Uni-Scout für Politikwissenschaft
Hallo, mein Name ist Katharina und ich studiere seit dem Wintersemester 2010 Politikwissenschaft und Öffentliches Recht als Nebenfach. Seitdem bin ich in der Fachschaft für Politikwissenschaft und Soziologie und mittlerweile auch Hiwi am Lehrstuhl für Politische Wissenschaft und Zeitgeschichte. Seit diesem Semester bin ich zusätzlich Tutorin am Lehrstuhl von Prof. Geschwend. Im FS 2012 plane ich mit ERASMUS ein Semester im Ausland zu studieren | ![]() |
Man wird nicht automatisch zum Politiker! Das Berufsfeld ist weit gestreut.
Ich habe mich entschieden, Politikwissenschaft zu studieren, weil ich abseits der Meldungen in Zeitung und Fernsehen mehr über die Entstehung von Politik und ihren Auswirkungen wissen wollte. Ich finde das Studium sehr spannend und habe schon immer ein Interesse für Politik gehabt. Aber das war mir nicht genug. Und so bin ich jetzt an der Uni Mannheim.
Als Politikwissenschaftler wird man nicht automatisch zum Politiker. Natürlich beschäftigt man sich mit Parteien, Wählerverhalten und in einigen Anteilen auch mit politischen Programmen, aber tatsächlich gehen wenige Studenten nach ihrem Abschluss in die Tagespolitik. Vielmehr beraten Politikwissenschaftler später Unternehmen, NGOs oder andere Organisationen. Wiederum andere arbeiten im Öffentlichen Dienst oder gehen in die Forschung. Jobs bei der EU oder UNO sind auch drin. Das Berufsfeld ist also breit gestreut, und je nach Interesse kann man in einem gewissen Rahmen auch sein Studium gestalten.
Es ist von Vorteil, über das aktuelle politische Geschehen Bescheid zu wissen, aber nicht bis ins kleinste Detail. Viel wichtiger ist ein Interesse an Politik und politischen Vorgängen im Allgemeinen, weil das für (mindestens) sechs Semester das Hauptthema ist, mit dem man sich beschäftigen wird.
Was macht man denn so im Studium?
Manch einer wird sich fragen: Wenn ich nichts über die aktuelle Politik erfahre, was macht man denn so überhaupt im Studium? Nun ja, wir lernen beispielsweise, wie politische Theorien entstehen oder wie man sie erforscht, weiterentwickelt oder widerlegt. Dann gibt es Vorlesungen, die sich mit den Wechselwirkungen von politischen Systemen und Gesellschaft beschäftigen. Letztendlich geht es aber immer um politische Vorgänge, weniger um die Inhalte. Ab dem 2. Semester bestehen Wahlmöglichkeiten zwischen Seminaren mit unterschiedlichen Schwerpunkten. So hat jeder Student die Möglichkeit, sein Studium nach den eigenen Interessen zu gestalten. Das finde ich super!
Keine Forschung ohne Grundlagen. Im ersten Semester geht es erst einmal um die graue Theorie, aber das ist eben nötig, um in Proseminaren und Hauptseminaren mitarbeiten zu können. Zusätzlich gibt es Veranstaltungen, die die Erstis unterstützen, beim Schreiben von Hausarbeiten etwa. In Mannheim ist das Fach Politikwissenschaft stark empirisch ausgerichtet, also Panik vor Zahlen und Rechnerei sollte man nicht haben. Allerdings sind auch keine astronomisch guten Mathematiknoten vonnöten.
Die Uni Mannheim bietet uns Studierenden eine Menge Service. Wir haben einen Praktikumsmanager, der uns bei Bewerbungen und Fragen hilft. Es gibt auch eine Ansprechperson, wenn wir grundsätzliche Fragen zum Studium haben. Dann gibt es natürlich noch die Fachschaft, die sehr aktiv ist und für jeden Studenten Anlaufstelle ist. Zu den Sitzungen dienstags kann jeder kommen, der mag, wir sind eine offene Fachschaft und freuen uns immer über neue Leute, die sich einbringen wollen.
Auf keinen Fall zu vernachlässigen ist das Studentenleben! Schon gleich am Anfang knüpft man schnell Kontakte und das jährlich stattfindende Erstiwochenende ist eine prima Gelegenheit, sich besser kennenzulernen!
Die SoWi-Parties sind sowieso die allerbesten an der Uni!!
So, und nach all der Beschreibung hier noch ein Hinweis auf zwei Filme: In diesem SWR-Video wird erklärt, wie die Mannheimer Uni überhaupt ins Schloss kam und in diesem Film von Studierenden werden die Studiengänge der Sozialwissenschaftlichen Fakultät vorgestellt.
Wenn ihr Fragen habt, könnt ihr euch jederzeit an mich wenden: powi@scout.uni-mannheim.de
FAQs
Zulassungsvoraussetzungen - Numerus clausus und Engagement?
In meinem Jahrgang wurden Studenten bis zu einem Schnitt von etwa 2,3 zugelassen. Das kann mal strenger oder lockerer sein und ergibt sich jedes Jahr neu.
In der Studiengangsordnung steht, dass man sich engagiert haben muss, um einen Platz zu bekommen? Muss ich also in einer Partei beitreten?
Definitiv nicht. Wenn ihr politisch engagiert seid, könnt ihr das bei der Bewerbung angeben, aber auch jedes andere gesellschaftliche Engagement wirkt sich positiv auf die Bewerbung aus.
Empirische Forschung? Wie gut muss ich in der Schule in Mathe gewesen sein?
Politikwissenschaft an der Uni Mannheim ist zwar stark empirisch ausgerichtet,
aber ganz ehrlich: Ich hatte definitiv nicht 15 Punkte in meinem Abizeugnis und bin zugelassen worden. Wer so zwischen 0 und ein paar mehr Punkten schwebt, der sollte sich vielleicht überlegen, ob ein Studium in Mannheim sinnvoll wäre. Ein Mathe-Ass zu sein ist jedenfalls keine zwingende Voraussetzung.
Was genau bedeutet es, wenn es im Studium viel um Empirie geht?
Eigentlich das: Wir lernen, wie man Daten erhebt und sie dann auswertet, also wie man einen Zusammenhang zwischen Beobachtungen und ihren Konsequenzen herstellt. Eine Menge von dem, was wir in der Theorie lernen, lässt sich in der Praxis beobachten und dann erforschen. Dazu sind statistische Verfahren notwendig, die mithilfe von Statistikprogrammen angewendet werden.
Was hat es mit dem Nebenfach auf sich?
Politikwissenschaftler müssen neben dem Hauptfach aus mehreren Wahlmöglichkeiten ein Nebenfach aussuchen. Das Spektrum reicht von BWL und VWL über Englisch zu Soziologie oder Öffentliches Recht. Da wird für jeden etwas dabei sein.
Wieviel Aufwand muss ich für das Fach aufbringen?
Es ist so, dass wir viel lesen müssen. Wer sich also nicht gerne mit Literatur beschäftigt, der ist hier vielleicht nicht so gut aufgehoben. Wir sitzen den kleineren Teil der Zeit in Vorlesungssälen und haben dann mehr Zeit für das Selbststudium, also Vor- und Nachbereitung der Vorlesungen. Das ist auch notwendig. Aber keine Angst: Genügend Zeit für ein Leben neben dem Studium bleibt allemal!






