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Deutsche Gesellschaft für Psychologie ehrt das wissenschaft­liche Lebenswerk von Sabine Sonnentag

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) würdigt Professorin Sabine Sonnentag von der Universität Mannheim für ihre vielfältigen Verdienste in der arbeits- und organisations­psychologischen Forschung. „Mit Sabine Sonnentag ehren wir in diesem Jahr eine der international einflussreichsten Arbeits- und Organisations­psychologinnen“, erklärt Conny Herbert Antoni, Präsident der DGPs. „Mit ihrem umfassenden Forschungs­programm hat Sabine Sonnentag eine völlig neue ganzheitliche Perspektive auf die Schnittstelle zwischen Arbeit und Nicht-Arbeit eröffnet.“ Die Ehrung erfolgt am Montag, dem 17. September 2018 im Rahmen des 51. Kongresses der DGPs in Frankfurt am Main.

Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie vom 17. September 2018

Sabine Sonnentag erforscht, wie Menschen bei der Arbeit, und hier ganz besonders bei hohem Stresslevel, gesund, motiviert und produktiv tätig sein können. Ihre Arbeiten zu Erholungs­prozessen und deren Bedeutung für Stressempfinden, Arbeits­engagement und Eigen­initiative sind von großem internationalem Einfluss. Konkret hat Sabine Sonnentag beispielsweise untersucht, wie schnell der Erholungs­effekt von Ferien abklingt, wie und warum Menschen in ihrer Freizeit von der Arbeit abschalten und unter welchen Bedingungen eine Beschäftigung mit Arbeits­inhalten auch in der Freizeit sinnvoll sein kann. Ihre Zusammenfassungen des Forschungs­feldes „Stress in der Arbeit“ sind außerordentlich einflussreich, wie zum Beispiel ihre Beschreibung der letzten 100 Jahre Stressforschung. Ein weiteres Forschungs­feld ist das Leistungs­verhalten bei der Arbeit, beispielsweise wie Spitzenleister ihre Arbeit planen und wie sie in Teams arbeiten.

Sabine Sonnentags wissenschaft­licher Ansatz hebt sich deutlich von traditionellen Forschungs­perspektiven ab, indem er die Person in der Interaktion mit der Arbeit ganzheitlich betrachtet. Die Jury und der Vorstand der DGPs schätzen neben den Forschungs­inhalten auch die große methodische Vielfalt ihrer Arbeiten: Sabine Sonnenberg entwickelte die Tagebuch-Methode weiter, mit der zum Beispiel emotionale Reaktionen auf Überbelastung und Stressoren dokumentiert werden. Neben Tagebuch­studien führte sie auch Videoanalysen und Experimente durch, arbeitete dabei gleichermaßen im Labor und im Feld, sodass ihre Ergebnisse sich auf eine breite Basis unterschiedlichster Daten stützen können.

„Sabine Sonnentags breite Forschungs­tätigkeit führte dazu, dass sie die internationale wissenschaft­liche Ausrichtung des Bereiches Arbeits- und Organisations­psychologie wesentlich prägte“, sagt Conny H. Antoni. Ihr Einfluss zeigt sich auch in ihrem Engagement als Mitherausgeberin der wichtigsten Zeitschriften in diesem Bereich, wie zum Beispiel dem Journal of Applied Psychology, Journal of Organizational Behavior, Journal of Business and Psychology.

Die Würdenträgerin

Sabine Sonnentag studierte Psychologie an der Freien Universität Berlin (Diplom 1986). Die Promotion erfolgte im Jahr 1991 an der Technischen Universität Braunschweig. Von 1991 bis 1995 arbeitete sie zunächst als Wissenschaft­lichere Mitarbeiterin und DFG-Habilitations­stipendiatin, später dann als Wissenschaft­liche Assistentin am Fach­bereich Psychologie der Universität Gießen. Im Jahr 1997 erfolgte die Habilitation an der Universität Gießen. Von 1995 bis 1999 war Sabine Sonnentag Assistenzprofessorin an der Fakultät für Psychologie der Universität Amsterdam. Von 1999 bis 2001 und von 2004 bis 2010 war sie Lehr­stuhl­inhaberin für Arbeits- und Organisations­psychologie an der Universität Konstanz. Von 2001 bis 2004 hatte sie den Lehr­stuhl für Arbeits- und Organisations­psychologie an der Technischen Universität Braunschweig inne. Seit 2010 ist Sabine Sonnentag Lehr­stuhl­inhaberin für Arbeits- und Organisations­psychologie an der Universität Mannheim.

Ehrung für das Wissenschaft­liche Lebenswerk

Mit dieser Ehrung werden Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Psychologie gewürdigt, deren wissenschaft­liche Aktivitäten Forschung und Lehre im Fach Psychologie über einen langen Zeitraum hinweg nachhaltig beeinflusst haben. Die Bedeutung des wissenschaft­lichen Werkes zeigt sich unter anderem an dem Einfluss, den es auf die Wissenschaft­lerinnen und Wissenschaft­ler der nächsten Generation und auf Belange der Öffentlichkeit und der Gesellschaft hat. Zugleich würdigt die DGPs damit wissenschaft­liche Leistungen, die als Markierungs­punkte in der Geschichte der Psychologie gelten können.

Über die DGPs:

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs e.V.) ist eine Vereinigung der in Forschung und Lehre tätigen Psychologinnen und Psychologen. Die über 4500 Mitglieder erforschen das Erleben und Verhalten des Menschen. Sie publizieren, lehren und beziehen Stellung in der Welt der Universitäten, in der Forschung, der Politik und im Alltag.

Die Pressestelle der DGPs informiert die Öffentlichkeit über Beiträge der Psychologie zu gesellschaft­lich relevanten Themen. Darüber hinaus stellt die DGPs Journalisten eine Datenbank von Experten für unterschiedliche Fach­gebiete zur Verfügung, die Auskunft zu spezifischen Fragestellungen geben können.

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Pressekontakt:

Dr. Anne Klostermann
Pressereferentin der DGPs
E-Mail: pressestelle(at)dgps.de
Tel.: 030 280 47718