Diversitätsklima-Befragung 2025

Die Universität Mannheim ist überzeugt, dass die Vielfalt der Perspektiven und Fähigkeiten aller Hochschul­angehörigen die exzellente und innovative Forschung und Lehre bereichern. Es ist daher ein zentrales Anliegen der Universität, Diversität in allen Bereichen des universitären Lebens zu fördern. Mit einem starken Engagement für Chancen­gleich­heit und gegen jegliche Form der Diskriminierung unter­stützt die Universität Mannheim die persönliche und berufliche Entwicklung aller Hochschul­mitglieder, unabhängig von deren individuellen Voraussetzungen. Diese Grundsätze sind im Leitbild der Universität verankert. 

Die Förderung von Chancen­gleich­heit und die Steuerung von Präventions- und Interventions­maßnahmen erfordert eine solide Datengrundlage, um Benachteiligungen wirksam entgegenzuwirken. Vor diesem Hintergrund hat die Universität Mannheim im Frühjahr 2025 erstmalig die Diversitätsklima-Befragung unter allen Mitgliedern der Universität – Studierenden sowie Mitarbeitenden der Wissenschaft und Verwaltung – durchgeführt. 

Ziel der Befragung war es Evidenz zum Diversitätsklima und zu Diskriminierungs­erfahrungen an der Universität Mannheim zu generieren und einen Über­blick über die Diversitätsdimensionen der Hochschul­mitglieder zu erhalten. 

Die folgenden Ergebnisse basieren ausschließlich auf den Angaben der Teilnehmenden der Befragung und erlauben keine unmittelbare Generalisierung  auf die Grundgesamtheit.

Icon Balkendiagramm und vier kleine Kreise, die mit Strichen verkettet sind

Projektvorbereitung und Durchführung

  • Projektstart: Planung und Konzeption der Befragung ab Oktober 2024
  • Abstimmung mit universitäts­internen und -externen Stakeholder*innen und Expert*innen
  • Abstimmung mit dem Datenschutz
  • Freigabe von Rektorat und Personalrat
Icon drei Personen mit unterchiedlichen Pullovern

Befragungs­design und Stichprobe

  • Form der Befragung: Anonymisierte Online-Befragung auf Deutsch und Englisch
  • Ziel­gruppen: Mitarbeitende aus Wissenschaft und Verwaltung, Studierende
  • Befragungs­zeitraum: 15. Mai bis 3. Juni 2025
  • Rückläufe:
    • Studierende: ca. 9 Prozent (N=925)
    • Wissenschaft: ca. 25 Prozent (N=239)
    • Verwaltung: ca. 44 Prozent (N=387) 

Ergebnisse

  • Diversitätsmerkmale in den drei Stichproben

    Selbstzuschreibungen der Teilnehmenden in Bezug auf Diversitätsdimensionen

    Studierende weisen über mehrere Diversitätsdimensionen hinweg höhere Zugehörigkeits­anteile auf als Beschäftigte in Wissenschaft und Verwaltung (vgl. Tabelle 1) – ein Befund, der sich auch in nationalen und internationalen Studien zeigt (z. B. Gemeinsame Wissenschafts­konferenz (GWK) 2022/2023, Davis und Fry, 2019). Unter den teilnehmenden Studierenden identifizieren sich 23,4 % als LGBTQ+, 4,3 % geben an, dass sie sich in Bezug auf ihre Geschlechtsidentität von ihrem Umfeld unter­scheiden (z. B. trans­gender, inter oder nonbinär). Diese Verteilung entspricht den Ergebnissen einer groß angelegten Ipsos‑Studie, die für die Generation Z einen Anteil von 22 % LGBTQ+ ausweist, dar­unter 4 % Personen, die sich als trans­gender oder nonbinär identifizieren (Ipsos, 2021).

    Tabelle 1: Diversitätsmerkmale und Care-Arbeit in den Stichproben (in Prozent)

    DiversitätsmerkmalStudierendeWissenschaftVerwaltung
    weiblich58,353,976,7
    männlich38,441,020,9
    trans­gender, inter,
    nonbinär/genderqueer
    4,33,32,8
    Identifikation als LGBTQ+23,413,011,4
    Zuwanderungs­geschichte31,219,722,7
    Vom Umfeld abweichende(r)
    kulturell-/religiöser
    Hintergrund/Zugehörigkeit
    24,217,313,7
    Vom Umfeld abweichende
    ethnische Zugehörigkeit
    17,57,95,9
    Vom Umfeld abweichende
    Einstellungen/Werte
    35,727,624,5
    Erstakademiker*in37,533,1/
    Beeinträchtigungen/
    Gesundheitliche
    Herausforderungen
    16,512,119,1
    Care-ArbeitStudierendeWissenschaftVerwaltung
    Erziehung von Kindern            3,235,648,6
    Pflege von Angehörigen5,76,711,9

    Legende: Prozentzahlen auf die erste Nachkommastelle gerundet

  • Diversitätsklima

    Das Diversitätsklima wurde in den drei Status­gruppen mittels einer durch die Universität Konstanz entwickelten Skala erfasst (vgl. Tillmann, Woelki & Unger, 2021). Die Skala umfasst drei Items mit jeweils leichten Anpassungen im Wortlaut für die entsprechenden Status­gruppen, die von den Befragten jeweils auf einer 5-stufigen Likert Skala (1 = stimme gar nicht zu, 5 = stimme voll und ganz zu) bewertet werden.

    Das erste Item bildet die „Intention“ ab und spiegelt eine positive Einstellung des universitären Umfelds in Bezug auf Diversität wider. Das zweite Item (Prozess), erfragt die aktive Förderung von Studierenden/Mitarbeitenden unter Berücksichtigung ihrer individuellen Merkmale und das dritte Item (Praxis) bezieht sich auf das Nichtvorhandensein von Diskriminierung im Studien-/Arbeits­umfeld. 


    Studierende

    Tabelle 2 und 3 bilden die Bewertung des Diversitätsklimas unter Studierenden ab – im Gesamten und nach Sub­gruppe dargestellt. Das Diversitätsklima wird von Studierenden insgesamt als positiv bewertet mit einem Gesamtscore von durchschnittlich 3,7 (vgl. Abb.1). Dabei werden die „Intention“ (Einstellung des Umfelds) und die „Praxis“ (keine Benachteiligung) mit jeweils einem durchschnittlichen Wert von 3,9 besser bewertet als der „Prozess“ (der aktiven Förderung von Personen unter Berücksichtigung ihrer individuellen Merkmale). 

    Gleich­zeitig lassen sich Unter­schiede in den Bewertungen zwischen verschiedenen Gruppen feststellen (vgl. Tabelle 3). Es zeigt sich, dass Personen die sich als LGBTQ+ identifizieren, von Beeinträchtigungen berichten, ihre Ethnizität oder Kultur/Religion bzw. auch Werte und Einstellungen als von der universitären Umgebung abweichend beschreiben, das Diversitätsklima schlechter bewerten. Zudem bewerten Promovierende das Diversitätsklima signifikant schlechter als andere Studierende. Männliche Studierende bewerten das Diversitätsklima besser als weibliche und nonbinäre Studierende. Diese Zusammenhänge bleiben auch bei multivariater Betrachtung bestehen.

    Tabelle 2: Bewertung des Diversitätsklimas, Studierende
    Item M
    Die Universität Mannheim bekennt sich zur Vielfalt ihrer Mitglieder und Angehörigen und sieht diese Vielfalt als Bereicherung. Ich erlebe, dass Personen in meinem... 3,9
    In meinem direkten Studien­umfeld werden Studierende unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Merkmale gefördert und unter­stützt. 3,4
    In meinem direkten Studien­umfeld wird niemand aufgrund seiner persönlichen Merkmale unfair behandelt. 3,9
    Gesamtscore 3,7
    Tabelle 3: Bewertung des Diversitätsklimas (Gesamtscore), Studierende nach Diversitätsmerkmalen
      Männlich LGBTQ+ Beeinträchtigt/ges. Herausforderung Vom Umfeld abweichende Ethnizität Vom Umfeld abweichende Kultur/Religion Vom Umfeld abweichende Werte/Einstellungen Promovierende
    M 3,9 3,5 3,4 3,5 3,5 3,5 3,5
    n 338 213 146 156 213 317 49

    Legende: Skala von 1 = stimme gar nicht zu, bis 5 = stimme voll und ganz zu. Nur Mittelwerte dargestellt, die sich auch im multivariaten Modell signifikant unter­scheiden (p<=0,05).  Mittelwerte (M) auf die erste Nachkommastelle gerundet. 


    Mitarbeitende Wissenschaft

    Tabelle 4 und 5 bilden die Bewertung des Diversitätsklimas unter Beschäftigten in der Wissenschaft ab. Beschäftigte im Wissenschafts­bereich bewerten das Diversitätsklima insgesamt besser als Studierende. Professor*innen weichen in ihrer Bewertung deutlich nach oben ab, sowie auch männliche Beschäftigte mit Kindern. Im Gegensatz dazu bewerten Frauen mit Kindern, Personen die sich als LGBTQ+ identifizieren und wissenschaft­liche Mitarbeitende das Klima vergleich­sweise schlechter. Personen mit Beeinträchtigungen bewerten das Klima tendenziell weniger positiv, wenn auch nicht signifikant schlechter (M = 3,7; SD = 1,1; N = 28).

    Tabelle 4: Bewertung des Diversitätsklimas, Beschäftigte Wissenschaft
    Item M
    Die Mitarbeitenden (...) stimmen dieser Aussage zu: Die Vielfalt und Unter­schiedlichkeit der Mitarbeitenden stellt eine Bereicherung und keine Beeinträchtigung. 4,2
    In meinem direkten Arbeits­umfeld werden Mitarbeitende unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Merkmale gefördert und unter­stützt. 3,8
    In meinem direkten Arbeits­umfeld wird niemand aufgrund seiner persönlichen Merkmale unfair behandelt. 4,1
    Gesamtscore 4,0
    Tabelle 5: Bewertung des Diversitätsklima (Gesamtscore), Beschäftigte Wissenschaft nach Diversitätsmerkmalen
      Professor*innen wiss. Mitarbeitende LGBTQ+ Frauen mit Kindern Männer mit Kindern
    M 4,4 3,8 3,5 3,7 4,4
    n 54 126 30 94 47

    Legende: Skala 1 = stimme gar nicht zu, bis 5 = stimme voll und ganz zu. Nur Mittelwerte dargestellt, die sich auch im multivariaten Modell signifikant unter­scheiden (p<=0,05). Mittelwerte (M), auf die erste Nachkommastelle gerundet.


    Mitarbeitende Verwaltung

    Tabelle 6 bildet die Bewertung des Diversitätsklimas unter Beschäftigten in der Verwaltung ab. Das Diversitätsklima wird in der Verwaltung sehr positiv bewertet und erreicht höhere Werte als unter Studierenden und Mitarbeitenden der Wissenschaft. Zudem zeigen sich hier keine Unter­schiede nach Diversitätsmerkmalen.

    Tabelle 6: Bewertung des Diversitätsklima (Gesamtscore), Beschäftigte Verwaltung
    Item M
    Die Mitarbeitenden (...) stimmen dieser Aussage mehrheitlich zu: Die Vielfalt und Unter­schiedlichkeit der Mitarbeitenden stellt eine Bereicherung dar und keine... 4,4
    In meinem direkten Arbeits­umfeld werden Mitarbeitende unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Merkmale gefördert und unter­stützt. 4,1
    In meinem direkten Arbeits­umfeld wird niemand aufgrund seiner persönlichen Merkmale unfair behandelt. 4,4
    Gesamtscore 4,3
  • Diskriminierung

    Diskriminierung in den drei Status­gruppen

    Tabelle 7 zeigt die fünf häufigsten Formen der berichteten Diskriminierung in den drei Status­gruppen. Am häufigsten berichten Teilnehmende aller Status­gruppen, dass sie stereotype oder herabwürdigende Aussagen über Gruppen, mit denen sie sich identifizieren, erlebt haben. Die Erfahrung mit direkter, persönlicher verbaler Herabwürdigung (wie z. B. Beleidigungen oder Witze) wird hingegen seltener berichtet. 

    Tabelle 7: Die fünf häufigsten Formen von Diskriminierung unter Studierenden und Mitarbeitenden (in Prozent)

    Diskriminierungs­formStudierendeWissenschaftVerwaltung
    Stereotype oder herabwürdigende Aussagen über Gruppen27,9 28,9 13,2 
    Lebens­situation wurde nicht berücksichtigt
    (z. B. gesundheitliche Einschränkungen, finanz­ielle Situation)
    14,1 13,8 7,8 
    Verbale Herabwürdigung (z. B. Beleidigungen, Witze)12,1 12,1 4,7 
    Leistungen wurden herabgesetzt oder nicht zugetraut8,9 14,2 8,5 
    Ausgrenzung8,6 0,0 6,2 
    Vorenthalten von Rechten3,2 6,7 5,2 

    Legende: Berichtete Diskriminierung in den drei Status­gruppen. Prozentuale Angaben auf die erste Nachkommastelle gerundet. Prozentuale Angaben der „Ja“-Antworten im Gegensatz zu „Nein“ und „keine Angabe“. 

    Für Studierende und Beschäftigte in der Wissenschaft spielt das Nicht-Berücksichtigen der Lebens­situation eine Rolle: 14,1 % der teilnehmenden Studierenden und 13,8 % der teilnehmenden Beschäftigten sind davon betroffen. In der Verwaltung berichten hiervon mit 7,8 % weniger Teilnehmende. Mit 14,2 bzw. 8,5 % ist das Herabsetzen oder Nicht-Zutrauen von Leistungen die zweithäufigste berichtete Diskriminierung unter Beschäftigten in der Wissenschaft und der Verwaltung. Unter Studierenden liegt sie mit 8,9 % auf Rang 4. Erfahrungen von Ausgrenzung werden von 8,6 % der Studierenden (Rang 5) und von 6,2 % der Verwaltungs­beschäftigten (Rang 4) berichtet. Für den Bereich Wissenschaft liegen keine Meldungen vor. Das Vorenthalten von Rechten, die anderen gewährt werden, zählt in Wissenschaft und Verwaltung jeweils zu den fünfthäufigsten berichteten Diskriminierungs­formen, betrifft jedoch mit 6,7 % bzw. 5,2 % nur einen vergleich­sweisen geringen Anteil der Befragten.

    Betroffenheit nach Diversitätsmerkmalen

    Unter Studierenden berichten weibliche Personen, LGBTQ+ Studierende, Studierende mit Beeinträchtigung(en), einem vom Umfeld abweichendenkulturell/religiösen Hintergrund und mit abweichenden Werten/Einstellungen häufiger von Diskriminierung. 

    Unter Mitarbeitenden in der Wissenschaft berichten dieselben Gruppen häufiger von Diskriminierung; zusätzlich spielen hier auch Care-Arbeit und Karrierestatus eine Rolle: Frauen, die Kinder betreuen berichten häufiger von Diskriminierung, sowohl im Vergleich zu kinderlosen Kolleginnen als auch im Vergleich zu männlichen Kollegen mit Kindern. Wissenschaft­liche Mitarbeitende berichten häufiger von Diskriminierung als Professor*innen. 

    In der Verwaltung besteht in der Stichprobe kein Zusammenhang zwischen Diversitätsmerkmalen und berichteter Diskriminierung. 

  • Umgang mit und Kompetenzen im Umgang mit Diskriminierung

    Umgang mit Diskriminierung

    Über die Status­gruppen hinweg zeigt sich, dass Personen, die Diskriminierung erfahren haben, zumeist den Austausch mit Freund*innen, Kommiliton*innen bzw. Kolleg*innen suchen. Häufig werden Vorfälle jedoch durch die betroffen gemachten Personen ignoriert oder durch sozialen Rückzug beantwortet. Seltener werden direkte Konfrontationen oder Gespräche mit Vorgesetzten berichtet. Noch seltener geben Personen, die Diskriminierung erfahren haben, an, dass sie Beratung gesucht haben. Angegebene Gründe nicht zu reagieren sind insbesondere die Annahme, dass dies „nichts bringen“ würde, die Sorge vor negativen Konsequenzen sowie einer situativen Unsicherheit darüber, an welche Ansprechstelle man sich wenden sollte.

    Kompetenzen im Umgang mit Diskriminierung

    Die selbstbewerteten Kompetenzen im Umgang mit eigener Diskriminierung sind in Tabelle 8 dargestellt, die Kompetenzen im Umgang bei Diskriminierung Dritter in Tabelle 9 (Skala jeweils von 1=stimme gar nicht zu, bis 5=stimme voll und ganz zu). In Über­einstimmung mit den Ergebnissen zu den Reaktionen auf Diskriminierung sind die Kompetenzen im Umgang mit Diskriminierung in allen drei Status­gruppen ausbau­fähig. Das betrifft sowohl den Umgang bei eigener Betroffenheit als auch Reaktionen auf die Diskriminierung Dritter. 

    Tabelle 8: Kompetenzen im Umgang mit eigener Diskriminierung, alle Status­gruppen
    Item Studierende Wissenschaft Verwaltung
    In Situationen, in denen ich selbst Diskriminierung erfahren, fühle ich mich sicher, angemessen zu reagieren. 3,1 3,0 3,2
    In Situationen, in denen ich selbst Diskriminierung erfahre, weiß ich, wie ich angemessen reagieren kann. 3,2 3,1 3,3
    Ich fühle mich sicher darin, Witze, Aussagen oder Anspielung, die mir gegenüber diskriminierend oder beleidigen sind, anzusprechen. 3,4 3,4 3,5

    In Bezug auf die Diskriminierung Dritter fällt auf, dass Personen der Aussage, sie würden bei beobachteter Diskriminierung aktiv handeln, eher zustimmen als der Aussage, sie wüssten, wie man angemessen reagiert. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Teilnehmenden reagieren, ohne sicher zu sein, ob ihre Reaktion angemessen ist. Eine andere Möglichkeit wäre, dass die höhere Zustimmung zu dem Item Ausdruck sozialer Erwünschtheit ist.

    Tabelle 9: Kompetenzen im Umgang mit Diskriminierung Dritter, alle Status­gruppen
    Item Studierende Wissenschaft Verwaltung
    Wenn ich beobachte, dass andere Personen un­gerecht behandelt werden, setze ich mich aktiv für sie ein. 3,7 3,8 3,8
    In Situationen, in denen ich Diskriminierung beobachte, weiß ich angemessen reagieren kann. 3,4 3,3 3,3
    Ich fühle mich sicher, Witze oder Aussagen anzusprechen, die diskriminierend oder beleidigend gegenüber anderen sind. 3,4 3,5 3,5
  • Zusammenfassung der Themen der offenen Kommentare

    Neben Diskriminierungs­erfahrungen wurden in den offenen Kommentaren insbesondere folgende Themen mit Bezug zum Diversitätsklima angesprochen:

    1. Diversität der Universitäts­angehörigen
      Die Kommentare beziehen sich insbesondere auf die Wahrnehmung einer vergleich­sweise geringen Repräsentation einzelner Gruppen in zentralen Bereichen der Universität. Häufig thematisiert wurde dabei die Repräsentation von Frauen in Leitungs­funktionen und unter den Lehr­enden – sowohl von Studierenden als auch von Beschäftigten.
    2. Inklusive Sprache in der Lehre
      In den Kommentaren von Studierenden wurde zudem das Thema inklusive Sprache in der Lehre aufgegriffen. Thematisiert wurden dabei insbesondere geschlechter­gerechte Sprache sowie wahrgenommene Erwartungen im Hinblick auf den sozialen Hintergrund von Studierenden. Solche Erfahrungen können das Zugehörigkeits­gefühl beeinflussen.
    3. Inklusive Infrastruktur
      Ein weiteres Thema, das angesprochen wurde, war die ‚inklusive Infrastruktur‘. Dabei wurden sowohl konkrete Barrieren – etwa defekte Fahrstühle – als auch Wünsche nach zusätzlichen Angeboten wie geschlechtsneutralen Toiletten oder Rückzugs­möglichkeiten für neurodivergente Personen angesprochen. Darüber hinaus wurde darauf hingewiesen, dass Präsenzpflichten für Menschen mit Beeinträchtigungen oder Care-Verpflichtungen teilweise eine besondere Herausforderung darstellen können.
  • Entwicklungs­potenziale

    1. Kommunikation bestehender Angebote
      Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass die Beratungs­angebote überwiegend bekannt und gut auffindbar sind. Eine noch klarere Orientierung hinsichtlich einzelner Zuständigkeiten sowie der Angebote im Bereich Gesundheit, Prävention und Beeinträchtigung könnte die Nutzung zusätzlich erleichtern. Eine stärker gebündelte Darstellung sowie ergänzende Beispiele könnten hierbei unter­stützend wirken und die Einschätzung erleichtern, in welchen Situationen eine Kontaktaufnahme sinnvoll ist.

    2. Barrierefreiheit und inklusive Infrastruktur
      Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass insbesondere im Hinblick auf bauliche, digitale und organisatorische Zugänge punktuelle Weiter­entwicklungs­möglichkeiten bestehen. Auch im Bereich der Angebote für Personen mit Sinnesbeeinträchtigungen zeigen sich vereinzelt Bedarfe nach verlässlichen und möglichst standardisierten Lösungen. Eine entsprechende Weiter­entwicklung könnte dazu beitragen, die gleich­berechtigte Teilhabe von Beschäftigten und Studierenden weiter zu unter­stützen.

      Im Bereich des Nachteilsausgleichs wird angeregt, die bestehenden Verfahren im Hinblick auf Barrierefreiheit und individuelle Bedarfe weiterhin zu reflektieren und bei Bedarf weiterzuentwickeln, um den Zugang möglichst niedrigschwellig zu gestalten. 

      Darüber hinaus bieten sich Möglichkeiten, die Vereinbarkeit von Studium, gesundheitlichen Herausforderungen und Care-Aufgaben weiter zu unter­stützen. 

      Die Erweiterung der barrierefreien WCs zu barrierefreien und All-Gender-Toiletten wurde bereits umgesetzt. Weitere Informationen dazu sind hier erhältlich: www.uni-mannheim.de/gleich­stellung/uniwc/

    3. Sensibilisierung des Umfelds, Ally­ship
      Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass im Bereich Sensibilisierung und Ally­ship weiteres Entwicklungs­potenzial besteht. Eine kontinuierliche Bewusstseinsbildung kann dazu beitragen, Diskriminierung vorzubeugen und ein inklusives Umfeld weiter zu stärken. Ebenso kann die Ermutigung zu solidarischem Handeln dazu beitragen, dass Betroffene im Alltag noch besser unter­stützt werden.

  • Ergebnisse anderer Universitäten

    Auch andere Universitäten haben bereits Befragungen zu dem Thema Diversitätsklima und Diskriminierung durchgeführt. Einige Beispiele mit Verlinkungen haben wir hier zusammengestellt.

    Weitere Literatur

    Davis, L., Fry, R. (2019). College faculty have become more racially and ethnically diverse, but remain far less so than students.

    Ipsos (2021). LGBT+ PRIDE 2021 GLOBAL SURVEY. (PDF)

    Gemeinsame Wissenschafts­konferenz (GWK), Heft 91: Gleich­stellungs­monitor Wissenschaft und Forschung, 28. Datenfortschreibung (2022/2023) zu Frauen in Hochschulen und außerhochschul­ischen Forschungs­einrichtungen, Bonn 2024, ISBN  978-3-947282-27-2

Kontakt

Nurtih Epstein hat lange dunkle Haare. Sie trägt ein schwarzes Oberteil und lächelt in die Kamera.

Dr. Nurith Epstein (sie/ihr)

Projektstelle evidenz­basierte Arbeit für Gleich­stellung und Diversität
Universität Mannheim
Stabsstelle Gleich­stellung und Diversität
B 6, 30–32
68159 Mannheim