Bai Ganyo ist die Initiative der bulgarischen Studierenden an der Uni Mannheim / Foto: Nia Ilieva

Ein Stück Bulgarien in Mannheim

Von bulgarischen Studierenden der Universität Mannheim gegründet, um sich in Deutschland ein Stück Heimat zu erhalten, gehörte Bai Ganyo e.V. zu den ersten Initiativen, die im November 2009 an der Universität akkreditiert wurden. Doch bereits Jahre zuvor haben Studierende die Initiative gegründet: Bai Ganyo gibt es schon seit 2004.

Ihren Namen sieht die Initiative als Herausforderung: Entwickelt als Figur eines bulgarischen Schriftstellers, stellt Bai Ganyo die peinlichen Seiten eines Bulgaren dar. Er reist durch Europa und verhält sich dabei respektlos gegenüber den fremden Kulturen, die er kennenlernt. „Wir möchten uns, anders als unser Namensgeber, integrieren und vor allem die bulgarische Kultur vorstellen“, erklärt Iva Stamenova, 20, Vorstandsvorsitzende von Bai Ganyo, die Ziele ihrer Initiative.

An der Universität stellen Bulgarinnen und Bulgaren mit rund 100 internationalen Vollzeit­studierenden die zweitgrößte Nation. „Viele von uns haben während der Schulzeit Deutsch gelernt und konnten sich daher vorstellen, in Deutschland zu studieren“, erklärt Iva Stamenova die Beweggründe der Bulgaren für ein Studium in Deutschland. Sie selbst ist Absolventin der deutschen Schule in Sofia, der Hauptstadt Bulgariens.

Von den rund 120 Mitgliedern der Initiative sind etwa 50 aktive Studierende. Daher waren bei der Feier zum 15. Geburtstag von Bai Ganyo in diesem Jahr nicht nur Vertreter der Universität sowie der Stadt Mannheim eingeladen, sondern auch viele Alumni. Es war ein spannendes Wiedersehen und für die Studierenden eine Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen sowie Tipps für die Vereinsarbeit zu bekommen.

Die Initiative möchte bulgarische Traditionen in Deutschland aufrechterhalten und weitergeben. Daher ist Bai Ganyo nicht nur offen für bulgarische Studierende, sondern Studierende aller Nationen sowie für die bulgarischen Familien aus Mannheim. Wer möchte, kann sich dem Buchclub anschließen, der neben bulgarischen Werken auch internationale Klassiker liest, an Ausflügen teilnehmen oder bei der Folklore-Tanzgruppe mittanzen. Einige Veranstaltungen, wie eine Weihnachtsspendenaktion oder die Feier des orthodoxen Osterfestes, gibt es schon seit der Gründung der Initiative – bei einheimischen Speisen und guter Unterhaltung kann im Luisenpark jeder mitfeiern, der möchte.

Zusammen mit anderen bulgarischen Initiativen deutscher Universitäten organisiert Bai Ganyo auch größere Veranstaltungen. Die Folklore-Tanzgruppe aus Mannheim tritt zum Beispiel jedes Jahr bei der Feier zum bulgarischen Nationalfeiertag am 3. März am KIT in Karlsruhe auf. „Eine Woche danach organisieren wir den Kulinarabend hier in Mannheim. Wir machen einen Wettbewerb, wer die leckerste bulgarische Speise bereitet“, erklärt Iva Stamenova. „Auch dazu sind alle immer herzlich eingeladen.“

www.uni-mannheim.de/baiganyo
www.facebook.com/baiganyo.ev

Text: Luisa Gebhardt / Oktober 2019