Illustrierte Bücher


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Columbus, Christophorus: Epistola de insulis nuper inventis.

Basel: Bergmann, 1494. 16 S. (Teilreproduktion von Carolus Verardus: Historia Baetica)

Fünf Holzschnitte, die dem Bericht des Kolumbus von seiner ersten Entdeckungsreise beigegeben sind, zeigen dem europäischen Leser erstmals die Neue Welt im Bild. Sie stammen von dem Baseler Meister des "Haintz Narr".

Aesopus: Esopi appologi sive mythologi, cum quibusdam carminum et fabularum additionibus Sebastiani Brant.

Basel: Jacob Wolff von Pforzheim, 1501; 404 S.; 340 Ill. (VD 16: A 435)

Dieses von der Forschung bisher kaum beachtete Werk des berühmten Autors des "Narrenschiffs" wird hiermit erstmals allgemein zugänglich gemacht. Die vollständige Reproduktion wird durch ein ausführliches Inhaltsverzeichnis und durch Resümees aller 140 Stücke des 2. Teils erschlossen. Dieser ist eine von Brant neu zusammengestellte Sammlung von Fabeln, Schwänken und anderen unterhaltsam-belehrenden Texten, während der 1. Teil eine Reprise des berühmten "Ulmer Äsop" (um 1476) von Heinrich Steinhöwel darstellt.

Vosmeer, Michiel: Principes Hollandiae et Zelandiae, Domini Frisiae. Cum genuinis ipsorum iconibus.


Antwerpen: Plantin, Galle, 1578. 87 S.

Auf dem Höhepunkt des Konflikts der aufständischen Niederlande mit der spanischen Herrschaft stellt ein Anhänger der letzteren die lange "Reihe der Fürsten von Holland und Seeland und Herren von Friesland" in Text und Bild vor - wohl um die Untertanen Philipps II. an ihre Loyalitätspflicht zu erinnern. Den Kupferstichen von Philipp Galle nach Zeichnungen Willem Thibauts stehen chronikartige Merkverse gegenüber.

Mikrokosmos = Parvus mundus.


Embleme, graviert von Gèrard de Jode, mit begleitenden Versen von Laurentius Goidtsenhoven [Laurentius Goidtsenhoven].
- Antwerpen: de Jode, 1579. - [157] S.; Titelill., 74 Embleme. 4 - Mit handschriftl. Übers. ins Franz.
Mit ihrem "Mikrokosmos" haben Gerard de Jode (1509/1517-1591) und Laurentius van Goidtsenhoven (Laurentius Haechtanus, 1527-1603) ein ebenso erbauliches wie unterhaltsames Werk geschaffen. Sie nutzen die Struktur des Emblems, also die regelmäßige Abfolge von Überschrift, Bild, Epigramm und Erläuterung, um Lebensweisheiten anschaulich zu vermitteln. Dabei beziehen sie neben Sinnbildern, wie sie für die emblematische Gattung typisch sind, auch mythologische und historische Exempla, Anekdoten, Apophthegmata und Sprichwörter ein.

Ortelius, Abraham: Aurei saeculi imago, sive Germanorum veterum vita, mores, ritus et religio.

Antwerpen: Galle, 1596. 12 Bl., 2 S.

"Ein Bild des goldenen Zeitalters" nennt der berühmte Kartograph und Altertumskundler Abraham Ortelius aus Antwerpen die kleine Schrift, in der er zusammenfaßt, was die antiken Schriftsteller über die Lebensweise der alten Germanen mitgeteilt haben. Der bedeutende Kupferstecher Philipp Galle hat das für die Jugend bestimmte Werkchen illustriert.

Heyns, Peeter: Le miroir du monde, ou Epitome du Théâtre d'Abraham Ortelius.

Amsterdam: Z. Heyns, 1598. 82 Bl.

Dieser kleine Weltatlas beruht auf dem großen "Theatrum orbis terrarum" (zuerst Antwerpen 1570) des Abraham Ortelius. Die Kurzfassung wurde von Peeter Heyns geschrieben und von Philipp Galle gestochen. Der kolorierte Druck dokumentiert die enge Zusammenarbeit von Gelehrten, Künstlern und Verlegern in den reichen Handelsstädten der Niederlande.

Custos, Dominicus: Atrium heroicum Caesarum, regum, ... imaginibus ... illustratum. Pars 1-4.

Augsburg: Manger, Praetorius, 1600-1602. 195 Bl.; 169 (von 171) Porträts.

In den wirklichkeitsgetreuen und zugleich repräsentativen Kupferstichporträts von Fürsten, Heerführern, Hofleuten sowie Angehörigen der Familie Fugger manifestiert sich das Interesse des 16. Jahrhunderts am Individuum und an dessen Fortleben im Gedächtnis der Nachwelt.

Karl <Pfalz, Kurfürst>: Philothei Symbola Christiana.

Frankfurt a.M.: Zubrod, 1677. 5 Bl., 204 S.

Das Emblembuch, das der pfälzische Kurprinz Karl zusammen mit seinem Lehrer Paul Hachenberg schuf, ist frommer Erbauung abseits jeden weltlichen Treibens gewidmet. Es verbindet Sinnbilder mit einer Aufschrift, einer epigrammatischen Auslegung und einem Prosakommentar.

Boissard, Jean-Jacques; Bry, Theodor de:
Bibliotheca chalcographica, hoc est Virtute et eruditione clarorum Virorum Imagines.

Heidelberg: Clemens Ammon, 1669. Partes 1-5: 1669.- Pars 6: Frankfurt a.M.: Johann Ammon, o.J.- Pars 7: Frankfurt a.M.: Clemens Ammon, 1669.- Pars 8: Frankfurt a.M.: Johann Ammon, 1652.- Pars 9: Heidelberg: Johann Ammon, 1664. 4

Diese Porträtgalerie mit 438 Kupferstichen von Humanisten und Reformatoren spiegelt den Ernst und das Selbstbewußtsein der gelehrten Elite der frühen Neuzeit.

Orationes duae, De ritu et modo depositionis beanorum.

Straßburg: Dolhopff, 1680. 56 S., 18 Kupfertafeln (Teilreprint: 19 S. + 18 Ill.)

In der frühen Neuzeit dokumentierte sich der Sonderstatus der Universitäten auch in einem Aufnahmeritus, den die Neuimmatrikulierten nicht ohne Grund fürchteten: Ältere Studenten trieben ihnen auf handgreifliche Weise ihre angebliche tierische Dummheit und kindische Einbildung aus. Die Illustrationen des vorliegenden Werks geben die derben Bräuche in drastischem Stil wieder.

Delgado y Gálvez, José: Tauromaquia o arte de torear á caballo y á pie: obra escrita por el celebre profesor Josef Delgado (vulgo) Hillo; corregida y aumentada con una noticia histórica sobre el origen de las fiestas de toros en España; adornada con treinta láminas que representan las principales suertes. Por un aficionado.

Madrid: Vega, 1804. - [4] Bl., 103 S., XXX Bl.: Ill.; 8 Signatur: Mf s 068

1796 legte der berühmte Matador José Delgado in der Schrift 'Tauromaquia o arte de torear á caballo y á pie' die Regeln seiner Kunst dar. Er warb damit für eine damals neue Form des Stierlaufs (corrida), die sich schließlich durchsetzte und noch heute als 'fiesta nacional' begangen wird. Die 2. Auflage der Schrift (1804) wurde von einem Stierkampfbegeisterten überarbeitet und mit 30 handkolorierten Stichen versehen. 1957 illustrierte Pablo Picasso das klassische Werk.


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