Das Mannheimer Barockschloss und der Ehrenhof unter blauem Himmel.

Gastvortrag von Vertretungs­professorin PD Dr. Lena Seauve (Uni Rostock) zum Thema: Ginga – Zinda – Njinga. Bilder einer „African Queen“ in der Romania

Uhr

Vertretungs­professorin PD Dr. Lena Seauve

EO 382 (Schloss Ehrenhof Ost)

am 16.09.2026 um 16:30 Uhr

Am Mittwoch, den 16.09.2026 lädt das Romanische Seminar zu einem Gastvortrag der Vertretungs­professorin PD Dr. Lena Seauve (Uni Rostock), die zum Thema „Ginga – Zinda – Njinga. Bilder einer „African Queen“ in der Romania“ referieren wird. 

Lena Seauve vertritt aktuell die Professur für Spanische und Französische Literatur- und Kultur­wissenschaft an der Universität Rostock. Sie habilitierte sich im Januar 2026 an der FU Berlin mit der Arbeit „In der Grauzone. Ambivalente Täterperspektiven in zeitgenössischen Romanen über kollektive politische Gewalt (Lateinamerika und Frankreich). 

Hintergrundinfos zum Vortrag:

Nzinga von Ndongo und Matamba, mit christlichem Namen Ana de Sousa (1583-1663), langjährige Herrscherin über ein großes Gebiet im heutigen Angola, ist eine historische Figur, die für ihren erfolgreichen Widerstand gegen die portugiesischen und niederländischen Kolonisatoren, für ihren Über­tritt zum Christentum und für ihre Beteiligung am trans­atlanti­schen Sklavenhandel bekannt wurde. Das Spektrum der Perspektiven auf diese Frauenfigur reicht von rassistischen Darstellungen einer sexuell freizügigen, blutrünstigen Tyrannin und Massenmörderin an ihren eigenen Unter­tanen über das Bild einer durch das Christentum zur Besonnenheit und Nächstenliebe bekehrten gerechten Herrscherin und Mutter bis zum Symbol für den (queeren und/oder feministischen) Widerstand der afrikanischen Völker gegen die Kolonisation. Der geplante Vortrag will diesen Aneignungen auf die Spur kommen, indem er Texte verschiedener Gattungen aus dem 17. – 20. Jahrhundert, u. a. den Missionsbericht des italienischen Kapuzinermönchs Giovanni Antonio Cavazzi da Montecuccolo (1687), den weitgehend unbekannten Prosatext des französischen Aufklärers Louis Castilhon Zingha, Reine D’Angola. Histoire Africaine (1769) und die Tragödie Zinda (1804) der spanischen Autorin Maria Rosa de Galvez auf ihre Darstellungs­strategien hin unter­sucht und mit exemplarischen Nzinga-Bildern aus dem 21. Jahrhundert (Graphic Novel und Fernsehserie) kontrastiert. Zu diesem Zweck sollen der Begriff und die Kulturtechnik der Appropriation, die in den vergangenen Jahren ins Zentrum trans­kultureller Debatten geraten ist, fruchtbar gemacht werden. 

Alle Interessierten sind herzlich zu diesem Vortrag eingeladen. 

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