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Uni-Scout Bachelor Kultur und Wirtschaft: Geschichte

Ich bin Alexandra und ich studiere seit dem Herbst-/Wintersemester 2017 den Bachelor Kultur und Wirtschaft (BaKuWi) mit dem Kernfach Geschichte und dem Sachfach Betriebs­wirtschafts­lehre an der Uni Mannheim. Ich freue mich auf deine Fragen rund um den Studien­gang.

Alexandra Christofori, Uni-Scout für Bachelor Kultur und Wirtschaft: Geschichte (Sachfach BWL)

Warum Bachelor Kultur und Wirtschaft: Geschichte?

Der Bachelor Kultur und Wirtschaft (BaKuWi) ist ein spannender interdisziplinärer Studien­gang, der im Grunde genommen ein geistes­wissenschaft­liches Studium mit einem stark ausgebauten wirtschaft­lichen Beifach ist. Auf diese Weise eignet man sich sowohl das kritische Denken der Geistes­wissenschaften, als auch wirtschafts­wissenschaft­liches Fach­wissen an. Das Studium setzt sich aus vier Blöcken zusammen: dem Kernfach Geschichte, dem Sachfach Betriebs­wirtschafts­lehre (BWL) oder Volkswirtschafts­lehre (VWL), der Fach­sprache Wirtschaft und der interdisziplinären Kultur­wissenschaft.

Das Kernfach Geschichte besteht vor allem aus Seminaren. Das bedeutet, dass du dich in einer kleineren Gruppe von etwa fünf bis zwanzig Studierenden unter der Leitung einer Dozentin oder eines Dozenten in einer Art Gruppen­diskussion mit einem bestimmten Themen­bereich beschäftigst. Dabei lernst du das wissenschaft­liche Arbeiten mit historischen Quellen. Zusätzlich besuchst du einige Vorlesungen, die du dir als klassischen Frontal­unterricht vorstellen kannst. Die Veranstaltungen schließt du mit Klausuren, Präsentationen, Hausarbeiten oder kurzen wissenschaft­lichen Arbeiten ab. Im Kernfach erwirbst du zunächst epochen­übergreifendes Fach­wissen – vom antiken Griechenland bis zur Zeitgeschichte, die sich mit den neuesten Entwicklungen der Welt beschäftigt. Im Laufe des Studiums kannst du dich aber auf eine Epoche oder eine bestimmte Thematik fokussieren.

Bei deinem Sachfach kannst du zwischen BWL und VWL wählen. In der BWL erhältst du einen Einblick in verschiedene wirtschaft­liche Themen­bereiche, wie beispielsweise Management, Marketing, Finanzwirtschaft oder Wirtschafts­informatik. Im Mittelpunkt der VWL steht die theoretisch-mathematische Analyse von wirtschaft­lichen Zusammenhängen, wie Konsumentenverhalten, Inflation, Arbeits­losigkeit oder Wirtschafts­wachstum. Im Sachfach besuchst du ausschließlich Vorlesungen, die mit Klausuren abgeschlossen werden.

Daneben belegst du im Block Fach­sprache Wirtschaft vier Sprachkurse, in denen du deine Fremdsprachen­kenntnisse auffrischst und erweiterst. Die Kurse sind auf Englisch und einer Fremdsprache deiner Wahl, zum Beispiel Spanisch, Französisch, Italienisch oder Altgriechisch. Dabei steht das Thema Wirtschaft meist im Fokus. Es ist auch möglich, einen der Sprachkurse durch einen ZfS-Kurs zu ersetzen und dich darin unter anderem mit den Bereichen EDV, Kommunikation und Präsentation auseinanderzusetzen.

Zusätzlich hast du ein Modul in interdisziplinärer Kultur­wissenschaft (IKW), das einen Einblick in die anderen Fach­bereiche unserer philosophischen Fakultät gibt. Sie ergänzen das Kern- und Sachfach ideal, sodass du am Ende deines Studiums umfangreiche Kompetenzen hast.

Bachelor Kultur und Wirtschaft: Geschichte an der Uni Mannheim

Du kannst zwar Geschichte, BWL und VWL an vielen Universitäten studieren, aber die Uni Mannheim ist der einzige Ort, an dem du diese Bereiche in einem Programm kombinieren kannst. Die Fächer sind optimal aufeinander abgestimmt. Genau das macht den Mannheimer BaKuWi so besonders!

Ich finde es angenehm in Mannheim zu studieren. Der Master­studien­gang  ist eher klein, sodass wir eng mit den anderen Studierenden und Dozierenden zusammenarbeiten und uns in Seminaren mit kleinen Teilnehmerzahlen gut kennenlernen. Außerdem pflegt das Historische Institut enge Beziehungen zu außeruniversitären Einrichtungen wie dem Technoseum, dem Stadtarchiv und den Reiss-Engelhorn-Museen. Auch die Fach­bereiche der Volks- und Betriebs­wirtschafts­lehre kümmern sich vorbildlich um uns Nebenfach­studierende. Es gibt zahlreiche Übungs­möglichkeiten und Praxisbeispiele. In der BWL werden beispielsweise oft Vorträge von Unternehmen aus der Region in die Veranstaltungen eingebaut, sodass du einen engen Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern bekommst. Während des Studiums hast du zudem die Möglichkeit, ein Praxissemester einzulegen oder an einer der vielen Partner­universitäten ein Auslands­semester zu verbringen. . Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Uni unterstützen dich gerne bei der Organisation.

Die Räumlichkeiten und Bibliotheken sind sehr modern ausgestattet. Außerhalb der Vorlesungs- und Seminarräume überzeugt die Uni mit ihrem schönen Campus und dem Barockschloss, das sich zentral in der Innenstadt befindet.

Neben dem Studium gibt es aber noch weitere Gründe, an der Uni Mannheim zu studieren: Mich begeistert vor allem die Arbeit der Fach­schaft für Geschichte und Altertums­wissenschaften. Die Angehörigen der Fach­schaft­organisieren viele interessante Veranstaltungen wie die Erstiwoche, den Filmclub und den Stadttrip. Außerdem setzt sich die Fach­schaft im Rahmen der Hochschul­politik für die Interessen aller Geschichte-Studierenden der Uni Mannheim ein. Auf ihrer Homepage findest du viele nützliche Infos für Erstsemester. Neben der Fach­schaft gibt es noch zahlreiche weitere Initiativen aller Art, die Events und Fach­vorträge organisieren und in denen du dich ehrenamtlich engagieren kannst. Auch Sportbegeisterte sind an der Uni Mannheim gut aufgehoben: Das Institut für Sport bietet ein umfangreiches Sport­programm. Die Kurse sind meist kostenlos und du kannst nahezu jede vorstellbare Sportart ausprobieren – von Pilates über Rudern auf dem Neckar oder Lacrosse ist wirklich alles dabei. Natürlich kommt auch das Nachtleben nicht zu kurz: Neben den Clubs, Bars und Kneipen in der Innenstadt und dem Jungbusch sind besonders die Schneckenhofpartys beliebt, die jeden Donnerstag auf dem Campus stattfinden und von den einzelnen Fach­schaften organisiert werden.

Nach dem Studium

Für Historikerinnen und Historiker sowie Volkswirtinnen und Volkswirte ist es allgemein eher unüblich, nach dem Bachelor die Uni zu verlassen. Falls du das trotzdem möchtest, ist vor allem ein BaKuWi mit Sachfach BWL aufgrund seiner Struktur eine gute Wahl. Durch die Kombination von Geschichte und BWL beziehungs­weise VWL hast du für ein Master­studium mehrere Möglichkeiten: So kannst du dich für eine Richtung entscheiden und einen reinen Geschichts- oder BWL-Master machen oder aber deine Kenntnisse in beiden Bereichen im Master Kultur und Wirtschaft vertiefen.

Absolventinnen und Absolventen der Geschichte können in Museen, im Archivwesen, in der Verwaltung, bei Medien­unternehmen oder im Wissenschafts­journalismus arbeiten. Auch eine wissenschaft­liche Karriere steht Alumni mit einem abgeschlossenen Master offen. Schon Alumni ohne Wirtschafts­kenntnisse arbeiten unserer Erfahrung nach in allen möglichen Bereichen – von der Universität über die Verwaltung bis hin zu Museen, Verlagen oder Medien­unternehmen. Wenn wir jetzt noch alle Wege, die einem BaKuWi offenstehen, einbeziehen, weiten sich deine Möglichkeiten auf Tätigkeiten aus, die klassischerweise Wirtschafts­wissenschaft­lerinnen und -wissenschaft­ler ausführen. Arbeitgeber schätzen außerdem, dass BaKuWis Kenntnisse aus vielen Bereichen haben und damit vielseitiger als reine Geistes- oder Wirtschafts­wissenschaft­lerinnen und -wissenschaft­ler sind.

Das Klischee, dass Studierende der Geschichte später als Taxifahrerin oder Taxifahrer arbeiten trifft deswegen nicht zu – vor allem nicht auf BaKuWis!

 

    Das solltest du wissen

  • Mythos 1: Geschichte ist nur ein Laberfach

    Das stimmt nicht. Dir muss bewusst sein, dass der Studien­gang gewisse Fähigkeiten voraussetzt: Im Rahmen des Kernfachs solltest du dich für Geschichte interessieren, gerne lesen, schreiben und diskutieren. Für das Sachfach BWL oder VWL brauchst du mathematische Grund­kenntnisse und solltest ein gewisses Interesse an wirtschaft­lichen Fragestellungen mitbringen. Aber generell gilt immer: Man wächst mit seinen Aufgaben!

  • Mythos 2: Historikerinnen und Historiker lernen nur Daten auswendig

    Das ist wohl das größte Vorurteil über Studierende und Alumni im Fach Geschichte. Im Gegensatz zu Fächern wie BWL musst du viel weniger auswendiglernen. Zwar spielen Daten und Fakten im Geschichtsstudium eine Rolle, sie sind aber nicht allzu wichtig. Zu Beginn deines Studiums eignest du dir in den sogenannten Propädeutika epochen­übergreifendes Fach­wissen an. Dieses musst du aber weniger auswendiglernen, als vielmehr verstehen und anwenden. So sollte dir zum Beispiel beim Lesen einer Quelle bewusst sein, wann sie entstanden ist und welche Entwicklungen in dieser Zeit eine Rolle spielen.

  • Wie sieht es mit Fremdsprachen aus?

    Es ist definitiv empfehlenswert, gute Englisch­kenntnisse zu haben. Im Studium stößt man häufig auf Literatur und Quellen, die nur auf Englisch erschienen sind.

    Je nachdem, in welcher Region und in welcher Epoche man sich bewegt, können auch andere Sprachen nützlich sein, zum Beispiel Latein für die Alte und Mittelalterliche Geschichte, Französisch für die Neuzeit oder Spanisch für die Geschichte der spanischsprachigen Länder. Es ist aber nicht unbedingt notwendig, dass du diese Kenntnisse hast.

    Im Gegensatz zu anderen Geschichts­studien­gängen benötigst du für den BaKuWi Geschichte kein Latinum.

  • Wie wichtig ist Mathe?

    Im Sachfach VWL ist es Kern vieler Kurse, mathematische Methoden anzuwenden. Vor allem Statistik und Analysis sind besonders wichtig.

    Im Sachfach BWL ist es ebenso wichtig, mathematische Grund­kenntnisse zu haben. Du musst aber kein Mathegenie sein, um dich mit den Inhalten auseinanderzusetzen und die Prüfungen zu bestehen.

    Wenn du deine Mathe­kenntnisse auffrischen möchtest, empfehlen wir dir, die Kurse in Schulmathematik zu besuchen, die unsere Fakultät anbietet.

  • Das Sachfach: BWL oder VWL?

    Betriebs­wirtschafts­lehre (BWL) befasst sich mit unternehmens­internen Prozessen aus der Perspektive des Unternehmens. Du lernst also, wie du „den Laden am Laufen“ hältst. Dafür belegst du Fächer wie Marketing, Management, Rechnungs­wesen oder Finanzwirtschaft. Die Volkswirtschafts­lehre (VWL) dagegen interessiert sich für gesamtwirtschaft­liche Zusammenhänge. Du analysierst, wie diese Einheiten funktionieren und gehst auf die gesamtwirtschaft­lichen Prozesse ein.

    Wenn du das Sachfach BWL belegst, ermöglicht dir das eine berufliche Zukunft in einem der vielen Arbeits­felder eines Unternehmens, wie zum Beispiel im Marketing, Controlling, Vertrieb oder Personal­management. Mit VWL qualifizierst du dich für eine Tätigkeit in Forschungs­instituten, Banken und Ministerien, aber auch in Unternehmen und Unternehmens­beratungen.

  • Was machst du dann damit?

    Wenn du dich für das Geschichtsstudium interessierst, hast du das wohl schon oft gehört und dich vielleicht auch schon selbst gefragt. Gerade dann ist der BaKuWi durch das Sachfach eine echte Absicherung, da dir damit noch mehr Möglichkeiten offenstehen. So kannst du zum Beispiel im Wissenschafts­journalismus, im Archivwesen, aber auch im Marketing oder als Projektmanagerin oder Projektmanager in Marketingagenturen arbeiten.

    Übrigens: Auch Studierende anderer Studien­gänge können dir diese Frage meist nicht eindeutig beantworten. Praktika sind eine gute Möglichkeit, dich auszuprobieren und Praxiserfahrungen zu sammeln.

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