Eine Tasse steht auf einem Tisch. Im Hintergrund liegen ein Notizblock und ein Laptop.

Leitlinien zum Forschungs­daten­management

Der verantwortungs­volle Umgang mit Forschungs­daten ist ein zentraler Bestandteil guter wissenschaft­licher Praxis. Forschende stehen dabei vor der Herausforderung, dass Sie sich ständig wandelnden rechtlichen, ethischen und disziplin­spezifischen Anforderungen nachkommen müssen. Um Orientierung zu bieten und die Umsetzung eines qualitätsgesicherten Forschungs­daten­managements (FDM) zu erleichtern, spielen verbindliche und empfehlende Leitlinien eine wichtige Rolle.

Auf dieser Seite erhalten Sie einen strukturierten Über­blick über zentrale Richtlinien und Empfehlungen zum Umgang mit Forschungs­daten. Damit können Sie Ihre daten­basierte Forschung von der Planung über die Erhebung und Analyse bis hin zur Archivierung und Nachnutzung von Daten trans­parent und nachhaltig gestalten.

  • Forschungs­daten-Policy

    Die Universität Mannheim verfügt seit 2024 über eine Forschungs­daten-Policy, die für Forschende, Lehr­ende und Studierende der Universität Mannheim gilt. Gemäß der Forschungs­daten-Policy sind sie verantwortlich für:

    • die rechts­konforme Erhebung, sichere Speicherung und standard­gemäße Aufbereitung von Forschungs­daten
    • die Planung und Dokumentation des gesamten Forschungs­prozesses
    • die Auswahl geeigneter Dienste für Archivierung, Bereitstellung und Lizenzierung von Daten
    • die Einbindung von Methoden zum Umgang mit Forschungs­daten in Lehre und Fortbildung
  • Richtlinie zur guten wissenschaft­lichen Praxis

    Die Richtlinie definiert rechts­verbindliche Standards für Forschende, Lehr­ende und Studierende zur wissenschaft­lichen Integrität an der Universität Mannheim. Im Umgang mit Forschungs­daten müssen Sie folgendes beachten:

    • Forschungs­daten, einschließlich Methoden und Software, sollten Sie nach Möglichkeit veröffentlichen
    • Rohdaten, zentrale Materialien und Forschungs­software müssen Sie auch nach fach­spezifischen Standards sichern und mindestens 10 Jahre archivieren
    • Sie müssen den Forschungs­prozess umfassend und nachvollziehbar dokumentieren
    • Forschende entscheiden über den Zugang Dritter zu Forschungs­daten im Rahmen der rechtlichen Vorgaben
  • Open Access Policy

    Seit 2017 fördert die Universität Mannheim Open Access, um wissenschaft­liche Er­kenntnisse weltweit frei zugänglich zu machen und die Wissensverbreitung nachhaltig zu verbessern.

    • Forschungs­daten wie Metadaten, Software und Quellenmaterial sollen im Sinne von Open Access weltweit frei zugänglich sein
    • die Wahl des Publikations­weges bleibt frei, wobei wir Forschende ermutigen, Zweit­veröffentlichungs­rechte für entgeltfreie Nutzung einzubehalten
    • Forschende werden zu rechtlichen und organisatorischen Fragen des Open Access Publizierens durch die Universitäts­bibliothek beraten und unter­stützt
  • Empfehlungen der DFG zum Umgang mit Forschungs­daten

    Die Leitlinie der DFG zum Umgang mit Forschungs­daten betont die zentrale Rolle von Forschungs­daten für wissenschaft­liche Integrität und nachhaltigen Fortschritt. Fächer­spezifische Empfehlungen helfen darüber hinaus, Datenqualität, Relevanz und Nachnutzbarkeit in den verschiedenen Disziplinen mit ihren spezifischen Bedingungen adäquat sicherzustellen. Die Einhaltung dieser Richtlinien ist essenziell, um Trans­parenz und Austausch in der Wissenschaft sowie die Nachnutzung von Forschungs­daten zu ermöglichen.

  • FAIR-Prinzipien

    Das Ziel der FAIR-Prinzipien ist die Förderung der effizienten Nutzung von Forschungs­daten. Daten sollen auffindbar, zugänglich, interoperabel und wiederverwendbar sein.

    FAIR steht für:

    • Findable: Um die Auffindbarkeit langfristig sicherzustellen, sollten Forschungs­daten ausreichend beschrieben und mit eindeutigen, zitier­fähigen Identifikatoren sowie geeigneten, beschreibenden Metadaten versehen werden
    • Accessible: Forschungs­daten und ihre Metadaten sollten dauerhaft verfügbar sein und unter klar definierten Bedingungen sowie gemäß klar definierten Protokollen zugänglich gemacht werden
    • Interoperabel: Damit Forschungs­daten effektiv mit anderen Daten kombiniert und genutzt werden können, sollten sie standardisierte und wenn möglich offene Formate sowie Fach­vokabular verwenden
    • Reusable: Um die Nachvollziehbarkeit und Wiederverwendung in anderen Forschungs­kontexten zu gewährleisten, müssen Forschungs­daten umfassend dokumentiert sein und über klare Nutzungs­lizenzen verfügen