Jahresvortrag des Historischen Instituts: Reichskrisen und Universalreligionen in der Spätantike. Eine transimperiale Perspektive

Am Donnerstag, 3. Dezember 2026, um 17.15 Uhr spricht Hartmut Leppin, Professor für Alte Geschichte an der Goethe Universität Frankfurt, im Fuchs-Saal der Universität Mannheim über:
„Reichskrisen und Universalreligionen in der Spätantike. Eine transimperiale Perspektive“.
Während der Spätantike durchlebten die beiden antiken Imperien des westlichen Eurasiens – das Römische und das Persische Reich – Krisen, die durch klimatische Veränderungen, Seuchen, äußere Auseinandersetzungen und innere Konflikte ausgelöst wurden. Wie in der Antike üblich, wurden diese Krisen vornehmlich religiös gedeutet. Zugleich waren in beiden Reichen die traditionellen Religionen, die griechisch-römischen Kulte und der Zoroastrismus, neu herausgefordert, da Universalreligionen wie das Christentum und der Manichäismus um sich griffen. Diese sprachen Menschen unabhängig von ihrem bürgerlichen Status und ihrer ethnischen Identität an und waren daher nur schwer mit den politischen Ordnungen in Einklang zu bringen.
In seinem Vortrag untersucht Hartmut Leppin, wie die beiden Reiche mit Universalreligionen umgingen, inwieweit sie diese bekämpften oder integrierten, wie die Träger dieser Religionen ihrerseits reagierten und welche Bedeutung dabei das Verhältnis der beiden Reiche zueinander hatte. Vor diesem Hintergrund soll eine Neubewertung des Verhältnisses zwischen politischer und religiöser Ordnung in der eurasischen Spätantike erfolgen.
Im Anschluss bietet der traditionelle Umtrunk im Foyer Gelegenheit zu interessanten Gesprächen!
