Universität Mannheim macht sich für Kinder starkUniversität Mannheim erhält Forschungsauftrag für ein Sprachförderprojekt der Stadt LudwigshafenDie Forschungs- und Kontaktstelle Mehrsprachigkeit der Universität Mannheim ist als Projektpartner der Stadt Ludwigshafen maßgeblich an der Entwicklung und Umsetzung eines neuen Sprachförderkonzeptes beteiligt. In der Kindertagesstätte Nord wurde das Projekt nun der Öffentlichkeit vorgestellt. Zielgruppe des Projektes „Sprache macht stark! Sprachbrücke Familie-Kita“ sind Zwei- bis Vierjährige mit Migrationshintergrund oder aus sozial benachteiligten und bildungsfernen Familien, die durch das Projekt beim Erwerb der deutschen Sprache unterstützt werden. Dieses von der BASF geförderte Projekt ist eines von sieben Projekten der „Offensive Bildung“. Ingesamt konnte damit die Forschungs- und Kontaktstelle Mehrsprachigkeit unter der Leitung von Professor Dr. Rosemarie Tracy für die Philosophische Fakultät bis zum Jahr 2009 Drittmittel in Höhe von 640.000 Euro einwerben. Professor Tracy hat bereits einige Jahre zuvor ein präventives Sprach¬förder¬programm für Dreijährige entwickelt und mit studentischen Förderkräften pilotiert. Als Teil des Wissenstransfers, den die Forschungsstelle in die Praxis leistet, wurden in einem zweiten Schritt Mannheimer Kindertagesstätten, die das Konzept selbst umsetzen wollten, bei der Ausführung supervidiert. Außerdem bietet die Kontaktstelle interessierten Erzieherinnen Schulungen zum Thema Spracherwerb/Sprachförderung an. Auf dieses Know-how kann die Kontaktstelle nun bei der Anpassung und Implementierung des Konzeptes in Ludwigshafener Kindertagesstätten zurückgreifen. Gemeinsam mit dem Projektträger, der Stadt Ludwigshafen, wird das bestehende Konzept nun um Praxismaterialien und Kooperationen mit den Eltern erweitert. Das Konzept beruht in erster Linie auf intensiver und systematischer sprachlicher Interaktion in Kleingruppen. In der neuen Projektkonzeption wird die Sprachförderung auch in den pädagogischen Alltag integriert. Zusätzlich dazu werden die Eltern durch gezielte Maßnahmen, wie z.B. Eltern-Kind-Gruppen eingebunden. Um die Maßnahmen durchführen und auf den individuellen Sprachbedarf der Kinder abstimmen zu können, werden die Erzieherinnen in den Projekteinrichtungen intensiv geschult und bei der Durchführung von Pädagoginnen und Pädagogen sowie Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler begleitet. Nachdem Professor Tracy in Zusammenarbeit mit Dr. Erika Kaltenbacher (Uni Heidelberg) in einem MWK-Projekt zum frühen Zweitspracherwerb bereits nachweisen konnte, dass Dreijährige ohne Deutschkenntnisse sogar ohne systematische Förderung innerhalb eines halben Jahres die Grundstrukturen der deutschen Sprache erwerben können, kann man jetzt bei dem Ludwigshafener Projekt der spannenden Frage nachgehen, wie schnell der Zweitspracherwerb unter optimierten Bedingungen ablaufen kann, d.h. wenn der sprachliche Input gezielt um spezifische Anregungen bereichert wird. Das Projekt wird von der Universität wissenschaftlich begleitet. Nähere Informationen: |
30. März 2007
Achim Fischer
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