Foto: Anna Logue

Verhaltenstherapie bei Erwachsenen

Die Verhaltenstherapie hilft unsere Patientinnen und Patienten dabei, ihre Sicht auf Probleme zu verändern und Bewältigungs­strategien zu entwickeln. Dadurch schaffen sie es, Beeinträchtigungen zu überwinden und mit einer neuen Perspektive durch das Leben zu gehen.

Häufige Fragen:

  • Was kennzeichnet Verhaltenstherapie?

    Bei der Verhaltenstherapie (VT) handelt es sich um einen Psychotherapieansatz, der unterschiedliche wissenschaft­liche überprüfte Behandlungs­maßnahmen umfasst. Konkrete Veränderungs­wünsche und Therapieziele werden gemeinsam zwischen Patientin bzw. Patient und Therapeutin bzw. Therapeut festgelegt. Spezifische Probleme bzw. auslösende und aufrechterhaltende Verhaltensweisen oder Bedingungen werden ermittelt. Veränderungen, die sich auf Gedanken, Gefühle, körperliche Reaktionen und das konkrete Verhalten beziehen können, werden u.a. durch den Einsatz konkreter Übungen erreicht. Zwischen den Sitzungen werden die neu erworbenen Strategien regelmäßig geübt.

    Ziel ist es, eine neue Sicht auf eigene Probleme zu erlangen, Bewältigungs­strategien zu verbessern und die Problemlöse­fähigkeit zu erhöhen. Dadurch können Beeinträchtigungen langfristig überwunden und neue Lebensperspektiven entdeckt und entwickelt werden.

  • An wen richtet sich das Therapieangebot?

    Das Therapieangebot der Psychologischen Ambulanz für erwachsene Patientinnen und Patienten umfasst prinzipiell die Diagnostik und Behandlung des gesamten Spektrums psychischer Erkrankungen. Wir behandeln dabei vor allem:  

    • Angststörungen
    • Depressionen und andere emotionale Störungen
    • Chronische Schmerzen (z.B. Rücken-/Kopfschmerzen, Fibromyalgie)
    • Somatoforme Störungen
    • Zwangs­störungen
    • Essstörungen
    • Posttraumatische Belastungs- und Anpassungs­störungen, Persönlichkeits­störungen
  • Wie fängt man eine ambulante Psychotherapie an?

    Nach einer psychotherapeutischen Sprechstunde – in welcher entschieden wird, ob eine Psychotherapie grundsätzlich empfohlen werden kann – finden sogenannte probatorische Sitzungen statt. Diese dienen dazu, ein genaueres Verständnis der Probleme zu erlangen, sorgfältige Diagnostik durchzuführen und eine Beziehung zwischen Patientin bzw. Patient und Therapeutin bzw. Therapeut entstehen zu lassen. Wenn beide anschließend entscheiden, eine psychotherapeutische Behandlung durchzuführen, kann ein Antrag auf ambulante Psychotherapie bei der Krankenkasse gestellt werden. Liegen zusätzlich medizinische Probleme vor, kooperieren wir mit den jeweils behandelnden Ärztinnen und Ärzten.

  • Wie lange dauert eine ambulante Psychotherapie?

    Die Therapie kann im Rahmen einer Akut- oder Kurzzeittherapie (bis zu 24 Sitzungen) oder im Rahmen einer Langzeittherapie (bis zu 60 Sitzungen) erfolgen. Sie kann unter bestimmten Voraussetzungen verlängert werden. Die einzelne Therapiesitzung dauert in der Regel 50 Minuten.

  • Wer übernimmt die Kosten?

    Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für eine psychologische Psychotherapie. Privatpatientinnen und -patienten sollten sich bei ihren Kostenträgern (z. B. Beihilfe, Private Versicherung) erkundigen, in welchem Umfang und unter welchen Bedingungen Therapiekosten übernommen werden. Bei der Klärung der Kostenerstattung unterstützen wir Sie gerne.

Behandlungs­schwerpunkte:

  • Phobische Störungen

    Menschen, die unter einer phobischen Störung leiden, verspüren starke Furcht vor bestimmten – eigentlich ungefährlichen – Objekten oder Situationen. Je nach auslösendem Angstreiz gibt es verschiedene Arten von Phobien: Die spezifische Phobie beinhaltet die Angst vor bestimmten Lebewesen (z. B. Spinnen, Hunde), Dingen (z. B. Spritzen) oder Situationen (z. B. enge Räume; Angst vor dem Zahnarzt). Die soziale Phobie hingegen äußert sich durch eine starke Furcht davor, von anderen bewertet oder kritisiert zu werden. Ein Hinweis auf eine Agoraphobie dagegen ist die Angst, das eigene Haus zu verlassen.

    Die effektivste Therapiemethode besteht darin, solche gelernten Ängste durch schrittweise Konfrontation mit dem angstauslösenden Reiz wieder zu verlernen.

    Informationen zu Phobischen Störungen finden Sie in unserem Flyer:

  • Panikstörungen

    Menschen, die von einer Panikstörung betroffen sind, leiden unter starken Angstanfällen, die mit körperlichen Paniksymptomen wie Herzrasen, Atemnot, Schwindel oder Übelkeit einhergehen. Anders als bei den phobischen Störungen treten diese Angstattacken jedoch scheinbar ohne bestimmten Auslöser auf. Sie werden oft als unvorhersehbar wahrgenommen und können deshalb zur Agoraphobie führen, bei der Betroffene Angst haben, das Haus zu verlassen oder sich auf weiten Plätzen oder in Menschenmengen zu bewegen, wo sie im Falle einer Panikattacke nicht sofort Hilfe bekommen können.

    Die sogenannte „Angst vor der Angst“ stellt einen Teufelskreis dar, den es in der Therapie aufzubrechen gilt.

    Wie genau dies funktioniert, erfahren Sie in unserem Flyer:

  • Affektive Störungen

    Menschen, die unter einer affektiven Störung leiden, empfinden ihre eigene Stimmung und ihren Antrieb als ungewöhnlich gedrückt (Depression) oder aber ungewöhnlich gesteigert und unruhig (Manie). Auch Mischformen sind möglich (Bipolare Störung), bei denen sich gedrückte und gesteigerte Stimmung abwechseln.

    Da etwa 17 % der Deutschen an einer affektiven Störung erkranken, gehören diese zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Sie stehen oft mit belastenden Lebensereignissen im Zusammenhang und treten in wiederkehrenden Phasen auf, die jeweils bis zu mehreren Monaten dauern können.

    Ziel der Therapie ist es, neue hilfreichere Sichtweisen auf die Situation zu erlernen, soziale Fähigkeiten zu erlernen und Aktivität zu fördern.

    Warum und wie genau dies funktioniert, erfahren Sie in unserem Flyer:

  • Posttraumatische Belastungs­störungen

    Menschen, die unter einer Posttraumatische Belastungs­störung (PTBS) leiden, haben in ihrer Vergangenheit eine oder mehrere traumatische Situationen erlebt (z. B. Missbrauchserfahrung, Unfälle, Naturkatastrophen, Kriegserlebnisse) und sind oft einem unfreiwilligen Wiedererleben der traumatischen Inhalte ausgesetzt – in Form von sich aufdrängenden Erinnerungen oder Sinneswahrnehmungen bis hin zu Flashbacks. Dabei können auch Gefühle wie Angst, Hilflosigkeit oder Wut auftreten, die zu einer generellen Unruhe führen.

    In der Therapie setzt man sich gemeinsam in geschützter Umgebung mit dem Trauma auseinander und erlernt neue, hilfreichere Sichtweisen auf die Situation und ihre Folgen. Zentral ist dabei, dass allein der Patient entscheidet, wann der richtige Zeitpunkt ist, um über die Erfahrung zu sprechen.

    Nähere Informationen finden Sie in unserem Flyer:

Flyer Psychotherapie für Erwachsene