Drei neue Professuren durch ExzellenzinitiativeDoktorandenzentrum in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften hat Arbeit aufgenommen und stellt sich im Internet vor / Förderung im Rahmen der Exzellenzinitiative ermöglicht drei zusätzliche Professuren Ende Oktober wurden im Rahmen der Exzellenzinitiative die ersten Elite-Unis in Deutschland gekürt. Mannheim erhielt dabei die Förderzusage für ein Doktorandenzentrum in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Die Graduate School of Economics and Social Sciences (GESS) hat ihre Arbeit sofort aufgenommen. Drei neue Professuren in den Bereichen BWL, VWL und Sozialwissenschaften wurden ausgeschrieben. 25 Büros werden für die künftigen Doktoranden eingerichtet. Und derzeit bereitet das Zentrum die Ausschreibung der ersten 40 Doktorandenplätze vor, für die es mehrere hundert Bewerbungen aus aller Welt erwartet. Seit Ende Dezember stellt sich die Einrichtung auch - auf Englisch - im Internet vor: http://gess.uni-mannheim.de 6 Millionen Euro hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen der Exzellenzinitiative für die Universität Mannheim bewilligt. Dieser Erfolg hat sich international herumgesprochen. Selbst die Europa Ausgabe des Wall Street Journal berichtete ausführlich über die Mannheimer Graduate School. Neben Mannheim erhielt im Rahmen des Wettbewerbs ausschließlich die Universität Bonn eine Förderung im Bereich der Wirtschaftswissenschaften. Nach Ansicht der Financial Times Deutschland " droht den drei größten deutschen Wirtschaftsfakultäten in Berlin, Köln und München ein Abstieg in die Mittelmäßigkeit". Die überregionale Zeitung zitierte den Berliner Volkswirt Kai Konrad: "Im Wettbewerb um die Elite können Standorte ohne Graduiertenkolleg kaum mithalten", so die Einschätzung des Wissenschaftlers an der FU Berlin. Mannheim war im Rahmen der Exzellenzinitiative die kleinste Universität, die im vergangenen Monat einen Zuschlag erhielt. "Das war nur möglich, weil wir unsere Kräfte bündeln, so dass wir in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bundesweit zu den führenden Hochschulen zählen", erklärt Uni-Rektor Professor Dr. Hans-Wolfgang Arndt. "Dank dieser Profilbildung konnten wir uns gegen Hochschulen von dreifacher Größe durchsetzen." Die Universität Mannheim wurde in die Liste von bundesweit 18 Doktorandenzentren aufgenommen; sie konnte sich damit in einer Konkurrenz von 135 Hochschulen behaupten. Das geplante Doktorandenzentrum bildet bis zu 110 angehende Wissenschaftler in der Methodik der modernen Wirtschafts- und Sozialwissenschaften aus, es legt in der Ausbildung also besonderen Wert auf die "Untersuchungswerkzeuge" der Wissenschaftler. Die Graduiertenschule konzentriert sich dabei auf die Stärken, für die die Universität in der Fachwelt seit Jahrzehnten bekannt ist: auf die quantitativen und empirischen Methoden. Quantitativ bedeutet, dass sich die Forscher bei ihrer Arbeit auf eine breite Datengrundlage stützen und mit formalen Theorien arbeiten, die mit Daten getestet werden können. Empirisch bedeutet, dass sie ihre Thesen nicht allein durch "abstraktes Denken" entwickeln und überprüfen, sondern dass sie Erfahrungswerte erfassen und auswerten - beispielsweise durch breite statistische Erhebungen, Umfragen oder Experimente. "Es hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass gerade die
moderne quantitative Methodik, sowohl in der BWL, wie der VWL, als auch
in den Sozialwissenschaften im engeren Sinne von höchster Relevanz
ist", erklärt Professor Ernst-Ludwig von Thadden, der Koordinator
des Projektes. Dabei geht es beispielsweise um die statistische Auswertung
großer Datenmengen, die Qualität der Datenerhebung, um die
Vergleichbarkeit von Daten beispielsweise bei international vergleichenden
Studien, um die mathematische Erfassung und Beschreibung theoretischer
Vorhersagen oder um spezielle Anforderungen bei Langzeitstudien, die sich
über Jahre erstrecken. Forschungsprojekte in den Wirtschafts- und
Sozialwissenschaften haben inzwischen enorme Ausmaße. Das Mannheimer
MEA-Institut des Volkswirts Professor Börsch-Supan beispielsweise
koordiniert ein Programm, in dem 150 Wissenschaftler in 14 europäischen
Ländern die Situation älterer Menschen unter-suchen. Das Mannheimer
Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) ist unter anderem
eingebunden in eine Sozialstudie, die parallel in 20 Ländern verfolgt
wird.
Weitere Informationen: Graduate School |
05.Januar 2007
Achim Fischer
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