Foto: Anna Logue

Kranken­versicherung von EU-Bürgern

Allgemein gilt für Auslands­aufenthalte von Bürgern der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz Folgendes – sofern Sie nicht an der Universität Mannheim angestellt werden:

Sind Sie in ihrem Heimatstaat freiwillig versichert oder pflichtversichert, können sie im EU-Ausland sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen und sich die Kosten von ihrer Krankenkasse erstatten lassen.

Nimmt ein Versicherter einen Arzt oder einen anderen Leistungs­bringer innerhalb der Europäischen Union in Anspruch, zahlt er zunächst vor Ort die Behandlungs­kosten und reicht dann die Rechnungs­belege bei seiner Krankenkasse im Heimatland ein. Die Kosten werden dann in der Höhe übernommen, wie sie bei einer inländischen Behandlung entstanden wären; eventuelle Mehrkosten muss der Patient selber tragen.

Bei Inanspruchnahme von Krankenhausleistungen in dem anderen Staat ist eine vorherige Genehmigung der Krankenkasse erforderlich. Diese darf nur versagt werden, wenn die gleiche oder eine für den Versicherten ebenso wirksame, dem allgemeinen Stand der medizinischen Er­kenntnisse entsprechenden Behandlung rechtzeitig in einem Krankenhaus im Inland durchgeführt werden kann.

Ein erweiterter Kranken­versicherungs­schutz besteht dann, wenn ein gesetzlich Krankenversicherter und seine Familienangehörigen sich vorübergehend – im Urlaub oder auf Geschäftsreise – in dem anderen Land aufhalten. Sie haben im Krankheitsfall einen Anspruch auf alle medizinisch notwendigen Leistungen, einschließlich einer Krankenhausbehandlung.
 

Vorübergehender Aufenthalt: Die Europäische Kranken­versicherungs­karte (EHIC)

Zur Erleichterung der Behandlung bei einem vorübergehenden Auslands­aufenthalt ist jede Krankenkasse verpflichtet, ihren Mitgliedern eine europäische Kranken­versicherungs­karte auszustellen. Bei Krankheit in einem anderen EU-Land sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz werden die medizinischen Leistungen nach den Rechts­vorschriften des Aufenthaltsstaates erbracht und nach den dort geltenden Gebührensätzen erstattet: Auf Sachleistungen, die im Gastland kostenlos erbracht werden, hat der Kranke bei Vorlage seiner Karte ebenfalls Anspruch wie auf kostenlose ärztliche Versorgung. Kosten für Leistungen, die im Gastland in der Regel bezahlt werden müssen, übernimmt nach Vorlage der Versicherungs­karte die Krankenkasse.

Die Europäische Kranken­versicherungs­karte gilt aber nur eingeschränkt. Sie gilt

  • nur für vorübergehende Aufenthalte im Ausland,
  • nur für notwendige medizinische Leistungen,
  • nicht für gezielte Reisen zur Behandlung ins Ausland und
  • nicht für Kosten eines Krankenrücktransports in die Heimat.
     

Längerfristiger Aufenthalt

Längerfristig ist ein Auslands­aufenthalt, der über eine Urlaubsreise, Geschäftsreise oder Tagungs­teilnahme hinausgeht, zum Beispiel eine Gastprofessur oder ein Forschungs­aufenthalt für die Dauer eines Semesters oder Jahres. Für längerfristige Auslands­aufenthalte innerhalb der Europäischen Union sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz gilt statt der Europäischen Kranken­versicherungs­karte Folgendes:

Ist man im Heimatland auch während des Aufenthaltes in Deutschland weiter gesetzlich krankenversichert, stellt die heimische Krankenkasse auf Antrag den Vordruck S1 (früher: E 106) aus. Mit dem Vordruck S1 kann man sich und seine Familienangehörigen bei einer deutschen Krankenkasse anmelden. Über die deutsche Krankenkasse erhält man dann alle Leistungen, wie sie einem deutschen Krankenkassen­mitglied zustehen. Die deutsche Krankenkasse stellt ihre Kosten anschließend der heimischen Krankenkasse in Rechnung.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie auf EURAXESS Germany.

Kontakt:

Julia Potapov

Julia Potapov

Forscherberaterin
Universität Mannheim
Dezernat II – Studien­angelegenheiten
Akademisches Auslands­amt / Welcome Center
L 2, 2-4 – Raum 117
68161 Mannheim
Sprechstunde:
nach Vereinbarung
Claudius Werry

Claudius Werry

Teamleiter Welcome Center & Forscherberater
Universität Mannheim
Dezernat II – Studien­angelegenheiten
Akademisches Auslands­amt / Welcome Center
L 2, 2-4 – Raum 117
68161 Mannheim
Sprechstunde:
nach Vereinbarung