Mehrere, aus Müll geformte, menschförmige Skulpturen stehen in Blickrichtung einer Wiese mit Bäumen.

Trash-People: 30 Jahre um die Welt

von HA Schult

Die Ausstellung „Trash People: 30 Jahre um die Welt“ von dem Aktions­künstler HA Schult regt dazu an, über unseren Umgang mit Ressourcen, Konsum und Umwelt nachzudenken. Seit 1996 lässt HA Schult seine Trash People durch die Welt reisen. Die lebens­großen Figuren bestehen aus gepressten Dosen, Elektroschrott, Verpackungen und anderen weggeworfenen Materialien. Aus dem, was unsere Konsum­gesellschaft zurücklässt, entstehen menschenähnliche Gestalten – ein Spiegel unserer eigenen Gegenwart. Die berühmten und vielgereisten Skulpturen sind im Schloss Ostflügel, unter anderem im Rektorats- und im Wirtschafts­hof zu sehen. Begleitend zu den Skulpturen wird im Rektoratsflur eine Foto-Ausstellung präsentiert, die viele der großen Stationen der Wanderung der Trash People der letzten 30 Jahre zeigt.

Die Figuren sind Kunstwerk und Mahnung zugleich: Sie machen sichtbar, was normalerweise aus unserem Blickfeld verschwindet. Was wir verbrauchen und wegwerfen, verschwindet aber nicht einfach – es bleibt Teil unserer Umwelt und erzählt von unserem Umgang mit Ressourcen. Der Müll, den wir produzieren, geht uns alle an – und bleibt uns erhalten.  

Das begleitende Veranstaltungs­programm greift diese Themen auf und erweitert sie um unter­schiedliche Perspektiven aus Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Vorträge, Gespräche und weitere Veranstaltungen widmen sich Fragen der Nachhaltigkeit, der Müllproduktion, des Klimaschutzes und der Verantwortung für unsere Zukunft. Bei ausgewählten Terminen wird HA Schult persönlich anwesend sein und Einblicke in sein künstlerisches Schaffen und sein jahrzehntelanges Engagement für Umweltbewusstsein geben.

Bei einer Exkursion zum Schiff MS Rheingeist im Sommer 2026, das Station in Mannheim machte, konnten Studierende und Mitarbeitende der Universität Mannheim bereits einen Eindruck zu den Skulpturen und ihren wichtigen Botschaften sammeln. Das Schiff und seine Passagiere setzen an verschiedenen Orten und in unter­schiedlichen Regionen Deutschlands Impulse für die Auseinandersetzung mit Umweltschutz, Klimawandel und Müllproduktion.

Die Ausstellung ist zu den Öffnungs­zeiten der Universität besuchbar. Montag bis Freitag, 08:00 bis 20:00 und samstags 08:00 bis 14:00. 

Inmitten von menschförmigen, aus Müll geformten Skulpturen steht eine ältere Person in schwarzem Oberteil mit bunten Patches lächelnd frontal zur Kamera. Im Hintergrund eine Art Brücke oder Reling.

HA Schult (geb. 1939) zählt zu den bedeutendsten deutschen Aktions­künstlern und gilt als Wegbereiter der ökologischen Kunst. Seit den 1960er-Jahren setzt er sich in seinen Arbeiten mit Umweltzerstörung, Konsum und Ressourcenverschwendung auseinander – lange bevor Nachhaltigkeit zu einem zentralen gesellschaft­lichen Thema wurde.

Seine Werke wurden weltweit gezeigt und machen Kunst zu einem Medium gesellschaft­licher Auseinandersetzung. Für HA Schult geht es nicht allein um das Betrachten, sondern um das Erkennen und Hinterfragen unserer eigenen Verantwortung.

Mit den Trash People schafft er ein eindrucksvolles Symbol unserer Zeit: Figuren aus dem Müll der Gegenwart, die vielleicht zu den archäologischen Zeugnissen der Zukunft werden. Im Laufe ihrer Wanderschaft um die Welt standen die Skulpturen u. a. vor den Pyramiden von Gizeh, auf der Chinesischen Mauer, in Tel Aviv und auf dem Roten Platz in Moskau. 

Lernen Sie den Künstler im Rahmen der Ausstellung persönlich kennen.

Benedikt Kastner hat kurze braune Haare und einen kurzen Bart. Er trägt ein beigefarbenes Sweatshirt und ein weißes Hemd.

Dr. Benedikt Kastner

Kunstbeauftragter der Universität
Universität Mannheim
Rektorat
Schloss Ostflügel
68161 Mannheim