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Universität Mannheim fördert Mathematik in der Region

Zusammen mit Partnerschulen hat das Institut für Mathematik in den vergangenen zwei Jahren rund 30 verschiedene Projekte in der Begabten- und Breiten­förderung der Mathematik verwirklicht. Häufig werden diese von Studierenden eigenständig betreut – wie beispielsweise der Tag der Mathematik, der in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal stattgefunden hat. Rund 120 Schülerinnen und Schüler aus der 9. bis 12. Klasse lernten dabei vor allem, wie viel Spaß Mathe macht.

Mathematische Wettkämpfe standen am Tag der Mathematik der Universität Mannheim im Vordergrund. Die etwa 120 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler von zwölf Schulen aus Mannheim und der Region zeigten ihr Können im Quiz-Einzelwettbewerb und anschließend als Teams. „An diesem Tag zeigen wir die Vielfalt unserer Forschungs­themen und möchten Jugendlichen den Spaß am Rätseln, Knobeln und der ernsthaften Beschäftigung mit Mathematik näherbringen“, erklärt Dr. Peter Parczewski, wissenschaft­licher Mitarbeiter am Lehr­stuhl für Wirtschafts­mathematik II von Prof. Dr. Andreas Neuenkirch. „Eine Besonderheit ist außerdem die Mitwirkung der vielen Studierenden und Promovierenden. Sie organisieren nicht nur die Veranstaltung, sondern halten auch eigene Vorträge.“

Die diesjährigen Beiträge behandelten Themen wie autonomes Parken oder Probleme aus der Stochastik. Zudem gaben Studierende der Mannheimer Statistik-Initiative STADS Einblicke in die Mathematik des Datenjournalismus sowie neuronaler Netze – und weckten damit bei den Schülerinnen und Schülern großes Interesse. Julia Braun studiert Mathematik und Wirtschaft auf Lehr­amt im 3. Master­semester und engagiert sich während ihres Studiums für Projekte im Service Learning-Seminar Expositiones mathematicae. „Mir macht das großen Spaß. Neben dem Tag der Mathematik habe ich in den vergangenen Semestern an drei Schulen Veranstaltungen durchgeführt. Die bringen mich auch persönlich weiter, da ich dadurch wertvolle Unterrichtserfahrung für meinen späteren Beruf sammle.“ Begonnen hatte das Seminar im Rahmen des HAREBE-Projekts in Mathematik, das von Prof. Dr. Martin Schlather vom Lehr­stuhl für Angewandte Stochastik beantragt wurde.

Der Tag der Mathematik ist nicht das einzige Event des Instituts für Mathematik, um Kindern und Jugendlichen in der Region Lust auf Mathe zu machen. Mit der Mathe-AG wurde ein zentrales Angebot der Mathematik­förderung für Mannheim geschaffen. Die Teilnahme kann unter Umständen sogar an ein Schülerstudium in Mathematik an der Universität Mannheim heranführen. So war es bei Runa Ostermeier. Sie ist in der 12. Klasse am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Mannheim und besucht seit einem Jahr Mathematik-Vorlesungen an der Uni. „Ich habe in der 10. Klasse nach einer Möglichkeit gesucht, den Schulalltag spannender zu gestalten. Da habe ich das Angebot zum Schülerstudium gefunden“, erklärt Runa. „Mathe lerne ich aktuell auch nur an der Universität, die Klausuren in der Schule schreibe ich aber mit. Das, was meine Mitschüler durchnehmen, habe ich hier meistens schon gelernt.“

Dieses und weitere Angebote haben die Mannheimer Lehr­stühle für Mathematik zusammen mit Studierenden und Lehr­ern entwickelt, so zum Beispiel auch die Breiten­förderung in Mathematik, Förder­unterricht für die ersten Klassen an Gymnasien, den Workshop „Fit für Leistungs­kurse“ und Förderkurse für Schüler, die nach einem Schulwechsel Mathematik nachholen müssen.

Text: Luisa Gebhardt / Oktober 2019