Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

50 Jahre Internationale Sommerakademie

Seit einem halben Jahrhundert kommen internationale Studierende zur Sommerakademie, um vier Wochen lang die deutsche Sprache zu lernen und einen Einblick in unsere Kultur zu bekommen.

1969 kamen zum ersten Mal Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Ausland nach Mannheim, um bei der „Internationalen Sommerakademie“ ihre Deutsch­kenntnisse zu verbessern. Damals wie heute steht allerdings nicht nur das Lernen der Sprache auf dem Programm. „Das kulturelle Rahmen­programm spielt natürlich auch eine große Rolle“, sagt Karin Gültlinger, die heute die Internationale Sommerakademie leitet. 1985 hat sie als Deutschlehr­erin in dem Programm angefangen. „Mit den Jahren hat sich schon einiges verändert. Früher hatte die Sommerakademie mehr Leichtigkeit und auch zertifikatsfreie Projekte wie Theateraufführungen oder ein Filmworkshop hatten großen Zuspruch. Der reine Sprach­unterricht und die Wissensvermittlung waren wichtig, aber wichtiger war die Verständigung, das gegenseitige Kennenlernen“, so Gültlinger weiter. „Heute stehen handfeste Themen wie Wortschatz, Grammatik und Kurzeinführungen zum Thema „Wie ticken die Deutschen?“ bei den Studierenden in der Beliebtheitsskala oben und das Endzeugnis hat einen hohen Stellenwert.“

Im Hinblick auf die Herkunftsländer der Teilnehmerinnen und Teilnehmer lässt sich über die Jahre auch die weltpolitische Entwicklung ablesen. Kamen zuerst Westeuropäerinnen und Westeuropäer – mit Schwerpunkt Italien und Spanien – so waren mit der Öffnung Europas nach Osten viele Teilnehmer aus den osteuropäischen Ländern dabei, wie Polen, Russland und der damaligen Tschechoslowakei. Heute sind die Sommerkurse bei Studierenden aus Fernost beliebt: 2019 kommen die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus China.

Auch die Zahl der Teilnehmenden ist mit den Jahren gestiegen. Dieses Jahr sind es 260 junge Menschen, die sich vier Wochen lang auf ihr Studium in Deutschland einstimmen. Rund 80 Prozent von ihnen sind Austausch- und Programm­studierende der Universität Mannheim und werden ein, vielleicht sogar zwei Semester hier leben. Sie nutzen die Sommerakademie neben dem Lernen der deutschen Sprache dazu, um einen ersten Eindruck von Land und Leuten zu bekommen – und um organisatorisch alles auf den Weg zu bringen, bevor die Vorlesungs­zeit beginnt.

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