Mannheim Schloss, Ehrenhof

Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Online-Texten leichtgemacht:

Tipps und Tricks

  • Einfach Sätze

    Der Satzbau soll klar und verständlich sein.

    „Schreibe klar und sie werden es verstehen.“ Dieser Satz stammt vom berühmten Journalisten und Zeitungs­verleger Joseph Pulitzer. Auch für den Internetauftritt der Universität Mannheim gilt: Beim Satzbau soll auf Klarheit, Lesbarkeit und Verständlichkeit geachtet werden. Lange Nebensätze, Klammern und Einschübe in der Mitte des Satzes sollten vermieden werden. Sinnvoller ist es, sie an das Ende zu stellen.

    Negativbeispiel:
    In dem Leitfaden werden nicht nur Hinweise darauf gegeben, was aus rechtlicher Perspektive jeweils zu beachten ist, sondern ebenfalls Hinweise dazu, wie die Personalauswahl gestaltet werden kann, damit es für beide Seiten – die Bewerber/innen und diejenigen, die sich schließlich für den einen oder die andere entscheiden – möglichst professionell und angenehm durchgeführt werden kann. 

    Bessere Variante:
    Auf was Sie bei Vorstellungs­gesprächen achten sollten, erklärt der Leitfaden. Außerdem enthält er Hinweise zu rechtlichen Fragen.

  • Aktiv statt Passiv

    Wann immer dies möglich ist, sollten Autorinnen und Autoren im Aktiv formulieren – und nicht im Passiv.

    Schreiben Sie im Aktiv statt im Passiv. Nur so stellen Sie sicher, dass der Leser auch versteht, wer der Ansprech­partner ist, beziehungs­weise, was er genau tun muss. Sinnvoll ist das Passiv nur, wenn die handelnde Person unbekannt ist oder wenn es nur auf das Objekt ankommt. Dies trifft zum Beispiel beides auf folgenden Satz zu: „Der Teig wird zwei Minuten gerührt.“ In allen anderen Fällen sollten Autorinnen und Autoren im Aktiv formulieren.

    Negativbeispiel:
    Studierende werden im Studierenden­werk bei Fragen rund um BAföG und Studien­finanzierung beraten.

    Bessere Variante:
    Bei Fragen zu Ihrem BAföG-Antrag wenden Sie sich an Frau Müller vom Studierenden­werk.

  • Verben statt Substantive

    Verben machen einen Satz lebendiger als Nominalkonstruktionen.

    So mancher professionelle Schreiber bezeichnet sie als „Königswörter“: Verben. Der Grund für ihre Beliebtheit ist, dass sie Sätze lebendiger machen. In den meisten Fällen ist es besser, Verben zu wählen als Substantive. Statt Nominalkonstruktionen zu verwenden wie „zur Anwendung gelangen“ oder „zur Anzeige bringen“, schreibt man also besser „anwenden“ oder „anzeigen“. 

    Negativbeispiel:
    Die Promotion dient dem Nachweis der Be­fähigung zu vertiefter wissenschaft­licher Arbeit.

    Bessere Variante:
    Mit der Promotion weisen angehende Wissenschaft­lerinnen und Wissenschaft­ler nach, dass sie auch komplexe Themen bearbeiten können.

  • Verwaltungs­deutsch vermeiden

    Sperrige Verwaltungs­begriffe sollten durch verständlichere Wörter ersetzt werden.

    Was auf der Website der Universität Mannheim steht, sollte natürlich inhaltlich korrekt sein. Leicht kann man daher in die Falle tappen, Formulierungen aus Gesetzen oder Verwaltungs­texten zu übernehmen. Darin finden sich jedoch häufig unverständliche Wörter und Satzkonstruktionen, die von Leserinnen und Lesern überflogen werden, ohne dass diese sie verstehen. Auf dem Internetauftritt der Universität Mannheim soll Verwaltungs­deutsch deshalb vermieden und durch verständliche Begriffe ersetzt werden. Ausnahmen von dieser Regel können bei Textpassagen gemacht werden, die rechtlich bindend sind.

    Negativbeispiel:
    Ausbildungs­förderung wird nicht rückwirkend vor dem Antragsmonat geleistet.

    Bessere Variante:
    Studierende erhalten BAföG erst ab dem Monat, in dem sie den Antrag gestellt haben.

  • Konkret statt abstrakt

    Es ist besser, konkrete Begriffe zu wählen als abstrakte.

    Konkrete Begriffe, die sich Leserinnen und Leser vorstellen können, bleiben im Kopf. Abstrakte Oberbegriffe vergisst man eher. So wird man sich seltener an „Niederschlag“ erinnern, als an den weitaus bildlicheren „Regen, Hagel oder Schnee“. Im Universitäts­kontext schreibt man also statt von einer „Infrastruktur, die den Studierenden die Eingewöhnung erleichtert“ besser von „internationalen Semesterzeiten“, „studentischen Ansprech­partnern“ und dem „Buddy-Programm“. Joseph Pulitzer fasste diese journalistische Grundregel in die Worte: „Schreibe bildhaft und sie werden es verstehen.“

    Negativbeispiel:
    Das Mathematikstudium ist eine wissenschaft­liche Ausbildung, die die Grundlage für eine spätere Berufs­tätigkeit in vielfältigen Zweigen der Wirtschaft, Industrie, Lehre oder Forschung bildet. 

    Bessere Variante:
    Je nach Spezialisierung arbeiten Mathematiker beispielsweise bei Versicherungen, Banken und Finanzdienstleistern. Auch ihre Statistik­kenntnisse sind gefragt, etwa in der Bio­technologie. Darüber hinaus können Mathematiker als Lehrer oder als Berater von Unternehmen arbeiten.

  • Außen­sicht statt Innensicht

    Das Vorwissen der potenziellen Leserinnen und Leser soll beim Schreiben einkalkuliert werden.

    Es mag selbstverständlich klingen, ist aber ein Punkt, den man sich immer wieder in Erinnerung rufen sollte: Beim Schreiben von Online-Texten sollte man abschätzen, was die potenziellen Leserinnen und Leser an Vorwissen haben. Besonders wichtig ist, nicht aus der eigenen Sicht zu schreiben, sondern sich in die Perspektive der Leserinnen und Leser hineinzuversetzen. Vokabeln, die Beschäftigte einer Universität in Gesprächen untereinander verwenden, sind den Nutzerinnen und Nutzern der Website häufig unbekannt. Manchen Autorinnen und Autoren hilft es, sich eine konkrete Person vorzustellen, für die sie schreiben. Das kann dann zum Beispiel der eigene Neffe sein, der im kommenden Semester sein Studium beginnt.

    Negativbeispiel:
    Die Universität Mannheim bietet ein vielfältiges Spektrum an grundständigen Studien­gängen an. 

    Bessere Variante:
    Die Universität Mannheim bietet 33 Bachelor-Studien­gänge an.

  • Füllwörter vermeiden

    Lassen Sie inhaltslose Füllwörter weg.

    Sorgen Sie dafür, „dass jedes Wort etwas zu sagen hat“. Diese Empfehlung des amerikanischen Stillehr­ers William Strunk ist stets ein guter Rat. Aus ihr folgt, dass inhaltslose Füllwörter wie „durchaus“, „nämlich“ und „eben“ beim Schreiben vermieden werden sollten. Sie „blasen“ einen Satz oft auf und erschweren die Verständlichkeit.

    Negativbeispiel:
    Wenn Sie möglicherweise zunächst einmal weniger ECTS-Punkte aus entsprechenden Lehr­veranstaltungen erbringen, müssten diese gegebenenfalls entsprechend nachgeholt werden.

    Bessere Variante:
    Falls Sie in einer Lehr­veranstaltung weniger ECTS-Punkte erbringen als erforderlich, müssen Sie diese nachholen.

  • Vorsicht vor Marketing-Worthülsen

    Belegen Sie Marketing-Aussagen mit konkreten Aussagen.

    Klug gewählte Worte platz­ieren Bilder in unseren Köpfen, die uns in Erinnerung bleiben. Inhaltslose Marketinghülsen wie „Kompetenz­orientierung“ tun dies nicht. Deshalb ist es wichtig, PR-Aussagen mit konkreten Beispielen zu belegen. So zeigt man, dass es sich um glaubwürdige Argumente für ein Studium an der Universität Mannheim handelt. 

    Negativbeispiel:
    Bei uns finden Studierende und Lehr­ende optimale Lehr- und Lernbedingungen. Wir begleiten unsere Studierenden individuell auf dem Weg zur erfolgreichen Persönlichkeit.

    Bessere Variante:
    Bei uns finden Studierende sehr gute Lernbedingungen. Dafür sorgen Tutorien, E-Learning-Programme und moderne Bibliotheksarbeits­plätze.

  • Angemessene Tonalität und Ansprache

    Siezen Sie die Nutzerinnen und Nutzer der Website und sprechen Sie sie auf eine höfliche Weise an.

    Falls eine persönliche Ansprache notwendig ist, werden die Nutzerinnen und Nutzer der Website gesiezt. Sie werden in einem höflichen Ton und auf gut verständliche Weise angesprochen. „Sie“ und „Ihre“ wird dabei groß geschrieben.

    Negativbeispiel:
    Für den Fall, dass Sie Ihr Anliegen keinem der oben genannten Bereiche zuordnen können, erreichen Sie uns unter den folgenden allgemeinen Kontaktdaten.

    Bessere Variante:
    Bei Fragen können Sie sich gerne an uns wenden.


    Ausnahme:
    Eine Ausnahme bilden die Uni-Scouts – hier haben wir uns für die „Du-Ansprache“ entschieden, weil Studien­interessierte von Studierenden angesprochen werden und eine „Sie-Ansprache“ in diesem Kontext unpassend wäre. Du, deine, euch und eure schreiben wir dabei klein.

    Beispiel:
    „Hallo, ich bin Clara und ich studiere seit dem Herbst-/Wintersemester 2017 Betriebs­wirtschafts­lehre an der Uni Mannheim. Bevor ich mein Studium begonnen habe, hatte ich auch sehr viele Fragen und Unklarheiten. Darum freue ich mich, euch mit euren Anliegen weiterzuhelfen.“

  • Rhetorische Fragen nur dosiert einsetzen

    Dieses Stilmittel sollten Sie nur selten verwenden.

    „Sie möchten gerne einem der knapp 400 neuen internationalen Studierenden beim Einstieg in Mannheim und an der Universität behilflich sein und ihm/ihr den Mannheimer Alltag zeigen?“

    Es ist unwahrscheinlich, dass eine Leserin oder ein Leser schon einmal genau diesen Gedankengang hatte. Deshalb wirkt diese Frage irritierend. Generell sollten rhetorische Fragen in Texten für den Internetauftritt nur dosiert eingesetzt werden. Falls sie verwendet werden, sollten sie möglichst kurz sein und die Leserinnen und Leser gedanklich abholen. Wenn zum Beispiel schon erklärt wurde, was eine Patenschaft ist, kann die Frage „Welche Vorteile hat eine Patenschaft?“ möglicherweise zum Weiterlesen anregen.