Landesprojekt bwKI-Transfer – KI für eine moderne Hochschulverwaltung
Wie kann der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Digitalisierung, Modernisierung und zum Bürokratieabbau in der Hochschulverwaltung beitragen?
Dieser Frage widmet sich das Landesprojekt bwKI-Transfer. Im Rahmen des Projekts sollen bereits existierende KI-Lösungen in unterschiedlichen Anwendungsbereichen pilothaft implementiert und evaluiert werden – nämlich in der Studierendenberatung, der IT-Unterstützung, der Studienorientierung sowie bei der Optimierung von Suchfunktionen, administrativen Prozessen und der automatisierten Erstellung von Dokumenten. Im Mittelpunkt steht die Analyse, welche KI-Werkzeuge sich für den konkreten Einsatz im Hochschulkontext eignen und wie sie die tägliche Verwaltungsarbeit erleichtern können. Das Ziel ist die Erarbeitung von Empfehlungen und praxistauglichen Umsetzungshilfen, die einen nachhaltigen Transfer erfolgreich erprobter KI-Lösungen an Hochschulen in ganz Baden-Württemberg ermöglichen.
- Förderung: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg im Rahmen des Dialogprozesses „Zukunftslabor Hochschulen in der digitalen Welt“
- Volumen: 1,26 Millionen Euro
- Laufzeit: 01/
2025 – 12/ 2026 (2 Jahre) - Federführende Hochschule: Universität Mannheim
Beteiligte Einrichtungen
Wichtige Hinweise zum Leitfaden
Diese Projektseite bildet chronologisch und thematisch den roten Faden durch bwKI-Transfer ab und dient Hochschulen zugleich als Leitfaden für Planung und Einführung von KI-Tools und -Systemen. Das Projekt läuft noch: Viele Arbeitspakete sind in Bearbeitung, weitere Sektionen und Arbeitshilfen kommen bis zum Projektende laufend hinzu. Schauen Sie regelmäßig vorbei, gerade im KI-Bereich ändert sich vieles schnell.
Feedback ist ausdrücklich erwünscht: Ideen, Korrekturen und Kritik gerne an Sebastian Grünwaldt (Federführung Website-Konzept). Eigene KI-Projekte an Ihrer Hochschule melden Sie über die Funktion „Projekt melden" auf der KI-Landkarte. Die Inhalte auf dieser Seite wurden teilweise von KI generiert und können Fehler enthalten.
Orientierung
Was dieser Leitfaden für Ihre Hochschule bereithält
Was dieser Leitfaden für Ihre Hochschule bereithält
Dieser Leitfaden dokumentiert Ergebnisse, Erkenntnisse und praxiserprobte Ressourcen aus dem Landesprojekt bwKI-Transfer – aufbereitet für Hochschulmitarbeitende und Entscheidungsträger in der Verwaltung, die KI in ihrer Einrichtung einführen, bewerten oder begleiten wollen. Öffentlich zugängliche Inhalte können direkt genutzt werden: als Orientierung, als Vorlage oder als Ausgangspunkt für eigene Schritte.
Nachnutzung: Alle öffentlichen Inhalte stehen Hochschulen in Baden-Württemberg zur freien Verwendung bereit. Projektdetails, Evaluierungsergebnisse und Downloads sind nach Anmeldung zugänglich.
Fragen oder Anregungen? Das bwKI-Transfer-Team freut sich über Rückmeldungen und Austausch.
Nationaler & europäischer Kontext
bwKI-Transfer ist ein Landesprojekt Baden-Württembergs im Rahmen des Dialogprozesses „Zukunftslabor Hochschulen in der digitalen Welt“ (MWK BW) – und damit ein konkreter Baustein einer deutlich größeren Bewegung: Bund und EU investieren parallel in eine koordinierte KI-Strategie für Forschung, Lehre und Verwaltung, in die sich die hier vorgestellten Piloterfahrungen, Bewertungsraster und Schulungsangebote einordnen. Die folgenden Angebote bieten einen direkten Einstieg in diesen größeren Rahmen.
Bund & EU
- Nationale KI-Strategie der Bundesregierung – Übergeordnete Strategie von BMBF und beteiligten Ressorts: Förderprogramme, KI-Kompetenzzentren, KI-Professuren und das KI-Campus-Lernangebot für Hochschulen.
- Umsetzung der EU-KI-Verordnung in Deutschland – Durchführungsgesetz zur EU-KI-Verordnung, vom Bundestag am 11. Juni 2026 verabschiedet; Bundesnetzagentur als zentrale Koordinierungsstelle.
Hochschulen
- Hochschulrektorenkonferenz (HRK) – Zusammenschluss der deutschen Hochschulen und ihre bildungspolitische Interessenvertretung; entwickelt Positionen zu Studium, Lehre und Forschung und koordiniert hochschulübergreifende Vorhaben – u. a. auch den KI-Lotsen.
- KI-Lotse der HRK – BMFTR-geförderte, hochschulübergreifende Beratungsstelle der Hochschulrektorenkonferenz für die strukturierte KI-Einführung an Hochschulen (Laufzeit 2026–2029).
- Hochschulforum Digitalisierung (HFD) – Gemeinsame, vom BMBF geförderte Initiative von Stifterverband, CHE und HRK: Beratung, Qualifizierung und Vernetzung rund um die digitale Transformation der Hochschulen, aktuell mit Schwerpunkt KI.
- Service für Hochschulen (Stifterverband) – Beratungsangebot des Stifterverbands zu Strategieentwicklung, Weiterbildung und Peer-Audits für Hochschulen im digitalen Wandel.
Inhalt
Erprobte KI-Lösungen aus der Praxis
Zehn KI-Anwendungen aus der Hochschulverwaltung – von Chatbots über automatisierte Protokollerstellung bis zur hochschulweiten Suche. Jeder Anwendungsfall beschreibt Ziel, Vorgehen und Ergebnis.
Analysen, Bewertungsrahmen und Landesdienste
KI-Landkarte, Markt- und Nutzwertanalyse sowie ein Selbsteinschätzungs-Fragebogen liefern eine strukturierte Grundlage für eigene Entscheidungen. Ergänzt durch einen Überblick über landesweit verfügbare KI-Dienste und Tools.
KI-Kompetenz aufbauen und vertiefen
Schulungsangebote für Mitarbeitende (einschließlich der Pflichtschulung nach EU AI Act), Leitlinien-Generatoren und praxisorientierte Handreichungen für den Hochschulalltag.
Begleitende Themen: Evaluation und Kulturwandel
Evaluation und Strategien für den kulturellen Wandel in der Hochschulverwaltung. Netzwerkveranstaltungen und gemeinsame Publikationen der Projektpartner.
Zugang zu geschützten Inhalten
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Sie interessieren sich für das Material und möchten einen Zugang beantragen? Nutzen Sie unseren Direktkontakt: bwki-transferuni-mannheim.de
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Bisherige Projektergebnisse
KI-Landkarte BW
Was machen andere Hochschulen mit KI? Die KI-Landkarte bwKI-Transfer zeigt Projekte an Hochschulen in und außerhalb Baden-Württembergs – mit Laufzeiten, Budgets, eingesetzten Systemen und Ansprechpersonen. Netzwerken und austauschen leicht gemacht.
Im Rahmen von Arbeitspaket 1 (AP1) hat die Universität Mannheim (UMA) durch Recherche und Partnerbefragungen eine strukturierte Übersicht von KI-Projekten an Hochschulen in und außerhalb Baden-Württembergs erstellt: die KI-Landkarte. Aktuell sind darin über 120 Projekte erfasst. Für jedes Projekt wurden Rahmendaten erhoben: Laufzeiten, Budgets, eingesetzte Systeme und Projektpartner. Zusätzlich wurden Kontaktmöglichkeiten identifiziert – damit die Landkarte nicht nur informiert, sondern Netzwerken und Austausch zwischen Hochschulen ermöglicht. Die Landkarte ist als eigene Unterseite auf der Projektseite der Universität Mannheim zugänglich. Die bwKI-Transfer-Pilotprojekte sind als Einträge in der Landkarte enthalten – mehr dazu unter Pilotprojekte.
KI-Markt und Nutzwertanalyse & Kriterienkataloge
Welche KI-Systeme eignen sich für die Hochschulverwaltung? Eine systematische Marktsichtung von rund 260 Tools, ein eigener Fragenkatalog und ein Bewertungsschema bildeten die Grundlage für die Auswahl der Pilotprojekt-Kandidaten in allen Kategorien.
Bevor die Pilotprojekte im bwKI-Transfer starten konnten, musste eine Frage beantwortet werden: Welche KI-Tools eignen sich überhaupt für den Einsatz in der Hochschulverwaltung? Das Team hat dafür den Markt systematisch gesichtet, einen eigenen Fragenkatalog entwickelt und ein Bewertungsschema mit gewichteten Kriterien aufgebaut – von Funktionsumfang über Datenschutz bis Wirtschaftlichkeit.
Auf dieser Grundlage wurden geeignete Kandidaten für die verschiedenen Pilotprojekt-Kategorien ausgewählt: Chatbots, juristische Aufgaben, Protokollerstellung, Prozessmodellierung, Bild-/Videobearbeitung, Dokumentenmanagement, Finanzen und Anforderungsanalyse. Damit andere Hochschulen von der Methodik profitieren können, steht eine Blanko-Bewertungsvorlage zur Nachnutzung bereit – mit vorbereiteten Formeln und Auswahllisten sofort einsetzbar für eigene Tool-Bewertungen.
Neben der Marktanalyse steht eine Nutzwertanalyse als Arbeitshilfe zur Verfügung, mit der sich einzelne Verwaltungsprozesse systematisch auf ihr KI-Potenzial hin prüfen lassen. Die Idee dazu ist bereits im Projektantrag angelegt: Arbeitspaket 2 sah vor, ausgewählte Anwendungsbeispiele und weitere Verwaltungsprozesse anhand eines Kriterienkatalogs zu bewerten – Kritikalität, Häufigkeit, Aufwand und KI-Unterstützungspotential, jeweils im Vergleich zu den entstehenden Kosten. Die Vorlage bildet dafür bis zu 78 typische Aufgabenbereiche der Hochschulverwaltung gegen 33 mögliche KI-Funktionen ab (Bewertungsskala von „Must have“ bis „Won't have“) und wurde um genau diese vier Kriterien ergänzt. Im realen bwKI-Transfer-Projekt konnte die Nutzwertanalyse aus zeitlichen und organisatorischen Gründen – bedingt durch eine Stellenumbesetzung – erst später gestartet werden; die Bewertung für die tatsächlichen Piloten wurde daher nachträglich rekonstruiert. Die ausfüllbare Vorlage steht – wie Marktanalyse und Fragebogen-Material – zum Download bereit.
Bewertungsrahmen und Gewichtung
Die Marktsichtung kombinierte einen KI-gestützten Rechercheansatz mit anschließender manueller Prüfung – vollständige Automatisierung war nicht möglich, dafür war die Fehlerquote zu hoch für eine belastbare Grundlage. Aus rund 260 gesichteten Tools wurden 70 im Detail nach 14 Kriterien bewertet, basierend auf einem fünfgliedrigen Gewichtungsschema – mit gleichrangiger Priorität für Funktionsumfang sowie technisch-organisatorische Rahmenbedingungen (DSGVO, IT-Sicherheit, Systemintegration):
Kategorie Gewichtung Begründung Funktionsumfang 30 % Kernanforderungen für den Verwaltungsalltag Technische / org. Rahmenbedingungen 30 % DSGVO, IT-Sicherheit, Systemintegration Individualisierbarkeit & Usability 15 % Anpassbarkeit, Bedienbarkeit Antwortverhalten 15 % Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Quellenangaben Wirtschaftlichkeit 10 % Lizenzkosten, Betriebsaufwand Grundlage für die „14 Kriterien“ waren zwei eigenständige Kriterienkataloge (DE/EN): ein Chatbot-spezifischer mit 17 Funktionskriterien (u. a. Chatfunktion, LLM-Modelle, Anonymisierung, Dokumentenverarbeitung, Quellenangaben) und ein allgemeiner KI-Tool-Katalog mit 4 Funktionskriterien. Beide bewerten zusätzlich gemeinsame Dimensionen wie Transparenz, DSGVO-/GDPR-Konformität, ISO-Standards, EU AI Act, Systemunabhängigkeit, Open-Source-Status, Hosting-Standort und Preisgestaltung — der Chatbot-Katalog ergänzt Missbrauchsschutz, der KI-Tool-Katalog Nachhaltigkeit.
Reine Kriterien-Kurzlisten (Klartext DE/
EN) stehen zum Download bereit — für alle, die nicht den vollen Bewertungsrahmen brauchen. Was steckt in der Marktanalyse? – Reiter im Überblick
Die Marktanalyse ist keine einzelne Tabelle, sondern eine ganze Werkzeugsammlung mit sieben Bausteinen:
- Übersicht KI-Tools: rund 260 Tools, katalogisiert nach 14 Einsatzkategorien.
- Quellen KI-Tools: der Fragenkatalog, mit dem die Kriterien erhoben wurden.
- Vorlage Bewertung: die Blanko-Arbeitshilfe zur Nachnutzung – Bewertungsbögen für alle acht Tool-Kategorien, anonymisiert, mit funktionierenden Formeln und Dropdown-Auswahllisten.
- KI-Tool-Verzeichnisse: über 50 Meta-Verzeichnisse mit europäischen und DSGVO-konformen KI-Tool-Alternativen – ein Fundus für alle, die über die 260 gelisteten Tools hinaus suchen.
- LLM-Modelle: 36 Sprachmodelle und Anbieter, von bekannten kommerziellen Modellen bis zu europäischen Souveränitäts-Initiativen wie OpenEuroLLM oder EuroLLM.
- LLM-Benchmarks: 20 anerkannte Testverfahren, eingeordnet danach, was sie für die Hochschulverwaltung konkret aussagen (Faktentreue, Deutschsprachigkeit, Rechtssicherheit u. a.).
- Infrastruktur & Dienstleister: über 20 Optionen für den rechtssicheren Betrieb – von DFN-Rahmenverträgen über die GWDG Academic Cloud bis zu landeseigener HPC-Infrastruktur.
Tool-Tipp
Sofort einsetzbar: KI-basierte Mehrsprachigkeitsdienste der EU-Kommission
Die Europäische Kommission stellt mit den KI-basierten Mehrsprachigkeitsdiensten (language-tools.ec.europa.eu) im Rahmen des Digital Europe Programme eine Tool-Suite bereit, die explizit auch Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen offensteht. Kernstück ist eTranslation, eine neuronale Maschinenübersetzung, die auf jahrzehntelanger professioneller EU-Übersetzungsarbeit aufbaut. Ergänzt wird sie um Werkzeuge wie eSummary (Dokumentenzusammenfassung), Speech-to-Text (Transkription/Untertitel), Anonymisation (Entfernen personenbezogener Daten) sowie Assistenten für Textoptimierung und Berichte (eBriefing, eReply, WebText, Accessible Text, eReporting).
Alle Dienste sind browserbasiert und per API nutzbar, nach kostenloser Registrierung sofort einsatzbereit und laufen auf Servern der EU-Kommission in Europa — ein klarer Vorteil gegenüber kommerziellen Anbietern aus Drittstaaten: Die Daten verlassen den europäischen Rechtsraum nicht, und die Nutzung ist dauerhaft kostenfrei.
KI-Fragebogen
Welche KI-Bedarfe haben Hochschulmitarbeitende wirklich? Eine Befragung von 343 Mitarbeitenden aus 17 Hochschulen in Baden-Württemberg liefert erstmals belastbare Antworten – präsentiert beim UDay 2026.
Bevor bwKI-Transfer KI-Tools bewertete oder Pilotprojekte startete, stand eine Frage im Zentrum: Was brauchen Hochschulmitarbeitende wirklich? Von Oktober 2025 bis Januar 2026 hat das Projekt dazu eine Querschnittsbefragung durchgeführt – mit 343 Teilnehmenden aus 17 Hochschulen in Baden-Württemberg eine der umfangreichsten Erhebungen ihrer Art im Land.
Die Ergebnisse wurden vollständig ausgewertet und beim UDay 2026 als wissenschaftlicher Beitrag präsentiert. Sie zeichnen ein differenziertes Bild: KI-Tools werden bereits breit genutzt, aber überwiegend privat und punktuell – eine strukturierte, institutionelle Einbettung fehlt noch vielerorts. Nicht mangelnde Akzeptanz, sondern offene organisatorische Fragen bremsen den nächsten Schritt.
Die Musterumfrage steht Projektpartnern als Vorlage für eigene Bedarfserhebungen zur Verfügung.
Ergebnisse der Befragung (UDay 2026)
Die Erhebung (evasys-Online-Umfrage, Okt. 2025-Jan. 2026) richtete sich primär an Mitarbeitende der Hochschulverwaltung, stand aber auch Lehre und Forschung offen.
Nutzung: 75 % setzen KI-Tools bereits im Arbeitsalltag ein, zwei Drittel davon mehrmals pro Woche. Am häufigsten genannt: ChatGPT, DeepL, Copilot, Gemini, Perplexity und Claude – vor allem für Textgenerierung, Übersetzung und Recherche. Auffällig: Der Zugang erfolgt überwiegend über private Konten (44–49 %) statt über dienstliche Zugänge – ein deutliches Signal für eine institutionelle Versorgungslücke.
Barrieren: Datenschutzbedenken (61 %) und fehlende Integration in bestehende Arbeitsabläufe (45 %) sind die größten Hürden – technische Probleme spielen dagegen kaum eine Rolle (11 %). Die Herausforderung liegt also weniger in der Technik als in Organisation und Rahmenbedingungen.
Kompetenzen: Die Selbsteinschätzung der eigenen KI-Kenntnisse liegt im Mittelfeld (2,7 von 5), 62 % haben noch keine Schulung besucht – bei gleichzeitig hohem Weiterbildungsinteresse, vor allem zu Automatisierung und praktischer Nutzung im Arbeitsalltag.
Potenziale und Grenzen: Größtes Potenzial sehen die Befragten in der Automatisierung wiederkehrender Aufgaben (70 %) und bei der Dokumentenerstellung (67 %). Klare Grenzen ziehen sie beim Umgang mit sensiblen Daten (79 %) und bei wichtigen Entscheidungen (50 %). Persönlicher Kontakt (83 %) und eigene Entscheidungsprozesse (70 %) sollen auch mit mehr KI-Einsatz unverändert bleiben.
Fazit der Studie: KI befindet sich in der Hochschulverwaltung in einer Übergangsphase – punktuelle Nutzung trifft auf fehlende strukturelle Einbettung. Die Grundhaltung ist überwiegend positiv (92 % sehen Unterstützungspotenzial für die eigene Arbeit), die Herausforderung liegt darin, diese Offenheit in organisationale Praxis zu übersetzen.
Aktuelle Pilotprojekte
Sechs Hochschulen, zehn KI-Anwendungen, ein gemeinsames Ziel: in Arbeitspaket 3 erproben die bwKI-Transfer-Partner KI-Lösungen direkt im echten Verwaltungs- und Lehrbetrieb. Vier Chatbots für Studierende und IT-Support, KI-gestützte Protokollerstellung, juristische Recherche, Prozessmodellierung und semantische Hochschulsuche – alle DSGVO-konform und mit Erfahrungsbericht zur Nachnutzung.
KI-gestützte E-Mail-Automatisierung in der Studienberatung
Bild: Universität MannheimAP3.1A — Pilotprojekt Universität Mannheim
Das Dezernat II Studienangelegenheiten der Universität Mannheim bearbeitet jährlich rund 13.000 E-Mail-Anfragen von Studieninteressierten — trotz bestehender Textbausteine eine erhebliche Arbeitslast für das Beratungsteam. Das Pilotprojekt erprobt, ob KI-gestützte Automatisierung diese Arbeitslast gezielt reduzieren kann.
Beschreibung
Jährlich erreichen die Bewerbungs- und Zulassungsstelle und die Koordinationsstelle Studieninformationen rund 13.000 E-Mail-Anfragen von Studieninteressierten, die trotz vorgefertigten Textbausteinen einen hohen Bearbeitungsaufwand verursachen und häufig standardisierte Themen zur Bewerbung und zu Studieninformationen betreffen. Ziel des Projekts ist eine KI-gestützte Lösung zur automatischen Beantwortung von E-Mails, zur Steigerung der Effizienz bei gleichbleibender Servicequalität, zunächst mit einer „Human-in-the-Loop-Option“ zur Qualitätssicherung.
Es werden verschiedene Chatbot- und KI-Anbieter verglichen und später mit Informationen der Abteilungen, z. B. Webseiteninhalte, gefüttert und anhand von anonymisierten E-Mail-Anfragen getestet. Die Qualität der Antworten wird evaluiert, und die Bearbeitungszeit der KI-generierten Antworten wird mit dem Aufwand für die Beantwortung von E-Mail-Anfragen ohne den Einsatz von KI verglichen. Langfristig soll das System dynamische Webseiteninhalte einbeziehen und Standardanfragen vollständig automatisiert beantworten.
Technischer Chatbot für den IT-Support
Bild: Universität MannheimAP3.1B — Pilotprojekt Universität Mannheim
Die Universität Mannheim entwickelt einen Chatbot für den IT-Support. Er beantwortet Fragen zu technischen Problemen, erkennt ob die anfragende Person Studierende oder Beschäftigte ist, und erstellt bei Bedarf automatisch ein Support-Ticket — ohne Umweg über E-Mail oder Hotline.
Beschreibung
Die Universität Mannheim entwickelt derzeit einen KI-gestützten technischen Chatbot, der den IT-Support bei Routinefragen rund um die Uhr entlastet. Studierende und Beschäftigte können den Chatbot fragen, wie sie einen Drucker einrichten, ein Passwort zurücksetzen oder auf bestimmte Umgebungen zugreifen. Der Chatbot bietet eine einfache Bedienung, schnelle Problemlösungen und die Möglichkeit, Tickets für den 2nd Level Support zu erstellen. Der Chatbot befindet sich aktuell in mehreren Testphasen und wird auf Basis aktueller IT-Anleitungen und Webseiten kontinuierlich verbessert.
IT-Support-Chatbot auf Open-Source-Basis
Bild: Universität TübingenAP3.1D — Pilotprojekt Universität Tübingen
Die Universität Tübingen entwickelt einen Open-Source-Chatbot für einfache IT-Support-Anfragen. Er beantwortet Fragen direkt aus der hochschuleigenen Wissensdatenbank — DSGVO-konform, lokal gehostet, ohne Vendor Lock-in. Die Dokumentation der Konfiguration soll den Transfer auf andere Hochschulen erleichtern.
Beschreibung
An der Universität Tübingen wird ein KI-gestützter Chatbot für den IT-Support entwickelt, um Studierende und Beschäftigte bei einfachen technischen Problemen (z. B. WLAN, VPN, Drucker) zu unterstützen und so den Support zu entlasten. Der Bot nutzt Large Language Models (LLMs) mit Retrieval-Augmented Generation (RAG), um präzise Antworten aus technischen Anleitungen zu generieren. Im ersten Schritt wird ein lokaler Testbetrieb mit einem Wiki als Wissensquelle aufgebaut, gefolgt von einem Server-Testsystem. Ziel ist eine kostengünstige, langfristig nutzbare Lösung, die sich leicht um weitere Anwendungsfälle erweitern lässt. Die Dokumentation der Konfiguration soll den Transfer auf andere Hochschulen erleichtern.
SmartAssistant HSO – KI-Chatbot mit rollenbasiertem Zugriff
Bild: Hochschule OffenburgAP3.2 — Pilotprojekt Hochschule Offenburg
Die Hochschule Offenburg betreibt im Intranet einen KI-Chatbot. Das Besondere: Verwaltung, Lehrende und Studierende erhalten automatisch rollenspezifische Antworten — aus einer gemeinsamen Wissensbasis, ohne manuelle Umwege.
Beschreibung
Das Pilotprojekt „SmartAssistants“ führt an der Hochschule Offenburg (HSO) eine integrierte KI-Plattform eines europäischen Anbieters ein. Ziel ist es, spezialisierte Chatbots – „SmartAssistants“ als KI-basierten Campus- und Lern-Support für Studieninteressierte, Studierende, Lehrende, Verwaltung und Emeriti auf der HSO-Website, im Intranet und im E-Learning-Bereich bereitzustellen. Die Assistants sollen bei typischen Anfragen zu Studienberatung, Bewerbung, Immatrikulation und Servicefällen on campus (IT, Bibliothek, Finanzen, Personal etc.) auf der Hochschul-Website und im Intranet der HSO unterstützen und dabei über ein Zugriffsrechte-System nur berechtigten Nutzergruppen Antworten & Inhalte ausliefern. Parallel werden SmartAssistants als AI Tutor und zur Feedback-Unterstützung in E-Learning Kursen getestet, um Selbstlernen und Übungen der Studenten zu begleiten. Die ersten Assistants befinden sich bereits in der internen Testphase; die vollständige Implementierung ist für Anfang 2026 geplant. Begleitet wird der Rollout durch ein Digital-Adoption-Konzept mit Intranet-News, How-to-Artikeln, Screencasts, Deep-Dive-Sessions und einer QR-Code-Kampagne an zentralen Campus-Stellen.
KI-gestützte Studienorientierung
Bild: Universität HeidelbergAP3.3 — Pilotprojekt Universität Heidelberg
Die Studienentscheidung gehört zu den folgenreichsten Weichenstellungen im Bildungsweg. Gleichzeitig fehlt es vielen Schülerinnen und Schülern an niedrigschwelligen, personalisierten Informationsangeboten, die über standardisierte Beratungsformate hinausgehen.
Beschreibung
Während das persönliche Beratungsgespräch zentral für eine umfassende Orientierung bleibt, profitieren viele Orientierungssuchende zusätzlich von online Angeboten. In unserem Pilotprojekt untersuchen wir, inwiefern altbewährte online Orientierungswerkzeuge (www.was-studiere-ich.de) und KI-gestützte Werkzeuge (u. a. Chatbots) den Prozess der Orientierung fördern können.
Insbesondere betrachten wir die unterschiedlichen digitalen Fähigkeiten von Teilnehmenden als vermittelnden Faktor zwischen Werkzeugart und Bewertung des Prozesses. Wir erwarten, dass Menschen mit geringen digitalen Fähigkeiten mehr von Werkzeugen profitieren, die die Interaktion enger strukturieren. Empfehlungen für den Umgang mit KI-Werkzeugen in der Studienorientierung werden abgeleitet.
Screenshots
KI-gestützte Protokollerstellung
Bild: Hochschule Ravensburg-WeingartenAP3.4 — Pilotprojekt Hochschule Ravensburg-Weingarten (RWU)
Wer regelmäßig Sitzungen protokolliert, kennt den Aufwand: Mitschreiben, nachbereiten, abstimmen, versenden. Das Projekt hat untersucht, ob KI-gestützte Tools diesen Prozess in Hochschulen übernehmen können – rechtssicher, datenschutzkonform und praxistauglich.
Beschreibung
Das Projekt untersucht den Einsatz eines KI‑basierten Tools zur automatisierten Transkription und Auswertung von gesprochenen Inhalten in Sitzungen. Das Tool erkennt Sprecherwechsel, erstellt thematische Zusammenfassungen und strukturiert die Ergebnisse für die spätere Dokumentation. Es kann sowohl Präsenz‑ als auch Online‑Besprechungen erfassen und verarbeiten, sodass Sitzungen unabhängig vom Format zuverlässig protokolliert werden.
Protokolle manuell zu erstellen ist zeitintensiv und fehleranfällig. Durch die automatisierte Verarbeitung entstehen schnellere Bearbeitungszeiten, da Inhalte unmittelbar nach der Sitzung vorliegen und ohne zusätzlichen Aufwand geteilt oder archiviert werden können. Ziel ist es, Beschäftigte zu entlasten, die Qualität der Dokumentation zu erhöhen und Wissen langfristig zugänglich zu machen.
KI-Tools für die Hochschulrechtabteilung
Bild: Universität TübingenAP3.5 — Pilotprojekt Universität Tübingen
Juristische Arbeit in Hochschulen ist dokumentenintensiv: Prüfungsordnungen, Dienstvereinbarungen, Satzungen und Verträge müssen recherchiert, geprüft und aktualisiert werden. Generische KI-Tools genügen dabei nicht — sie kennen weder das aktuelle deutsche Recht noch die besonderen Anforderungen des Hochschulrechts.
Beschreibung
An den Universitäten Tübingen und Mannheim werden im Rahmen eines Pilotprojekts drei spezialisierte KI-Tools für juristische Aufgaben getestet, um die Arbeit in Rechtswesen, Exportkontrolle oder Datenschutz zu unterstützen.
Ziel ist es, die Recherche und Prüfung juristischer Dokumente z. B. bei Prüfungsordnungen oder Dienstvereinbarungen, effizienter zu gestalten. Die Evaluation konzentriert sich auf Benutzerfreundlichkeit, Datengenauigkeit und Arbeitserleichterung.
KI-gestützte Prozessmodellierung
Bild: Hochschule Ravensburg-WeingartenAP3.6 — Pilotprojekt Hochschule Ravensburg-Weingarten (RWU)
Prozessmodellierung in der Hochschulverwaltung ist aufwändig und qualitativ uneinheitlich. Die RWU testet im Rahmen von bwKI-Transfer zwei KI-gestützte Werkzeuge, die diesen Aufwand deutlich reduzieren und Optimierungspotenziale systematisch sichtbar machen sollen.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage, wie KI‑Werkzeuge die Erstellung, Prüfung und Weiterentwicklung von BPMN‑2.0‑Prozessmodellen unterstützen können. Die Systeme sollen dabei helfen, Modelle schneller aufzubauen, Varianten zu vergleichen und fachliche Fragen direkt im Modellierungskontext zu beantworten. Ergänzend kommen Analysefunktionen zum Einsatz, die Prozessdaten visualisieren, Fehler automatisch erkennen und Verbesserungsvorschläge ableiten oder Engpässe filter, um typische Problemstellen sichtbar zu machen. Viele der eingesetzten Tools bieten zudem Schnittstellen, über die Prozessdaten exportiert oder weiterverarbeitet werden können.
Da Prozessmodellierung an Hochschulen bislang überwiegend manuell erfolgt und je nach Einrichtung stark variiert, soll eine KI‑gestützte Lösung zu mehr Einheitlichkeit, höherer Qualität und deutlich kürzeren Bearbeitungszeiten beitragen. Die Werkzeuge erleichtern insbesondere die Orientierung in komplexen Prozessen und reduzieren den Aufwand für wiederkehrende Modellierungsaufgaben. Ziel ist eine effizientere Modellierung nach klaren Standards sowie eine spürbare Entlastung der Beschäftigten.
KI-gestützte Anfragenbearbeitung (COrA)
Bild: Pädagogische Hochschule LudwigsburgAP3.7 — Pilotprojekt Pädagogische Hochschule Ludwigsburg (PHL)
Die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg (PHL) bringt seit März 2026 ein neues Thema in den bwKI-Transfer-Verbund: die KI-gestützte Bearbeitung von Verwaltungsanfragen. Details folgen nach Abschluss der Aufbauphase.
Der Campus Orientierungs Assistent (COrA) der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, der bisher das Prüfungsamt unterstützt, wird im Rahmen dieses Pilotprojekts auf Verwaltungsbereiche wie die Studienabteilung, die Personalabteilung oder das Medienzentrum ausgeweitet und unter realen Bedingungen getestet. COrA unterstützt Mitarbeitende nicht nur beim Beantworten von Routineanfragen über einen Chatbot, sondern generiert auch automatisch E-Mail-Antworten auf Basis hinterlegter Informationen. Ziel ist es, die Effizienz und Qualität der Anfragenbearbeitung zu steigern, mögliche Zeiteinsparungen zu erfassen und die Akzeptanz der KI-Lösung bei den Fachbereichen zu prüfen.
KI-gestützte hochschulweite Suche
Bild: Hochschule Ravensburg-WeingartenAP3.8 — Pilotprojekt Hochschule Ravensburg-Weingarten (RWU)
Wie findet man verlässlich Informationen, wenn sie auf Intranet, Website, DMS und Wissensdatenbanken verteilt sind? Die Hochschule Ravensburg-Weingarten erprobt im Rahmen von bwKI-Transfer eine KI-gestützte On-Premise-Suche — semantisch, rechtegesteuert und datenschutzkonform.
Beschreibung
Dieses Pilotprojekt untersucht, wie eine KI‑erweiterte Enterprise‑Search‑Lösung Hochschulen dabei unterstützen kann, Informationen systemübergreifend zugänglich zu machen. Die Software soll Dokumente, Inhalte und Daten aus Fakultäten und Verwaltung unabhängig vom Speicherort auffindbar machen und Suchanfragen zentral bündeln. Damit reagiert das Projekt auf die wachsende Menge an verstreuten Informationen, die heute nur mit erheblichem Aufwand recherchiert werden können. Durch die KI‑gestützte Suche lassen sich Inhalte künftig spürbar schneller finden, selbst wenn sie in unterschiedlichen Systemen oder Ablagestrukturen liegen. Ziel ist es, Suchprozesse deutlich zu beschleunigen, Transparenz zu erhöhen und Mitarbeitende im Arbeitsalltag spürbar zu entlasten.
Landesdienste & Tools
Müssen Hochschulen jedes KI-Tool selbst beschaffen? Nicht zwingend. Mit F13 – Deutschlands erstem KI-Assistenzsystem für die öffentliche Verwaltung, seit Juli 2025 Open Source – pilotiert die Universität Mannheim einen Dienst, der als Landesdienst landesweit für alle BW-Hochschulen bereitgestellt werden soll. Chat, Dokumentenzusammenfassung, Wissensdatenbanken und Transkription in einem hilfreichen Werkzeug für die Hochschulverwaltung.
F13 – KI-Assistenzsystem für die Hochschulverwaltung
F13 ist ein KI-gestütztes Assistenzsystem für die Verwaltung, unter Federführung des Innovationslabors Baden-Württemberg (InnoLab_bw) konzipiert und seit Juli 2025 als Open-Source-Software frei verfügbar. Im Rahmen von bwKI-Transfer wird F13 gezielt für den Hochschulkontext weiterentwickelt und hochschulübergreifend im Testbetrieb erprobt.
Beschreibung
F13 ist ein modular aufgebautes KI-gestütztes Assistenzsystem für die öffentliche Verwaltung, das im Auftrag des Innovationslabors Baden-Württemberg (InnoLab_bw) entwickelt wurde und seit der Veröffentlichung an der Universität Mannheim in einer ersten produktiven Instanz implementiert ist. Im Rahmen eines hochschulübergreifenden Testbetriebs mit Mitarbeitenden aus fünf Hochschulen und ZENDAS wird das System derzeit praxisnah erprobt und gezielt weiterentwickelt. F13 unterstützt die effiziente Erstellung, Analyse und Überarbeitung von Texten und wird schrittweise um Funktionen zur Recherche sowie zur strukturierten Aufbereitung hochschulspezifischer Informationen erweitert. Bei erfolgreicher Evaluation im Arbeitsalltag an Hochschulen ist vorgesehen, F13 als landesweiten Dienst für Hochschulen in Baden-Württemberg bereitzustellen und perspektivisch auch weiteren Bundesländern zugänglich zu machen, um die digitale Transformation administrativer Prozesse nachhaltig zu stärken.
Landesweite Zusammenarbeit in der Hochschulverwaltung
Regelmäßige Partnerforen, Präsentation und Veröffentlichungen in der Hochschullandschaft, Fachartikel und Beiträge im Staatsanzeiger BW: bwKI-Transfer macht seine Ergebnisse aktiv sichtbar – in Landesgremien wie ALWR, EVA und bwITF, bei Hochschulpartnern im In- und Ausland und in Fachgremien zum KI-Recht. Einen ersten Ausschnitt liefern die Veranstaltungsinhalte der Partnerforen, weitere Beiträge werden aktuell gesichtet und nach Freigabe zur Verfügung gestellt.
Partnerforen und Arbeitskreis
Im Rahmen von bwKI-Transfer veranstalten die Projekthochschulen regelmäßige Partnerforen. Sie bringen Expertinnen und Experten aus Hochschulen und Fachgremien zusammen, um Ergebnisse zu präsentieren, Erfahrungen auszutauschen und den weiteren Projektverlauf abzustimmen.
| Partnerforen von bwKI-Transfer bieten Mitarbeitenden von Hochschulen in Baden-Württemberg eine Plattform für den Austausch rund um Künstliche Intelligenz in der Hochschulverwaltung. In den Foren werden bisherige Projektergebnisse und Erkenntnisse vorgestellt, Herausforderungen diskutiert und Best Practices gemeinsam entwickelt. So fördern die Partnerforen die landesweite Vernetzung und den Wissenstransfer zwischen den Hochschulen. | Der Landesarbeitskreis AladminPractitioner vernetzt Mitarbeitende aus Hochschulverwaltungen in Baden-Württemberg, die sich mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz befassen. Ziel des Arbeitskreises ist der Austausch von Erfahrungen, Best Practices und praxistauglichen Lösungsansätzen. Sie arbeiten an einer Hochschule und sind an einer Mitarbeit interessiert? Melden Sie sich gerne bei uns, wenn Sie in den Arbeitskreis aufgenommen werden möchten. |
Die nachfolgenden Abschnitte dokumentieren alle bisherigen Veranstaltungen chronologisch. Bereits geplante Folgetermine sind als Vorschau ausgewiesen.
Partnerforen
28.11.2025 – 1. Partnerforum (Hochschule Offenburg)
Das erste öffentlich ausgeschriebene Partnerforum fand am 28. November 2025 an der Hochschule Offenburg statt (10:00–17:00 Uhr). Unter dem Titel „KI-Impulse für Hochschulen: Grundlagen, Praxis und Umsetzung“ wurden Fachvorträge zu rechtlichen Rahmenbedingungen, Datenschutz, Change Management und KI-Strategien kombiniert mit einer Postersession, auf der alle Pilotprojekte ihre Zwischenergebnisse präsentierten. Die Veranstaltung war im Hybrid-Format zugänglich: Vorträge wurden per Zoom übertragen, die Postersession und Abschlussdiskussion fanden vor Ort statt.
Links:
06.03.2026 – 2. Partnerforum (Hochschule Ravensburg-Weingarten)
Das zweite Partnerforum „KI-Impulse für Hochschulen: Wirkung, Grenzen und Perspektiven im Diskurs“ fand am 6. März 2026 an der Hochschule Ravensburg-Weingarten statt. Es war mit ca. 23 Teilnehmenden vor Ort und 35–40 Teilnehmenden online (insgesamt ca. 58–63 Personen) die bislang größte Veranstaltung des Projekts. Im hybriden Format wurden Vorträge zu aktuellen Pilotprojekten sowie zum Stand der landesweiten KI-Infrastruktur präsentiert.
Links:
10.07.2026 – 3. Partnerforum (Universität Tübingen)
Das dritte Partnerforum „KI-Impulse für Hochschulen: Werkzeuge, Methoden und Transfer in die Praxis“ findet am 10. Juli 2026 an der Universität Tübingen statt.
13.11.2026 – 4. Partnerforum (Universität Heidelberg)
Das vierte und abschließende Partnerforum findet am 13. November 2026 an der Universität Heidelberg statt. Die offizielle Einladung mit Agenda folgt rechtzeitig.
Anmeldung:
Präsentationen und Veröffentlichungen
Präsentationen
Fortlaufende Projektvorstellungen bzw. -updates: ALWR Arbeitskreis der Leiterinnen und Leiter der wissenschaftlichen Rechenzentren
in Baden-WürttembergEVA Kreis der VerwaltungsIT-Leitungen und Digitalisierungsreferenten bwITF IT-Föderation der Hochschulen in Baden-Württemberg Einmalige Projektvorstellungen: 3.12.25 Projektvorstellung beim Partnerforum des Landesprojekts bwReise 3.11.25 Projektvorstellung in der KI-Arbeitsgruppe der NRW-Hochschulen 27.5.25 Projektvorstellung bei der Dezernent*innen-Runde (Universität Mannheim) 18.2.25 Projektvorstellung bei WANDELdigital (Universität Mannheim) Veröffentlichungen
10.12.25 Landesprojekt bwKI-Transfer – pilothafter Einsatz von KI-Lösungen in der Hochschulverwaltung 19.11.25 Impulspapier KI in der Administration (interne Veröffentlichung) 16.10.25 Die Hochschulverwaltung soll mit KI effektiver werden 27.6.25 KI für eine moderne Hochschulverwaltung 18.6.25 Fit für das digitale Zeitalter: Künstliche Intelligenz für eine moderne Hochschulverwaltung 8.6.22 Zukunftslabor „Hochschulen in der digitalen Welt“
Projektbegleitend
Evaluation – Wissenschaftliche Begleitung der Pilotprojekte
Bild: Universität MannheimDas Arbeitspaket AP4 verantwortet die Evaluation der Pilotprojekte des bwKI-Transfer-Programms. Ziel ist es, Erkenntnisse über den konkreten Einsatz von verschiedenen KI-Tools im Hochschulkontext zu gewinnen und Aussagen zur praktischen Nutzbarkeit, einem möglichen Servicezugewinn und der Übertragbarkeit auf andere Hochschulen abzuleiten.

Zu diesem Zweck sind drei Erhebungsformate vorgesehen:
- Eine Fragebogenerhebung zur allgemeinen Akzeptanz und Nutzung des neuen KI-Tools,
- eine Tagebuchstudie zur Erfassung konkreter Nutzungserfahrungen,
- leitfadengestützte Interviews zur Vertiefung von Nutzungsmustern und wahrgenommenen Risiken.
Der Einsatz der verschiedenen Erhebungsinstrumente wird pilotprojektspezifisch abgestimmt. Die Evaluationsstudie wurde durch die Ethikkommission der Universität Mannheim geprüft und ohne Einwände befürwortet.
Ethische Begleitung
Bild: Universität MannheimbwKI-Transfer begleitet die KI-Einführung an Hochschulen mit einer systematischen ethischen Komponente – als integraler Projektbestandteil, nicht als Nachgedanke.
Das Begleitmodul identifiziert, analysiert und adressiert systematisch die Bedenken gegenüber dem KI-Einsatz an Hochschulen – kurzfristig geht es um Fehler, Halluzinationen und fehlende Verlässlichkeit, um Bias, Fairness und Diskriminierung sowie um Intransparenz, Manipulation, Desinformation und Missbrauch; langfristig um Abhängigkeit, Kompetenzverlust und Dequalifizierung sowie um Arbeitsplatzsorgen und die Veränderung von Tätigkeitsprofilen. Das Vorgehen gliedert sich in vier Schritte: Zunächst werden die relevanten Bedenken durch Umfragen und Fokusgruppen identifiziert, anschließend werden die kurzfristigen Bedenken experimentell in den Pilotprojekten analysiert und ein Studiendesign zur Untersuchung der langfristigen Bedenken entwickelt, bevor die gewonnenen Erkenntnisse abschließend für Hochschulen kommuniziert und aufbereitet werden. Dieses Arbeitspaket wird derzeit inhaltlich weiter ausgearbeitet.
KI-Einführung als Veränderungsprozess
Bild: Hochschule OffenburgKI-Einführung gelingt nicht durch Technik allein. Entscheidend ist, ob Mitarbeitende einbezogen werden, Führungskräfte Vorbild sind und eine Kultur des gemeinsamen Lernens entsteht. Empirische Befunde aus Hochschulen belegen: Nicht die Technik scheitert – das Change Management scheitert.
Dem kulturellen Wandel widmet sich innerhalb von bwKI-Transfer das Arbeitspaket AP 2.1 „Kultureller Wandel“ (Federführung: Hochschule Offenburg). Es untersucht, wie Mitarbeitende KI heute nutzen und was die weitere Verbreitung hemmt, bündelt geeignete Bildungsmaterialien, koordiniert sich mit laufenden Hochschulinitiativen und arbeitet an einem Verständnis von „guter Arbeit“ im KI-gestützten Kontext. Erste Ergebnisse liegen vor – von einem Methodenkoffer für das Change Management über empirische Gelingensbedingungen und typische Stolpersteine bis zu einer HSO-Roadmap mit bereits etablierten Formaten (KI-Hub im Intranet, Promptoccino-Reihe, KI-Fachbeirat). Diese Inhalte sind ausdrücklich Zwischenstände. Sie werden hier bis zu einer internen Abstimmung an der Hochschule Offenburg über die Veröffentlichung der Teilergebnisse bewusst noch nicht im Detail gezeigt – die ausführliche Fassung folgt nach der Freigabe.
Bereits öffentlich verfügbar und nachnutzbar sind die im Rahmen dieses Arbeitspakets gebündelten Schulungsmaterialien:
- Grundlagenschulung KI → – das HND-BW-Modul „Verstehen und Anwenden von generativer KI“ (DE/EN, OER, oerbw.de) richtet sich an alle Statusgruppen und deckt die gesetzliche Schulungspflicht nach Art. 4 EU-KI-VO ab.
- Vertiefende Kursliste → – vierstufig aufgebaut von Grundlagen über Prompting bis zu Verwaltungs-Spezialkursen und Compliance-Schulungen, mit Empfehlungen für unterschiedliche Nutzergruppen.
Zusätzliche Informationen
KI-Grundlagenschulungen

Seit dem 2. Februar 2025 verpflichtet EU AI Act Art. 4 Hochschulen, sicherzustellen, dass Mitarbeitende über ausreichende KI-Kenntnisse verfügen. Die Schulung muss nachweisbar und dokumentierbar sein – eine freiwillige Maßnahme reicht nicht mehr aus. Für Hochschulen in Baden-Württemberg steht die KI-Grundlagenschulung der HND-BW Arbeitsgruppe kostenlos zur Verfügung.
Die KI-Grundlagenschulung „Verstehen und Anwenden von generativer Künstlicher Intelligenz (KI)“ vermittelt Mitarbeitenden von Hochschulen grundlegendes Wissen über KI-Anwendungen und deren Einsatzmöglichkeiten. Dieser Selbstlernkurs wurde von der hochschulübergreifenden AG „KI-Schulungsmodul“ im Hochschulnetzwerk Digitalisierung der Lehre Baden-Württemberg (HND-BW) entwickelt. An der Erstellung haben die Rechtsinformationsstelle für die digitale Lehre Baden-Württemberg (bwDigiRecht) und die Zentrale Datenschutzstelle der baden-württembergischen Universitäten (ZENDAS) mitgewirkt. Das Schulungsmodul steht allen Hochschulen und interessierten Einrichtungen unter der offenen Lizenz CC BY-NC-ND kostenfrei zur Verfügung, online abrufbar sowie als SCORM-Modul zur Einbindung in lokale Schulungsplattformen.
- Dauer: modular (5 Themenblöcke)
- Inhalt: Generative KI · Chancen & Risiken · Rechte & Pflichten · Verantwortungsvoller Umgang · EU AI Act
- Lizenz: CC BY-NC-ND 4.0
- Zertifikat: Teilnahmebestätigung generierbar
Hinweis zum Rechtsrahmen (Stand: Juli 2026): Art. 4 EU AI Act verpflichtet seit dem 2. Februar 2025 zur Sicherstellung ausreichender KI-Kompetenz. Der „Digital Omnibus on AI“ ist inzwischen verabschiedet (EU-Parlament 16.06.2026, Rat 29.06.2026) und tritt in Kürze in Kraft. Die Pflicht selbst bleibt bestehen – die Formulierung wird von einer Sicherstellungs- zu einer Förderungspflicht abgeschwächt, die Fristen ändern sich jedoch nicht. Ab dem 2. August 2026 wird Art. 4 durch die nationalen Marktüberwachungsbehörden aktiv beaufsichtigt.
Online-Selbstlernkurs der HND-BW Arbeitsgruppe (direkt zugänglich, kein Login erforderlich)
SCORM-Modul (OER-Repositorium BW, für Moodle oder andere LMS)
Rechtlicher Hintergrund
- Handreichung KI-Kompetenz (bwDigiRecht, PDF) – rechtliche Einordnung EU AI Act Art. 4
Vorlagen für Leitlinien
Weitere Schulungen
Kostenlose KI-Schulungen – strukturiert nach Lernprogression: von Grundlagen und Prompting über verwaltungsspezifische Kurse bis zum EU AI Act. Alle Empfehlungen sind frei zugänglich, ohne Hochschulzugehörigkeit nutzbar und decken Art. 4 EU AI Act ab.
Für Hochschulmitarbeitende in der Verwaltung fehlen oft geeignete Angebote: Allgemeine KI-Kurse adressieren kaum spezifische Verwaltungsaufgaben wie Dokumentenverarbeitung, Entscheidungsunterstützung oder Prozessbegleitung. Diese Seite kuratiert kostenlose Schulungsangebote mit direktem Verwaltungsbezug – von KI-Grundlagen über Prompting bis zu spezialisierten Kursen für Hochschulverwaltung und EU AI Act. Alle Empfehlungen sind ohne Hochschulmitgliedschaft zugänglich.
Block 1: KI-Grundlagen für die Verwaltung
Einstieg ohne Vorkenntnisse. Diese Kurse erklären, was KI ist, wie große Sprachmodelle (LLMs) und generative KI funktionieren – und welche Anwendungsszenarien im Verwaltungsumfeld relevant sind.
KIÖV – KI in öffentlichen Verwaltungen
Anbieter: Uni Lübeck + Mach AG Innovation HUB / KI-Campus
- Dauer: 5 Stunden
- Inhalt: Grundlagen KI, Generative KI, NLP, EU AI Act – direkt auf öffentliche Verwaltung zugeschnitten; vollständig überarbeitet November 2024
- Zugang: kostenlos, Registrierung mit E-Mail (kein Hochschulaccount nötig)
- Zertifikat: Leistungsnachweis kostenlos (ab 60 % der Aufgaben)
IBM: Grundlagen der KI
Anbieter: IBM SkillsBuild / KI-Campus
- Dauer: 1,5 Stunden
- Inhalt: Einsteigerkurs ohne Vorkenntnisse; breiter KI-Überblick
- Zugang: kostenlos, Registrierung mit E-Mail (kein Hochschulaccount nötig)
- Zertifikat: Teilnahmebestätigung kostenlos
Generative KI: verstehen, gestalten, verantworten
Anbieter: Uni Graz + TU Graz / iMooX
- Dauer: 6 Lektionen à 2 Stunden (12 Stunden gesamt)
- Inhalt: Grundlagen generative KI, Kreativität, Gesellschaft, Ethik; Lektion 6 (optional): KI in Organisationen – Potenziale, Risiken, Recht
- Zugang: kostenlos, Registrierung über iMooX-Account oder eduID der Hochschule
- Zertifikat: Teilnahmebestätigung kostenlos (ab 75 % Selbstüberprüfung)
KI-Kompetenz an Hochschulen (DE)
Anbieter: Hamburg Open Online University (HOOU)
- Dauer: ca. 3 Stunden (2 Kapitel mit interaktiven Aufgaben und Quiz)
- Inhalt: Technische Grundlagen KI, ethische Aspekte, EU AI Act – zugeschnitten auf Hochschulmitarbeitende aller Bereiche
- Zugang: kostenlos, CC BY-SA 4.0, EN Version verfügbar
- Zertifikat: Abschluss-Zertifikat nach Bestehen der Kapiteltests
Über HOOU
Die Hamburg Open Online University (HOOU) ist eine offene Bildungsplattform, koordiniert von der Multimedia Kontor Hamburg (MMKH) mit Partnerhochschulen in Hamburg. HOOU stellt frei verfügbare, offen lizenzierte Lernmaterialien bereit (CC BY-SA 4.0) – kostenlos und ohne Hochschulzugehörigkeit nutzbar, in Deutsch und Englisch.
KI für Alle 1: Einführung in die Künstliche Intelligenz
Anbieter: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HeiCAD – Heine Center for Artificial Intelligence and Data Science) / KI-Campus
- Dauer: 42 Stunden
- Inhalt: Grundlagen KI und maschinelles Lernen, Datenaufbereitung und -analyse, grundlegende Einführung in die Programmierung mit Python, ethische und rechtliche Implikationen von KI
- Zugang: kostenlos, CC BY-SA 4.0, Registrierung mit E-Mail (kein Hochschulaccount nötig)
- Zertifikat: qualifizierendes Zertifikat
KI für Alle 2: Verstehen, Bewerten, Reflektieren
Anbieter: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HeiCAD) / KI-Campus – Fortsetzung von „KI für Alle 1“
- Dauer: 42 Stunden
- Inhalt: Vertiefung von KI-Methoden (v. a. maschinelles Lernen), Datenbeschaffung und -aufbereitung, AI Literacy (Nachhaltigkeit, Emotionen gegenüber KI, Mensch-Maschine-Interaktion)
- Voraussetzung: vorheriger Besuch von „KI für Alle 1“ oder gleichwertiges Grundwissen empfohlen
- Zugang: kostenlos, CC BY-SA 4.0, Registrierung mit E-Mail (kein Hochschulaccount nötig)
- Zertifikat: Teilnahmebestätigung
Beide Kurse sind Teil des HeiCAD-Lehrprojekts „KI für Alle“ der HHU Düsseldorf (gefördert im Bund-Länder-Programm „Künstliche Intelligenz in der Hochschulbildung“). Lehrende finden dort zusätzlich frei nachnutzbares OER-Begleitmaterial: heicad.hhu.de/lehre/ki-fuer-alle →
Block 2: KI in der Hochschulverwaltung – Spezialkurse & Compliance
Diese Kurse gehen über Grundlagen hinaus: Datenschutz im KI-Einsatz, EU AI Act und der verantwortungsvolle Umgang mit KI-Ausgaben sind zentrale Themen – direkt für Hochschulverwaltung konzipiert oder unmittelbar übertragbar.
KI-Kompetenzen in der Hochschulverwaltung
Anbieter: KDU.NRW + Stifterverband / KI-Campus; Kursleitung Prof. Dr. Malte Persike (RWTH Aachen)
- Dauer: 3 Stunden
- Inhalt: Funktionsweise KI-Tools, Umgang mit unzuverlässigen KI-Antworten, Urheberrecht & Datenschutz, EU AI Act & ethische Prinzipien, Effektives Prompting, KI-gestützte Workflows
- Besonderheit: Einziger Kurs, der direkt für Mitarbeitende in der Hochschulverwaltung entwickelt wurde; kein Vorwissen nötig
- Zugang: kostenlos, Registrierung mit E-Mail; offen für alle (kein Hochschulaccount nötig)
- Zertifikat: Leistungsnachweis kostenlos (ab 60 % Aufgaben); Teilnahmebestätigung ab 50 % Kurszugriff
KI in öffentlichen Verwaltungen (eGov-Campus)
Anbieter: Prof. Dr. Moreen Heine, Uni Lübeck / eGov-Campus
- Dauer: Selbststudium, ca. 10 Wochen à 2–3 Stunden (jederzeit abrufbar)
- Inhalt: KI-Grundlagen, Anwendungsszenarien öffentliche Verwaltung, Erklärbare KI (XAI), Ethik und Recht; tiefergehend als KIÖV
- Zugang: kostenlos, OpenAccess; Registrierung mit Moodle-Account auf eGov-Campus
- Zertifikat: Teilnahmebestätigung kostenlos (ab 50 % Kursunterlagen)
EU AI Act Essentials
Anbieter: appliedAI Institute for Europe + TU München / KI-Campus; Kursleitung Prof. Dr. Boris Paal (TUM), Dr. Till Klein (appliedAI)
- Dauer: 8 Stunden
- Inhalt: Einführung EU AI Act, verwandte EU-Gesetze, Implementierungszeitplan, Use Cases für Risikoklassen, Rollen (Provider/Deployer/National Authority); Zielgruppe: Verwaltung, Gesundheitswesen, Bildungsmanagement
- Zugang: kostenlos, Registrierung mit E-Mail (kein Hochschulaccount nötig)
- Zertifikat: Leistungsnachweis kostenlos
EU AI Act im Hochschulkontext
Anbieter: Uni Wien + Hochschule Campus Wien / iMooX; Leitung Prof. Dr. Nikolaus Forgó
- Dauer: 10 Lektionen à 2 Stunden (20 Stunden gesamt); Start März 2026
- Inhalt: EU AI Act für Lehre, Forschung und Verwaltung; Datenschutz, Urheberrecht; kein juristisches Vorwissen nötig; CC BY-NC 4.0
- Zugang: kostenlos; iMooX-Account (kostenlos) oder eduID der Hochschule
- Zertifikat: Teilnahmebestätigung kostenlos (ab 75 % Selbstüberprüfung)
EU AI Act für Hochschulen – Gesetzliche Regulierungen und Auswirkungen auf Lehre
Anbieter: elan e. V. / NeL + StIL (Studium.Digitale, Frankfurt); Kursleitung: Marieke Prien, Carolina Ziegler, Malte Heyen
- Dauer: 1,5 Stunden
- Inhalt: EU AI Act im Hochschulkontext – gesetzliche Grundlagen, Auswirkungen auf Hochschulen und Lehre; kompakter Einstieg
- Zugang: kostenlos, kein Login nötig (frei zugänglich)
- Zertifikat: keines (Selbststudium)
Über KI-Campus
Die zentrale deutsche Lernplattform für KI in der Hochschulbildung. Betrieben vom Stifterverband gemeinsam mit DFKI, HPI und weiteren Partnern. Alle Kurse und Zertifikate kostenlos. Registrierung mit E-Mail genügt – kein Hochschulaccount nötig.
Seit Januar 2026 läuft ein Verbundprojekt (6,9 Mio. €, BMFTR-gefördert, Laufzeit bis März 2029) zum Ausbau von Lernangeboten für alle Statusgruppen an Hochschulen – explizit auch Verwaltungsmitarbeitende. BW-Partner: DHBW und Universität Tübingen (UTÜ, bwKI-Transfer-Partner).
Block 3: Prompting / Prompt Engineering
Effektives Prompting ist die Grundlage für den produktiven Einsatz generativer KI im Arbeitsalltag – unabhängig vom eingesetzten Tool. Diese Kurse vermitteln Prompting-Strategien von den Grundlagen bis zu praxisnahen Anwendungen sowie fortgeschrittenen Techniken für alle, die über den Einstieg hinaus wollen.
Prompt-Labor: Generative KI in der Hochschullehre – Grundlagen
Anbieter: KI-Campus + Hochschulforum Digitalisierung (HFD); Kursleitung Prof. Dr. Malte Persike (RWTH Aachen), Stefan Göllner
- Dauer: 12 Stunden
- Inhalt: Grundlagen generativer KI, effektive Prompting-Strategien, Qualitätssicherung von KI-Ausgaben, eigene GPTs
- Zielgruppe: Einsteiger:innen, keine Vorkenntnisse erforderlich
- Zugang: kostenlos, CC BY-SA 4.0, Registrierung mit E-Mail (kein Hochschulaccount nötig)
- Zertifikat: Leistungsnachweis kostenlos
Prompt-Labor: Generative KI in der Hochschullehre – Anwendungen
Anbieter: KI-Campus + Hochschulforum Digitalisierung (HFD); Kursleitung Prof. Dr. Malte Persike (RWTH Aachen) u. a. – Fortsetzung von „Prompt-Labor: Grundlagen“
- Dauer: 12 Stunden
- Inhalt: Bildgenerierende KI, Informationsvisualisierung mit KI, KI beim wissenschaftlichen Schreiben, Prompting für die Lehre, verantwortungsvoller KI-Einsatz
- Zielgruppe: Einsteiger:innen, keine Vorkenntnisse erforderlich
- Zugang: kostenlos, CC BY-SA 4.0, Registrierung mit E-Mail; EN Version verfügbar
- Zertifikat: Leistungsnachweis kostenlos
prompting.schule – Grundlagenkurs Prompt Engineering
Anbieter: Technische Universität Graz, Abteilung Lehr- und Lerntechnologien
- Dauer: 4 Lektionen à ca. 60 Minuten (modular)
- Inhalt: Präzise Anweisungen schreiben, Referenztexte nutzen, komplexe Aufgaben unterteilen, schrittweises Denken fördern
- Zielgruppe: breit – Einsteiger:innen, Studierende, Berufstätige, Lehrkräfte
- Zugang: kostenlos, OER, CC BY 4.0, kein Login nötig
- Zertifikat: keines (freies Selbstlernangebot)
Für Fortgeschrittene: Wer über die Grundlagen hinaus will, findet hier vertiefende Techniken (Chain-of-Thought, strukturierte Prompts, Retrieval-Augmented Generation) sowie verwaltungsspezifische Vorlagen.
Prompt Engineering Interactive Tutorial (Anthropic)
Anbieter: Anthropic
- Dauer: 9 Kapitel + Advanced-Appendix (selbstbestimmtes Tempo)
- Inhalt: von Grundstruktur bis zu Halluzinationsvermeidung, komplexen Prompts, Prompt Chaining und Tool Use
- Zielgruppe: Fortgeschrittene; auch ohne Programmierkenntnisse nutzbar über die Google-Sheets-Variante (Claude for Sheets)
- Zugang: kostenlos (Englisch), Standard-Variante benötigt einen Anthropic-API-Key (ggf. geringe Nutzungskosten je nach Modellwahl)
- Zertifikat: keines (Übungsantworten als Selbstkontrolle)
Advanced Prompt Engineering for Everyone
Anbieter: Vanderbilt University / Coursera – Aufbaukurs zu „Prompt Engineering for ChatGPT“
- Dauer: 9 Stunden
- Inhalt: In-Context Learning, Prompting für mehrere Optionen, Kontrolle der Ausgabeformatierung, Retrieval-Augmented Generation (RAG)
- Zielgruppe: Mittelstufe/
Fortgeschrittene mit Grunderfahrung in generativer KI - Zugang: kostenlos auditierbar („Enroll for Free“), Englisch mit KI-Untertitelung/-Dubbing Deutsch
- Zertifikat: kostenpflichtig (teilbares Coursera-Zertifikat)
Google Prompting Essentials
Anbieter: Google / Coursera
- Dauer: unter 10 Stunden
- Inhalt: fokussierte Prompt-Grundlagen, Übungen direkt mit Gemini (kostenlose Stufe)
- Zielgruppe: Einsteiger:innen mit Anspruch auf schnellen, kompakten Einstieg
- Zugang:kostenpflichtig – kein freier Audit-Modus, Zugang nur über Coursera-Abo (ca. 49 $/Monat)
- Zertifikat: im Abo enthalten
Begleitmaterial: Prompt Pack for Administrators (OpenAI Academy)
Keine Schulung, sondern sieben einsatzbereite Prompt-Vorlagen speziell für die Hochschulverwaltung: Enrollment-Analyse, Onboarding neuer Mitarbeitender, Eventplanung, finanzielle Unterstützung, Krisenmanagement, Alumni-Engagement, Curriculumentwicklung. Englisch, kostenlos, ChatGPT-Edu-Konto/Anmeldung nötig.
Prompt Pack for Administrators (OpenAI Academy) →
Begleitmaterial: Selbstlernmaterialien Prompt-Labor (HFD)
Ergänzend zu den Kursen: Prompt-Katalog mit dokumentierten Beispiel-Prompts, Workbooks zu Lehrplanung, Durchführung und Evaluation sowie downloadbare Materialien zur Nachnutzung durch Multiplikator:innen. Kostenlos zugänglich.
Block 4: Eigene Schulungsreihe aufbauen
Hochschulen, die eine eigene strukturierte KI-Fortbildungsreihe entwickeln wollen, können sich an einem erprobten institutionellen Modell orientieren.
Hamburg: KI-Fortbildungsreihe 2024 (IT-Planungsrat Best Practice) (PDF)
Anbieter: Senatskanzlei Hamburg, Amtsleitung IT und Digitalisierung; dokumentiert über den IT-Planungsrat
- Format: 7 Module – 5 Online-Formate (je 90 Min.) + 2 Präsenz-Workshops (je max. 4 Stunden)
- Inhalte: KI-Grundlagen · Machine Learning · Generative KI · Verantwortungsvoller Umgang · EU AI Act · Prompt-a-thon® · KI-Showroom
- Reichweite 2024: 1.830 Anmeldungen, durchschnittlich 300 Teilnehmende pro Online-Format
- Nutzung: Freiwillig, kostenlos für Hamburger Verwaltungsmitarbeitende; Konzept über IT-Planungsrat dokumentiert und nachnutzbar
Dieses Modell zeigt, wie eine mehrstufige Schulungsreihe für öffentliche Einrichtungen strukturiert werden kann – von Grundlagen bis zu praxisorientierten Formaten.
IT-Planungsrat: KI-Kompetenzrepositorium (Orientierungsrahmen)
Anbieter: IT-Planungsrat / Bertelsmann Stiftung; gefördert durch die öffentliche Hand
- Format: Begleithandbuch (PDF) + Excel-Matrix (KI-Kompetenzrepositorium.xlsx)
- Inhalt: 5 Kompetenzarten (Technisch, Nicht-technisch, Operativ, Gesellschaftlich, Kommunikativ) · 6 Prüfkriterien für Art.-4-Compliance (A–F) · 7 Kompetenzprofile für verschiedene Stellenkategorien
- Nutzung für Hochschulen: Als Orientierungsrahmen für institutionelle Schulungsplanung und Nachweis-Dokumentation Art. 4 EU AI Act
- Zugang: kostenlos, direkt downloadbar
Block 5: Agentic AI – Autonome KI-Systeme
Agentic AI beschreibt ein neues Systemparadigma: KI-Modelle planen, nutzen Werkzeuge, merken sich Kontext und führen mehrstufige Aufgaben eigenständig aus – über reine Chatbot-Antworten hinaus. Erste Pilotprojekte in der öffentlichen Verwaltung (z. B. der Bundesinitiative „Agentic AI Hub“) zeigen das Potenzial für automatisierte Antragsprüfung und Dokumentenbearbeitung.
Agentic AI: The New Software Paradigm
Anbieter: ElevateSoul.ai + KI-Servicezentrum Berlin-Brandenburg / KI-Campus
- Dauer: 10 Stunden (Englisch)
- Inhalt: Agentenarchitekturen, Speichermechanismen, Context Engineering, Tool-Nutzung, Multi-Agenten-Systeme, Deployment und Evaluierung
- Zielgruppe: Fortgeschrittene, sowohl technisch als auch nicht-technisch orientierte Teilnehmende; Grundkenntnisse KI/
LLM hilfreich, aber nicht erforderlich - Zugang: kostenlos, CC BY-SA 4.0, Registrierung mit E-Mail (kein Hochschulaccount nötig)
- Zertifikat: Leistungsnachweis kostenlos
- Einführung: Kurzüberblick im KI-Campus-Blog „Agentische KI: Die nächste Generation intelligenter Software“
Von autonomen KI-Agenten zu Multiagentensystemen
Anbieter: IBM SkillsBuild / KI-Campus
- Dauer: 3 Stunden (Deutsch)
- Inhalt: Grundlagen von KI-Agenten, verschiedene Agententypen, Prinzipien und Aufbau von Multiagentensystemen, praktische Anwendungsbereiche
- Zielgruppe: Einsteiger:innen, keine Vorkenntnisse erforderlich
- Zugang: kostenlos, CC BY-NC-SA 4.0, Registrierung mit E-Mail (kein Hochschulaccount nötig)
- Zertifikat: Leistungsnachweis kostenlos
Begleitmaterial: Agentische KI im Hochschulsystem
Diskussionspapier von KI-Campus und Hochschulforum Digitalisierung (HFD, April 2026): erste Orientierung für den institutionellen Umgang mit KI-Agenten an Hochschulen – für Mitarbeitende und Leitungen in Verwaltung, Didaktikzentren und strategischen Positionen. Kostenlos verfügbar.
Diskussionspapier als PDF (HFD) →
Praxiseinblick: Agentic AI Hub (BMDS)
Pilotprogramm des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) mit dem DigitalService: rund 19 Kommunen und neun Start-ups erproben bis Mai 2026 autonome KI-Agenten für Verwaltungsaufgaben – etwa automatisierte Prüfung von Wohnberechtigungsscheinen und Wohngeldanträgen. Zeigt konkrete Anwendungsfälle von Agentic AI in der deutschen Verwaltungspraxis (kein Lernangebot, sondern Praxisreferenz).
Generatoren, Vorlagen und Leitlinien: So entwickelt Ihre Hochschule eigene KI-Ressourcen
Viele Hochschulen wissen, dass sie eine KI-Leitlinie brauchen – aber nicht, wo sie anfangen sollen. Strategie, Policy, Leitfaden und Nutzungsbedingungen erfüllen unterschiedliche Funktionen; diese Unterscheidung zu verstehen, spart viel Aufwand. Seit dem 2. Februar 2025 ist Art. 4 EU AI Act verbindlich: Hochschulen als KI-Betreiber müssen ausreichende KI-Kompetenz im Personal fördern (Frist unverändert, Pflichtcharakter seit dem Digital Omnibus abgeschwächt – siehe Accordion 4). Diese Section bündelt dafür ein Orientierungsframework, den HSO-Vorschlag für ein 7-Schritte-Modell, interaktive Generatoren, Gliederungsvorlagen sowie Best-Practice-Beispiele aus BW und Deutschland.
Was bin ich? – Orientierung im Dokument-Dschungel
An Hochschulen kursieren viele Begriffe: KI-Strategie, KI-Policy, KI-Leitlinie, KI-Nutzungsbedingungen. Oft werden sie synonym verwendet – was zu unklaren Erwartungen und unkoordinierten Dokumenten führt. Das 4-Typen-Framework (Tatiana Moneth, Partnerforum „KI-Impulse für Hochschulen“, November 2025) bringt konzeptionelle Klarheit.
Die vier Dokumenttypen im Überblick
Typ Funktion Kern-Elemente Verabschiedung Best-Practice-Beispiel KI-Strategie Gibt Richtung und Prioritäten für mehrere Jahre vor – das „Warum“ und „Wohin“ Vision, Ziele, Handlungsfelder (Lehre/Forschung/Verwaltung), Governance-Struktur, Ressourcenplanung, Meilensteine Hochschulleitung TUM KI-Strategie (CC BY-NC-SA 4.0, frei adaptierbar) Policy / Richtlinie Übersetzt strategische Ziele in verbindliche Regeln – rechtsverbindlich, über Dienstanweisung durchsetzbar Geltungsbereich, Do's & Don'ts, Datenschutz & Urheberrecht, Verantwortlichkeiten, Transparenzpflichten, Review-Zyklus Rektorat / Senat Uni Stuttgart Richtlinie (5-Dokumente-Paket, Oktober 2025) Leitfaden / Leitlinie Zeigt, wie Regeln im Alltag umgesetzt werden – flexibel, hohe Akzeptanz Praxisszenarien, Formulierungsbeispiele, Checklisten, FAQ Meist Hochschulleitung, Senat oder Rektorat HSO KI-Leitlinien V2.1 (Senat-verabschiedet, November 2024) Nutzungsbedingungen Regelt den Zugriff auf ein konkretes KI-Tool – Nutzer*innen stimmen aktiv zu Zugang & Zweckbindung, Datenschutz, Haftung, erlaubte Nutzung, Protokollierung, Sanktionen Systemverantwortliche / IT KI:connect (H-BRS): Nutzungsbedingungen für institutionellen KI-Zugang Welches Dokument zuerst?
Nicht jede Hochschule braucht alle vier Typen gleichzeitig. Empfehlung je nach Ausgangssituation:
- Kein Dokument vorhanden, begrenzte Ressourcen: Starten Sie mit einem Leitfaden. Niedrigschwellig, schnell erstellbar, flexibel aktualisierbar. Die Generatoren (siehe unten, Accordion 3) helfen beim Einstieg auf Kursebene; die eTeach-Gliederungsvorlage (Accordion 4) für eine institutionelle Leitlinie.
- Leitfaden vorhanden, nächster Schritt: Policy / Richtlinie entwickeln. Schafft Verbindlichkeit und reduziert Haftungsrisiken. Uni Stuttgart-Paket als Orientierung (Accordion 4).
- Strategisch denken: KI-Strategie erarbeiten. TUM KI-Strategie (CC-Lizenz) als adaptierbarer Rahmen (Accordion 5).
- Konkrete Tool-Einführung: Nutzungsbedingungen formulieren. KI:connect-Dokumentenpaket liefert fertige Vorlagen (Accordion 4).
Hinweis: Der Vorteil des 4-Typen-Modells liegt nicht darin, alle vier Dokumente zu erstellen – sondern darin, zu wissen, welche Funktion ein neues Dokument erfüllen soll. Eine gut gemachte Leitlinie mit Policy-Charakter ist besser als vier halbfertige Dokumente.
Landesrahmen BW: MWK-Positionspapier zur EU KI-Verordnung
Das offizielle Positionspapier des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK BW) zur EU KI-Verordnung benennt die Landesposition zu risikobasiertem System, KI-Kompetenzen und Transparenz für BW-Hochschulen. Es ist der politische Rahmen, in dem alle institutionellen Dokumente an BW-Hochschulen entstehen sollten.
Neue KI-Leitlinien der HSO – Vorschlag für ein 7-Schritte-Modell (Entwurf)
An der Hochschule Offenburg (HSO) wird im Rahmen des Arbeitspakets „Kultureller Wandel" derzeit eine neue Version der eigenen KI-Leitlinien erarbeitet. Ausgehend von der in dieser Section zusammengetragenen Recherche entsteht dabei als Vorschlag ein 7-Schritte-Modell zur Einführung von KI-Systemen – mit Verantwortlichkeiten, Prüfpflichten und Hinweisen auf EU AI Act-Anforderungen.
Achtung, Zwischenstand: Das Arbeitspaket „Kultureller Wandel“ ist noch nicht abgeschlossen und wird weiter bearbeitet. Das folgende Modell ist ein erster, grober Vorschlag – keine finale oder freigegebene Fassung.
Vorschlag für ein 7-Schritte-Modell
- Schritt 1: Bedarfsidentifikation Das Projektteam identifiziert den Bedarf und erstellt eine erste Beschreibung: Zweck des Systems, Nutzerkreis, KI-Typ (generativ oder klassifikatorisch), relevante Datenarten, vorläufige Ressourcen- und Kostenschätzung. Datenschutz-Folgenabschätzungs-Pflicht wird bereits hier geprüft. Wichtig: IT-Abteilung frühzeitig einbinden.
- Schritt 2: Erste Prüfung durch das KI-Kernteam Das KI-Kernteam führt eine Vorprüfung durch: Ist der Use Case sinnvoll? Welche Risikoklasse nach EU AI Act (inkl. Schulungspflicht Art. 4)? Intern oder extern implementierbar? Erste go/
no-go-Entscheidung. Das Rektorat wird eingebunden, wenn der Einsatz hochschulstrategisch relevant ist. - Schritt 3: Parallele rechtliche und organisatorische Prüfungen Mehrere Stellen prüfen gleichzeitig: Datenschutz (personenbezogene Daten, DSGVO-Konformität, Drittstaaten-/US-Cloud-Frage), IT-Sicherheit (Schutzbedarfsfeststellung, Sicherheitskonzept, Hosting-Entscheidung), Justitiariat (hochschulrechtliche Zulässigkeit, Vertrags- und Lizenzfragen), Personalrat (Mitbestimmungspflicht bei Leistungs- und Verhaltenskontrollen).
- Schritt 4: Beschaffung Erst nach erfolgreichen Parallelprüfungen und Freigaben: Rektorat erneut einbinden (Vertragsbindung, Abhängigkeiten, Nutzungsbedingungen, Laufzeiten, Haftungs- und Gerichtsstandsfragen). Beschaffungsbedarf melden. Finale Vertragsprüfung mit Justitiariat und Datenschutzbeauftragten (EVB-IT, Auftragsverarbeitungsverträge).
- Schritt 5: Urheberrechtsprüfung Drei Ebenen: (a) Eingabedaten – werden urheberrechtlich geschützte Werke eingegeben? (b) Trainingsdaten – eigenes Training? Nutzungsrechte vorhanden? (c) Output – Nutzungsrechte? Veröffentlichungsgenehmigung? Einschränkungen durch Anbieter-AGB?
- Schritt 6: Implementierung System aufbauen, technische Dokumentation erstellen (Architektur, Datenflüsse, Rollen, Logging). Abnahme durch IT-Sicherheit und Datenschutzbeauftragte. Formale Freigabe durch KI-Kernteam. Dann: Testphase mit ausgewähltem Testnutzerkreis (Schulung → Testnutzung → Feedback → Evaluation).
- Schritt 7: Freigabe und Inbetriebnahme Rektorat trifft finale Entscheidung (produktiver Einsatz, Außenwirkung, Risikotragung). Übergabe an Betriebsteam. Zwei EU AI Act-Pflichten: EU-KI-Register-Eintrag (falls registrierungspflichtig) und Schulung aller Nutzenden nach Art. 4 EU AI Act – verpflichtend, Zugangsvoraussetzung zum System. Danach: Produktivbetrieb mit kontinuierlicher Wartung, Leistungsevaluation und sachlicher Kommunikation nach außen.
Besonderheiten des Modells: Das Modell bindet das Rektorat an drei Punkten explizit ein (Schritt 2, 4, 7) – stärker als die meisten anderen verfügbaren Leitfäden. Die EU AI Act-Registrierung ist als fester Prozessschritt verankert, nicht als optionaler Hinweis. Die Art. 4-Schulungspflicht ist Zulassungsbedingung – wer nicht geschult ist, bekommt keinen Systemzugang.
Schritte 2 und 7 enthalten explizite EU AI Act-Anforderungen.
Sobald interne Arbeitsergebnisse freigegeben werden können, werden sie hier auf der Projektseite geteilt.
Interaktiv erstellen – Generatoren für Kursrichtlinien
Wer eine Richtlinie für eine konkrete Lehrveranstaltung entwickeln möchte, muss nicht bei einem leeren Dokument anfangen. Zwei kostenlose Online-Tools decken den Bedarf auf Kursebene ab.
KI-Policy-Generator – Universität Bamberg Hauptempfehlung
Der KI-Policy-Generator der Universität Bamberg (CIO, Projekt BaKuLe) ist das am weitesten verbreitete und ausgereifteste öffentliche KI-Policy-Tool im deutschsprachigen Hochschulraum. Version 3 wurde im März 2026 veröffentlicht.
Das Tool bietet zwei Modi:
- Entscheidungsbaum-Modus (ki-policy.org): Lehrende beantworten drei Fragen (KI zum Lernen erlaubt? Bewertet ohne Aufsicht? Kompetenzbeherrschung gesichert?) und erhalten eine passende Richtlinie aus sechs Preset-Varianten (AI-None bis AI-Skill).
- Modular-Textbaustein-Modus: Rund 50 vordefinierte, anpassbare Textbausteine. Lehrende wählen aus und ergänzen eigene Inhalte. Das Tool läuft vollständig lokal im Browser – keine Serverübertragung der Eingaben.
Abgedeckte Bereiche: KI-Grundlagen, Lernziele, erlaubte/
verbotene Nutzung, Urheberrecht, Datenschutz, Kennzeichnungspflichten, Chancengleichheit, Prüfungsdesign, praktische Tipps. Output: Herunterladbare KI-Richtlinie (HTML oder Clipboard), JSON-Konfigurationsdatei (wiederverwendbar), druckfertig. ki-policy.org (Version 3) → Version 2 → Uni Bamberg CIO / BaKuLe →
Wichtige Abgrenzung: Der Bamberger Generator eignet sich für lehrveranstaltungsbezogene Richtlinien auf Kursebene. Für eine institutionelle Gesamtleitlinie ist er als Ausgangsmaterial nutzbar, aber nicht direkt verwendbar. Dafür stehen die Vorlagen in Accordion 4 zur Verfügung.
Formulargenerator – KIT Zentrum für Mediales Lernen
Das Zentrum für Mediales Lernen (ZML) des KIT bietet einen komplementären Generator: Während der Bamberger Generator die Policy-Regeln erzeugt, liefert das KIT-Tool das Instrument zur Dokumentation der Regeleinhaltung durch Studierende.
Der Formulargenerator erstellt standardisierte HTML-Formulare, mit denen Studierende ihren KI-Einsatz bei einer Abgabe deklarieren. Konfigurierbar per Matrix-Steuerelement (welche Aktivitäten sind erlaubt, in welchem Umfang?), Export als JSON für Wiederverwendung, Live-Vorschau, Sprachauswahl Deutsch/
Englisch. Weitere Generatoren: Für Organisationen allgemein (nicht spezifisch Hochschulen) existieren weitere Tools, z. B. ki-richtlinien-generator.de mit expliziter DSGVO- und EU AI Act-Ausrichtung. Für Hochschulen sind die oben genannten universitären Werkzeuge die verlässlichere Wahl.
Art. 4 EU AI Act – Was Ihre Leitlinie mindestens abdecken muss
Seit dem 2. Februar 2025 gilt Art. 4 EU AI Act für alle Hochschulen. Hochschulen sind doppelt betroffen: als Betreiber (Deployer) von KI-Tools in Administration, Lehre und Forschung – und als Anbieter (Provider) von KI-Systemen, die sie selbst entwickeln oder für Studierende bereitstellen.
Art. 4 verlangt, dass alle Personen, die mit dem Betrieb und der Nutzung von KI-Systemen befasst sind, über ausreichende KI-Kompetenz verfügen. Das ist keine Empfehlung, sondern Rechtspflicht.
Hinweis zum Rechtsrahmen (Stand: Juli 2026): Der „Digital Omnibus on AI“ ist inzwischen verabschiedet (EU-Parlament 16. 06. 2026, Rat 29. 06. 2026) und tritt in Kürze in Kraft. Die Art. 4-Kompetenzpflicht selbst bleibt bestehen – die Formulierung wird von einer Sicherstellungs- zu einer Förderungspflicht abgeschwächt, die Frist ändert sich jedoch nicht. Ab dem 2. August 2026 wird Art. 4 durch die nationalen Marktüberwachungsbehörden aktiv beaufsichtigt.
Was eine Leitlinie mindestens abdecken muss
Pflichtbereich Konkrete Anforderung Geltungsbereich Welche Personen (Personal, Lehrbeauftragte, studentische Hilfskräfte, Externe) fallen unter die KI-Kompetenzpflicht? Governance-Struktur Wer ist verantwortlich für KI-Literacy-Maßnahmen? (KI-Beauftragte*r, KI-Fachbeirat, KI-Board) Kompetenzrahmen Differenzierte Kompetenzanforderungen nach Rolle und KI-Kontaktiefe Schulungs-/Trainingsangebot Nachweisbare Angebote mit Dokumentation (LMS-Nachweis, Zertifikate) KI-System-Inventar Welche KI-Systeme werden eingesetzt? Welches Risikolevel? Hochrisiko-Prüfprozess Freigabeprozess für KI in sensiblen Bereichen (Prüfungen, Bewerbungen, Personalentscheidungen) Transparenz Kennzeichnung von KI-Nutzung in Hochschulkommunikation (Art. 50 EU AI Act) Datenschutz Integration DSGVO-Anforderungen bei personenbezogenen Daten in KI-Systemen Überprüfung / Updates Mechanismus zur regelmäßigen Aktualisierung der Leitlinie Verbotene Praktiken seit 2. Februar 2025 (Art. 5 EU AI Act)
- Emotionserkennung am Arbeitsplatz oder in Bildungseinrichtungen (mit definierten Ausnahmen)
- Social-Scoring-Systeme
- Manipulative KI-Systeme
Hochrisiko-KI für Hochschulen (Anhang III EU AI Act)
- KI-Systeme zur Bewertung von Bewerbungen und Studienplatzvergabe
- KI-Systeme zur automatisierten Prüfungsbewertung
- KI-Systeme für Personalentscheidungen
Frist durch Digital Omnibus verschoben: Durch den „Digital Omnibus on AI“ wurde die behördliche Durchsetzung der Anhang-III-Hochrisikopflichten von ursprünglich 2. August 2026 auf 2. Dezember 2027 verschoben. Die inhaltlichen Anforderungen (Konformitätsbewertung, Risikomanagement, Daten-Governance) bleiben unverändert – betroffen ist nur der Zeitpunkt der Durchsetzung. Die Transparenzpflichten nach Art. 50 EU AI Act (Kennzeichnung von KI-Nutzung) sind von dieser Verschiebung nicht betroffen und gelten weiterhin ab 2. August 2026.
Pflichtlektüre für IT-Sicherheit und Datenschutz
- BSI Kriterienkatalog „Integration extern bereitgestellter generativer KI-Modelle“: 7-Phasen-Sicherheitsanforderungen für Hochschulen als Betreiber. bsi.bund.de (Suchbegriff: AIC4 / KI-Modelle Bundesverwaltung)
- DSK Orientierungshilfe RAG-Systeme (Oktober 2025): Datenschutzanforderungen für RAG-basierte Chatbots – relevant für Hochschulen, die KI-Chatbots für Studienberatung, Bibliothek oder Verwaltung einsetzen. datenschutzkonferenz-online.de
Empirische Grundlage – warum Governance-Dokumente gebraucht werden
Working Paper 38 (Schneider et al., HAW Frankfurt, 2025) belegt empirisch ein KI-Paradoxon: Intensivere KI-Nutzung bei Abschlussarbeiten steigert das Vertrauen der Studierenden in KI – trotz bekannter Fehleranfälligkeit. Hinzu kommen Bias-Risiken. Die Autoren empfehlen ausdrücklich institutionelle Regelungen. Das unterstreicht, warum ein klarer Governance-Rahmen keine bürokratische Pflicht ist, sondern akademische Qualitätssicherung.
Vorlagen und Checklisten
Wer eine institutionelle KI-Leitlinie entwickeln möchte, muss das Rad nicht neu erfinden. Die folgenden Ressourcen sind frei verfügbar und decken unterschiedliche Bedarfe ab.
Gliederungsvorlage – eTeach-Netzwerk Thüringen Top-Empfehlung
Die Gliederungsvorlage des eTeach-Netzwerks Thüringen (AG KI, verabschiedet 12. Juni 2025) ist die beste verfügbare öffentliche Strukturvorlage für institutionelle KI-Leitlinien im deutschsprachigen Raum. Sie ist juristisch fundiert (DSGVO, UrhG, EU AI Act, Prüfungsrecht), deckt alle Bereiche ab (Lehre, Prüfungen, Verwaltung) und enthält ein operatives Vier-Stufen-Modell für Prüfungszulässigkeit.
Vollständige Gliederungsstruktur:
- Präambel (Definition gen. KI, Relevanz für die Hochschule, Geltungsbereich, Dynamik des Feldes)
- Grundsätze zum Umgang (ethische Grundsätze, Datenschutz & Informationssicherheit, Urheberrecht, Prüfungsrecht & Chancengleichheit, akademische Integrität)
- Regeln / Nutzungsbedingungen (3.1 Zulässigkeit in Lehre/
Forschung/Verwaltung/Prüfungen, 3.2 Kennzeichnung und Dokumentation, 3.3 Eigenverantwortliche Nutzung) - Quellen und weiterführende Hinweise
Die Vorlage erläutert explizit den Unterschied zwischen Leitlinie (flexibel, hohe Akzeptanz, keine direkte Verbindlichkeit) und Richtlinie (rechtsverbindlich, durchsetzbar, höherer Verwaltungsaufwand) – und empfiehlt, diese Entscheidung vor Beginn der Arbeit mit Gremien zu treffen.
Download Gliederungsvorlage (PDF) →
Umfassendstes Dokumentenpaket: KI:connect.nrW – RWTH Aachen
Das KI:connect-Projekt der RWTH Aachen (Landesinitiative NRW) hat das umfassendste deutschsprachige Dokumentenpaket zur KI-Einführung an Hochschulen zusammengestellt. Rund 72 Dokumente in fünf Kategorien, als ZIP komplett downloadbar – primär NRW-fokussiert, aber auf andere Bundesländer übertragbar (Anpassungen beim Personalvertretungsrecht erforderlich).
Besonders relevant:
- Checkliste rechtskonformer Umgang mit KI (PDF)(phasenweise: Vor / Während / Nach der Nutzung) – als bearbeitbare Word-Datei verfügbar
- Rechtsfragen Allgemein (PDF)(FAQ mit rechtlichen Einschätzungen, Schwerpunkt Azure OpenAI)
- Mitbestimmungsprozess (9-Schritte-Musterprozess für Personalräte und IT-Leitungen) – einzigartige Ressource
- Gesamtes Dokumentenpaket (inkl. Dienstvereinbarungsvorlagen, DSFA-Vorlagen, AVV-Muster)
Referenzmodell für Verwaltungsrichtlinien: Universität Stuttgart – 5-Dokumente-Paket
Die Universität Stuttgart (Rektorat, beschlossen 30. September 2025) hat als einzige deutsche Hochschule ein vollständiges, aufeinander abgestimmtes 5-Dokumente-System für KI-Governance entwickelt – besonders empfehlenswert für BW-Hochschulen, die eine eigene Verwaltungsrichtlinie entwickeln.
Die fünf Dokumente:
- Richtlinie zur KI-Nutzung (PDF)(7 Seiten) – inkl. 5-Typen-Klassifikation, Governance-Struktur (KI-Referent*in, Whitelist freigegebener Systeme)
- Vertraulichkeitsklassifikation C1–C4 (Öffentlich / Intern / Vertraulich / Streng vertraulich) – mit klaren technischen Anforderungen je Klasse
- Matrix zulässige Anwendungsfälle – Kompakte Übersicht (5 Typen × 4 Klassen) als separates Referenzdokument
- Grundsätze für Studierende (1-Seiten-Commitment) – Eigenverantwortung, Prüfungsregeln, Kennzeichnungspflicht
- Handreichung für Prüfende - 7 Abschnitte, 4 Optionen für Prüfende (erlauben / ausweichen / voraussetzen / verbieten)
Für Datenschutz und Beschaffung: Universität Potsdam – GPT.UP Ressourcen
Die Universität Potsdam stellt unter dem Motto „Sharing is Caring“ Materialien bereit, die besonders für Hochschulen mit eigener KI-Infrastruktur wertvoll sind: Datenschutzrechtliche Vorgaben für Azure OpenAI, DSFA-Vorlagen, Verarbeitungsverzeichnis, DSB-Stellungnahmen, Beschaffungsmaterialien (Förderantrags-Vorlagen, Leistungsbeschreibungen) und Support-Dokumentation.
Ressourcen Uni Potsdam GPT.UP →
Vorlage für Dienstvereinbarungen: bitkom Leitfaden KI und Mitbestimmung (Februar 2026)
Der bitkom-Leitfaden enthält Strukturvorschläge für Rahmenbetriebsvereinbarungen zum KI-Einsatz, die auf Dienstvereinbarungen an Hochschulen adaptiert werden können. Er benennt sieben Pflichtbausteine: Ziele und Grundsätze, Geltungsbereich, Einführungsprozess (wann und wie der Personalrat beteiligt wird), Betroffenenrechte, Mitarbeiterpflichten, Schulungsangebote (Nachweis der Art. 4-Erfüllung) und Streitbeilegung. Ergänzend zum KI:connect-Mitbestimmungsprozess (9-Schritte-Musterprozess, oben) bietet der bitkom-Leitfaden eine inhaltliche Strukturierungshilfe für den Verhandlungsprozess.
Download bitkom Leitfaden KI und Mitbestimmung (PDF) →
Strukturmodell KI-Inventar: Universität Mannheim
Alle im Einsatz befindlichen KI-Systeme sollten inventarisiert sein – inklusive Pilotprojekte und Cloud-Dienste. Die Universität Mannheim hat dafür ein zentrales KI-Register mit Pflichtangaben zu Anbieter, Zweck, verarbeiteten Daten und betroffenen Personengruppen aufgebaut. Das Modell bietet eine umsetzbare Struktur für ein eigenes KI-Inventar – auch als Vorstufe zur Beschaffungs-Governance (Whitelist freigegebener Systeme, Risikoklassifizierung vor Beschaffung).
Kompakt-Checkliste: Was muss eine Hochschule bereits erledigt haben?
Vier Punkte, die spätestens jetzt geklärt sein sollten:
- KI-Kompetenz-Schulung nach Art. 4 EU AI Act für betroffenes Personal organisiert
- KI-Inventar aller eingesetzten Systeme (inkl. Pilotprojekte, Cloud-Dienste) angelegt
- Verbotene Praktiken (Art. 5 KI-VO, z. B. Emotionserkennung) für eigene Anwendungsfälle geprüft
- Personalrat bei mitbestimmungspflichtigen KI-Einführungen frühzeitig informiert und beteiligt
Best Practice – BW-Hochschulen und darüber hinaus
Fertige Leitlinien anderer Hochschulen sind die effektivste Orientierung beim Entwickeln eigener Dokumente. Die folgenden Beispiele wurden ausgewählt, weil sie öffentlich verfügbar, inhaltlich besonders stark oder für den BW-Kontext besonders relevant sind.
HFD-Metastudie: KI-Leitlinien im Check – Update 2024 zu 2026 Überblick über alle Bundesländer
Statt einzelner Beispiele liefert das Hochschulforum Digitalisierung (HFD, gemeinsam mit dem CHE Centrum für Hochschulentwicklung) eine vergleichende Analyse: Der Blickpunkt „KI-Leitlinien im Check. Ein Update von 2024 zu 2026“ (Anja Westermann, Sarah Becker, Jens Tobor, Riccarda Lüthi, Johanna Leifeld, 19. Mai 2026) wertet 30 KI-Leitlinien aus allen 16 Bundesländern aus. Kernbefund: ein Wandel von reaktiven Regelwerken hin zu „Enabling-Dokumenten“, die strategische Integration ermöglichen – weg vom reinen Risikomanagement, hin zur didaktischen Integration. Der Bericht benennt außerdem Lücken bei Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit und plädiert für agilere, regelmäßig aktualisierte Dokumentation.
Die Vorgängerstudie „Blickpunkt: Leitlinien zum Umgang mit generativer KI“ (HFD-KI-Taskforce, Ansprechpartner Jens Tobor, 7. Februar 2024) hatte bereits 46 deutsche Hochschul-Leitlinien systematisch verglichen und Gemeinsamkeiten, Unterschiede sowie Handlungsempfehlungen herausgearbeitet – die 2026er-Ausgabe baut direkt darauf auf und zeigt die Entwicklung der letzten zwei Jahre.
Download Blickpunkt KI-Leitlinien 2026 (PDF) → Artikel & Update 2026 → Vorgängerstudie 2024 →
Hochschule Bayern – KI-Leitlinie (kollegialer Entstehungsprozess)
Der Verband der bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen (Hochschule Bayern e. V., gemeinsam mit FIDL) hat im Mai 2025 eine gemeinsame 67-seitige KI-Leitlinie veröffentlicht. Entstanden durch kollaborative Arbeit von Lehrenden und Studierenden verschiedener bayerischer Hochschulen – koordiniert durch Vizepräsidentinnen und -präsidenten für Studium und Lehre. Dieses Modell einer hochschulübergreifenden Leitlinie ist ein Vorbild für ähnliche Verbundansätze in BW.
Anhänge: Beispiele für KI-Richtlinien, Checkliste für Lehrende, Fortbildungsmöglichkeiten.
Download KI-Leitlinie Hochschule Bayern (PDF) →
TUM KI-Strategie – Vollständig frei adaptierbar (CC BY-NC-SA 4.0)
Die TU München hat 2024/
2025 die ausführlichste öffentlich verfügbare Hochschul-KI-Strategie in Deutschland verabschiedet. Das Dokument ist das einzige seiner Art, das alle vier Kernbereiche (Lehre, Forschung, Verwaltung, Datenschutz/ Ethik) systematisch behandelt und zugleich unter einer offenen Lizenz steht – Adaption für andere Hochschulen ist ausdrücklich erlaubt. Besonderheiten: Ampelsystem für KI in Prüfungen, Risikobewertungsrahmen (minimal / begrenzt / hoch / inakzeptabel, analog EU AI Act), FAIR-Datenprinzipien für KI-Forschungsdaten, konkrete Tool-Bereitstellung. 5 Kapitel + Anhang, ca. 30 Seiten, deutsch. Unterzeichnet von Präsident und CIO. Entstanden in kollaborativer Co-Kreation mit 7 Schools, Studierendenvertretung, Datenschutzbüro und Universitätsbibliothek.
Download TUM KI-Strategie (PDF) → Direktlink Nachnutzung (CC BY-NC-SA 4.0) →
HFD Arbeitspapier AP92 – KI als Managementaufgabe
Das Hochschulforum Digitalisierung (HFD) und das CHE Centrum für Hochschulentwicklung haben im März 2026 ein 79-seitiges Arbeitspapier veröffentlicht, das KI explizit als organisationale Managementaufgabe einordnet – nicht als rein technische oder didaktische Herausforderung.
Kernthese: „Hochschulen managen KI bereits – häufig jedoch ohne einen stabilisierten Gesamtzusammenhang.“ Das Papier entwickelt ein 13-Felder-Rahmenwerk über drei Managementebenen (strategisch / Koordination & Support / fachlich-operativ), das Hochschulen als Selbstdiagnoseinstrument nutzen können: Welche Managementfelder sind schon bearbeitet, wo liegen Lücken? Das HFD bietet 2026 eine Peer-to-Peer-Strategieberatung an.
Download HFD AP92 (PDF) → Strategiebriefing kompakt (PDF) →
Weitere BW-Beispiele
Hochschule Dokument Link DHBW Positionspapier zu Künstlicher Intelligenz (2025) – Strategischer Impuls zu Lehre, Dualität, Forschung, Ethik, Recht und Infrastruktur; zeigt Struktur und Themenbreite für eigene Positionspapiere Download → (PDF) KIT KI-Leitlinien (Juni 2025) – Praxisorientiert, Forschung & Lehre Download → (PDF) Uni Freiburg Policy Forschung (Dezember 2024) – 4 Kernprinzipien (Transparenz, Verantwortung, Kennzeichnung, Bias) Informationsseite → Uni Heidelberg KI-Leitlinien + Formulare Studium/ Lehre (2024) Informationsseite → Uni Tübingen Leitlinien gen. KI + Handreichung Lehre/ Prüfungen Informationsseite → RWU Ravensburg-Weingarten Richtlinie wiss. Arbeiten (Januar 2025) – bwKI-Partnerbeispiel Download → (PDF) KI:connect als NRW-Referenzprojekt
Das NRW-Projekt KI:connect (RWTH Aachen) ist das am weitesten entwickelte Hochschul-KI-Netzwerkprojekt in Deutschland. Es zeigt, wie ein Landesverbund aus Hochschulen gemeinsam Governance-Strukturen, Dokumentenpakete und Schulungsangebote aufbaut – ein Modell, das für BW-Hochschulen im Rahmen landesweiter Kooperation (HND-BW, bwKI-Transfer) als Referenz dienen kann.
Governance – KI-Board, Fachbeirat, KI-Referent*in
Eine KI-Leitlinie ist kein Einmal-Dokument, sondern ein lebendiger Rahmen, der regelmäßig aktualisiert werden muss. Welche Governance-Struktur dafür geeignet ist, hängt von Hochschultyp und -größe ab. Vier Modelle haben sich an deutschen Hochschulen etabliert.
Modellvergleich
Modell Institution Einbettung Zusammensetzung Schwerpunkt Besonderheit 4 AI Boards + Taskforces TU München Rektorat Je Board: thematisch zusammengestellte Expert*innen Thematisch getrennt: Lehre / Forschung / Verwaltung / Strategie 6-Wochen-Sitzungsturnus; fachspezifische Taskforces anlassbezogen KI-Board (21 Mitglieder) Uni Heidelberg Rektorat Alle Hauptdisziplinen, Studierendenvertreter*innen, interdisziplinäre Zentren Disziplinübergreifend, inkl. Geisteswiss. und Studierendenvertretung Duale Co-Sprecher*innen-Leitung KI-Fachbeirat (max. 15) HSO Offenburg Hochschulleitung CIO (Vorsitz), ISB, DSB, Senatsmitglieder (Lehre/Forschung/Verwaltung/Bibliothek/Personalrat), Gäste Beratung Hochschulleitung, rechtliche Aspekte stark verankert Pflichtmitglieder aus Recht, Datenschutz und Personalvertretung KI-Referent*in Uni Stuttgart Prorektorat IT Einzelrolle + Freigabeprozess mit DSB, Informationssicherheit Richtlinien, Schulungen, Audits, Risikobewertungen, Whitelist-Pflege Kompaktestes Modell – hohe operative Wirksamkeit ohne Gremienaufwand Quellen: TUM KI-Strategie (PDF) (TU München, CC BY-NC-SA 4.0) sowie Präsentation Isabella Hennessen (TUM), „KI-Impulse für Hochschulen“, 06.03.2026 · KI-Leitlinien und KI-Board (Uni Heidelberg) · KI-Fachbeirat (HSO Offenburg, interne Leitlinie, bwKI-Transfer-Projektwissen) · Richtlinie zur Nutzung von KI, Abschnitt 7 (PDF) (Uni Stuttgart, v1.0, Oktober 2025)
Empfehlung nach Hochschultyp
Kleine und mittlere HAW (bis ca. 8.000 Studierende)
Das HSO-Fachbeirat-Modell ist die empfehlenswerteste Struktur. Es ist schlank (max. 15 Mitglieder), verankert die relevanten Stellen (CIO, ISB, DSB, Personalrat), und bindet alle Statusgruppen ein. Der CIO-Vorsitz stellt die Verbindung zwischen Governance und IT-Betrieb sicher.
Alternativ: Uni Stuttgart KI-Referent*in-Modell – für Hochschulen, die eine operative Einzelrolle mit klar definiertem Freigabeprozess bevorzugen. Geringerer Koordinationsaufwand; Whitelist + Freigabeprozess ist sofort rechtswirksam.
Mittlere bis große Universitäten
Das Heidelberger KI-Board (21 Mitglieder, alle Disziplinen) stellt sicher, dass KI-Governance nicht einseitig technisch oder administrativ bleibt. Das duale Co-Sprecher*innen-Modell verhindert Dominanz einzelner Bereiche.
Große Volluniversitäten
Das TUM-Modell mit vier parallelen Boards und fachspezifischen Taskforces ermöglicht tiefe fachliche Diskussion bei strategischer Kohärenz. Für kleinere Hochschulen ist es überdimensioniert – ein vereinfachtes Zwei-Gremien-Modell (Strategie + Operative Umsetzung) wäre dann sinnvoller.
Ergänzendes Modell: Uni Mannheim – KI-Register-Modell BW-Beispiel
Die Universität Mannheim (Federführerin des bwKI-Transfer-Projekts) hat ein zentrales KI-Register eingeführt: Alle KI-Systeme – einschließlich Pilotprojekte und Cloud-Dienste – müssen vor Entwicklung, Beschaffung oder Inbetriebnahme eingetragen werden (Pflichtangaben: Anbieter, Ziele, verwendete Daten, betroffene Personengruppen). Das KI-Kernteam prüft die Einträge; bei Hochrisiko-KI entscheidet das Rektorat nach Risikobewertung. Das Modell verankert Governance direkt im Beschaffungsprozess – nicht erst bei der Inbetriebnahme.
Als ergänzendes Instrument zu den vier Governance-Modellen in der Tabelle bietet das Mannheimer KI-Register-Modell besonders für BW-Hochschulen mit Hochrisiko-Anwendungen eine klare Struktur.
Wichtige Governance-Prinzipien aus der Praxis
- Leitlinien dürfen nicht statisch sein – regelmäßige Fortschreibung ist Pflicht (TUM: jährlicher Review; Uni Stuttgart: jährlicher Zyklus + Feedback-Kanal)
- KI-Governance muss die akademische und wissenschaftliche Freiheit ausdrücklich schützen (Uni Mannheim: explizites Commitment)
- Personalräte sind rechtlich einzubinden, wenn KI für Leistungs- und Verhaltenskontrolle von Beschäftigten eingesetzt werden soll
- Nur 10 % der deutschen Hochschulen beziehen Studierende substanziell in KI-Governance ein (HFD KI-Monitor 2025) – hier besteht Nachholbedarf
Das 13-Felder-Managementrahmenwerk als Selbstdiagnose-Instrument für Hochschulleitungen: HFD AP92 (PDF) →
Handreichungen und Ressourcen – HND-BW, bwDigiRecht et al.
Das Hochschulnetzwerk Digitalisierung Baden-Württemberg (HND-BW) mit seinem Rechtsinformationsdienst bwDigiRecht bildet den Kern dieser Quellensammlung – ergänzt um ZENDAS (Datenschutz), bundesweite Umsetzungsleitfäden (bitkom, HRK Modus), EU-Praxistools zur Risikoeinstufung und laufende Aktualisierungen zum Digital Omnibus. Die kuratierten Handreichungen richten sich explizit auch an die Hochschulverwaltung und erleichtern den rechtssicheren Umgang mit KI im Verwaltungsalltag.
Recht & Compliance
bwDigiRecht veröffentlicht Handreichungen speziell für den BW-Hochschulkontext. Die folgenden Dokumente sind für die Hochschulverwaltung besonders relevant:
- Hochschulen im Kontext von Anbieter- und Betreiberpflichten (Juli 2025) – Rollenabgrenzung Anbieter/
Betreiber gemäß KI-VO konkret für den BW-Hochschulkontext. PDF bwDigiRecht → - KI-Nutzungsregelungen an Hochschulen – Orientierung bei der Erstellung hochschulinterner Regelwerke. PDF bwDigiRecht →
- KI und Datenschutz – DSGVO-Anforderungen beim KI-Einsatz in der Lehre. PDF bwDigiRecht →
- KI und Grundrechte – Informationelle Selbstbestimmung, Deepfakes, Wissenschaftsfreiheit. PDF bwDigiRecht →
- Urheberrecht und KI – Rechtsbereichsspezifische Analyse urheberrechtlicher Fragen beim KI-Einsatz. PDF bwDigiRecht →
- KI bei dualen Studierenden – Abgrenzung private/
berufliche Nutzung von KI im dualen Studium. PDF bwDigiRecht → - KI-Kompetenz (EU AI Act Art. 4) – Anforderungen aus Art. 4 EU AI Act für Hochschulen. PDF bwDigiRecht →
- Offenlegung der KI-Nutzung an Hochschulen (November 2025) – KI-integrierende vs. KI-robuste Prüfungsformate; Formulierungsvorschläge für Prüfungsordnungen. PDF bwDigiRecht →
- Rechtsfragen KI-integrierender Prüfungen (Januar 2026) – Für Prüfungsverwaltung und Prüfungsrecht relevant. PDF bwDigiRecht →
- Gutachten zur Verwaltungsaktqualität bei KI – Rechtssicherheit automatisierter Verwaltungsentscheidungen. PDF bwDigiRecht →
- Hochschulen im Kontext von Anbieter- und Betreiberpflichten (Juli 2025) – Rollenabgrenzung Anbieter/
Aktualisierungen: EU Digital Omnibus
Die EU-Kommission vereinfacht mit dem „Digital Omnibus on AI“ gezielt Teile der KI-Verordnung – unter anderem die KI-Kompetenzpflicht aus Art. 4 sowie Fristen für Hochrisiko-KI-Systeme. Die folgenden Quellen dokumentieren den aktuellen Verfahrensstand:
- bwDigiRecht Newsletter 02/
2026 (Juni 2026) – Leitartikel „Digitale Omnibus-Verordnung über KI“: Stand des Gesetzgebungsverfahrens und Einordnung der Erleichterungen für Hochschulen. PDF bwDigiRecht → - bwDigiRecht-Vortrag „Mit dem digitalen Omnibus auf wilder Fahrt“ (university@LEARNTEC, 06.05.2026) – Foliensatz zu den Auswirkungen der Omnibus-Gesetzgebung auf Hochschulen. PDF bwDigiRecht →
- Fachliteratur (lt. bwDigiRecht-Newsletter 02/
2026) – Michaelis, Oliver: „Digital Omnibus on AI – Anpassung und Vereinfachung der KI-VO“ (Teil 1 & Teil 2), Künstliche Intelligenz und Recht (KI+R) 2026, S. 112–120 und S. 155–162; Pilz, Stefan: „Der Digital-Omnibus zur KI – Nachsteuerung zwischen Vollzugserleichterung und Governance-Verschiebung“, KI+R 2026, S. 146–154. - CMS.law: „KI: Digitaler Omnibus der EU-Kommission“ – laufend aktualisierte juristische Einordnung einer internationalen Kanzlei (Stand: 08.07.2026). cms.law →
- bwDigiRecht Newsletter 02/
Datenschutz beim KI-Einsatz – ZENDAS-Ressourcen
ZENDAS (Zentrale Datenschutzstelle der baden-württembergischen Universitäten) stellt praxisorientierte Informationen zu datenschutzrechtlichen Aspekten des KI-Einsatzes bereit – mit direktem Bezug zu Verwaltungsprozessen:
- KI-gestützte Protokollerstellung – Datenschutzaspekte beim Einsatz von KI für Sitzungs- und Besprechungsprotokolle. ZENDAS (zendas.de)
- Übersetzungen mit KI – Anforderungen an den datenschutzkonformen Einsatz von KI-Übersetzungsdiensten. ZENDAS (zendas.de)
- Automatisierte Einzelentscheidung – Datenschutzrechtliche Einordnung automatisierter Entscheidungen nach DSGVO Art. 22. ZENDAS (zendas.de)
- Emotionserkennungssysteme – KI-gestützte Emotionserkennung und deren datenschutzrechtliche Bewertung. ZENDAS (zendas.de)
Bundesweite Ressourcen mit Verwaltungsbezug
Ergänzend zum BW-spezifischen Angebot stehen bundesweit verfügbare Leitfäden bereit, die für Hochschulverwaltungen direkt anwendbar sind:
- HRK Modus: „KI in Anerkennungs- und Anrechnungsprozessen“ (2024) – Orientierung und Empfehlungen für Hochschulverwaltungen zum KI-Einsatz in Studienanerkennungsverfahren. hrk-modus.de →
- Bitkom: „Künstliche Intelligenz im Personalwesen“ (Leitfaden 2025) – Handlungsempfehlungen für den KI-Einsatz in HR-Prozessen, auch hochschulrelevant. PDF bitkom →
- LfDI BW: ONKIDA – Navigator KI & Datenschutz – Orientierungsinstrument des Landesbeauftragten für Datenschutz BW. LfDI BW (onkida) →
Bundesweite Umsetzungsleitfäden & Praxistools
Ergänzend zu den BW-spezifischen bwDigiRecht-Handreichungen helfen bundesweite Leitfäden und interaktive Tools bei der praktischen Einordnung der KI-VO – auch außerhalb des unmittelbaren Hochschulkontexts entstanden, aber direkt übertragbar:
- bitkom Umsetzungsleitfaden KI-VO (Oktober 2024) – Praxisorientierter Leitfaden für Unternehmen und Behörden mit Abschnitten zu Anbieter-/Betreiberrolle, Beschaffung, Art. 4 und Art. 50. PDF bitkom →
- Rechtsgutachten Hoeren (Ruhr-Universität Bochum / KI:edu.nrw) – Juristisch vertiefende Analyse der Bedeutung der EU-KI-VO für Hochschulen. PDF Rechtsgutachten →
- EU KI-VO-Check-Tool – Interaktiver Fragebogen der EU-Kommission zur Risikoklassifizierung eigener KI-Systeme; kostenlos, ohne Login. EU KI-VO-Prüfer →
- AI Act Explorer – Weiterführende Einordnung einzelner Artikel und Pflichten der KI-VO nach Risikoklasse. AI Act Explorer →
HAW BW digital – Impulspapiere KI für BW-Hochschulen
Die Kommission HAW BW digital – die Koordinationsstruktur der 24 Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg (Sprecher: Jan Münchenberg, HSO) – hat im Januar 2026 drei Impulspapiere zu KI veröffentlicht. Sie richten sich direkt an BW-HAW und bieten konkrete Handlungsempfehlungen für Administration, Forschung und Lehre.
Impulspapier 1: KI in der Administration
Schritt-für-Schritt-Prozess für Hochschulverwaltungen: Bestandsaufnahme eingesetzter KI-Tools, Datenschutz- und Risikoeinschätzung, KI-Richtlinie formulieren, Dienstvereinbarung mit Personalrat abschließen, Schulung der Mitarbeitenden (Pflicht aus Art. 4 KI-VO). Das Impulspapier verweist auf die bwKI-Transfer-Landkarte der KI-Projekte an BW-Hochschulen.
Kontakt Landesarbeitskreis KI Verwaltung: Fulya Ay
Impulspapier KI in der Administration (PDF) →
Impulspapier 2: KI in der Forschung
- Forschungsprivileg (Art. 2 Abs. 6 KI-VO) gilt nur bei reiner Grundlagenforschung ohne geplanten Praxiseinsatz – enges Verständnis.
- Open-Source-KI: keine pauschale Ausnahme von der KI-VO.
- Urheberrecht, Datenschutz und Transparenz bei KI-unterstützten Outputs (gute wissenschaftliche Praxis).
- Empfehlung: Hochschulen bevorzugt eigene oder institutionell gehostete Modelle nutzen.
Impulspapier KI in der Forschung (PDF) →
Impulspapier 3: KI in der Lehre
- Curriculare Verankerung von KI-Kompetenzen als Querschnittskompetenzen.
- KI in Prüfungen: keine ausschließliche KI-Korrektur; mündliche Erläuterungen oder Disputation für unbeaufsichtigte Formate empfohlen.
- HND-BW bietet KI-Weiterbildungen (didaktisch, curricular, rechtlich, ethisch).
Impulspapier KI in der Lehre (PDF) →
Übergreifende Seite HAW BW digital: hochschulen-bw.de →
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