Das Leitungs­gremium des neuen Forschungs­datenzentrums (v. l.): Dr. Sabine Gehrlein, Dr. Josef Kolbitsch, Dr. Georg Licht, Prof. Dr. Florian Stahl, Dr. Sandra Gottschalk / Foto: Daniela Haupt

Land fördert neues Forschungs­datenzentrum in den Wirtschafts­wissenschaften mit 1,1 Millionen Euro

Die Universität Mannheim und das ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschafts­forschung erhalten über eine Million Euro vom Wissenschafts­ministerium im Rahmen seiner Digitalisierungs­strategie digital@bw. Die Fördergelder dienen dem Aufbau eines leistungs­starken Science Data Centers.

Einkaufen, Zeitung lesen, sich mit Freunden verabreden – die meisten alltäglichen Dinge erledigen wir heute übers Internet oder Smartphone. Auch Unternehmen werden immer digitaler, etwa in der Produktion, Logistik und Kunden­kommunikation. Dabei entstehen massenhaft Daten in den unterschiedlichsten Formaten, die auch für die Forschung interessant sind.

Die Universität Mannheim und das ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschafts­forschung erhalten 1,1 Millionen Euro Förderung für den Aufbau eines leistungs­starken Forschungs­datenzentrums im Bereich der Wirtschafts­wissenschaften. Das Mannheimer Business and Economic Research Data Center (BERD) soll die zunehmende Menge an Daten für die Forschung besser nutzbar machen. Es wird als eines von insgesamt vier Forschungs­datenzentren in Baden-Württemberg für drei Jahre im Rahmen der Digitalisierungs­strategie digital@bw des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert. Im Konsortium des Forschungs­datenzentrums sind Wissenschaft­lerinnen und Wissenschaft­ler des ZEW, des Mannheim Center for Data Science sowie der Universitäts­bibliothek Mannheim und des Rechenzentrums der Universität vertreten.

„Das Besondere an diesem Projekt ist die Verzahnung von Wissenschaft und Infrastruktur“, erklärt Dr. Sabine Gehrlein, Direktorin der Universitäts­bibliothek. „Erstmalig kommen Forschende sowie Vertreterinnen und Vertreter der Fakultäten, der Bibliothek, Rechen und Datenzentren zusammen, um die Datenverfügbarkeit und Datenanalyse in den Wirtschafts­wissenschaften neu aufzustellen.“ Als eine der forschungs­stärksten Hochschulen in den Wirtschafts- und Sozial­wissenschaften ist die Universität Mannheim für diese Aufgabe besonders gut gerüstet. Florian Stahl, Professor an der BWL-Fakultät, ergänzt: „Das neue Science Data Center eröffnet der Universität Mannheim die Möglichkeit, Aktivitäten im Bereich Data Science zu vernetzen, die Lehre zu neuen Methoden im Umgang mit strukturierten und unstrukturierten Daten auszubauen und aus Big Data neue Er­kenntnisse für Konsumenten und Firmen, Wirtschaft und Gesellschaft zu erarbeiten.“

Ein Ziel des Forschungs­datenzentrums ist es, die bisher stark fragmentierten Datenangebote in den Wirtschafts­wissenschaften zusammenzuführen und über eine intelligente Suche auffindbar zu machen. Die Daten reichen von historischen, gedruckten Börsendaten, Steuerdaten und Konjunkturerhebungen, die erst ins Digitale überführt werden müssen, bis hin zu digitalen Datensätzen zu Social-Media-Kommunikation, Online-Werbung oder der Verwaltung von Kunden­beziehungen. Eine weitere wichtige Aufgabe des BERD ist es, neuartige Methoden zu entwickeln, um mit diesen Daten umzugehen. Das neue Science Data Center erweitert das Angebot für die Aus- und Weiterbildung, damit Studierende die notwendige methodische Expertise erhalten, die generierten Daten richtig auszuwerten und aus diesen neue Er­kenntnisse zu erarbeiten.

Text: Yvonne Kaul / April 2019