Artikel von Baris Istipliler als Best Paper auf der AOM-Konferenz 2026 ausgezeichnet

Der Artikel mit dem Titel „Geteilte Aufmerksamkeit und Unter­nehmens­leistung: Eine aufmerksamkeits­basierte Betrachtung des hybriden Unter­nehmertums“ unter­sucht, wie sich die mit dem hybriden Unter­nehmertum verbundenen begrenzten Aufmerksamkeits­ressourcen auf die Unter­nehmens­leistung auswirken und welche Faktoren diesen Zusammenhang abschwächen.

 

Die Studie von Baris Istipliler (Universität Mannheim), Samuel Adomako (Universität Birmingham) und Mujtaba Ahsan (San Diego State University), unter­sucht, warum hybrides Unter­nehmertum – bei dem Gründende ihre Zeit zwischen einer bezahlten Beschäftigung und der Führung eines Start-ups aufteilen – die Leistung von Start-ups beeinträchtigen kann. Unter Verwendung des „Attention-Based View“ argumentieren die Autoren, dass die Aufmerksamkeit der Gründenden eine begrenzte Ressource ist. Wenn die Aufmerksamkeit aufgeteilt wird, sind Gründende weniger in der Lage, den Betrieb zu überwachen, Ressourcen zu koordinieren und schnell auf geschäftliche Anforderungen zu reagieren. Infolgedessen nutzen Start-ups ihre verfügbaren Kapazitäten weniger effektiv, was die Gesamtleistung mindert.

Die Studie hebt zudem Faktoren hervor, die diesen negativen Effekt abschwächen können. Größere Führungs­teams und ein größerer Mitarbeiterstamm tragen dazu bei, Verantwortlichkeiten zu verteilen und die Abhängigkeit von der direkten Aufmerksamkeit des Gründers zu verringern, wodurch die Kapazitätsauslastung verbessert wird. Darüber hinaus zeigen die Autoren, dass der Wert einer hohen Kapazitätsauslastung davon abhängt, wie innovativ das Unter­nehmen ist. Bei hochinnovativen Unter­nehmen kann eine zu starke Fokussierung auf Effizienz das Potenzial zum Experimentieren und die Flexibilität einschränken und somit die Leistungs­vorteile mindern.

Diese Aussagenstützen sich auf die Analyse von Paneldaten, die auf über 20.000 Beobachtungen deutscher Start-ups über deren gesamte Unter­nehmens­laufzeit hinweg basieren und zwischen 2013 und 2020 erhoben wurden.

Das Arbeits­papier wurde bei der AOM 2026 als „Best Paper“ ausgezeichnet (d. h., es wurde zu den besten 10 % aller in einem bestimmten Jahr bei der ENT-Sektion eingereichten Beiträge gezählt) und in den Konferenzband aufgenommen. Die 6-seitige Kurzfassung ist hier abrufbar.

Zurück