Nutzen das EXIST-Gründerstipendium, um ihre Clould weiterzuentwickeln: Lukas Gentele, Fabian Kramm und Daniel Thiry (v.l.) / Foto: covexo

IT-Startup von Mannheimer Absolventen mehrfach ausgezeichnet

Software auf dem eigenen Desktop und gleichzeitig in der Cloud mit anderen Programmierern entwickeln – das von drei Mannheimer Absolventen gegründete IT-Unternehmen covexo macht es möglich. Im Januar 2018 ist ihre Plattform an den Markt gegangen und bereits jetzt schon mehrfach ausgezeichnet: mit dem EXIST-Gründerstipendium vom Bundes­wirtschafts­ministerium und dem Existenzgründerpreis der Stadt Mannheim.

Software in der Cloud zu entwickeln hat viele Vorteile: Mehrere Entwickler können gleichzeitig auf Prototypen zugreifen, sich gegenseitig Feedback und Hilfestellung geben.  „Trotzdem bleiben viele Entwickler bei ihren desktop­basierten Programmen, weil diese oft funktionaler sind“, sagt Lukas Gentele, Geschäftsführer von covexo. Mit dem Software-Startup wollen er und seine Mitgründer Daniel Thiry und Fabian Kramm zukünftig die besten Eigenschaften beider Plattformen zusammenbringen. „Entwickler können dank covexo dann weiterhin ihre gewohnten Desktop­programme nutzen“, erklärt Fabian Kramm. „covexo synchronisiert den Code in Echtzeit und überträgt ihn dann automatisch in die Cloud.“

Die Idee zu dem Startup hatten die ehemaligen Studenten der Universität Mannheim bei der Arbeit in ihrem ersten Unternehmen, einer Web-Agentur. Da sie selbst Software für Kunden programmierten, kannten sie das Dilemma zwischen web- und desktop­basierter Entwicklung aus eigener Erfahrung. „Wir wollten das Problem lösen und die Software-Entwicklung durch eine eigene Plattform – die covexo Cloud – verbessern“, sagt Thiry. Kurz vor ihrem Master­abschluss im vergangenen Jahr erhielten die drei Jung-Gründer die Zusage für das EXIST-Gründerstipendium des Bundes­ministeriums für Wirtschaft und Energie sowie der EU. Das Gründungs­vorhaben war gesichert: Neben einer finanziellen Förderung in Höhe von mehr als 120.000 Euro erhielten die Stipendiaten auch Unterstützung durch die Universität, die ihnen den Mannheimer IT-Wissenschaft­ler Dr. Christian Bartelt vom Institut für Enterprise Systems als Mentor zur Seite stellte.

Durch den fließenden Übergang vom Studium zur Gründung stellte sich für Gentele, Thiry und Kramm nie bewusst die Frage nach einem Standortwechsel. Sie sind froh, ihr Startup in Mannheim gegründet zu haben: „In der Gründerszene hier fühlen wir uns wohl, weil sie thematisch gut zu uns passt. Und auch die Unterstützung von Uni und Stadt ist sehr gut“, so Gentele.  Doch auch nach der Markt­einführung im Januar bleibt für die drei Gründer eine Frage spannend: Werden die Kunden das Produkt langfristig annehmen? Dank positiver Rückmeldungen und den ersten Registrierungs­zahlen sind sie optimistisch. Dass sie im vergangenen November auch noch den Existenzgründerpreis MEXI der Stadt Mannheim gewonnen haben, sehen sie als Zeichen, dass ihr Konzept aufgeht. Trotzdem lassen Gentele, Thiry und Kramm in ihrer Arbeit nicht nach: Derzeit konzentrieren sie sich auf das Marketing, doch das Team soll weiter wachsen. „Wir wollen die Software stetig verbessern und erweitern“, so Gentele. „Ganz abgeschlossen ist die Entwicklung so einer Plattform ja nie.“

Text: Louisa Gille / April 2018