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Nominierte für den Lehr­preis 2018

Für ihre herausragende Lehre wurden Prof. Dr. Christoph Spengel und Dr. Stefan Janke beim diesjährigen Universitäts­tag mit dem Lehr­preis der Universität Mannheim ausgezeichnet. Alle zwölf Nominierten für den Lehr­preis 2018 finden Sie hier im Überblick:

Kategorie 1

Prof. Dr. Georg Bitter

Professor Bitter (Lehr­stuhl für Bürgerliches Recht, Bank- und Kapital­markt­recht, Insolvenzrecht) erarbeitete ein Konzept zur integrativen Vermittlung juristischer Lehr­inhalte. Während die praktische Fallbearbeitung bisher nur in Übungs­veranstaltungen vermittelt wurde, verknüpft das neue Konzept Fallbearbeitungs­beispiele mit den abstrakt-theoretischen Anteilen einer Vorlesung. Unterstützt durch einschlägige Prüfungs­schemata, praktische Fälle und Lösungen sowie weitere begleitende Vorlesungs­materialien wurde der Lernerfolg von Studierenden aller Semester des Studien­gangs „Bachelor Unternehmens­jurist/-in“ verbessert.

Prof. Dr. Leif Döring

Um besser auf die Heterogenität der Studierenden des Studien­gangs „Wirtschafts­mathematik“ eingehen zu können, entwickelte Professor Leif Döring (Lehr­stuhl für Stochastik) das Konzept der „individualisierten Tutorien“. Parallel abgehaltene Tutorien werden hierbei auf die Bedürfnisse der Studierenden abgestimmt, unter anderem indem Übungs­lösungen auf YouTube bereitgestellt werden, die ein individuelles Lerntempo ermöglichen. Durch die Auslagerung der Übungen können die Tutorinnen und Tutoren auf die Lernpräferenzen und -interessen der unterschiedlichen Studierenden eingehen.

Prof. Dr. Eckhard Janeba

Um auf das große Interesse der Studierenden an wirtschafts- und finanzpolitischen Fragestellungen eingehen zu können, bediente sich Professor Janeba (Lehr­stuhl für Volkswirtschafts­lehre, Finanz­wissenschaft und Wirtschafts­politik) eines interaktiven Vorlesungs­stils. Trotz hoher Teilnehmerzahlen in seinen Veranstaltungen konnten somit theoretische Modelle kritisch analysiert und in offener Runde diskutiert werden. Dieses Vorgehen wird nun auch in den zugehörigen Übungen angewendet, sodass die Studierenden auch hierbei aktiv an der Erarbeitung von Lösungs­wegen mitwirken können.  

Prof. Dr. Thorsten Meiser

Professor Meiser (Lehr­stuhl für Psychologische Methodenlehre und Diagnostik) widmete sich in seinem Lehr­konzept der Vermittlung methodischer Verfahren in der Psychologie. Mithilfe von unterschiedlichen eLearning-Elementen – wie unter anderem Vorlesungs­mitschnitten sowie ergänzenden Präsentations­aufzeichnungen – gelang es Professor Meiser, dieses bei Studierenden oftmals wenig beliebte Thema anschaulich aufzubereiten, sich in die unterschiedlichen Lernstände seiner Studierenden hineinzuversetzen und somit selbst komplexe Lehr­inhalte verständlich zu erläutern. 

Prof. Dr. Christoph Spengel

Prof. Dr. Christoph Spengel ist seit 2006 Inhaber des Lehr­stuhls für Allgemeine Betriebs­wirtschafts­lehre und Betriebs­wirtschaft­liche Steuerlehre II. Durch den hohen Grad an Partizipation und Interaktion in seiner Lehre, beispielsweise in der Vorlesung „TAX 303: Unternehmens­besteuerung“, fördert Prof. Spengel die aktive Auseinandersetzung seiner Studierenden mit dem Lernstoff. Dank der Kombination von klassischen Präsenz­veranstaltungen mit eLearning-Elementen erwerben die Studierenden die Lerninhalte auf mehreren Ebenen und können darüber hinaus die eLearning-Inhalte flexibel und gemäß ihren Lernpräferenzen nutzen. Der Lernprozess wird durch die Einbindung weiterer interaktiver Elemente – wie beispielsweise einem Quiz inklusive Siegerehrung – weiter unterstützt.

Kategorie 2

Dr. Stefan Janke

Dr. Stefan Jankeist seit 2012 am Lehr­stuhl für Pädagogische Psychologie von Prof. Dr. Oliver Dickhäuser tätig. Um die Studierenden zur tiefgreifenden Auseinandersetzung mit dem Lernstoff zu motivieren, stehen in Dr. Jankes Lehre vor allem Realitätsnähe und die Relevanz der Lerninhalte im Vordergrund. Beispielshaft führte Dr. Janke eine Veranstaltung durch, in der die Studierenden eigenständig theoriegestützte Maßnahmen zur Reduktion des Studien­abbruchs an der Universität Mannheim entwickelten und diese am Ende des Semesters den Mitgliedern der Stabsstelle Qualitäts­management der Universität Mannheim vorstellten.

Dr. Amina Kropp

Dr. Kropp (Romanisches Seminar) konzentrierte sich in ihrem Lehr­konzept auf das eigenständige Erarbeiten umfassender Themengebiete aus dem Bereich Mehrsprachigkeit und Spracherwerb durch die Studierenden. Zeitgleich versuchte Dr. Kropp, die Studierenden auch in ihre eigene Forschungs­tätigkeit einzubinden und zu aktiver Partizipation zu ermutigen, während sie selbst als Begleitperson fungierte. Methodisch baute Dr. Kropp ihre Seminare gemäß dem 3-Säulen-Modell auf, d. h. im Sinne einer Verbindung interaktiver Formate, empirischer Erhebungen sowie der Sensibilisierung für gesellschaft­liche Diskurse.
 

Prof. Dr. Nils Schaks

Im Rahmen der Lehr­veranstaltung „Rep² - Examenskurs Öffentliches Recht I“ widmete sich Professor Schaks (Juniorprofessur für Öffentliches Recht) dem Problem, dass Studierende der Rechts­wissenschaft ihr Wissen oftmals nicht hinreichend in konkreten Fallanalysen entfalten können. Er verband dabei vorhandene Kenntnisse der Studierenden mit neuen Fragestellungen aus dem Staats­recht und richtete seine Veranstaltungs­planung individuell auf den Lernenden aus. Abwechselnde Lehr­methoden nutzte er, um die abstrakt gehaltenen Gesetze greifbar und praktisch anwendbar zu machen.

Dr. Daniel Schön

Dr. Daniel Schön (Lehr­stuhl für Wirtschafts­pädagogik V, Technologie­basiertes Instruktions­design) verfolgte in seinem Lehr­konzept das Ziel, individuelle Lernprozesse innerhalb heterogener Studierenden­gruppen zu verbessern. Die klassische Präsenz­veranstaltung wurde hierbei im Sinne des Blended Learning (integriertes Lernen) durch bekannte digitale Formate (z.B. Vorlesungs­aufzeichnung, Forum, Programmierwettbewerb) ergänzt und die Lernumgebung ILIAS durch neue, eigens entwickelte Funktionen (z.B. MobileQuiz, Learning-Analytics Profile) erweitert.

Prof. Dr. Sebastian Siegloch

In seinen Veranstaltungen kontrastiert Professor Siegloch (Juniorprofessur für Wirtschafts­politik und Politische Ökonomie) etablierte Standard­modelle der Volkswirtschafts­lehre und das klassische Bild des „homo oeconomicus“ mit aktuellen empirischen Forschungs­ergebnissen. In gemeinsamen Diskussionen werden vermeintliche Widersprüche thematisiert und notwendige Erweiterungen der Standard­theorien erörtert. Zudem wird das Lehr­portfolio kontinuierlich erweitert, indem Studierende in die Auswahl neuer Themen aktiv eingebunden werden.

Prof. Dr. Arnd Vomberg

Im Rahmen seiner Master-Vorlesungen an der Fakultät für Betriebs­wirtschafts­lehre vermittelte Professor Vomberg (Juniorprofessur für Empirische Forschungs­methoden) seinen Studierenden umfangreiche Kompetenzen für das selbständige wissenschaft­liche Arbeiten. Diese ermöglichten eine gelungene Diskussion zu statistischer und experimenteller sowie fragebogengestützter Forschung. Über die klassische Vorlesung hinaus wurde von den Studierenden ein Software­praktikum absolviert, wobei die statistischen Analysen in der Praxis angewandt wurden. Durch verschiedene Flipped Classroom-Angebote sowie Case Studies wurde das Lehr­konzept zusätzlich ergänzt.

Prof. Dr. Martina Zemp

Im Rahmen ihrer Vorlesungen bediente sich Professor Zemp (Juniorprofessur für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie) einer „Methode des Miteinanders“: Gemeinsam mit den Studierenden erarbeitete sie den für die Veranstaltungen relevanten Lernstoff in Gruppen. Posterkongresse oder Journal Clubs in Seminaren ersetzten zudem das etablierte Referat; anonymisierte Therapieaufzeichnungen verschafften Einblick in „echte Fälle“. Der klare Praxisbezug in Verbindung mit der einschlägigen klinischen Berufserfahrung der Dozentin bereicherte die Veranstaltung.