Jannik Voellink, Mareike Fischer, Anastasia Erohina (v.l.) / Foto: Elisa Berdica

Das Schloss ist bunt!

#UnserSchlossIstBunt – unter diesem Motto ließen sich Studierende und Beschäftigte der Universität Mannheim Anfang Mai vor dem Schloss fotografieren, um sich sichtbar hinter die LGBT+-Gemeinschaft zu stellen. Die Bilder der Fotoaktion sind anlässlich des Internationalen Tags gegen Homophobie entstanden und werden am 17. Mai auf dem Campus und online ausgestellt.

“LGBT+ can count on us”, “I stand up for my LGBT+ friends” oder “LGBT+ rights are human rights” – das sind die Botschaften, die Studierende und Beschäftigte der Uni Mannheim während derKampagne #UnserSchlossIstBunt im Mai immer wieder in die Kamera halten. Die Fotokampagne auf dem Ehrenhof, eine Aktion von „Queer im Schloss“ (QuiS) und der Amnesty-International-Hochschul­gruppe, möchte so die Sichtbarkeit der LGBT+-Community auf dem Campus erhöhen. „Wer LGBT+ ist – also beispielsweise schwul, lesbisch, bi oder transgender – ist an der Uni willkommen!“ erklärt BWL-Studentin Anastasia Erohina, die „Queer im Schloss“ leitet.

Ziel der Kampagne ist es, der Vielfalt an der Uni Mannheim ein Gesicht zu geben. „Es ist noch nicht so lange her, da war es peinlich, sich öffentlich für Schwule, Lesben und Transgender einzusetzen. Wir möchten mit solchen Aktionen erreichen, dass das zur Normalität wird“, sagt Jannik Voellink, der sich ebenfalls im Vorstand von QuiS engagiert. Er selbst habe die Uni Mannheim immer als einen sehr offenen Ort empfunden: „Natürlich gibt es immer noch Leute, die Angst haben sich zu outen, aber das ist meiner Meinung nach völlig unbegründet. Ich habe mit vielen Leuten bei QuiS gesprochen und alle sind total froh, dass sie hier so offen leben können“, so Voellink. „Die Uni Mannheim ist nicht nur eine Top-Uni, sondern auch ein super Ort für die LGBT+ Gemeinschaft und das sollen die Leute mitbekommen.“

Neben regelmäßigen Treffen, Aktionen und Kneipenbummeln plant QuiS für die Zukunft auch, die Charta für Vielfalt an die Uni Mannheim zu bringen. Mit deren Unterschrift bekennen sich öffentliche Institutionen offiziell zu Vielfalt und Gleichberechtigung. „Wir wollen auf jeden Fall, dass die Offenheit für LGBT+ sichtbar bleibt und hier verankert wird“, erläutert Jannik. „Langfristig wünschen wir uns auch, die Kontakte von ‚Queer im Schloss‘ zur Wirtschaft auszubauen. Wir hatten schon mehrere spannende Projekte mit Akteuren aus Politik und Kunst.“

Wie groß die Unterstützung auf dem Mannheimer Campus ist, zeigt der Erfolg von #UnserSchlossIstBunt. Das ist auch Mareike Fischer, Mitglied der Themengruppe „Diversity and Gender“ in der Hochschul­gruppe Amnesty International, positiv aufgefallen: „Ich plädiere heute weniger für Offenheit, weil ich finde, die Uni Mannheim ist schon sehr offen. Meine Botschaft ist eher ‚Please show me your color!‘. Wir wollen Leute dazu ermutigen, sich zu zeigen und zu sich selbst zu stehen!“

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Text: Kyra Hoffmann / Mai 2018