DE / EN

Photo credit: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Farbige Akzente im Westflügel

Freunde und Förderer von Schloss und Universität stiften großformatige Fotografie von Kim-Britt Eigenberger

Im Westflügel des Mannheimer Schlosses ist Farbe eingekehrt: Dort verleiht nun ein großformatiges Kunstwerk mit dem Namen „blurredlines 2017“ der Wandfläche des Foyers im ersten Stock eine strahlende Note aus fließenden Linien und Formen. Das Werk stammt von der in der Pfalz lebenden Künstlerin Kim-Britt Eigenberger und wurde von Freunden und Förderern der Universität Mannheim gestiftet. Initiator der Aktion war Professor Dr. Hans-Wolfgang Arndt, ehemaliger Rektor und Kunstbeauftragter der Universität.

Bei dem Werk handelt es sich um eine fünfteilige Fotografie, die so arrangiert wurde, dass sich daraus ein großes Gesamtbild ergibt. Doch selbst wer das Bild von Nahem betrachtet, wird auch bei genauem Hinsehen nur schwerlich erkennen, dass das Kunstwerk eine Fotografie ist. Stattdessen wirkt das Werk wie ein abstraktes Gemälde im Stil der informellen – d. h. nicht-geometrischen, gegenstandslosen – Malerei. Dieser Effekt ist beabsichtigt; die Künstlerin hat damit ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen, das ihre Fotografien kennzeichnet. Ihr Stil zeichnet sich durch die Verschmelzung der Grenzen zwischen Fotografie und Malerei aus und zeigt somit, dass Fotografie etwas völlig anderes sein kann als ein Abbild der Wirklichkeit. Als Grundlage für das Werk diente Kim-Britt Eigenberger eine von ihr bemalte Leinwand, die sie durch das Spiel mit Belichtung und fotografischer Bearbeitung weiterentwickelte. Die Künstlerin selbst bezeichnet ihr Werk als ein Angebot an den Betrachter: „Ich hoffe, es lädt zum Suchen, zum Entdecken und Finden ein“, sagt die 35-Jährige. 

Dass das fotografische Arrangement wie gemacht für die großflächige, weiße Wand des Foyers im Westflügel wirkt, ist kein Zufall, denn die Künstlerin hat ihr Werk speziell für diesen Ort entworfen: Es nimmt die Beige- und Marmortöne des Foyers auf und kontrastiert diese durch aussagekräftige Akzente in leuchtendem Orange und Blau. „Man nimmt das mehrteilige Bild nicht als Fotografie wahr, sondern als abstraktes Kunstwerk – und das ist das Spannende an diesem Werk“, findet Professor Dr. Ernst-Ludwig von Thadden, Rektor der Universität Mannheim. Insbesondere zu den Schwarz-Weiß-Fotografien von Robert Häusser, die im sich anschließenden Gang ausgestellt sind, bietet es einen spannenden Kontrast.

Das Ausstellen von Kunstwerken in den Räumlichkeiten der Universität hat Tradition. Sowohl dauerhafte Ausstellungen – wie die Schau „Heftige Malerei“, eine Leihgabe der Deutsche Bank Stiftung in der Bibliothek im Mittelbau – als auch temporäre Hängungen – wie die Fotografien von Mateo Hamann im Schlossflügel Ehrenhof West oder die großformatige Malerei von Claudia Tebben im Rektoratsflur im Ostflügel – prägen die Gänge und Räume im Schloss. Ende August wird letztgenannte Ausstellung Platz machen für weitere Werke von Kim-Britt Eigenberger. Wer schon jetzt mehr von der Künstlerin sehen möchte, macht einen kurzen Ausflug in die Pfalz. In der Galerie „Backhaus Deidesheim“ stellt die Künstlerin aktuell unter dem Titel „Color beyond paint“ aus. Zu sehen sind ihre Malereien und Fotografien dort noch bis zum 12. Mai, jeden Donnerstag zwischen 19 und 22 Uhr ist Eigenberger selbst in der Galerie anwesend. 

Zum Foto: Bei der Übergabe des Bildes (v.l.n.r.): Rektor Prof. Dr. Ernst-Ludwig von Thadden, Altrektor und Kunstbeauftragter Prof. Dr. Hans-Wolfgang Arndt, Kim-Britt Eigenberger, Prorektor und designierter Rektor Prof. Dr. Thomas Puhl, Prof. Dr. Georg Bitter (Juristische Abteilung)

Text und Foto: Kathrin Holstein, März 2018: Universität Mannheim/Forum/Netzwerk/Ausgabe 2/2017/Farbige Akzente im Westflügel

Back