Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Emmas.app ist da

Nach einer erfolgreichen Test­phase ist Emmas.app online gegangen. Die App soll den Einwohnern ländlicher Gebiete im Rhein-Neckar-Kreis bei der Versorgung mit Lebensmitteln helfen. Forscher des Instituts für Enterprise Systems (InES) der Universität Mannheim haben die Einkaufs-App mitentwickelt. Zur Vorstellung der App trafen sich die Projekt­partner und viele Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung in den Gemeinden Meckesheim und Spechbach.

Die Nahversorgung der Zukunft in der Region sichern – das ist das erklärte Ziel der Partner­projekte „CrowdMyRegion“ und „Intelligente Markt­plätze“. Am Montag, den 9. September 2019, stellten die Projekt­partner zahlreichen geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung die Plattform Emmas.app nach erfolgreicher Test­phase vor. Projekt­partner sind das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis mit den Modellgemeinden Spechbach und Schönbrunn, die Universität Mannheim, die Entwicklerfirma Ciconia Software sowie der Verband Region Rhein-Neckar. Zu Gast waren der Parlamentarische Staats­sekretär im Bundes­ministerium für Wirtschaft und Energie Thomas Bareiß MdB und der baden-württembergische Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk MdL, deren Ministerien die Projekte fördern.

„Die örtlichen Versorgungs­strukturen gehen seit Jahren zum Teil stark zurück. Insbesondere im Lebensmittel­bereich sind vielerorts bereits Versorgungs­lücken entstanden, die durch weite Fahrten kompensiert werden müssen. Für Bevölkerungs­gruppen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, wird dadurch eine eigenständige Versorgung immer schwerer“, informierte der Landrat des Rhein-Neckar-Kreises, Stefan Dallinger, über die Gründe für die Entstehung dieser für die ganze Region sehr bedeutenden Projekte. Die von der Ciconia Software entwickelte Emmas.app bietet hier eine Lösung an und unterstützt gleichzeitig den lokalen Einzelhandel bei der Digitalisierung.

Emmas.app funktioniert wie ein Markt­platz im Internet. Kernidee ist die Entwicklung eines sozialen Mitbring-Netzwerks für Lebensmittel: So sollen Menschen, die kein eigenes Auto haben oder aus sonstigen Gründen in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, wieder besser an die Grundversorgung angebunden werden. Über Emmas.app können die Nutzer Lebensmittel bei regionalen Geschäften reservieren oder bestellen, online bezahlen und sich durch ihre mobile Nachbarschaft mitbringen lassen. „Das spart Wartezeiten, ermöglicht das digitale Stöbern im Produktsortiment regionaler Anbieter und verkürzt die Einkaufszeit, wenn der Nachbar auf seinem Einkaufsweg die eigene Bestellung mitbringt“, erläuterte der Landrat die Vorteile der App. „Letztendlich ist es unser Ziel, den örtlichen Einzelhandel zu stärken, Logistikwege einzusparen und – in einem zweiten Schritt – soziale Treffpunkte im ländlichen Raum zu schaffen“, so Stefan Dallinger weiter.

„Eins zeigt das Projekt sehr deutlich: Anwendungen aus der Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz können maßgeblich zur Lösung zentraler gesellschaft­licher Herausforderungen wie dem Klimaschutz beitragen. Wenn durch das Projekt nur ein Bürger motiviert werden kann, für zwei seiner Nachbarn Einkäufe bei ‚Sowieso-Fahrten‘ mitzubringen, können schon mindestens zwei Drittel an Fahrzeugabgasen eingespart werden“, erklärt Dr. Christian Bartelt vom Institute for Enterprise Systems an der Universität Mannheim. Das Forschungs­team um Dr. Bartelt entwickelt im Projekt einen intelligenten Algorithmus, um zukünftige Wege von angemeldeten Mitbringern vorherzusagen und ihnen passgenaue Vorschläge für mögliche Mitnahmefahrten zu geben.

Gute Ergebnisse in der Test­phase

Emmas.app wird seit Beginn des Jahres in Spechbach und Schönbrunn mit großem Erfolg getestet. Die beiden Kommunen probieren als Modellgemeinden zusätzlich innovative Logistiklösungen mit Lieferungen an zentrale Abholstationen aus. „Keine leichte Aufgabe, aber lösbar“, versichert Marko Jeftic, Chef-Entwickler von Emmas.app und Geschäftsführer des Mannheimer Startups Ciconia Software. Die Appholstationen sollen als neue örtliche Treffpunkte dienen, an denen neben der Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs das gemeinschaft­liche Miteinander aller Generationen im Vordergrund steht.

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