Evaluation der Rentenrallye in der Beruflichen Ausbildung (ERBA)

Angesichts des demografischen Wandels gewinnt eine frühzeitige Auseinandersetzung mit der eigenen Altersvorsorge, insbesondere für junge Menschen, zunehmend an Bedeutung. Um fundierte Entscheidungen für ihre finanz­ielle Zukunft treffen zu können, benötigen sie entsprechende Vorsorge­kompetenz. Das deutsche Altersvorsorge­system gilt jedoch als komplex und schwer durchschaubar. Gleich­zeitig gibt es nur wenige niedrigschwellige Bildungs­angebote, die junge Menschen gezielt dabei unter­stützen, diese Kompetenz aufzubauen.

Vor diesem Hintergrund hat der Lehr­stuhl für Wirtschafts­pädagogik – Design und Evaluation instruktionaler Systeme – gemeinsam mit Master­studierenden der Wirtschafts­pädagogik ein evidenz­basiertes, gamifiziertes Lernangebot entwickelt: die „Rentenrallye“. Die „Rentenrallye“ soll junge Menschen für das Thema Altersvorsorge sensibilisieren, sie dabei unter­stützen, sich das notwendige Wissen über das deutsche Altersvorsorge­system anzueignen, und sie dazu be­fähigen, fundierte Entscheidungen über ihre finanz­ielle Absicherung im Alter zu treffen.

Im Rahmen des Projekts „ERBA“ (Evaluation der Rentenrallye in der Beruflichen Ausbildung) wird die „Rentenrallye“ bei Auszubildenden im ersten Jahr ihrer dualen Berufsausbildung eingesetzt und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit evaluiert. Dabei wird unter­sucht, inwiefern sich das Verständnis, das Problembewusstsein, die Selbstwirksamkeit, die Entscheidungs- und Urteils­fähigkeit sowie die Handlungs­absichten der Auszubildenden verändern. Zudem wird geprüft, ob die Effekte langfristig bestehen bleiben, ob sich Unter­schiede zwischen verschiedenen Gruppen von Auszubildenden zeigen und wie lernförderlich das Angebot wahrgenommen wird.

Die Studie ist als stratifizierte, clusterrandomisierte Interventions­studie (Cluster Randomised Controlled Trial) konzipiert. Die teilnehmenden Berufsschulen werden nach Bundes­land und Berufsfeld stratifiziert und anschließend zufällig entweder der Interventions­gruppe, die die Rentenrallye im Rahmen eines Workshops durchläuft, oder der Kontroll­gruppe, die am regulären Unter­richt teilnimmt, zugewiesen. Die Wirksamkeit wird anhand eines Prä-Post-Follow-up-Designs mit drei Messzeitpunkten (Prätest, Posttest und Follow-up) unter­sucht, die vor der Intervention, unmittelbar danach und etwa drei Monate später erfolgen.

Die Ergebnisse sollen Aufschluss über die Wirksamkeit des Lernangebots bei der Förderung von Vorsorge­kompetenz geben. Darüber hinaus sollen sie Er­kenntnisse darüber liefern, inwiefern sich das Lernangebot sinnvoll in der beruflichen Bildung einsetzen lässt. Zudem sollen Faktoren identifiziert werden, die den Lernerfolg beeinflussen, um eine ziel­gruppen­gerechte Entwicklung zukünftiger Lernumgebungen zu ermöglichen.

Das Projekt wird durch das Forschungs­netzwerk Alterssicherung (FNA) gefördert.

Projektstatus: laufend

Projekt­team:

Carmela Aprea

Merve Suna

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