Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Staufermedaille in Gold für den scheidenden Direktor des Instituts für Deutsche Sprache Mannheim

Die baden-württembergische Forschungs­ministerin Theresia Bauer überreichte im Rahmen des offiziellen Festakts zur Verabschiedung des scheidenden Direk-tors des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim (IDS) Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ludwig M. Eichinger die Staufermedaille in Gold in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um das Land als persönliche Auszeichnung des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann.

Presse­information des Instituts für Deutsche Sprache vom 25. Juli 2018

„Sie haben die deutsche Sprache in hervorragender Weise vertreten und für ihren Stellenwert geworben.“ Mit diesen Worten ehrte die Ministerin Theresia Bauer als erste Festrednerin Ludwig M. Eichinger, der über sechzehn Jahre das Institut für Deutsche Sprache in Mannheim geleitet hat und Ende des Monats in den Ruhestand geht. Sie überreichte ihm im Rittersaal des Schlosses Mannheim die Staufermedaille in Gold für seine ausgezeichneten Verdienste als Wissenschaft­ler und „Botschafter der deutschen Sprache“. Damit habe er „das IDS und die Region mit der ganzen Welt verbunden“. Sie lobte insbesondere auch Eichingers Idee und langjähriges Engagement, neben dem Institut für Deutsche Sprache unter dem Dach der Leibniz-Gemeinschaft ein Museum, das „Haus für die deutsche Sprache“, zu etablieren. Denn die Idee, Wissen über Sprache und Kommunikation einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sei in „einer Welt der Mehrsprachigkeit und einer Welt des digitalen Wandels“, hochspannend und relevant für unsere Gesellschaft. Dieses Projekt verdiene Unterstützung „von Bund, von Land, von Kommunen und auch von weiteren Akteuren“. Sie sicherte zu, für „die Realisierung und Weiter­entwicklung dieser Idee“ weiter mit einzutreten.

Auch Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, sieht im „Haus für die deutsche Sprache“ ein „gemeinsames Herzensanliegen“, das die ohnehin enge und gute Kooperation zwischen Stadt und IDS noch erweitern würde. Das Haus sei „einen ganz großen Schritt vorangekommen“ und die Stadt Mannheim signalisiert ihre Unterstützung durch die Bereitstellung eines prominenten Grundstücks. Der Oberbürgermeister beglückwünschte den scheidenden Direktor zu einer „außerordentlich erfolgreichen Zeit“ und dankte ihm, dass er durch die leidenschaft­liche Ausübung seines Amts als „Gesicht der deutschen Sprache“ gewirkt und dadurch auch immer ein bisschen das „Gesicht der Stadt Mannheims“ mitrepräsentiert habe.

Zahlreiche Gäste aus Wissenschaft und Politik, dar­unter u.a. das Bundes­ministerium für Bildung und Forschung, die Leibniz-Gemeinschaft, die Universitäten Mannheim und Heidelberg, die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz sowie der DAAD, sprachen ein kurzes Grußwort zur Würdigung Ludwig M. Eichingers.

Die Laudatio hielt Prof. Dr. Angelika Linke, langjährige Vorsitzende des Wissenschaft­lichen Beirats des IDS. Sie stellte den Sprach­wissenschaft­ler, den IDS-Direktor und Ludwig M. Eichinger als Person ins Zentrum ihrer Rede. Als Sprach­wissenschaft­ler habe Eichinger in der enormen Breite seiner Forschungs­gebiete stets die Ganzheit der Sprache im Blick gehabt und Sprach­wissenschaft als „Wissenschaft vom Menschen“ betrieben. Seine Devise als Direktor sei gewesen „Dinge möglich machen! Aber kritisch begleiten.“ Bei dem Gefühl, das der Mensch Ludwig Eichinger gegenüber der deutschen Sprache hege, handle es sich um „Liebe“, so die Laudatorin. „Hätte er im 18. Jahrhundert gelebt, hätte er vielleicht eine Sprach­gesellschaft gegründet.“

Im Anschluss an die Laudatio übergaben IDS-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter eine sechsbändige Festschrift mit dem Titel „Germanistische Sprach­wissenschaft um 2020“, die demnächst auch online frei zugänglich sein wird.

Zum Schluss des Festaktes, der durch barocke Lautenmusik und den IDS-Chor musikalisch umrahmt wurde, dankte Ludwig M. Eichinger dem Festkomitee, dem Institut und allen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern sowie seiner Familie. Er betonte, dass „ein Direktor niemals allein etwas macht“ und dass für das erfolgreiche Führen eines wissenschaft­lichen Forschungs­instituts besonders auch die Verlässlichkeit der Politik und Geldgeber von beträchtlicher Bedeutung sind.
Das Institut für Deutsche Sprache (IDS) ist die zentrale außeruniversitäre Einrichtung zur Erforschung und Dokumentation der deutschen Sprache in ihrem gegenwärtigen Gebrauch und in ihrer neueren Geschichte. Es gehört zu den 93 Forschungs- und Service­einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft.

Kontakt:
Dr. Annette Trabold
Leitung Öffentlichkeits­arbeit
Institut für Deutsche Sprache,
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