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Neuer Sonderforschungs­bereich in der Ökonomie

Deutsche Forschungs­gemeinschaft fördert Einrichtung an den Universitäten Bonn und Mannheim mit rund neun Millionen Euro

Pressemitteilung vom 27. November 2017
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Wie lässt sich Chancengleichheit fördern? Wie sollten Märkte angesichts der Internationalisierung und Digitalisierung reguliert werden? Wie kann ein stabiles Finanzsystem gestaltet werden? Ein neuer Sonderforschungs­bereich unter Beteiligung der Universitäten Bonn und Mannheim wird Antworten auf diese Fragen geben. Die Deutsche Forschungs­gemeinschaft (DFG) fördert das Forschungs­programm in den nächsten vier Jahren mit rund neun Millionen Euro.

Der neue Sonderforschungs­bereich (SFB/TR 224) „Economic Perspectives on Societal Challenges: Equality of Opportunity, Market Regulation, and Financial Stability“ umfasst drei Säulen. Im Zentrum der ersten Säule stehen Familien- und Bildungs­politik. Die Wissenschaft­ler wollen untersuchen, welche Maßnahmen die Chancengleichheit fördern, indem sie den Einfluss von Geschlecht und sozioökonomischem Hintergrund auf individuelle Fähigkeiten verringern.

Um Markt­regulierung vor dem Hintergrund von Internationalisierung und Digitalisierung geht es in der zweiten Säule. Neben dem Beheben von Ineffizienzen stehen Ziele wie Schutz von Konsumenten, Sicherung des Zugangs bestimmter gesellschaft­licher Gruppen zu bestimmten Produkten oder Dienstleistungen und die Verringerung von Umweltschäden im Mittelpunkt. Ein Beispiel ist die empirische Bewertung von konkreten Maßnahmen zur Umsetzung von Klimazielen.

Die dritte Säule des neuen SFBs befasst sich mit der Regulierung von Finanzmärkten. Speziell geht es um die Wechselwirkungen zwischen individuellen Finanzentscheidungen, systemischen Risiken und staatlichen Eingriffen in diese Märkte. Die Wissenschaft­ler untersuchen beispielsweise, inwieweit die Regulierung von bestimmten Finanzmärkten zu einer Verlagerung von Aktivitäten und damit von Risiken in weniger regulierte Bereiche führt.

Breites Methodenspektrum mit Potenzial für Politikmaßnahmen

„Auf der Basis des breiten Methodenspektrums der theoretischen und empirischen Wirtschafts­forschung entwickelt der SFB neue institutionelle Lösungen und Politikmaßnahmen“, sagt der SFB-Sprecher und Professor für Mathematische Ökonomie Dr. Sven Rady vom Fach­bereich Wirtschafts­wissenschaften der Universität Bonn. „Die beiden Standorte Bonn und Mannheim ergänzen sich hervorragend und ermöglichen eine international sichtbare Forschung, mit der die Volkswirtschafts­lehre als Sozial­wissenschaft in den Blick rückt, die zur Bewältigung gesellschaft­licher Herausforderungen beiträgt“, ergänzt der stellvertretende SFB-Sprecher und Professor für Ökonomie Dr. Martin Peitz von der Universität Mannheim.

Langfristige und intensive Forschung

Sonderforschungs­bereiche sind langfristige, auf die Dauer von bis zu zwölf Jahren angelegte Forschungs­einrichtungen der Hochschulen, die jeweils eine Förderung über vier Jahre erhalten. Sie ermöglichen die gemeinsame Bearbeitung innovativer, anspruchsvoller und aufwendiger Forschungs­vorhaben. Sie dienen der institutionellen Schwerpunkt- und Strukturbildung und bestehen aus einer Vielzahl von Teil­projekten.

Kontakt für die Medien:

Prof. Dr. Sven Rady
Fach­bereich Wirtschafts­wissenschaften
Universität Bonn
Tel. 0228/7362080
E-Mail: sven.rady(at)hcm.uni-bonn.de

Prof. Dr. Martin Peitz
Abteilung Volkswirtschafts­lehre
Universität Mannheim
Tel. 0621/1811835
E-Mail: martin.peitz(at)gmail.com

Katja Bär
Leitung Kommunikation und Fundraising
Pressesprecherin
Universität Mannheim
Tel. +49 (0) 621 / 181-1013
E-Mail: baer(at)uni-mannheim.de