ENTFÄLLT: Prof. Dr. Christian Neuhäuser: „Selbstachtung, Positionsgüter und Statusgerechtigkeit“

Prof. Dr. Christian Neuhäuser

- entfällt -

Gastvortrag des Philosophischen Seminars

Prof. Dr. Christian Neuhäuser (TU Dortmund) :
„Selbstachtung, Positionsgüter und Statusgerechtigkeit“

Der Vortrag muss leider entfallen.

Bei der Frage, was eine gerechte Verteilung von Grundgütern ist, konkurrieren vor allem zwei Theorieansätze miteinander. Auf der einen stehen egalitaristische Theorien, die eine Gleichverteilung dieser Güter fordern, es sei denn gut normative Gründe, die für eine Abweichung davon sprechen. Auf der anderen Seite stehen Suffizienztheorien, die argumentieren, dass Menschen nur einen Gerechtigkeitsanspruch auf Grundgüter haben, wie sie für ihre Wohlfahrt oder ihr würdevolles Leben notwendig sind. Jenseits davon ist ihre Verteilung keine Frage der Gerechtigkeit mehr und kann anderen Verteilungskriterien, beispielsweise dem freien Spiel der Marktkräfte überlassen bleiben.

In dem Vortrag werde ich dafür argumentieren, dass der Unterschied zwischen den beiden Theorieansätzen nicht so groß ist, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Die Argumentation vollzieht sich in drei Schritten. In einem ersten Schritt werde ich im Anschluss an Rawls dafür argumentieren, dass die soziale Grundlage für Selbstachtung ein wichtiges Grundgut darstellt. Dann werde ich in einem zweiten Schritt argumentieren, dass diese soziale Grundlage auch in sogenannten Positionsgütern besteht. Das sind im Falle von Selbstachtung vor allem Geld, Bildung und soziale Positionen. Der Wert dieser Güter hängt auch davon ab, wie viel andere Gesellschaftsmitglieder davon haben. Auf dieser Grundlage lässt sich in einem dritten Schritt argumentieren, dass diese Güter nicht zu ungleich verteilt sein dürfen, wenn es nicht zu Statushierarchien kommen soll, die die Selbstachtung einiger Gesellschaftsmitglieder unterläuft.

Die gerechtigkeitstheoretische Bedeutung einer Betrachtung dieser Positionsgüter besteht also darin, so werde ich darlegen, dass sie Suffizienztheorien stark in die Nähe von egalitaristischen Theorien rückt. Auf der Begründungsebene mag es einen Unterschied zwischen den Theorien geben, nicht jedoch nicht auf der Ebene einer normativ geforderten gesellschaftlichen Grundstruktur. Dies entzieht kapitalistischen Wirtschaftsordnungen einer ihrer zentralen Rechtfertigungsgrundlagen.

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