Menschenskulpturen aus Müll stehen in einem Innenhof des Schlosses.

Trash-People: 30 Jahre um die Welt

von HA Schult

Die Fotografie-Ausstellung ist bis Ende März 2027  im Roten Rektoratsflur im Schloss Ostflügel zu den Öffnungs­zeiten der Universität zu sehen. An Sonn- und Feiertagen ist die Ausstellung geschlossen. 

Die Ausstellung Trash People – 30 Jahre um die Welt des Aktions­künstlers HA Schult regt dazu an, über unseren Umgang mit Ressourcen, Konsum und Umwelt nachzudenken. Zum 30-jährigen Jubiläum ihrer weltweiten Wanderschaft präsentierte die Universität Mannheim vom 28. September bis zum 15. Oktober 2026 einige der originalen Trash-People-Skulpturen im Schloss Ostflügel, ergänzt durch eine fotografische Dokumentation der Stationen des Kunst­projekts.  Seit 1996 reisen die lebens­großen Figuren durch die Welt. Sie bestehen aus gepressten Dosen, Elektroschrott, Verpackungen und anderen weggeworfenen Materialien. Aus dem, was unsere Konsum­gesellschaft zurücklässt, entstehen menschenähnliche Gestalten – ein Spiegel unserer eigenen Gegenwart.

Die Figuren sind Kunstwerk und Mahnung zugleich: Sie machen sichtbar, was normalerweise aus unserem Blickfeld verschwindet. Was wir verbrauchen und wegwerfen, verschwindet jedoch nicht einfach – es bleibt Teil unserer Umwelt und erzählt von unserem Umgang mit Ressourcen. Der Müll, den wir produzieren, geht uns alle an und bleibt uns erhalten.

In der Fotografie-Ausstellung geben Aufnahmen renommierter Fotografen – Thomas Hoepker, Bruno Barbey, René Burri, Ansgar Maria van Treeck, Gianluca Battista, Horst Wackerbarth und Herlinde Koelbl – Einblicke in die vielfältigen Orte und Kulturräume, an denen die Skulpturen zu sehen waren. Die Fotoausstellung ist noch bis Ende März 2027 zu sehen. Ermöglicht wurde sie durch eine Spende der Familie Steinbrecher.

Inmitten von menschförmigen, aus Müll geformten Skulpturen steht eine ältere Person in schwarzem Oberteil mit bunten Patches lächelnd frontal zur Kamera. Im Hintergrund eine Art Brücke oder Reling.

HA Schult (geb. 1939) zählt zu den bedeutendsten deutschen Aktions­künstlern und gilt als Wegbereiter der ökologischen Kunst. Seit den 1960er-Jahren setzt er sich in seinen Arbeiten mit Umweltzerstörung, Konsum und Ressourcenverschwendung auseinander – lange bevor Nachhaltigkeit zu einem zentralen gesellschaft­lichen Thema wurde.

Seine Werke wurden weltweit gezeigt und machen Kunst zu einem Medium gesellschaft­licher Auseinandersetzung. Für HA Schult geht es nicht allein um das Betrachten, sondern um das Erkennen und Hinterfragen unserer eigenen Verantwortung.

Mit den Trash People schafft er ein eindrucksvolles Symbol unserer Zeit: Figuren aus dem Müll der Gegenwart, die vielleicht zu den archäologischen Zeugnissen der Zukunft werden. Im Laufe ihrer Wanderschaft um die Welt standen die Skulpturen u. a. vor den Pyramiden von Gizeh, auf der Chinesischen Mauer, in Tel Aviv und auf dem Roten Platz in Moskau.

Benedikt Kastner hat kurze braune Haare und einen kurzen Bart. Er trägt ein beigefarbenes Sweatshirt und ein weißes Hemd.

Dr. Benedikt Kastner

Kunstbeauftragter der Universität
Universität Mannheim
Rektorat
Schloss Ostflügel
68161 Mannheim