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Eine starke Verbindung

In den Neunzigern war er eines der ersten Mitglieder von ABSOLVENTUM MANNHEIM. Über 20 Jahre später steht er nun an der Spitze des Vereins: Dr. Peter Merten ist neuer Präsident Deutschlands größter Alumnivereinigung. Ein Mann mit einer beispiellosen Karriere, der glaubt, mit den richtigen Menschen alles schaffen zu können und für den Umgang mit ihnen am allermeisten durch den Sport gelernt zu haben.

Von 7.500 auf 10.000 Mitglieder – das ist die ambitionierte Zahl, die Dr. Peter Merten für seine Präsidentschaft anstrebt. Es wäre nicht das erste große Ziel, das sich der 64-Jährige in seinem Leben steckt und dann auch erfolgreich in die Tat umsetzt. Seine Referenzen sind beispiellos. Überall, wo er antrat, hat er in kürzester Zeit etwas bewegt. Ob in den Chefetagen von Weltfirmen wie Daimler oder Rheinmetall, als derzeitiger Aufsichtsrat bei zwei börsennotierten Unternehmen oder ehrenamtlich als Aufsichtsratsvorsitzender in der Zweiten Eishockeyliga – Merten ist bekannt für seine nachhaltigen Erfolge. Mit der ABSOLVENTUM-Präsidentschaft kommt nun noch ein weiteres Amt hinzu, eine Herzensangelegenheit für Peter Merten. „Die Universität hat mir sehr viel gegeben. Meine Promotion am Lehr­stuhl für Industriebetriebs­lehre war eine der tollsten Zeiten meines Lebens und ebnete mir den Weg ans MIT sowie in spätere Führungs­positionen in der Industrie“, erzählt er. „Ich freue mich, meiner Alma Mater nun etwas zurückgeben zu können.“

Die Strategie für das Knacken der 10.000-Mitglieder-Marke steht bereits: Die Mitgliederbindung soll weiter erhöht werden und das auf gleich mehreren Ebenen. So will Merten das bereits bestehende Mentoring-Programm – eine der bislang größten Erfolgsgeschichten von ABSOLVENTUM – durch ein „berufsbegleitendes Coaching“ ergänzen. „Hiermit schaffen wir einen nachhaltigen Mehrwert, den keine andere Uni bietet. Wir müssen Absolventen auch unterstützen, wenn diese bereits im Beruf stehen, zum Beispiel an wichtigen Wegzweigungen in ihrer Karriere“, sagt Merten.

Auch bei den Regionalgruppen will er die Bindung erhöhen. Was es Alumni bringt, ABSOLVENTUM-Mitglied zu sein, sei vor allem denen klar, die in der Region geblieben sind: Netzwerktreffen, Vorträge, ein regelmäßig stattfindendes Kultur­programm mit vergünstigten Eintritten – kaum eine Alumni­organisation im deutschsprachigen Raum biete ihren Mitgliedern so viel. „Da wir etwas Vergleichbares den Absolventinnen und Absolventen im Ausland und an anderen Standorten in Deutschland nicht bieten können, wollen wir den jeweiligen Leitern stärker beim Ausbau ihrer Regionalgruppen unter die Arme greifen“, sagt Merten. „So kann nach und nach ein globales Berufs­netzwerk entstehen, in dem sich Alumni der Uni Mannheim gegenseitig unterstützen – wo sie auch sind.“

Eine dritte Säule, um die Bindung zu stärken, ist Merten ein persönliches Anliegen. So will er den Alumni in Zukunft in Ergänzung zum bestehenden Kultur­programm auch den Besuch von Sport­veranstaltungen ermöglichen. Die Bundes­ligavereine im Rhein-Neckar-Kreis böten hierfür die besten Ansatzpunkte in der Region, aber auch bei Auswärtsspielen. „Ich halte viel von Leistung und Wettbewerb. Sport hilft dabei, die eigenen Grenzen kennenzulernen, und dadurch auch mit Menschen besser umzugehen“, davon ist Merten, der in seiner Jugend als Leichtathlet vor allem im Hammerwerfen in Deutschland ganz vorne mit dabei war, überzeugt. „Egal ob in einem Verein oder der Industrie – die Inhalte sind im Prinzip austauschbar. Erfolg erzielt man nur, wenn man für eine Vision alle hinter sich versammeln kann. Das Vertrauen ineinander und die richtigen Mitstreiter sind das Entscheidende.“ Das sei auch bei ABSOLVENTUM nicht anders.

Einer, der an den neuen Präsidenten besonders glaubt, ist der emeritierte Marketingprofessor und ABSOLVENTUM-Ehrenpräsident Prof. Dr. Hans Raffée. Mit ihm verbindet Merten eine jahrzehntelange Freundschaft. Er war es, der Merten für das Amt vorgeschlagen hat. Nicht zuletzt wegen seiner engen Verbindung zur Universität: Seit 2008 ist Merten Partner des Mannheimer Betriebs­wirtschafts­lehre e.V. Auch bei ABSOLVENTUM engagiert er sich schon seit vielen Jahren ehrenamtlich und unterstützt im Mentoring-Programm Studierende in Karrierefragen.

Merten freut sich darauf, auf die Geschicke des Vereins nun selbst Einfluss nehmen zu dürfen. „Das Wichtigste ist, dass wir jetzt nicht selbstgefällig werden und sagen, jetzt verwalten wir das alles einfach“, erklärt Merten. „Hier ist ein tolles Team mit vielen neuen Ideen und ich freue mich, diese gemeinsam umzusetzen.“ Die Messlatte hängt Merten hoch. Als Vorbilder dienen ihm die großen Alumni-Organisationen in den USA, die er in seiner Zeit als Postdoktorand am Massachusetts Institute of Technology (MIT) kennengelernt hat. „Den Alumni wird dort viel mehr Bedeutung beigemessen als bei uns in Europa. Sie haben riesige Netzwerke, die sich über den gesamten Globus erstrecken und ein Leben lang halten“, erzählt der ABSOLVENTUM-Präsident. „Diese starken, globalen Verbindungen – darauf müssen wir hinarbeiten.“  

Text: Nadine Diehl / Oktober 2018