Summer School „Afrika in Bewegung“

Titel: Afrika in Bewegung: Diaspora, Mobilität, Migration – Transnationale politische, wirtschaft­liche, sprachliche und kulturelle Biographien inter- und transdisziplinär erforschen

Wann: 01. – 05. August 2022 (ganztägig)

Wo: Teilweise hybrid; Universität Mannheim, Deutschland oder online (Zoom). Seminare am Vormittag und Workshop nur in Präsenz!

Sprache: Deutsch und Englisch

Anmeldung: abgeschlossen

Bewerbungs­frist: 17. Juli 2022; Nachmeldung auf Anfrage

Gebühren: kostenlos

ECTS: 6 (IKW Modul, ICS)



Summer School Blog


Über die Summer School

Die “Afrika in Bewegung” Summer School ist ein intensives, einwöchiges Sommer­programm, das von zwei Doktorandinnen der Universität Mannheim organisiert und geleitet wird. Das Programm bietet eine Plattform für einen transdisziplinären Austausch, der das Gespräch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ermöglichen soll. Studierende und Teilnehmende erhalten die Möglichkeit, sich mit dem Thema Migration aus unterschiedlichen Perspektiven zu beschäftigen. Das Thema der Summer School ist “Afrika in Bewegung: Diaspora, Mobilität, Migration, Sprachen, Kultur und Wirtschaft – Transnationale politische, wirtschaft­liche, sprachliche und kulturelle Biographien inter- und transdisziplinär erforschen”.

Die Summer School findet in Präsenz an der Universität Mannheim von 01.08.2022 bis 05.08.2022 statt. Die Vorträge am Nachmittag werden parallel online gestreamt. Teilnehmende werden die Möglichkeit erhalten, sich mit Akteur*innen der Gesellschaft und Wissenschaft zu vernetzen. Die Teilnahme ist kostenlos und kann von allen interessierten Personen – auch Uni-Externen – besucht werden. Die Anmeldung ist bis zum 17. Juli möglich.

Afrodiaspora in Europa

Migration, Völkerbewegung und Mobilität allgemein sind ein uraltes menschliches Phänomen. Die fortschreitende Globalisierung und technologische Entwicklungen lassen eine deutliche und immer steigende Flexibilität und Demokratisierung der Mobilität, sowohl von Personen als auch von Gütern – materieller und geistiger Natur – erkennen. In Europa bilden sich immer mehr inter- und transnationalen Netzwerken innerhalb von Diaspora­gruppen, die aktiv ihren kulturelle Identität(en) aufrechterhalten.

Für die Untersuchung der Diasporabewegungen innerhalb dieser Summer School wird der Fokus auf der Afrodiaspora in Europa und Amerika (Nord-, Zentral- und Südamerika) gelegt.

Die wachsende Relevanz von Afrikanischer Migration im europäischen Diskurs zeigt sich in diversen Berichten zum Thema, die in den letzten Jahren von Stiftungen oder anderen Institutionen veröffentlicht wurden (z.B. Africa Migration Report 2020; Angenendt et al. 2021). Der Fokus der Veröffentlichungen liegt jedoch hauptsächlich auf der irregulären Migration afrikanischer Personen, obwohl neuere Studien zeigen, dass etwa 94% legal verläuft (Achieng/El Fadil 2019: 1).

Der Diskurs ist daher keineswegs neutral, sondern vielmehr geprägt von Einstellungen und Haltungen aus europäischer Perspektive. Migrations­bewegungen aus Afrika in die westlichen Länder werden tendenziell als Bedrohung betrachtet (ebd.: 3). Migration wird aus europäischer Sicht als ein Problem angesehen und berücksichtigt nicht, dass Mobilität im Zentrum der kulturellen Praktiken der meisten afrikanischen Völker ist.

Das Ziel der “Afrika in Bewegung” Summer School ist es, einen transdisziplinären Blick auf die Wechsel­wirkung – auf gesellschaft­licher, wirtschaft­licher, kultureller, politischer, sprachlicher und künstlerischer Ebene – der Diasporabewegungen zu werfen. Zu diesem Zweck wird ein einwöchiges sprach­wissenschaft­liches Seminar angeboten. Ergänzt wird das Programm durch eine Mischung von Vorträgen aus den wissenschaft­lichen Disziplinen Politik-, Wirtschafts- und Sprach­wissenschaften und der Zivil­gesellschaft sowie einem künstlerischen Workshop.

Literatur:

  • Achieng, Maureen/El Fadil, Amira (2019): „What is wrong with the narrative on African migration”. In: Adepoju, Aderanti/Fumagalli, Corrado/Nyabola, Nanjala (Hrgs.): Africa Migration Report. Challenging the Narrative. Kirkos Sub-city/Yemez, Ethiopia: International Organization for Migration. S. 1–14.
  • Adepoju, Aderanti/Fumagalli, Corrado/Nyabola, Nanjala (2019): Africa Migration Report. Challenging the Narrative. Kirkos Sub-city/Yemez, Ethiopia: International Organization for Migration.
  • Angenendt, Steffen/Biehler, Nadine/Kipp, David (2021): Cities and Their Networks in EU-Afrika Migration Policy. Are They Really Game Changers?. Berlin: Stiftung Wissenschaft und Politik.

Ziele

Das Ziel dieser Summer School ist es, unterschiedliche Akteur*innen der Wissenschaft und Gesellschaft zusammenzubringen. Im Fokus stehen die Unterschiede in der Wahrnehmung und dem Verständnis von Afrodiaspora der einzelnen Bereiche. Studierende sollen eine geweitete Perspektive erhalten, die ihnen ermöglicht zu verstehen, wie wichtig die Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen und andere Akteur*innen ist, um komplexe Phänomene zu untersuchen.

 Folgende Punkte werden abgedeckt:

1.   Erfragung des Forschungs­stands der gewählten Disziplinen

2.   Darstellung von Terminologie und Methoden der jeweiligen Disziplinen, um Synergien zu detektieren.

3.   Gegenüberstellung des vorgestellten Forschungs­stands – Terminologie, Modelle, Theorien – mit Berichten von Akteur*innen der Afrodiaspora zu ihrem Leben und ihrer Erfahrungen


Kursinhalte

Die Summer School setzt sich aus vormittäglichen Seminaren und konferenz-ähnlichen Vorträgen am Nachmittag zusammen.

  • Seminar – Migrations­linguistik

    In diesem Seminar werden die interdisziplinären theoretischen und methodischen Grundlagen der aufkommender Subdisziplin der Sprach­wissenschaft – Migrations­linguistik – vorgestellt.

    Studierende werden über den herrschenden Diskurs der Migration und Superdiversität in europäischem Kontext und die daraus resultierenden Methoden erfahren.

    Es werden drei große Sprachräume vorgestellt, die sowohl das koloniale Erbe – der Frankophonie, Anglophonie, Hispanophonie und Lusophonie – als auch die Sprach- und Kulturkontakte mit den autochthonen Bevölkerungen und Sprachen abzielen.

    Das Seminar kann für Studierende der Uni Mannheim im Modul IKW belegt werden.

  • Transdisziplinäre Konferenz

    Diasporabewegungen, wie jede andere gesellschaft­liche Entwicklung, verlangen eine mehrdimensionale Betrachtung, um ihrer Komplexität gerecht zu werden.

    Die sprach­wissenschaft­liche Betrachtung wird durch die Heranziehung der Politik­wissenschaften und Wirtschafts­wissenschaften ergänzt, um ein ganzheitliches Bild des Phänomens zu erlangen. Die wissenschaft­lichen Untersuchungen werden von Akteur*innen aus unterschiedlichen Herkunftsländern und Afrodeutsche erweitert, die von ihren Erfahrungen und Wirkungs­feldern berichten.

  • Künstlerischer Workshop

    An einem der Nachmittage wird ein Workshop angeboten, in dessen Rahmen sich die Teilnehmenden aktiv mit der transdisziplinäre Verknüpfung von Wissenschaft, Kunst und Kultur im Kontext der afrikanischen Diaspora auseinander setzen können.

    Remses Rafaela wird gemeinsam mit seinen Perkussionist*innen ihre Ansätze darstellen und zeigen, wie sie durch die Wiederaufnahme von einer in Curaçao verbotenen Tradition (Tambú Rituale) in der Diaspora (Niederlande) dazu beitragen, einen subversiven Kontradiskurs, der bis nach Curaçao zurückschlägt, zu kreieren.

    Der Workshop wird auf Englisch stattfinden:

    In this workshop Remses will take participants on a journey where complex Afro-Caribbean rhythms come together in a dynamic and spontaneous interplay combined with compelling powerful body movement... An in-depth personal study to make you aware of your cultural identity that tries to hand you tools on how to take ownership of who you are, where you come from and what you stand for. The sessions are accompanied by Remses Rafaela and with live music.
    Remses is known as an all-round dancer with his own movement idiom: traditional Afro-Caribbean dance styles such as tambu, seu and merengue mixed with acrobatics. A dance language in which the versatility of his roots, experience in hip-hop & contemporary, his culture and his different backgrounds as a dancer are expressed in a unique amalgamation

    More to Remses Rafaela: https://www.passion-and-skillz.com

     

    Die Teilnahme ist für eine begrenzte Anzahl möglich. Studierende, die die Summer School als Teil ihres Kurs­programms besuchen, haben Vorrang.

Das vollständige Programm finden Sie hier.


Teilnahme & Anmeldung

Die Teilnahme ist grundsätzlich sowohl für universitäre (Studierende und Promovierende aller Programme und Fach­richtungen, Mitarbeitende, Professorenschaft) als auch außeruniversitäre Interessierte offen und kostenlos. Übernachtungs- und Reisekosten müssen selbst getragen werden. Die Veranstaltung findet gemischt auf Deutsch und Englisch, ohne Simultanübersetzung, statt. Der Besuch einzelner Teile der Summer School ist möglich.

Für Studierende der Universität Mannheim können bei vollständiger Teilnahme 6 ECTS Punkte im IKW-Modul (ICS) vergeben werden. Bei beschränkter Kapazität in den Seminaren und dem Workshop haben Studierende, die die Summer School als Teil ihres Kurs­programms besuchen, Vorrang.

Die Anmeldefrist ist am 17. Juli 2022 abgelaufen.

In Abhängigkeit der geltenden Rechts­lage werden vor Ort ggf. Nachweise zu Corona-Tests und -Impfungen geprüft.



Förderung & Sponsoring

 

Sprecher*innenversammlung der Promovierendenkonvente an der Universität Mannheim


Kooperationen


Kontakt

Andrea Chagas López

Andrea Chagas López

Akademische Mitarbeiterin / Fach­studien­beratung B.A. Romanische Sprachen, Literaturen und Medien
Universität Mannheim
Romanisches Seminar
L 15, 1–6 – Raum A 108
68161 Mannheim
Sprechstunde:
nach Vereinbarung per Mail
Dr. Theresa Bührle

Dr. Theresa Bührle

ZEW Mannheim / Doktorandin Lehr­stuhl für ABWL und Betriebs­wirtschaft­liche Steuerlehre II

Anfragen bitte an: info_summerschool uni-mannheim.de

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