Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

„Die Menschen in Mannheim sind sehr hilfsbereit und nett“

Dijana Babic kommt aus Bosnien und studiert seit vergangenem Herbstsemester Politik­wissenschaft in Mannheim. An das Leben in Deutschland hat sie sich schnell gewöhnt: Dijana ist in Mannheim geboren und die ersten sechs Jahre ihres Lebens aufgewachsen. In ihrer myUniMA story spricht Dijana darüber, warum es sie wieder zurück nach Deutschland kam, warum sie am Anfang Zweifel hatte und welche Erfahrungen in Mannheim sie überrascht haben.

Wieso hast du dich für ein Politikstudium an der Universität Mannheim entschieden?

Ich habe mich dafür entschieden, weil die Universität in vielen Rankings die vordersten Plätze belegt, nicht nur in den Politik­wissenschaften. Gleichzeitig ist Mannheim auch meine Heimatstadt: Ich bin hier geboren und die ersten sechs Jahre aufgewachsen, das war auch ausschlaggebend für meine Entscheidung. Die besondere politische Situation in Bosnien hat zudem mein Interesse für das Fach Politik­wissenschaft geweckt. In Bosnien leben Serben, Kroaten und Bosnier zusammen und müssen alle in der Politik repräsentiert werden. Das ist sehr spannend.

Wolltest du dein Studium schon immer im Ausland absolvieren?

Nein, anfangs wollte ich in Bosnien studieren, habe mich aber trotzdem auch in Mannheim beworben. Als ich dann die Zusage bekommen habe, war ich mir immer noch nicht sicher, ob ich wirklich nach Deutschland gehen soll. Da ich aber von Natur aus eine Abenteurerin bin und Herausforderungen liebe, habe ich mich doch dafür entschieden.

Wie haben Freunde und Familie auf deine Entscheidung reagiert?

Meine Familie hat sich gefreut. Sie haben mir alle von Anfang an dazu geraten, nach Deutschland zu gehen, weil man hier besser studieren und arbeiten kann. Letztendlich war das auch die beste Entscheidung meines Lebens. Ich hätte vieles verpasst, wenn ich in Bosnien geblieben wäre.

Gibt es etwas, das dich am Leben in Deutschland überrascht hat?

Ich wusste schon immer, dass die Deutschen sehr pünktlich und verantwortungs­voll sind. Aber ich habe unterschätzt, wie sehr. Das hat mich positiv überrascht. Überrascht hat mich auch, wie intensiv die Deutschen das Internet nutzen – das ist in Bosnien ganz anders. Dort spielt es im Alltag nicht eine so große Rolle.

Gab es Schwierigkeiten am Anfang?

Zum Glück hatte ich keine größeren Schwierigkeiten. Das Eingewöhnen fiel mir leicht, weil ich ja schon früher in Deutschland gelebt habe. Außerdem habe ich in der Nähe von Mannheim gute Bekannte, die mich am Anfang sehr unterstützt haben. Sie haben mich durch die Stadt geführt und mir beispielsweise geholfen, als ich bei der Immatrikulation nicht wusste, wo ich das Quadrat L1 finde.

Welche Tipps würdest du internationalen Studierenden geben, die sich für ein Studium in Mannheim interessieren?

Ich würde auf jeden Fall die Veranstaltungen der Universität besuchen, weil man dort viele neue Leute kennenlernen kann. Die Stadt selbst ist wunderschön und bietet auch viele Möglichkeiten, neue Freunde zu finden. Ich glaube aber nicht, dass jemand da große Schwierigkeiten haben wird. Die Menschen in Mannheim sind sehr hilfsbereit und nett.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Ich würde vielleicht gern ein Auslands­semester machen. Die Universität hat ja über 450 Partner­universitäten und bietet den Studierenden da viele Möglichkeiten. Nach dem Bachelor möchte ich auch meinen Master in Deutschland machen. Im ehemaligen Jugoslawien sind die Folgen des Krieges immer noch zu spüren, wirtschaft­lich und politisch. Mir würde es daher schwer fallen, wieder zurückzugehen. Wenn ich aber von Deutschland aus etwas zur Entwicklung meines Landes beitragen kann, dann würde ich das gern tun.

Text: Tina Ratacjyk / März 2019

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