familias, qui maiorem curam gerunt porcorum et equorum, quam domesticorum: Hos in die novissimo pius hic Centurio condemnabit. Osiand. <hi TEIform="hi">in h. l.</hi></p>
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<div2 id="FrSB.01.36" n="36" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XXXVI. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, si filios suos in captivitate hostium, verbi <reg orig="gratiâ" TEIform="reg">gratia</reg> Turcarum detentos, non redimere curant.</hi></head>
<p TEIform="p">PIetas Paterna <reg orig="omninò" TEIform="reg">omnino</reg> exigit, filium ex captivit ate hostium liberare, et si tantum habeat in facultatibus, <foreign lang="GR" TEIform="foreign">lu/s1ron</foreign>, seu pretium redemptionis, pro ipso solvere. Hoc pietatis officium si Parens neglexerit graviter peccat, sequeve in dignum successione hereditaria de iure humano reddit. Ita enim in <reg orig="Novellâ" TEIform="reg">Novella</reg> Iustinianea <hi TEIform="hi">CXV. cap. 4. §. 7.</hi> cavetur: His casibus (exheredationis scilicet Parentum) cladem captivitatis adiungimus, in <reg orig="quâ" TEIform="reg">qua</reg> siliberos detineri, et per Parentum contemptum vel negligentiam, non redemptos, ab <reg orig="hâc" TEIform="reg">hac</reg> luce transire contigerit, nullatenus eorum Parentes ad facultates
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perveniant liberorum, de quibus filii testari potuerant. Memorabilis est historia de Imperatore Mauritio, qui <reg orig="cùm" TEIform="reg">cum</reg> per avaritiam milites in captivitate hostium detentos lytro redimere noluerit, sed eos occidi passus sit, ob hoc facinus <reg orig="severissimè" TEIform="reg">severissime</reg> à Deo punitus est, à <reg orig="Phocâ" TEIform="reg">Phoca</reg> enim rebelli homine, capite truncatus, et cum uxore et liberis miserabiliter occisus est. Quemadmodum igitur haec Imperatoris Immisericordia Deo <reg orig="maximè" TEIform="reg">maxime</reg> displicuit, ita etiam Parentum in liberos captivos Immisericordia Deo abominationi est.</p>
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<div2 id="FrSB.01.37" n="37" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XXXVII. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui semina dissidii et rixae inter generum et nurum seminant.</hi></head>
<p TEIform="p"><reg orig="SAEpè" TEIform="reg">SAEpe</reg> accidit, liberos Neogamos <reg orig="pacificè" TEIform="reg">pacifice</reg> et <reg orig="quietè" TEIform="reg">quiete</reg> inter se vivere, à socero autem iniquo, aut <reg orig="rixosâ" TEIform="reg">rixosa</reg> socru, matrimonii pacem turbari, ac
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inter generum et nurum pestiferum discordiae semen seminari, cumprimis, si in <reg orig="eâdem" TEIform="reg">eadem</reg> domo simul habitent. Graviter autem hac re peccant Parentes, quos propterea Magistratus Ecclesiasticus <reg orig="coërcere" TEIform="reg">coercere</reg>, et si rixae et contentiones non cessant, separationem eis iniungere potest. Adhuc <reg orig="graviùs" TEIform="reg">gravius</reg> peccant illi Parentes, qui vinculum Societatis et amoris coniugalis, ob litem aliquam de re temporali inter liberos disrumpere audent, quae res plerumque infelicissimum exitum habere solet. Quemadmodum in quadam civitate paucos ante annos triste exemplum vidimus, quo socer genero, <reg orig="fortè" TEIform="reg">forte</reg> <reg orig="quòd" TEIform="reg">quod</reg> pactis dotalibus non satisfecisset, uxorem, filiam repiebat ac in domo <reg orig="suâ" TEIform="reg">sua</reg> per aliquod tempus det inebat, gener autem ex taedio vitae furore propter iniuriam irae incensus. coram oculis soceri Patris uxorem quam amabat, gladio confodebat. Tanta mala <reg orig="indè" TEIform="reg">inde</reg> nascuntur si
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matrimonia peracta <reg orig="malitiosè" TEIform="reg">malitiose</reg> turbantur, ac vinculum Societatis coniugalis rumpitur. Vae Parentibus qui malo huic causam praebent!</p>
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<div2 id="FrSB.01.38" n="38" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XXXVIII. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, si ex praepostero amore absque praegnanti causa inter filios inaequalitatem inducant.</hi></head>
<p TEIform="p"><hi TEIform="hi">IUngat aequalis gratia,</hi> inquit S. Ambrosius, <hi TEIform="hi">quos iunxit aequales natura.</hi> Contra hanc sententiam nonnulli Parentes peccant, qui liberos suos non aequali amore amant, quamvis illo indigni non sint. <reg orig="Hâc" TEIform="reg">Hac</reg> autem inaequalitate plerum que Parentes mutuis odiis, rixis et contentionibus causam praebent, <reg orig="maximè" TEIform="reg">maxime</reg>, si in <reg orig="dividendâ" TEIform="reg">dividenda</reg> hereditate alter alteri praeferatur. Quamvis enim Parentes <reg orig="minimè" TEIform="reg">minime</reg> teneantur bona sua inter liberos in aequales partes
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dividere, sed liberas manus in <reg orig="hâc" TEIform="reg">hac</reg> re habeant, cavendumtamen est, ne intet heredes liberos, ut <reg orig="saepissimè" TEIform="reg">saepissime</reg> fieri solet discordiae malum, cum <reg orig="ruinâ" TEIform="reg">ruina</reg> totius familiae ob irrationabilem ac nimiam inaequalitatem nascatur. <hi TEIform="hi">Aequalitas non parit bellum,</hi> in Proverbio dicitur; hoc observent Parentes, si pietas ac prudentia aliud non suaserit. Menger. <hi TEIform="hi">Scrut. Consc, cap. 8. q. 71.</hi> <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Eltern fragen sich, ob sie ihre Kinder nicht gleich lieb haben, sondern eines mehr lieben, und meynen, denn das andere? Es findet sich solche verkehrte Art oft bey denen Eltern, daß sie eines aus ihren Kindern gleichsam ausmertzen, dasselbe heimlich neiden und anfeinden, obne deß lieben Kindes schuld, es ist ihnen zu alber und einfältig, zu schwartz und ungestalt, oder was sie sonsten vor einen Mangel und Mackel an ihm suchen und haben; hergegen so werffen sie die Liebe auf das andere allzusehr, das muß von Jugend auf besser gewartet, gekleidet,</foreign>
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<foreign lang="GE" TEIform="foreign">beschencket und geachtet werden, wie denn in diesem Fall es auch die Heiligen im Alten Testament oftmals versehen haben. Hiermit versündigen sich aber auch Eltern, daß sie ihrem Fleisch und Blut nicht gleich gewogen seyn, einem wie dem andern, und beweiset es GOtt der HErr auch augenscheinlich, daß er an solchen</foreign> Affect <foreign lang="GE" TEIform="foreign">und Zuneigung der Eltern kein Gefallen habe; denn die verachteten Kinder und Auswürfflinge, gemeiniglich am besten ankommen, und zu Ehrenstand gerathen, da hergegen die lieben Nesthecklein und Hertz-Kinder der Eltern, das Nachsehen haben müssen, und ihren Eltern das grösseste Ereutz und Hertzeleid manchesmal zuziehen, wie solches</foreign> ex <reg orig="Scripturâ" TEIform="reg">Scriptura</reg> et <reg orig="experientiâ" TEIform="reg">experientia</reg> <foreign lang="GE" TEIform="foreign">zu erweisen. Exempel fin det man fast in allen. Familien, die wol zu mercken, und solchen passionirten Eltern zur treuhertzigen Warnung zubedenckenseyn. Iedoch kan man Eltern die Hand so gar nicht schliessen, daß sie nicht <reg orig="möchtig" TEIform="reg">mochtig</reg> seyn solten, einem Kinde
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etwas für dem andern voraus zugeben; aber dennoch soll diß also geschehen, damit die anderen darmit zufrieden seyn mögen, und so viel möglich, allerley Gezäncke und Weitläusftigkeit hierbey vermeiden werde.</foreign> Vid. D. Cramer. <hi TEIform="hi">in Genes. c. 48. v. 22.</hi> <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Sonst sagen die Kinder, der Vatter oder die Mutter hat unserm Bruder oder Schwester, alles im Hals gestecket, daß wir nun das wenigste von unserm vätterlichen oder mütterlichen Erbe bekommen.</foreign> Et <reg orig="certè" TEIform="reg">certe</reg> ex <reg orig="impatientiâ" TEIform="reg">impatientia</reg>, et dolore filii non <reg orig="rarò" TEIform="reg">raro</reg> Parentibus defunctis, <reg orig="impiè" TEIform="reg">impie</reg> quidem omnia mala imprecantur. Vid. Theod. Reincking. <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Biblische Policey.</foreign> <hi TEIform="hi">Lib. 3. axiom. 28.</hi></p>
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<div2 id="FrSB.01.39" n="39" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XXXIX. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui bona propria vel liberorum <reg orig="malâ" TEIform="reg">mala</reg> administratione rei domesticae aut dilapidatione ad paupertatem redigunt.</hi></head>
<p TEIform="p">PArentum officium est, sua conservare, ut sufficiant liberorum educationi ac sustentationi. D. Spener. <hi TEIform="hi">in Tab. Catech. p. 19.</hi> Contra hoc pietatis officum non leviter peccant Parentes illi, qui vel propria aut liberorum, paterna maternave bona prodigaliter vivendo consumunt, perdunt, dilapidant se suosqueve tandem ad paupertatem et ad incitas redigunt. <hi TEIform="hi">Parentum est,</hi> ait S. Basilius, <hi TEIform="hi">in enarrat. Psalmi 7. colligere liberis, ut praeter hoc, quod ad vitam illos genuerant, etiam vivendi subsidia subministrent.</hi> Add. Taylor. Theologus Anglus. Tr. <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Von der
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Richtschnur und Ubung eines heiligen Wandels.</foreign> <hi TEIform="hi">part. 2. c. 3. §. 4.</hi> ubi scribit: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Eltern müssen die ihrigen versorgen nach ihrem Stande, Gewerbe und Auferziehung, welches S. Paulus 2. Corinth. 12. nennet, Schätze samlen für die Kinder; das ist, sie müssen diefelben dergestalt versorgen, daß sie durch gebürliche Gebeds-Mittel, durch Erlernung ehrlicher Künste, durch</foreign> studiren <foreign lang="GE" TEIform="foreign">und sonsten sich wider allerhand <reg orig="Anstösse" TEIform="reg">Anstosse</reg> deß <reg orig="Glücks" TEIform="reg">Glucks</reg> und <reg orig="Unglücks" TEIform="reg">Unglucks</reg>, das in der Welt vorgehet, <reg orig="können" TEIform="reg">konnen</reg> vertheidigen, und nicht in Versuchung, an den Vettelstab, oder auf <reg orig="bòse" TEIform="reg">bose</reg> Wege gerahten <reg orig="mòfen" TEIform="reg">mofen</reg>, und ob zwar dieses geschehen muß ohne Geitz, oder <reg orig="Geldsüchtige" TEIform="reg">Geldsuchtige</reg> Gedancken, sie zu bereichern, muß es doch geschehen mit grosser Vorsorge, und Zuneigung, mit allem <reg orig="möglichen" TEIform="reg">moglichen</reg> Fleisse, und nach allem <reg orig="Vermögen" TEIform="reg">Vermogen</reg>; und so wir ohne <reg orig="Sünde" TEIform="reg">Sunde</reg> <reg orig="können" TEIform="reg">konnen</reg> unsere <reg orig="Güter" TEIform="reg">Guter</reg> ihnen zu Gute verlassen, <reg orig="müssen" TEIform="reg">mussen</reg> wir es thun, denn es ist ein Theil der Pflicht, die wir GOtt
<pb id="s128" n="128" TEIform="pb"/>
ihrenthalben schuldig seyn.</foreign> Audiamus etiam de hoc Parentum officio Theologum Hallensem, qui in <hi TEIform="hi">Scrutin. Consc. cap. 11. q. 123.</hi> scribit: <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Eltern fragen sich, ob sie in ihrem Stande, Amte und Beruff, arbeitsam, fleissig, nahrhafftig und sparsam gewesen, daß sie ihren Kindern ein ehrlich Stuck Brods, mit Gottes Segen und Willen hinterlassen mögen? Solche Gewissens-Frage ist an manchen Haus-Vättern zumaln nöthig, die gedencken, wenn sie nur ihr Auskommen haben, so lange sie leben, so begehren sie nichts mehr, ihre Kinder mögen auch einmal sehen, wo sie bleiben.</foreign> (Retulit nobis famula domestica, quod <reg orig="cùm" TEIform="reg">cum</reg> questa fuerit coram matre morti <reg orig="proximâ" TEIform="reg">proxima</reg>, <reg orig="planè" TEIform="reg">plane</reg> nihil su bsidii vitae ei relinqui, illam respondisse; <foreign lang="GE" TEIform="foreign">Du Narr, laß ich dir nicht die gantze Welt, darinnen du dich nehren kanst?) darum lassen sie es gehen, wie es gehet, es gerathe oder verderbe. Sie sind nicht darauf bedacht, wie sie ihre Nahrung fortsetzen,
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daß sie nicht allein einen Nehr-und Zehr-Pfennig, sondern auch denen Kindern einmal einen Erb-Pfennig lassen möchten. (Alles verthan vor seinem End, macht ein richtig Testament:) Das ist nun nicht eine geringe Sünde und Diebstal der Eltern, damit sie ihr eigen Fleisch und Blut bestehlen.</foreign> Monstra <reg orig="veriùs" TEIform="reg">verius</reg> quam homines dixeris, qui lurcando, ludendo, potando, otiando etc. inutiliter sua prodigunt, dum uxores et liberi <reg orig="strenuè" TEIform="reg">strenue</reg> domi esuriunt, et vix atro pane et <reg orig="aquâ" TEIform="reg">aqua</reg> se reficiunt, et <reg orig="tantùm" TEIform="reg">tantum</reg> non fame pereunt. O quam graves hi non <reg orig="tàm" TEIform="reg">tam</reg> pro se, quam pro suis rationes summo Iudici reddent? Osiand. <hi TEIform="hi">in Iudith. c. 8.</hi> Peccant, ait, graviter qui facultates suas dissipant et decoquunt, et uxorem atque liberos in <reg orig="summâ" TEIform="reg">summa</reg> paupertate relinquunt.</p>
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<div2 id="FrSB.01.40" n="40" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XL. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui filios suos militiae, quae pro defensione Patriae contra Turcam aliosque hostes necessaria, subducunt.</hi></head>
<p TEIform="p">LIberi non sibi <reg orig="tantùm" TEIform="reg">tantum</reg>, ac Parentibus, sed et Patriae nasc untur, Quodlibet Rei publicae membrum naturali obligatione obstringitur, <reg orig="tàm" TEIform="reg">tam</reg> corpore suo, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> bonis ei servire, hoc debitum qui Patriae suae negat, <reg orig="malè" TEIform="reg">male</reg> agit. Dubium igitur non est, Patrem, qui filium suum ad militiam aptum, tempore, necessitatis publicae, quando scilicet bellum cum <reg orig="Turcâ" TEIform="reg">Turca</reg> vel alio hoste Imperii est, iussu Principis sui, non sistit, sed sibi, relique domesticae servat, peccare, ac fidem, <reg orig="quâ" TEIform="reg">qua</reg> Patriae ac Magistratui vel administratori, obstringitur, violare, poenaequeve sese sirbicere. Falsissima est opinio, qua Parentes anonnulli occaecati sunt, filios, quos <reg orig="genuêre" TEIform="reg">genuere</reg>,
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ipsorum esse, nullamqueve partem in eis Patriam habere, <reg orig="cùm" TEIform="reg">cum</reg> tamen sapientiores Gentiles, ex ipsolumine naturae didicerint, Filios Deo, Patriae, ac Parentibus nasci. Conf. Mevius <hi TEIform="hi">in discuss. levam. inop. debit.</hi> Grot. <hi TEIform="hi">de Iur. bell. et pac. lib. 1. Cic. lib. 1. Off.</hi></p>
</div2>
<div2 id="FrSB.01.41" n="41" type="chapter" org="uniform" sample="complete" TEIform="div2" part="N">
<head>CONCLUSIO XLI. <hi TEIform="hi">Peccant Parentes, qui liberos suos ob paupertatem aliis vendunt.</hi></head>
<p TEIform="p">ROmano Iure Patri indultum erat propter nimiam paupertatem, egestatemqueve victus <reg orig="causâ" TEIform="reg">causa</reg> filium <reg orig="familiamvé" TEIform="reg">familiamve</reg> sanguinolentos vendere <hi TEIform="hi">l. 2. C. de his, qui filios distrax:</hi> Tolerabilius namque visum, partum recens-natum, quem alioquin abicere, vel exponere opus esset, ali apud emptorem Dominum, ac Patrem pretium <reg orig="indè" TEIform="reg">inde</reg> aliquod, <reg orig="undè" TEIform="reg">unde</reg> se alat, accipere, <reg orig="quàm" TEIform="reg">quam</reg> utrumque et Patrem scilicet et partum fame contabescere. Fr. Balduin <hi TEIform="hi">in Leg. Constantini in L. 2.</hi>
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<hi TEIform="hi">p. 201.</hi> sed <reg orig="hodiè" TEIform="reg">hodie</reg> eiusmodi venditio <reg orig="partûs" TEIform="reg">partus</reg> non habet locum. Perez. <hi TEIform="hi">et DD. ad d. l. 2. C. d. t.</hi> Est enim nec Iuri naturae venditio ista conveniens. Vid. D. Eichel. <hi TEIform="hi">dissert. de Iur. nat. inter Par. et Liber.</hi> nec Iuri divino, nec Christianismi Legibus. <reg orig="Undè" TEIform="reg">Unde</reg> S. Ambrosius <hi TEIform="hi">in Libro de Tobia,</hi> scribit: <hi TEIform="hi">Vendit plerumque et Pater liberos, auctoritate generationis, sed non voce pietatis: ad auctionem pudibundo vultu miseros trahit, dicens, solvite filii, gulae meae sumptum.</hi> In civitatibus <reg orig="hodiè" TEIform="reg">hodie</reg> constituta sunt Ptochotrophia, et Brephotrophia in quibus eiusmodi infantes publico sumptu aluntur, et <reg orig="certè" TEIform="reg">certe</reg> optandum esset, in omnibus locis talia constitui, ne, ut <reg orig="saepè" TEIform="reg">saepe</reg> fit egeni Parentes misellos liberos fame perire patiantur, aut eos Misericordiae alienae exponere cogantur. Merentur magnam laudem Amstelodamenses, Hamburgenses, aliiqueve plures, qui Pauperibus <reg orig="optimè" TEIform="reg">optime</reg> <reg orig="prospexêre" TEIform="reg">prospexere</reg>.</p>
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<closer TEIform="closer">FINIS.</closer>
</div1></body></text>



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