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Heinrich Vetter-Hörsaal (O 145)

Der Hörsaal O 145 wurde aus Mitteln der Heinrich-Vetter-Stiftung renoviert und nach dem Kaufmann Heinrich Vetter (1910-2003) benannt, der als Absolvent der Handelshochschule Mannheim die 1967 eingerichtete Universität als deren Nachfolgerin großzügig förderte. Heinrich Vetter hat sein gesamtes Vermögen einer gemeinnützigen Stiftung vermacht, die vorzugsweise in der Mannheimer Region tätig ist. Er wurde 1991 für sein mäzenatisches Wirken zum Ehrensenator der Universität ernannt und 1999 zum Ehrenbürger der Stadt Mannheim. 2001 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Fakultät für Betriebswirtschaftslehre.

Aufarbeitung der Rolle Heinrich Vetters im Nationalsozialismus

Vermögensteile des 1885 gegründeten Familienunternehmens „Kaufhaus Vetter“ entstanden aus acht zwischen 1934 und 1938 „arisierten“ Unternehmen und Grundstücken jüdischer Bürger. Heinrich Vetter war an diesen Vorgängen zum Teil aktiv beteiligt. Das Ausmaß seiner Teilnahme an der durch die Nationalsozialisten initiierten Übernahme des Eigentums von Juden im Wege der „Arisierung“ war lange Zeit ungewiss. Der letztendlich wissenschaftlich gesicherte Nachweis der Verstrickung Heinrich Vetters in den Arisierungsprozess erfolgte im Rahmen des 2009 begonnenen Forschungsprojektes der Universität Mannheim „Arisierung und Wiedergutmachung in Mannheim“. 2012 veröffentlichte die Historikerin Dr. Christiane Fritsche die Forschungsergebnisse unter dem Titel "Ausgeplündert, zurückerstattet und entschädigt - Arisierung und Wiedergutmachung in Mannheim".

Beibehaltung des Hörsaalnamens

Das Rektorat der Universität Mannheim hat sich bewusst entschieden, die Hörsaalbenennung nach Heinrich Vetter beizubehalten, um gleichermaßen auf die Verdienste wie auf die Verfehlungen von Heinrich Vetter als Beispiel für eine Biographie der jüngeren deutschen Vergangenheit hinzuweisen. Weitere Ausführungen zur Rolle Heinrich Vetters und seiner Familie in Zusammenhang mit der NS-Zeit und der Arisierung in Mannheim finden Sie auf den Seiten der Heinrich-Vetter-Stiftung, verfasst von der Historikerin Dr. Christiane Fritsche.

Hier sehen Sie den im Ostflügel des Schlosses gelegenen Heinrich Vetter-Hörsaal aus verschiedenen Perpektiven. Das Foto links unten zeigt Universitätsangehörige und Heinrich Vetter während der feierlichen Einweihung im November 2000.

Raumansicht von vorne Raumansicht von hinten

 

Einweihung Waschbecken

 

Der Hörsaal wurde in Absprache mit der Heinrich-Vetter-Stiftung entworfen und vom Architekturbüro Blocher, Blocher + Partner, Stuttgart gestaltet.