Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Verleihung des Andreas Lamey-Preises 2018

Der Verein zur Förderung des Historischen Instituts und des Antikensaals an der Universität Mannheim hat zum dritten Mal in Folge den Andreas Lamey-Preis für herausragende Abschlussarbeiten im Fach Geschichte vergeben. Aufgrund der großen Anzahl hervorragender Einreichungen wurden in diesem Jahr zwei Abschlussarbeiten prämiert.

Der Preis für die beste Bachelor­arbeit ging in diesem Jahr an Verena Böckle für ihre Arbeit „Die Grundherrschaft des Aachener Marienstifts in Erkelenz 1500-1634. Transkription und Kommentar zum historischen Quellenwert spätmittelalterlicher Lehnregister“. Die von Prof. Dr. Hiram Kümper betreute Arbeit leistet einen Beitrag zur Arbeit mit und der Erforschung von spätmittelalterlichen Lehnregistern. Neben theoretischen Überlegungen zum Wert dieser Quellengattung untersuchte Verena Böckle die Grundherrschaft des Aachener Marienstifts im rheinischen Erkelenz des 16. und 17. Jahrhunderts. Hierfür analysierte sie die stiftseigenen Lehnsregister für Erkelenz, transkribierte diese erstmals und machte sie öffentlich nutzbar. Dabei ließen sich Er­kenntnisse über die sozialpolitische und grundherrschaft­liche Struktur des Amtes Erkelenz gewinnen.

Im Bereich der Master­arbeiten prämierte die Jury die von Frank Kell verfasste Arbeit „‚Demokratie und Sozialismus und Freiheit.‘ Die DDR-Bürgerrechts­bewegung und die Revolution von 1989/90“. Die von Prof. Dr. Julia Angster betreute Arbeit hat das politische Denken und Handeln der Bürgerrechts­bewegung in der späten DDR zum Gegenstand. Sie untersucht gesellschaft­liche Problemdeutungen, Erwartungs­haltungen und Zielvorstellungen einiger zentraler Akteure sowie deren revolutionäre Praktiken im Umbruchsjahr 1989/90. So wird etwa im gescheiterten Verfassungs­entwurf des Runden Tisches und in der Parole „Wir sind das Volk!“ ein von der Bundes­republik grundsätzlich abweichendes Verständnis darüber deutlich, was Gesellschaft sein soll und Demokratie zu leisten habe. Die DDR-Bürgerrechts­bewegung folgte vielmehr einem direktdemokratischen Konzept, das den angeblichen „Willen des Volkes“ unmittelbar zum Ausdruck bringen und dem Individuum als „freiem Menschen“ in einer reformierten DDR eine Stimme geben sollte. Die Arbeit von Herrn Kell wurde zusätzlich in die Publikations­reihe Young Academic der Wissenschaft­lichen Buch­gesellschaft Darmstadt aufgenommen.

Der Andreas Lamey-Preis wird seit 2016 jährlich im Rahmen des Jahresvortrages des Historischen Instituts vergeben und ist mit 500 Euro dotiert. Im Preisgericht saßen in diesem Jahr Prof. Dr. Annette Kehnel, Dr. Sandra Eichfelder und Vicky Müller. Der Förderverein möchte durch die Verleihung des Preises zur Förderung des wissenschaft­lichen Nachwuchses bei und gibt den Preisträgerinnen und Preisträgern die Möglichkeit, ihre Forschungs­ergebnisse im Rahmen eines Vortrages der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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