Märkte und Unter­nehmen im Wandel

Digitalisierung, demografischer Wandel und technologische Innovationen verändern nicht nur Produkte und Produktions­weisen. Sie prägen, wie Menschen arbeiten, konsumieren und investieren, wie Unter­nehmen sich organisieren und wie Wettbewerb entsteht. Geopolitische Verschiebungen und der Klimawandel verstärken diesen langfristigen Anpassungs­druck. Gleich­zeitig können technologische Durchbrüche, Finanz­krisen oder politische Konflikte Märkte innerhalb kurzer Zeit erschüttern. Wie reagieren Märkte, Unter­nehmen und Haushalte auf strukturellen Wandel und disruptive Schocks – und welche Rahmenbedingungen helfen ihnen, neue Chancen zu nutzen?

Im Zentrum dieser Trans­formation steht die Allokation von Talent und Kapital. Märkte koordinieren, welche Ideen finanz­iert werden, wo Menschen arbeiten und welche Unter­nehmen wachsen. Doch diese Prozesse verlaufen nicht reibungs­los: Institutionen, Regulierung und Markt­macht beeinflussen, wer Zugang zu Chancen erhält und wer die Risiken des Wandels trägt. Unter­nehmens­entscheidungen und das Konsum-, Spar-, Investitions- und Erwerbs­verhalten der Haushalte sind daher eng miteinander verbunden.

Wirtschaft­lichen Wandel im Zusammenhang verstehen
Besonders sichtbar wird dieses Zusammenspiel bei Digitalisierung und demografischem Wandel. Neue Technologien können Produktivität und Innovation fördern, zugleich aber Tätigkeiten, Qualifikations­anforderungen und Macht­verhältnisse verändern. Eine alternde Gesellschaft stellt Unter­nehmen vor neue Personalfragen und Haushalte vor Entscheidungen über Arbeit und Vorsorge; zugleich fordert sie Sozialstaat und Kapitalmärkte heraus. 

Der Forschungs­schwerpunkt unter­sucht solche Wechsel­wirkungen, statt Unter­nehmen, Märkte und Haushalte isoliert zu betrachten. So wird verständlich, wie wirtschaft­licher Wandel Einkommen, Vermögen, Ungleich­heit und gesellschaft­liche Akzeptanz berührt und wodurch Anpassungs­fähigkeit und Resilienz entstehen.

Darum forschen wir zur Trans­formation der Wirtschaft

Das Forschungs­programm verbindet wirtschaft­liche, rechtliche, technologische und gesellschaft­liche Perspektiven. Denn wirtschaft­licher Wandel lässt sich nur verstehen, wenn Markt­mechanismen, institutionelle Regeln, neue Technologien und ihre Folgen für Menschen und Gesellschaft gemeinsam betrachtet werden. Der interdisziplinäre Ansatz führt die vielfältigen Forschungs­stärken der Universität Mannheim zusammen. Im Mittelpunkt steht wissenschaft­liche Grundlagenforschung, die zugleich mögliche Anwendungen und den Wissenstrans­fer in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Blick behält.

Gemeinsam fragen die Forschenden, wie Politik und Institutionen Innovation und Wettbewerbs­fähigkeit stärken können, ohne soziale Inklusion und die Prinzipien des europäischen Sozialstaats­modells aus dem Blick zu verlieren. Theoretische Modelle, empirische Analysen sowie institutionelle und historische Forschung schaffen dafür eine Grundlage, die langfristige Entwicklungen ebenso erfasst wie kurzfristige Anpassungs­prozesse.

Sprecher

Prof. Dr. Moritz Kuhn

Prof. Dr. Moritz Kuhn

Professur für VWL, Angewandte Politische Ökonomie
Universität Mannheim
Abteilung Volkswirtschafts­lehre
L 7, 3–5 – Raum 129
68161 Mannheim
Prof. Spalt trägt eine Brille und einen Anzug. Er steht vor der Schlossmauer.

Prof. Dr. Oliver Spalt

Lehr­stuhl für ABWL, Finanz­wirtschaft und Finanz­markt­institutionen
Universität Mannheim
Fakultät für Betriebwirtschafts­lehre
L 9, 1–2 – Raum 307
68161 Mannheim