Vogelperspektive auf vier Personen bei einem Meeting an einem modernen, weißen Tisch in einem Büro mit dunklem Bodenbelag und einer großen Pendelleuchte über dem Tisch. Die Personen sind mit Laptops, Notizbüchern und Smartphones beschäftigt.

Alte Feuerwache gemeinsam gestalten!

Musical, Plants, Community

Im Rahmen des Programms Wissen bewegen startet an der Universität Mannheim ein neues Kooperations­projekt mit der Alten Feuerwache. Das Vorhaben verbindet kulturelle Innovation, Community Engagement und künstlerisch-wissenschaft­liche Praxis – und verfolgt dabei zwei eng miteinander verknüpfte Ziele.

Ein entscheidungs­fähiger Quartiersbeirat wird aufgebaut, der die Perspektiven und Anliegen der lokalen Gemeinschaft systematisch in die Arbeit der Alten Feuerwache einbringt. Ziel ist es, Beteiligung strukturell und nachhaltig zu verankern und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Kulturinstitution und Stadtteil zu erproben. Der Beirat wird als dauerhaftes Dialog- und Mitgestaltungs­format konzipiert.

Zweitens wird dieser Prozess durch eine künstlerisch-wissenschaft­liche Workshopreihe begleitet: In Sonifikations-Workshops mit dem Musiker und Forscher Andrea Crescenzi, derzeit Visiting Student an der Universität Mannheim und Resident Artist in der Alten Feuerwache, erkunden Teilnehmende die „Klänge der Pflanzen“. Dabei werden bioelektrische Signale von Pflanzen in hörbare Töne übersetzt und gemeinsam kreativ weiterentwickelt. Die Workshops dienen nicht nur als künstlerische Experimentierräume, sondern auch als niedrigschwellige Beteiligungs­formate, um unter­schiedliche Gruppen aus dem Quartier für den neuen Beirat zu gewinnen und miteinander ins Gespräch zu bringen.

Das Projekt ist aus dem Kurs „Cultural Intrapreneur­ship“ des Projekts MARCIE entstanden. Studierende entwickelten dort innovative Ansätze, wie kulturelle Institutionen partizipativer, offener und stärker im Sozialraum verankert arbeiten können.

Durch die Förderung im Rahmen des Programms „Wissen bewegen“ des Bereichs Bildungs­innovation (ZLBI) wurde das Konzept weiterentwickelt und geht nun in die Umsetzung.

Mit der Verbindung von struktureller Mit­bestimmung (Beirat) und kreativer Praxis (Sonifikation) versteht sich das Projekt als Modellfall dafür, wie Wissenschaft, Kultur und Stadt­gesellschaft gemeinsam neue Räume der Teilhabe gestalten können.

Der nächste und vorerst letzte Workshop der Reihe fand am 13. September 2026 statt.

Park-Platz-Sound

  • Wenn Pflanzen Musik machen

    Wie klingt eine Pflanze? Kann man mit ihr musizieren?

    Park-Platz-Sound lädt dazu ein, Pflanzen auf eine völlig neue Weise zu erleben. Mithilfe von Biofeedback- und Sonifizierungs­technologien werden feine elektrische Signale von Pflanzen in Klänge übersetzt und hörbar gemacht. So entstehen faszinierende Klanglandschaften, die als Ausgangspunkt für musikalische Begegnungen zwischen Mensch und Pflanze dienen.

    Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Entdecken, Zuhören und Improvisieren. Pflanzen werden zu klanglichen Partnern, deren Signale von Musikerinnen, Stimmen und Bewegungen aufgegriffen und in Echtzeit weiterentwickelt werden. Es entsteht ein lebendiger Dialog zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Akteurinnen – überraschend, poetisch und jedes Mal einzigartig.

    Das Projekt richtet sich an Menschen jeden Alters – mit oder ohne musikalische Vor­kenntnisse. Familien, Nachbar*innen, Musik­interessierte und Neugierige sind eingeladen, selbst auszuprobieren, wie Pflanzen hörbar werden und welche Verbindungen zwischen Klang, Natur und Gemeinschaft entstehen können. Park-Platz-Sound verbindet Kunst, Wissenschaft und Gemeinschaft zu einer besonderen Erfahrung des Hörens – und eröffnet neue Perspektiven auf die lebendige Welt um uns herum.

  • Programm

    Was passiert, wenn Eichen Teil eines Orchesters werden? 

    Das entdecken u. a. der italienische Bassist und Psychologe Andrea Crescenzi, der Mannheimer Perkussionist Peter Hinz und die Saxophonistin und Sängerin Yolanda Diefenbach am 13.09.2026 um 17 Uhr (Einlass ab 16 Uhr) mit einem „Oakestra“ aus jungen Eichen. Dabei übersetzt eine eigens dafür entwickelte Technik bioelektrische Signale der Pflanzen in Klänge, auf die die Musiker*innen improvisierend live reagieren – ein Dialog zwischen menschlichen und mehr-als-menschlichen Perspektiven.

    Dabei wird eine kleine Eichel, die genau vor einem Jahr bei einer Begrünungs­aktion im Hinterhof der Alten Feuerwache eingepflanzt wurde, zum Ausgangspunkt eines ganzen Ensembles – und perspektivisch einer Begrünungs­strategie: Die jungen Eichen des „Oakestra“ sollen weiterwachsen und Teil neuer Bauminseln und Hochbeete werden. So verbindet das Projekt künstlerisches Experiment mit der konkreten Trans­formation des Ortes.

    Alle Einnahmen kommen der weiteren Begrünung des Hinterhofs der Alten Feuerwache Mannheim zugute.

  • Pflanzenpatenschaft

    Im Rahmen des Projekts können außerdem Pflanzenpatenschaften übernommen werden. Bewohner*innen und Familien erhalten eine Pflanze, die sie über mehrere Wochen begleiten und pflegen. So entsteht eine langfristige Verbindung zwischen den Teilnehmenden, den Pflanzen und dem gemeinsamen Klang­projekt.

  • Plakate

    Plakat der Veranstaltung am 13.09.2026

    Plakat der Veranstaltung am 13.06.2026

  • Fotos

    Fotos von „Park Platz Sound – Oakestra“ vom 13.09.2026

    Fotos vom Workshop am 13.06.2026

  • Sustainability osapiens Summit

    Eine Perspektive auf Resilienz, Rückkopplungs­schleifen und Entscheidungs­findung jenseits traditioneller Kennzahlen

    Am 09. bis 10. Juni 2026 fand der Sustainability osapiens Summit (SoS.26) in Mannheim statt. Mit dabei waren Dr. Francesco Leone vom Wissen bewegen-Projekt „Alte Feuerwache gemeinsam gestalten!“ und der Musiker und Forscher Andrea Crescenzi. 

    Ziel des Vortrags war Kultur und Wirtschaft in einem einzigartigen gemeinsamen Raum zusammenzubringen und sich der Frage „Was können Unter­nehmen von lebenden Systemen lernen?“ zu widmen. Nachhaltiges Wachstum wurde aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachtet: Live-Biofeedback von Pflanzen wurde in Klang übersetzt und schaffte so Raum für einen Dialog zwischen Wissenschaft, Kunst und Organisations­denken.

    Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier:

  • Kontakt

    Mann mit Glatze und Bart trägt blauen Pullover und rotes Hemd, steht vor historischem Gebäude mit Statue auf gepflastertem Platz

    Dr. Francesco Leone

    Wissenschafts­management & Internationales (ENGAGE.EU | Cultural Innopreneur­ship)
    Universität Mannheim
    Lehr­stuhl für Geschichte des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit
    L 7, 7 – Raum 304
    68161 Mannheim
    Frau mit langem, hellbraunem Haar, das zu einem Zopf gebunden ist, trägt eine beige Bluse mit Knöpfen, steht vor Mannheimer Schloss mit großen Fenstern

    Luise Fast, M.A.

    Wissenschafts­management & Internationales (MARCIE | Cultural Innopreneur­ship)
    Universität Mannheim
    Lehr­stuhl für Geschichte des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit
    L 7, 7 – Raum 304
    68161 Mannheim