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Vernetztes und autonomes Fahren: Wie ist die öffentliche Akzeptanz?

Konsumentenpsychologen der Universität Mannheim sind beteiligt am neuen EU-Verbund­projekt „PAsCAL“, das vernetztes und autonomes Fahren mit besonderem Fokus auf die Akzeptanz in der Gesellschaft untersucht. Unter den insgesamt 13 Partnern des Verbund­projektes ist die Universität Mannheim die einzige Einrichtung aus Deutschland.

Die Zukunft für fahrerlose Fahrzeuge sieht vielversprechend aus und die technische Weiter­entwicklung vom selbstfahrenden zum vernetzten Fahrzeug schreitet zügig voran. Je weiter sich die Technologie entwickelt, desto dringender werden allerdings Fragen nach der öffentlichen Akzeptanz und der Wirkung solcher Veränderungen auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität ihrer Nutzer. Wie ist die Einstellung der Menschen zu den so genannten Connected Autonomous Vehicles? Wie finden sie es, wenn beispielsweise Kinder, ältere Menschen oder Sehbehinderte solche Fahrzeuge nutzen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Wissenschaft­ler vom Lehr­stuhl für Konsumentenpsychologie und Ökonomische Psychologie unter der Leitung von Dr. Tobias Vogel und Dr. Florian Kutzner im Rahmen des neuen Verbund­projektes PAsCAL. Dieses wird von der EU-Kommission durch das Förder­programm Horizon 2020 mit insgesamt vier Millionen Euro für drei Jahre gefördert.

Mittels Interviews und Online-Fragebögen werden die Mannheimer Wissenschaft­ler tausende Menschen aus neun EU-Ländern über ihre Einstellung gegenüber vernetzten und autonomen Fahrzeugen befragen. Was sind ihre Bedenken und was empfinden sie als Nachteil? Welche sind die wahrgenommenen Vorteile? Befragt werden verschiedene soziale Gruppen, abhängig von Alter, Bildung, Einkommensklasse oder Geschlecht. Im Fokus der Surveys stehen dabei nicht nur Autos, sondern auch Busse, Lkws oder Züge. „Wir untersuchen die Akzeptanz solcher Fahrzeuge unter Berücksichtigung verschiedener Nutzerperspektiven und Geschäfts­modelle“, erklärt Vogel. Manche der Befragten lehnen beispielsweise autonome Privatautos ab, sprechen sich aber für Leihwagen-Flotten aus. Fußgänger urteilen anders über dieses Phänomen als Fahrer.

Zwar ist die Technologie weitestgehend ausgereift und große Autokonzerne stehen schon in den Startlöchern. Bevor jedoch fahrerlose Autos die Straßen erobern, sollten Fragen juristischer und politischer Natur geklärt werden, findet der Psychologe. Das übergeordnete Ziel seines Teil­projektes sei es daher, konkrete Empfehlungen für die Politikerinnen und Politiker abzuleiten und ihnen Wege aufzuzeigen, wie man die gesellschaft­liche Akzeptanz von autonomen und vernetzten Fahrzeugen verbessern und die Gesetze gegebenenfalls anpassen kann.

Text: Yvonne Kaul / Oktober 2019