Die internationalen Studierenden der diesjährigen Sommerakademie / Foto: Thomas Tröster

50 Jahre internationale Sommerakademie an der Universität Mannheim

Seit einem halben Jahrhundert kommen internationale Studierende zur Sommerakademie, um die deutsche Sprache zu lernen und einen Einblick in unsere Kultur zu erhalten.

1969 kamen zum ersten Mal Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Ausland nach Mannheim, um bei der „Internationalen Sommerakademie“ ihre Deutsch­kenntnisse zu verbessern. Damals wie heute steht allerdings nicht nur das Lernen der Sprache auf dem Programm. „Handfeste Themen wie Wortschatz, Grammatik und Kurzeinführungen zum Thema „Wie ticken die Deutschen?“ stehen bei den Studierenden in der Beliebtheitsskala oben. Das kulturelle Rahmen­programm spielt aber natürlich auch eine große Rolle“, sagt Karin Gültlinger, die heute die Internationale Sommerakademie leitet. 1985 hat sie als Deutschlehr­erin in dem Programm angefangen.

Im Hinblick auf die Herkunftsländer der Teilnehmerinnen und Teilnehmer lässt sich über die Jahre auch die weltpolitische Entwicklung ablesen. Kamen zuerst Westeuropäerinnen und Westeuropäer – mit Schwerpunkt Italien und Spanien – so waren mit der Öffnung Europas nach Osten viele Teilnehmer aus den osteuropäischen Ländern dabei, wie Polen, Russland und der damaligen Tschechoslowakei. Heute sind die Sommerkurse bei Studierenden aus Fernost beliebt: 2019 kommen die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus China.

Auch die Zahl der Teilnehmenden ist mit den Jahren gestiegen. Dieses Jahr waren es 260 junge Menschen, die sich ab 1. August vier Wochen lang auf ihr Studium in Deutschland einstimmten. Rund 80 Prozent von ihnen sind Austausch- und Programm­studierende der Universität Mannheim und werden ein, vielleicht sogar zwei Semester hier leben. Sie nutzten die vier Wochen der Sommerakademie, um einen ersten Eindruck von Land und Leuten zu bekommen – und um organisatorisch alles auf den Weg zu bringen, bevor die Vorlesungs­zeit beginnt.

Der Ablauf der Sommerakademie sieht in der Regel so aus: Morgens stehen als Pflicht fünf Stunden Deutsch­unterricht an. Nachmittags kann jeder freiwillig das am Morgen erworbene Wissen in Übungen zu Grammatik, Phonetik oder mündlicher Kommunikation vertiefen. Auch deutsche Geschichte der Gegenwart, das Grundgesetz oder die deutsche Romantik stehen im Fokus. Für den richtigen Umgang mit der fremden deutschen Kultur werden die Teilnehmenden in diversen interkulturellen Trainings fit gemacht.

Neben Firmenbesuchen, Vorlesungen über die EU, Deutschlands Wirtschaft und seine ökologischen Herausforderungen, können die Sommerakademiker bei Zumba, Fußball oder Wanderungen in die Pfalz und den Odenwald auch sportlich aktiv werden. Zusätzlich vermitteln die freundlichen HuGOs (HuGO = Hilfs- und Gesellschafts­organisator) Kenntnisse über das Leben in der Stadt und zeigen auch, wo es sich am Abend gut feiern lässt. Die Studierenden­initiative VISUM ergänzt mit zusätzlichen Angeboten. Exkursionen führen nach Heidelberg und zum Hambacher Schloss als „Wiege der Demokratie“, ins mittelalterliche Rothenburg ob der Tauber und in den Schwarzwald, wo die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Originalschauplatz Schwarzwälder Kirschtorte genießen können. Weinproben, Brauereibesuche, Bundes­liga-Fußball – alles „typisch deutsch“ – und kleinere Freizeitaktivitäten füllen die wenigen freien Nachmittage, Abendstunden und Wochenenden.

Text: Redaktion / Oktober 2019