Absolvent Christoph Findelsberger mit Kindern in einem nepalesischen Dorf / Foto: 264.education

Schulen bauen in den Bergen Nepals

Vor dem Start in das Berufsleben wollte der Mannheimer BWL-Absolvent Christoph Findelsberger ehrenamtlich in einem Entwicklungs­land arbeiten. Vier Monate in den Bergen Nepals veränderten daraufhin sein Leben und bewegten ihn zur Gründung seiner eigenen Organisation: 264.education baut dort Schulen, wo es noch keine gibt – Hand in Hand mit den Einheimischen.

Nur mit einem Rucksack bepackt zog Christoph Findelsberger 2018 für mehrere Monate in ein nepalesisches Bergdorf, um dort an einer Schule zu unterrichten. Durch die Freiwilligenarbeit erfuhr er alles über die prekäre Bildungs­situation im Land und auch, dass es im Nachbardorf noch keine Schule gab. „Daraus entstanden die Idee und die Zusage, in sechs Monaten mit genügend Geld und Leuten wiederzukommen, um eine Schule zu bauen“, berichtet der ehemalige BWL-Student, der kurz davor seinen Abschluss an der Universität Mannheim gemacht hatte. Zurück in Deutschland fand er Mitstreiterinnen und Mitstreiter, mit denen er 264.education gründete – eine Organisation, die Kindern in ärmeren Ländern Bildung ermöglichen möchte. Vor einem Jahr baute 264.education dann die erste Schule in Nepal. Vier Wochen lebten die Organisations­mitglieder und weitere Helfer in einem Dorf. „Ein absolutes Highlight für mich war, dass die Helferinnen und Helfer, obwohl sie aus verschiedenen Ländern kamen, schnell mit den Einheimischen zusammenwuchsen. Trotz kultureller Unterschiede und Sprachbarrieren funktionierten die Interaktionen und alle haben voneinander gelernt“, sagt Christoph mit Stolz in der Stimme. Bei den Einheimischen soll nicht das Gefühl entstehen, ihre Traditionen würden nicht geschätzt. „Sie sind immer eingebunden. Dadurch entsteht das Gefühl, es sei ihre Schule, was sie letztendlich auch ist“, erläutert Christoph die Ideen von 264.education.

Seine Organisation finanziert sich aus Spenden, die zu 100 Prozent den Schulen und Kindern im jeweiligen Projektland zugutekommen. Als nachhaltiges Business­modell aufgebaut, ist nach dem Bau der Schulen auch nicht Schluss. Die Kinder in Nepal erhalten durch weitere Spenden Schulmaterialien und sauberes Trinkwasser. Im nächsten Schritt soll jemand eingestellt werden, der für die Kinder kocht. „In Nepal ist es normal, dass Kinder hungrig in der Schule sitzen“, schildert Christoph seine Erlebnisse.

Helferinnen und Helfer findet Christoph über Instagram und Facebook. Nach seinem Aufenthalt in Nepal schnitt er aufgenommene Videos zusammen, Freunde teilten diese in den sozialen Medien. „Unsere Zielgruppe sind junge Erwachsene, die gerade die Schule absolviert oder den Bachelor beendet haben. Und die sind in den sozialen Netzwerken unterwegs“, berichtet Christoph. Sechs von acht Hauptamtlichen bei 264.education sind Alumni der Universität Mannheim. „Die Studierenden aus Mannheim haben alle Lust, etwas zu gestalten und zu verändern. Wir haben so viel während des Studiums gelernt und möchten das gerne anwenden. Das ist das Schöne an Mannheim“, beschreibt Christoph den Grund, warum die Mehrzahl seiner Mitstreiterinnen und Mitstreiter Mannheimer sind.

Inzwischen gibt es schon die zweite Schule von 264.education in Nepal. Und für die Zukunft ein weiteres Projekt: Im Frühjahr 2020 möchte die Organisation eine Schule in Uganda bauen. „Ich war drei Wochen vor Ort und habe einen lokalen Partner gefunden, der mit uns zusammenarbeitet“, sagt Christoph. Jetzt starten die Mitglieder von 264.education den Spendenaufruf, suchen Helfer und benötigen Urlaub im richtigen Job. Für Christoph kein Problem. Sein Arbeitgeber, die Boston Consulting Group, genehmigt ihm für sein Projekt mehrere Wochen unbezahlten Urlaub im Jahr. Zusammen mit dem normalen Urlaub reicht das aus, um sich seiner Organisation zu widmen.

Mehr zur Organisation und Möglichkeiten für Spenden finden Sie auf www.264.education und bei Instagram unter @264.education

Text: Luisa Gebhardt / Oktober 2019